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Auf der Anlage

Fachredakteur
Aktualisiert:

Auf der French Open Anlage (hinten: Court N1)

Die ersten Spiele gehen um 11:00 Uhr los. Bei attraktiven Partien füllen sich die entsprechenden Außenplätze aber schnell, weshalb man auf jeden Fall 15 bis 30 Minuten vorab vor Ort sein sollte.

Das Stade Roland Garros befindet sich im Westen von Paris und verfügt über zahlreiche Eingänge. Wie generell in Paris ist auch in Sachen French-Open-Anreise die Metro das Fortbewegungsmittel der Wahl. Stationen in der Nähe sind Michel-Ange Auteuil und Michel-Ange Molitor (Linie 9) sowie Porte d’Auteuil und Boulogne Jean-Jaurès(Linie 10), von da an ist der Weg ausgeschildert oder man folgt einfach der Menge. Als wir gegen 10 Uhr die U-Bahn-Station erreichten, war es unten relativ gedrängt, verteilte sich auf der Straße aber sofort. Wie man es auch bei der Anreise zu Konzerten oder Fußballspielen kennt.

Der Einlass der French Open ist hervorragend organisiert. Obwohl wir um kurz nach 10, also mitten in der Rush Hour, den Eingang erreichten, gab es keinerlei Wartezeit und wir konnten praktisch durchgehen. Die bei den Tickets angesprochene Abgleichung der E-Ticket-Personalisierungen mit einem eigenen Ausweis geschieht sehr flink, ebenso wie die Sicherheitskontrollen.

Essentials für French Open Besucher

Voll und teuer: Catering bei den French Open

Der wichtigste Tipp vorab: Speisen und Getränke können nahezu uneingeschränkt mit auf die Anlage genommen werden. Das ist sehr fair vom Veranstalter und angesichts der gesalzenen Preise (0,5l Wasser: 3 Euro) und der trotzdem langen Schlangen an Gastro-Buden auch dringend zu empfehlen. Nicht erlaubt sind Flaschen über 1,5l Füllung, allerdings sind mehrere Flaschen mit insgesamt mehr als 1,5l kein Problem. Auf der Anlage gibt es auch Sprinklerbrunnen mit Trinkwasser zur Auffüllung mitgebrachter Behältnisse.

Daneben ist zu beachten, dass keiner der Plätze überdacht ist und es insgesamt wenig geschützte Flächen gibt. Wetterabhängig sind also Regenschirm oder Sonnencreme Pflicht. In den Abendstunden kann es Ende Mai / Anfang Juni noch empfindlich frisch werden. Bei einem längeren Tag abseits von Steckdosen werden Smartphone-Junkies außerdem einen mitgebrachten Akku zu schätzen wissen. A propos: Es gibt freies WLAN, zumindest im Jahr 2015 aber nur an einigen wenigen "WiFi Areas".

Um über aktuelle Ergebnisse auf dem Laufenden zu bleiben, empfehlen sich Download und Installation der sehr brauchbaren offiziellen French-Open-App. Sie enthält ab Nachmittag auch die Ansetzungen des Folgetages nebst jeweiliger Courts sowie einen Lageplan, um die entsprechenden Courts auch zu finden.

Auf der Anlage

Volles Haus bei David Ferrer

Wer die Anlage über den Haupteingang B betritt, steht direkt vor dem größten Platz, dem Philippe-Chatrier und hat die größten Außenplätze, die Courts 2 und 3, direkt neben sich. Die Plätze 3-11 befinden sich ebenfalls um Philippe-Chatrier herum, die Plätze 12-18 sind hinter Suzanne-Lenglen. Einen Lageplan gibt es in der French-Open-App (siehe oben) oder auch in ausliegenden Info-Flyern und dem Tagesmagazin. Dort gibt es auch eine Übersicht der Ansetzungen auf den jeweiligen Courts.

Generell ist die Anlage so überschaubar, dass man sich nach kurzer Zeit gut zurechtfindet und nicht verlaufen sollte.

Shopping

French Open Souvenirs

Wer sich und Freunden etwas vom größten Sandplatzturnier der Welt mitbringen möchte, hat dazu in den zahlreichen Botiquen Gelegenheit. Beliebte Mitbringsel sind die offiziellen Handtücher, die im Jahr 2015 43 Euro (mittelgroß; die auch von den Profis genutzten Handtücher) beziehungsweise 69 Euro (strandtuchgroß) kosteten. Beide Größen gibt es in zwei Farben, 2015 waren das grau (Herren) und rot (Damen). Die Handtücher haben eine sehr gute Qualität, zum Preis-Leistungsverhältnis kann man aber natürlich trotzdem geteilter Meinung sein. Auch bespielte Bälle sind populär. Ein Ball kostet 8 Euro, die genaue Herkunft ist aber unklar – es kann sich genauso um den Trainingsball eines Qualifikanten handeln wie um einen Matchball von Nadal.

