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Altersvorsorge: 6 Möglichkeiten & 4 Strategien für deinen sorglosen Ruhestand

Viele Menschen beschäftigen sich erst zu spät mit der eigenen Altersvorsorge. Meist reicht die gesetzliche Rente für den Erhalt des Lebensstandards im Alter nicht aus. Welche anderen Vorsorgemöglichkeiten es gibt, wer welche Strategie wählen sollte und wie du Altersarmut vorbeugen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Was mit Altersvorsorge gemeint ist

Was mit Altersvorsorge gemeint ist

Unter dem Begriff Altersvorsorge fallen verschiedene Möglichkeiten, sich finanziell für den eigenen Ruhestand abzusichern. In Deutschland gibt es sowohl eine staatliche Pflichtabsicherung – die gesetzliche Rentenversicherung -als auch Möglichkeiten der Altersvorsorge im betrieblichen oder privaten Rahmen.

Mit der eigenen Altersvorsorge beschäftigen sich viele Menschen erst zu spät. Laut jüngstem Risiko-Report der Ergo-Versicherung haben zwar 39 Prozent der Deutschen Angst vor Altersarmut, doch jeder vierte Befragte bildet monatlich keine Rücklagen für die Altersvorsorge. Den Durchblick bei all den komplexer werdenden Möglichkeiten zu behalten, ist außerdem sichtlich schwerer geworden. Die gesetzliche Rente wird in Zukunft jedoch immer weniger ausreichen, um den eigenen Lebensstandard abzusichern.

Daher gewinnt die private und betriebliche Vorsorge immer mehr an Wichtigkeit. Riester- oder Rürup-Rente, private Lebensversicherungen oder Aktienfonds, welche Vorsorgemöglichkeiten die für dich passenden sind, hängt von mehreren Faktoren ab. Zu aller erst solltest du aber wissen, wie hoch deine Rentenansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung sind. Ab deinem 27. Lebensjahr schickt dir die Rentenversicherung jährlich eine Hochrechnung deiner Rente mit den Renteninformationen per Post zu.

So hoch ist die Gefahr der Altersarmut

So hoch ist die Gefahr der Altersarmut

Neben Alleinerziehenden und Arbeitslosen leben immer öfter auch Rentner an der Armutsgrenze. Laut Statistischem Bundesamt galten 2018 18,2 Prozent der über 65-Jährigen als armutsgefährdet. Die sogenannte Armutsgefährdungsschwelle liegt dabei bei 917 Euro im Monat. Das entspricht 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung.

Auch die Zahl der überschuldeten Senioren steigt. Laut dem Schuldneratlas 2019 der Wirtschaftsauskunftei Creditreform galten im vergangenen Jahr rund 380.000 Senioren (ab 70 Jahren) als überschuldet. 118.000 Fälle mehr als noch im Vorjahr. Im Vergleich zu 2018 ist das also ein Anstieg von 45 Prozent.

Gründe für das wachsende Risiko der Altersarmut sind die Rentenreformen der vergangen Jahre und damit die Absenkung des Rentenniveaus. Aber auch Faktoren wie steigende Mieten und das Anwachsen des Niedriglohnsektors spielen für die Geldknappheit im Alter eine Rolle. Um sich nicht auf die gesetzliche Rente zu verlassen und Altersarmut vorzubeugen gibt es zum Glück private und betriebliche Ergänzungsmöglichkeiten (Tipps zum Geld sparen gibt es hier).

Die drei Säulen der Altersvorsorge

In Deutschland haben sich mehrere Vorsorgearten für das Alter etabliert. Um den Überblick zu erleichtern, sind diese in insgesamt drei Säulen eingeteilt, die in erster Linie von der steuerlichen Behandlung der Vorsorgearten abhängt.

Die erste Säule: Basis-Vorsorgearten

Die erste Säule: Basis-Vorsorgearten

In der ersten Säule findest du alle Basis-Vorsorgearten. Dazu gehört die gesetzliche Rentenversicherung, zu der alle Angestellten und auch viele Selbstständige verpflichtet sind. Für selbstständige Berufe, die besonders schutzbedürftig sind wie beispielsweise Erzieher oder manche Handwerksberufe, gilt die gesetzliche Rentenversicherung als Pflichtversicherung. Eine Alternative ist zudem die Rürup-Rente, die ebenfalls eine Basisversorgung absichern soll.

