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Gitarre lernen

Das sechssaitige Zupfinstrument ist ein Allround-Gerät. Auf der Gitarre kann man sowohl klassische als auch aktuelle Musik spielen. Nicht nur Melodien durch Einzeltöne – auch Akkorde sind auf der Gitarre interpretierbar. Dadurch wird sie zum Begleitinstrument, das in Rockbands, Jazzcombos oder am Lagerfeuer eingesetzt werden kann. Obwohl sie so facettenreich ist, kann man das Spielen der Gitarre leicht erlernen.

Geschichte der Gitarre

Der Name Gitarre wurde aus dem Spanischen entlehnt, jedoch ist er über das Arabische von der Bezeichnung einer Leier im Altgriechischen, Kithara, dorthin gelangt. Das ist irreführend, denn die Gitarre stammt eigentlich von der Laute ab. Im Gegensatz zur Leier kann man bei der Laute die Saiten mit den Fingern verkürzen. Aus diesem Grund wird die Gitarre noch heute der Familie der Kastenhalslauten zugeordnet.

Das erste gitarrenähnliche Instrument datiert man ausgehend von einem babylonischen Tempelrelief und ägyptischen Zeichnungen auf ungefähr 1700 vor Christus. Der europäische Vorfahre der Gitarre hatte vier Saiten, wurde in der Renaissance durch den Einfluss der Arabischen Oud entwickelt und hieß Vihuela. Dies und auch die spätere Weiterentwicklung geschah in Spanien.

Die Vihuela wurde im Barock baulich zur Gitarre verändert. Dies wurde nötig, weil man verschiedene rhythmische Formen entwickelt hatte, die Saiten anzuschlagen, und Akkorde beliebter wurden. Die Vihuela verschwand von der Bildfläche. Im 17. Jahrhundert wurde die Gitarre im Barock als fünfchöriges Instrument als Guitarra Española bekannt und kam nach Italien, Frankreich und Deutschland. Chöre bestehen aus mehreren Saiten, die aber alle den gleichen Ton wiedergeben. Auch während des Barock wurde das „punteado“ (kontrapunktisches Spiel) dem „rasgueado“ (Anschlagen ganzer Akkorde) vorgezogen, weswegen man auch die Besaitung gemäß der präferierten Spieltechnik ständig veränderte.

Vor Ende des 17. Jahrhunderts wurden aus den Chören der Gitarre einzelne Saiten. Von der sogenannten Mandora erhielt die Gitarre ihre aktuelle Stimmung. Im 19. Jahrhundert kamen Resonanzleiter hinzu, die einen volleren Klang brachten. Die klassische Epoche der Geschichte der Gitarre verlief in Paris, Wien und London, wo unter anderem berühmte Komponisten Werke für Gitarre schrieben. Das Erfinden heute üblicher Spieltechniken fand – ebenso wie mechanische und bauliche Verfeinerungen – in Spanien statt. Den Namen Klassische Gitarre hat die Zeitschrift Guitar Review im Jahr 1946 geprägt.

Gitarrenarten

Von der klassischen Gitarre wurde die Jazzgitarre abgeleitet. Diese ersetzte nach und nach, aber definitiv ab der Zeit des Swing das Banjo, das im traditionellen Jazz verwendet worden war. Jazzgitarristen mussten sich auch gegenüber der Lautstärke großer Tanzorchester mit Bläsern und Klavier behaupten. Die Gitarren wurden daher später mit elektrischen Tonabnehmern ausgestattet, die an Radioverstärker angeschlossen wurden. Dies brachte eine andere Aufgabenverteilung beim Musizieren, da die Jazzgitarre nun nicht nur eine rhythmische Funktion hatte, sondern auch Melodien und Soli spielen konnte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es üblich, dass die Jazzgitarren eine Aussparung hatten, damit die Greifhand mehr Bewegungsfreiheit erlangte. Ab 1950 wurde beim Bau von Gitarren, die man elektrisch verstärken kann, mehr Wert auf andere Effekte gelegt. So ging die Entwicklung mehr und mehr in Richtung E-Gitarre. Trotzdem werden Jazzgitarren weiter gefertigt, denn akustisch gespielt verfügt sie über eine hohe rhythmische Präzision und elektrisch verstärkt weist sie einen vollen Klang auf.

Die E-Gitarre verstärkt die Schwingungen der Saiten nicht, wie beispielsweise die klassische Gitarre, über den Korpus. Die Töne werden über elektrische Tonabnehmer am Instrument weitergeleitet und extern verstärkt. Besonders im Fall der Instrumente ohne Resonanzkörper sind sie kleiner und handlicher. Über anschließbare Geräte können überdies eine große Bandbreite an Effekten erzielt werden.

Die Halbresonanzgitarre zeichnet sich durch allgemein kleinere Maße und einer geringeren Tiefe als die Vollresonanzgitarre aus. Sie ist ein Beispiel dafür, dass die Übergänge zwischen akustisch und elektrisch verstärkten Gitarren graduell sind.

