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Sony entwickelt ein E-Ink-Laptop

Die E-Ink Corp. hat ein neues Wachstumsfeld für ihre E-Paper-Bildschirme ausgemacht: Laptops. Entwicklungspartner für ein erstes Gerät ist der japanische Elektronikkonzern Sony, mit dem E-Ink seit vielen Jahren eine enge Beziehung pflegt. Ein erstes E-Ink-Laptop soll noch in diesem Jahr in den Verkauf gehen, die Partner sehen vielfältige Anwendungsbereiche unter anderem im Bildungsbereich.

Die Panels vom taiwanesischen E-Ink-Konzern stecken in allen aktuellen eBook Readern von Kindle bis Tolino. Den letzten ernsthaften Rivalen Sipix (war unter anderem im Thalia Oyo verbaut) schluckte E-Ink im Jahr 2012, fortschrittliche – farbige – E-Paper-Panels etwa von der Amazon-Displaytochter Liquavista lassen auf sich warten. Die Marktführerschaft bedeutet allerdings auch überschaubare Wachstumsperspektiven für E-Ink im eBook-Reader-Sektor, der global seinen (vorläufigen) Peak auch schon erreicht hat.

Erstes E-Ink-Laptop von langjährigem Hardware-Partner Sony

Sony DPT-RP1

In den letzten Jahren erweiterte E-Ink seine Produktpalette darum bereits unter anderem um Mirco-Displays für Kreditkarten und Supermarktregale, auf die immerhin schon rund 20 Prozent des Konzernumsatzes entfallen. Daneben hat E-Ink Smartwatches und großformatige Profi-Lesegeräte als Wachstumsfelder identifiziert. Enger Hardware-Partner in diesen Feldern war Sony (Sony Smartwatch U, Sony DPT-RP1), das auch nach der Beerdigung der einstmals führenden eBook-Reader-Endkundensparte im Jahr 2014 noch auf digitales Papier setzt. In immer neuen Produktkategorien.

Am gestrigen Donnerstag stellte E-Ink in einem Analystengespräch infolge der Halbjahreszahlen einen ersten Laptop mit E-Ink-Display in Aussicht, wie zuerst die Taipei Times berichtete. Hardware-Partner ist wiederum Sony. Das ist auch darum bemerkenswert, weil Sony eigentlich nicht nur keine konventionellen eBook Reader mehr baut, sondern auch keine Laptops. Die einstmals vor allem bei Geschäftsleuten beliebten VAIO-Laptops werden seit 2014 nicht mehr gebaut.

Zielgruppe unter anderem Textarbeiter und Studenten E-Ink-Laptop

Mit seinem Graustufendisplay wird das E-Ink-Laptop von Sony aber wohl auch alles andere als ein typischer Mobil-Computer für den Massenmarkt. Beliebte Anwendungsbereiche wie Casual Gaming und die Betrachtung von Filmen werden allenfalls mit angeschlossenem externem Monitor möglich sein, und selbst für flottes Websurfen müssen Sony und E-Ink bei der Entwicklung ganze Arbeit leisten (was hier in Sachen Reaktionszeiten schon möglich ist, demonstriert aktuell das E-Ink-Tablet ReMarkable).

E-Ink-Chef Frank Ko sagte im Analystengespräch, für das E-Ink-Laptop gebe es Bedarf in zahlreichen Feldern vom Gesundheitsbereich über die Finanzindustrie bis zum Bildungssektor. Tatsächlich könnte ein solches Gerät etwa für Textarbeiter wie Autoren und Wissenschaftler interessant sein, die vor allem die wohl extrem langen Akkulaufzeiten und die augenfreundliche Anzeige schätzen werden. Bei einem niedrigen Einstiegspreis könnte das Laptop auch für Studierende eine Option als Zweitgerät sein.

Verkauf noch in diesem Jahr; Vorstellung schon nächste Woche?

Wie groß die Zielgruppe für das E-Ink-Laptop von Sony tatsächlich ist, steht und fällt natürlich mit den Spezifikationen des Gerätes, konkret mit Größe, Preis und Leistung. Lange sollten wir darauf nicht mehr warten müssen, laut E-Ink-Chef Ko soll das Laptop noch in diesem Jahr zum Unternehmensumsatz beitragen, sprich: erhältlich sein. Möglicherweise wissen wir schon nächste Woche mehr: Die Elektronikmesse IFA (1.-6.9. in Berlin) hat E-Ink in den letzten Jahren immer wieder zur Vorstellung neuer Produkte genutzt, sogar Kindle debütierten dort schon. Wir sind vor Ort und halten die Augen offen.

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