Ebenfalls in der ersten Säule enthalten sind berufsständische Versorgungswerke. Versorgungswerke ersetzen die gesetzliche Rentenversicherung für Freiberufler, die in bestimmten Kammerberufen arbeiten. So zum Beispiel für niedergelassene Ärzte, Apotheker, Architekten oder Rechtsanwälte. Anders als bei der gesetzlichen Rentenverischerung legen die Versorgungswerke die Beiträge ihrer Mitglieder an der Börse an. So ergibt sich zwar im Laufe der Zeit eine gewisse Rendite für die Mitglieder, doch aufgrund der anhalten Niedrigzinsphase fällt es auch Versorgungswerken immer schwerer das Rentenniveau für ihre Mitglieder zu gewährleisten.

Schließlich gibt es noch die gesetzliche Pension für alle im öffentlichen Dienst arbeitenden Menschen wie Beamte, Richter oder Soldaten. Die Rentenzahlung der gesetzlichen Pension fällt in der Regel höher aus als die der gesetzlichen Rentenversicherung.

Die zweite Säule: Geförderte Vorsorgearten

Die zweite Säule: Geförderte Vorsorgearten

In der zweiten Säule sind alle geförderten Vorsorgeverträge enthalten. Hierbei unterstützt der Staat die Altersvorsorge entweder durch eine gewisse Steuerbefreiung oder mit Zulagen. Dazu gehören beispielsweise die betriebliche Altersvorsorge oder auch Riester-Verträge.

Bei der betrieblichen Altersvorsorge zahlen viele Arbeitnehmer in eine private Rentenversicherung ein. Diese hat der Arbeitgeber über eine Direktversicherung ausgesucht. Da er das in der Regel für all seine Mitarbeiter tut, profitiert der Versicherer direkt von mehreren Vertragsabschlüssen und die Beiträge für die Mitarbeiter fallen aufgrund des Mengenrabatts so geringer aus. Steuern und Sozialabgaben fallen ebenfalls nicht für die Beiträge der betrieblichen Altersvorsorge an.

Nachteil der Renten aus der zweiten Säule ist: Die Rentenzahlung im Alter muss versteuert werden. Darum ist es oft wichtig, dass der Arbeitgeber selbst etwas zu den Beiträgen der betrieblichen Altersvorsorge hinzugibt, damit diese sich für die Arbeitnehmer auch lohnt.

Die dritte Säule: Private Vorsorgearten

Die dritte Säule: Private Vorsorgearten

Zur dritten Säule gehören alle privaten Vorsorgearten. Vorsorgende erhalten hierfür keine Förderung vom Staat. In der Ansparphase einer Lebensversicherung fallen jedoch keine Steuern auf Dividenden- oder Zinserträge an und auch bei Renteneintritt ist die Rente nur geringfügig besteuert. Auf diese Art und Weise können Vorsorger allerdings nur Steuern im Zuge einer Lebens- oder Rentenversicherung sparen. Bei Verträgen, die vor der Umsetzung der Rentenreform im Jahr 2005 abgeschlossen wurden, fallen zudem auch keine Steuern auf den Ertrag bei der Auszahlung an.

Wer darüber hinaus privat mit Aktienfonds oder mit Immobilien vorsorgen will, der muss leider auch auf die steuerlichen Vorteile verzichten. Von Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen behält das Finanzamt die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent ein. Auch für Wertsteigerungen von Immobilien und Mieteinnahmen fällt der persönliche Steuersatz an. Nur selbst genutzte Immobilien sind steuerfrei.

Mit bestimmten Versicherungen lässt sich zudem die eigene Arbeitskraft absichern. Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung kannst du beispielsweise für einen sehr viel früheren Renteneintritt aufgrund eines Unfalls oder Krankheit vorsorgen.

Die gesetzliche Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenverischerung

Arbeitnehmer und einige Selbstständige sind in Deutschland zur Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung verpflichtet. Insgesamt 9,3 Prozent ihres Bruttolohns zahlen Arbeitnehmer in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Der Arbeitgeber übernimmt ebenfalls 9,3 Prozent.

Wie hoch dann im Alter die Rente ausfällt ist abhängig von der Höhe des Bruttolohns beziehungsweise der eingezahlten Beiträge. Jeder Pflichtversicherte sammelt im Laufe seines Arbeitslebens sogenannte Entgeltpunkte. Ein Entgeltpunkt entspricht dabei dem durchschnittlichen Bruttogehalt aller Versicherten in einem Jahr. Das durchschnittliche Jahresentgelt aller Rentenversicherten beträgt 2019 knapp 39.000 Euro. Wer mehr als der Durchschnitt verdient, bekommt mehr, wer weniger verdient, bekommt weniger Entgeltpunkte. Die Entgeltpunkte legen bei Renteneintritt schließlich die Rentenhöhe des Versicherten fest.