Weitere Varianten sind die eine Quinte tiefer gestimmte Bariton-Gitarre, die Silent- oder Traveler-Guitar, die gar keinen Korpus aufweist und der E-Bass, der sozusagen die elektrisch verstärkte Version eines Kontrabass in Form einer Gitarre ist. Meist ist der E-Bass mit nur vier Saiten ausgestattet. Diese sind in den Tönen E A D und G gestimmt und liegen eine Oktave tiefer als die auf der Gitarre.

Gitarre lernen: Die Basics

Hände: Bei Rechtshändern ist die linke die Greifhand, während die rechte die Saiten anschlägt.

Haltung: Die klassische Gitarre wird so auf den Oberschenkeln abgestützt, dass der Gitarrenhals im Fünfundvierzig-Grad-Winkel nach links oben zeigt. Zu diesem Zweck wird das linke Knie leicht höher postiert als das rechte. Oft wird der linke Fuß dafür auf eine Fußbank gestellt. Die E-Gitarre liegt gerade mit der Kuhle der unteren Seite der Gitarre auf dem rechten Oberschenkel auf. Dabei sind Gitarre, Schultern und Rücken gerade. Im Gegensatz zur klassischen Gitarrenhaltung verläuft der Gitarrenhals horizontal zum Boden.

Notation: Die sechs Saiten der klassischen Gitarre sind in den Tönen E, A, D (Basssaiten) und G, B, E (Melodiesaiten) gestimmt. Niedergeschrieben werden Stücke für Gitarre mit Noten oder Tabulaturen. Die Tabulatur stellt das Griffbrett dar und zeigt, welche Saiten in welchem Bund gegriffen werden müssen. Die Noten werden im Violinschlüssel aufgeschrieben. Sie werden allerdings eine Oktave (also acht Töne) tiefer gespielt, als das bei anderen Instrumenten wie zum Beispiel der Geige der Fall wäre.

Anschlagtechniken: Es gibt verschiedenste Anschlagtechniken, dabei sind Schlagen (Strumming) und Zupfen die charakteristischsten. Beim Schlagen bringt man mit einem beziehungsweise mehreren Fingern oder einem Plektrum gleichzeitig mehrere Saiten zum Schwingen, indem man sie tatsächlich anschlägt. Auf diese Weise kann man Akkorde spielen. Beim Zupfen werden einzelne Saiten angeschlagen. Auf diese Weise entstehen Melodien, die auch mehrstimmig sein können, wenn man gleichzeitig ein Plektrum einsetzt.

Gitarre lernen an Musikschulen oder im Privatunterricht

Wer persönlichen Gitarrenunterricht nehmen will, hat mehrere Möglichkeiten: In vielen Städten gibt es Musikschulen, die meist in ihrem Angebot auch Gitarrenunterricht integriert haben. Überdies kann man bei Musikern Privatunterricht nehmen und somit gleichermaßen talentierte wie auch fachlich versierte Menschen in der eigenen Umgebung unterstützen. Wer in oder nahe einer Universitätsstadt mit dem Fachbereich Musik lebt, kann über Aushänge oder Jobbörsen im Internet Kontakt zu Musikstudenten aufnehmen, die einem ihr Instrument näherbringen können.

Gitarre selbst lernen

Wer Gitarre lernen will, kann sich das auch wunderbar selbst beibringen. Gerade Tabulaturen sind leicht zu verstehen, da sie das Griffbrett genau abbilden und so gut in die Praxis umzusetzen sind. Beim Notenlesen ist es etwas kniffliger, wenn man keine Vorkenntnisse darin hat. Im Allgemeinen gilt, dass man sich als Selbstlerner ein Buch besorgen sollte. Die Auswahl an Literatur zum Lernen des Gitarrenspiels ist riesig. Wenn man die Songs bestimmter Musiker spielen will, gibt es auch für Anfänger Hefte mit leicht zu spielenden Notationen.

Gitarre online lernen

Gitarre zu lernen ist dank einschlägiger Videoportale verhältnismäßig leicht und nicht unbedingt an zu zahlenden Unterricht gebunden. Wer nach den Stichwörtern sucht, die einen als Lernenden akut besonders umtreiben, wird man fündig. Zudem sind die audiovisuellen Angebote gemäß den Niveaus, die potenzielle Zuschauer haben könnten, gekennzeichnet. Wer Englisch kann, hat noch mehr Auswahlmöglichkeiten. Wenn man auf der Suche nach einem bestimmten Song ist, kann man auf zahlreichen Seiten zumindest die Akkorde der gesuchten Musik meist finden. Einige Seiten bieten Noten und Akkorde jedoch nur gegen Bezahlung an.

Gitarre zu lernen macht gerade am Anfang Spaß, da man in dieser Phase besonders schnell Fortschritte macht. Danach bleibt das Können eine Zeit lang konstant. Wer dieses Plateau durch fleißiges Üben hinter sich lässt, dem winkt das immer bessere Beherrschen eines facettenreichen und klangkräftigen Instruments.