Daneben gibt es diverse Freizeitkleidung von Roland Garros selbst sowie Sportbekleidung von Adidas Lacoste und Babolat sowie sonstige Souvenir und Zubehörartikel. Adidas und einige wenige andere Hersteller sind auch mit (platzbedingt) kleinen Stores auf der Anlage vertreten. Anders als etwa bei den Gerry-Weber-Open in Halle, wo die Hersteller selbst die Läden betreiben und kräftige Direkt-Rabatte geben (sowie ältere Lagerbestände verschleudern), waren die Preise in Paris aber nicht der Hammer. Ich würde sie als "Sportgeschäft-Niveau"-Niveau beschreiben. Also kein Grand-Slam-Aufschlag, aber auch keine Internetpreise oder sogar darunter.

Ich habe mir übrigens neben einem obligatorischen Handtuch eine Cappie (24 Euro) sowie diverse Schlüsselanhänger (jeweils 10 Euro) und Dämpfer (Babolat, jeweils 2 Stück für 6 Euro) als Mitbringsel geholt. Eigentlich sollte auch ein Polohemd für 55 Euro hinzukommen, die Qualität machte dann aber doch einen sehr mäßigen Eindruck. Generell haben die offiziellen Lizenzartikel von Adidas, Lacoste und Babolat einen deutlich hochwertigeren Eindruck gemacht als die No-Name-Artikel mit Roland-Garros-Label.

Die Courts

Idyllisch: Court 17 (mit Simone Bolelli)

Die Plätze sind grob absteigend nach Größe angeordnet und numeriert, sprich: Die Courts 2 und 3 haben die größte Kapazität nach den drei großen Stadien. Allerdings mit Ausnahnen – so hat Platz 17 ein deutlich größeres Fassungsvermögen als einige "vorige" Plätze und dient entsprechend auch immer mal wieder als Spielort für größere Namen.

Sowohl mit einem Stadion-Ticket als auch mit einem Ticket nur für die Außenplätze habt ihr freie Platzwahl auf den Courts 2-18. Wie beim Tennis üblich gibt es Zutritt nur in den Pausen und natürlich auch nur, wenn es noch freie Plätze gibt. Entsprechend können sich bei attraktiveren Partien auf den Außenplätzen längere Schlangen an den Aufgängen bilden. Zwei Tipps dazu, mit denen ihr viel Wartezeit sparen werdet: Sucht euch bei Interesse einen Aufgang abseits der Hauptwege (wo sich besonders viele anstellen), und setzt die Länge der Schlange immer in Relation zur Tribüne, für deren Betreten angestanden wird. Eine Schlange zu einer Tribüne mit 50 Plätzen bewegt sich natürlich wesentlich langsamer als eine genauso lange Schlange zu einer Tribüne mit 200 Plätzen.

Begehrt, aber nicht überfüllt: Zweitrundenmatch von Andrea Petkovic

Generell waren die Plätze gut gefüllt, aber nicht übervoll. Die längsten Schlangen sahen wir vor den Plätzen 2 und 3, vor allem das Match von David Goffin und Santiago Giraldo war aufgrund der vielen belgischen Fans auf der Anlage sehr gefragt. Wer sich mitten im Match anstellte, hat bestimmt 45 Minuten auf Einlass warten müssen.

Die Spiele der Deutschen waren längst nicht so gefragt. Wir befürchteten für die Partie von Andrea Petkovic das Schlimmste und waren extra zeitig an Court 6, die beiden Längstribünen waren aber während der gesamten Begegnung (die mehr als zwei Stunden dauerte) nicht komplett voll.

Aufschlag in der Dämmerung: Yen-Hsun Lu (hinten Suzanne Lenglen)

Unsere längste Wartezeit war die zum Spiel zwischen David Ferrer und Daniel Gimeno-Traver und betrug rund 20 Minuten (trotz Neben-Aufgang, siehe oben). Das Spiel fand allerdings auch relativ spät statt, andere Courts waren bereits ausgestorben und die Auswahl für Fans recht eingeschränkt. Hinten raus leerte es sich dann aber auch schon wieder. Wir blieben bis zum "bitteren Ende" des Tages, den auf den Außenplätzen der Matchball des Südafrikaners Kevin Anderson gegen den Taiwaner Yen-Hsun Lu markierte. Zu diesem Zeitpunkt, kurz vor 9 Uhr Abends, war dieser Court vielleicht noch zu einem Dreiviertel gefüllt.