Bis zu einer bestimmten Grenze sind auch freiwillige Einzahlungen möglich. Diese steigern dann den späteren Rentenanspruch. Wer übrigens genug Beiträge gezahlt hat kann schon mit 63 abschlagsfrei in Frührente gehen. Wer allerdings weniger als 45 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, für den gilt ansonsten ein Renteneintrittsalter von 67 Jahren. Für jeden Monat, den man vor früher in Rente geht, werden dauerhaft 0,3 Prozent von der Rente abgezogen.

Die Möglichkeiten der Altersvorsorge im Vergleich

Jede Form der Altersvorsorge funktioniert anders. Darum erklären wir dir die Funktionsweise und die Vor- und Nachteile jeder Vorsorgeart im Detail.

1. Die betriebliche Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge dient dem Aufbau einer zusätzlichen Rente über den Arbeitgeber. Mit Hilfe des Chefs Altersvorsorge betreiben – das hört sich nicht nur gut an, es ist für Arbeitnehmer im Recht zur Entgeltumwandlung zudem zugesichert. Dadurch kann der Mitarbeiter einen Teil seines Gehaltes direkt für die Altersvorsorge aufwenden ohne dafür Sozialabgaben zahlen zu müssen. In der Regel sucht der Arbeitgeber eine Direktversicherung für all seine Mitarbeiter aus. Was genau der Arbeitgeber verspricht und wie viel Geld er hinzugibt, unterscheidet sich von Unternehmen zu Unternehmen.

Mitarbeiter sparen allerdings nicht nur Steuern und Sozialabgaben für die Beitragseinzahlung, sondern profitieren auch von Gruppenrabatten bei den Rentenversicherungen. Viele Unternehmen versuchen mit diesen Angeboten, ihre Mitarbeiter langfristig an sich zu binden. Seit 2019 müssen Arbeitgeber die Beiträge ihrer Arbeitnehmer mit 15 Prozent bezuschussen. Ab 2022 gilt das auch für bereits bestehende Verträge ohne Zuschüsse. Gegenüber einer privaten Rentenversicherung lohnt sich die betriebliche Rente meist, wenn der Chef mindestens 20 Prozent hinzugibt.

Wichtig: Um die ganz oder teilweise vom Unternehmen finanzierte Rente auch wirklich zu bekommen, müssen Arbeitnehmer dort mindestens drei Jahre gearbeitet haben und beim Wechsel des Arbeitgebers mindestens 21 Jahre alt gewesen sein. Auch im Insolvenzfall müssen Arbeitnehmer nicht um ihre Rente fürchten, da die Betriebsrente durch eine Auffangeinrichtung, dem sogenannten Pensionssicherungsverein (PSV) abgesichert ist.

  • Lohnt sich für: Ab 20 Prozent Bezuschussung durch den Arbeitgeber
  • Lohnt sich nicht für: Angestellte, die den Arbeitsplatz oft wechseln

2. Die Rürup-Rente

Die Rürup-Rente

Die Rürup-Rente war ursprünglich als alternative Vorsorgeform für Selbstständige gedacht, die keiner Pflichtversicherung angehören. Mit einem Rürup-Vertrag sollten diese ihre Basisvorsorge für das Alter absichern. Doch auch Pflichtversicherte können ihre Vorsorge im Alter mit einer Rürup-Rente aufstocken. Die zu zahlenden Beiträge sind von der Steuer befreit. Die Steuer fällt erst bei den späteren Rentenzahlung an.

Oftmals gibt es dafür allerdings ein niedrigeren Steuersatz als noch im erwerbsfähigen Alter. Die meisten Rürup-Verträge basieren auf fondsgebundenen Rentenversicherungen. Je mehr Geld in einen Rürup-Vertrag fließt, desto höher fällt auch die Steuererstattung aus. Kriterium für die staatliche Förderung ist, dass sich die Rente nicht vorzeitig auszahlen lässt. Geringverdiener und junge Unternehmer, die noch nicht so viel Ertrag erwirtschaften sind mit einem Rürup-Vertrag nicht gut beraten, da sie den Steuervorteil nicht so gut ausschöpfen können.

  • Lohnt sich für: Selbstständige, Besserverdienende
  • Lohnt sich nicht für: Geringverdiener, Jungunternehmer

3. Riester-Rente

Riester-Rente

Da die Bundesregierung das Rentenniveau aufgrund des demografischen Wandels immer weiter absenken muss, führte sie die sogenannte Riester-Rente ein. Hohe Vertrags- und Abschlusskosten brachten der Riester-Rente in der Vergangenheit einen schlechten Ruf ein. Doch eine solche lohnt sich vor allem wegen der Steuervorteile und den staatlichen Zulagen. So beträgt die jährliche Grundzuschuss pro Person seit 2018 175 Euro und die Kinderzulage für ab 2008 geborene Kinder 300 Euro. Gleichzeitig können Vorsorger bis zu 2.100 Euro jährlich von der Steuer absetzen. Der geldwerte Steuervorteil wird dabei allerdings mit den Zulagen verrechnet. Somit lohnt sich die Riester-Rente besonders für kinderreiche Familien aufgrund der Zulagen oder durchschnittliche Verdienende aufgrund des Steuervorteils. Je jünger du beim Abschluss einer Riester-Rente bist, desto lohnenswerter ist diese Vorsorgemöglichkeit. Wer noch unter 25 ist, bekommt fürs Riestern sogar einen einmaligen Bonus von 200 Euro vom Staat obendrauf.

  • Lohnt sich für: Familien mit Kindern, junge Mensche, Durchschnitts- und Geringverdiener
  • Lohnt sich nicht für: ältere Menschen, Besservedienende, Selbstständige

4. Private Rentenversicherungen

Private Rentenversicherungen

Lange galten klassische private Rentenversicherung als Standard für die private Altersvorsorge. Doch mit Rürüp, Riester oder der betrieblichen Alternative ist die Auswahl der Angebote größer geworden und private Rentenversicherungen kommen dabei nicht mehr gut weg. Denn hohe Vertragskosten und eine verhältnismäßig geringe Rendite machen diese Alternative wenig lohnenswert.

Die Rentenversicherung ist eigentlich eine Variante der Lebensversicherung. Doch findet die Auszahlung solange statt bis der Versicherte stirbt – nicht nachdem er gestorben ist. Bei der herkömmlichen Lebensversicherung bekommen die Hinterbliebenen das Geld im Anschluss an den Tod des Versicherten. Wer seine Familie für den eigenen Todesfall absichern will, sollte über eine Sterbegeldversicherung nachdenken.

Bei Rentenversicherungen ist zwischen einer aufgeschobenen Rente und einer Sofortrente zu unterscheiden. Bei der aufgeschobenen Rente zahlt der Versicherte über mehrere Jahre Beiträge ein und bekommt dann bei Rentenbeginn monatliche Beträge ausgezahlt. Bei der Sofortrente zahlt er einmalig einen großen Betrag ein und ist dann meist sofort verrentet. Er bekommt also eine monatliche Rente (die Höhe ist abhängig vom eingezahlten Betrag) bis zu seinem Tod. Diese Variante lohnt sich daher meistens nur, wenn der Versicherte noch gesund ist und sehr lange lebt.

  • Lohnt sich nur: in Einzelfällen für ältere Menschen

5. Private Altersvorsorge am Kapitalmarkt

Wer auf jegliche steuerlichen Begünstigungen verzichten kann, sich dafür aber eine gewisse Flexibilität bei der Anlage seine Geldes wünscht, kann natürlich auch auf andere Vorsorgearten zurückgreifen. Das ist beispielsweise über einen ETF-Sparplan mit monatlichen Raten möglich. Da bei den meisten Indizes  auf sehr lange Sicht beinahe immer eine positive Rendite erwarten ist, eignen sich ETF-Sparplane gut für die private Altersvorsorge. Alternativ ließe sich das Geld aber auch mit einem Einmalbetrag in Aktienfonds investieren.

  • Lohnt sich für: Sparer, die flexibel bleiben wollen
  • Lohnt sich nicht für: Menschen, die kein Risiko haben wollen

6. Private Altersvorsorge mit dem Eigenheim

Private Altersvorsorge mit dem Eigenheim

Für viele Deutsche war das Eigenheim eine der beliebtesten Methoden, sich für einen sorgenfreien Ruhestand abzusichern. Vor allem in der anhaltenden Niedrigzinsphase profitieren Immobilienkäufer- und bauer von einer günstigen Finanzierung. Wer ohnehin mit dem Gedanken an ein Eigenheim spielt, sollte diese Form der Altersvorsorge in Betracht ziehen. Wichtig ist nur, dass die Immobilie spätestens mit dem Renteneintritt vollständig abbezahlt ist. Sonst wird das eigene Haus nur zu einer zusätzlichen Belastung im Alter.

  • Lohnt sich für: junge Menschen, die ohnehin ein Eigenheim besitzen wollen
  • Lohnt sich nicht für: Menschen, die flexibel bleiben wollen, ältere Menschen (mit wenig Kapital)

Die beste Altersvorsorge finden

Die Entscheidung, wie jemand für das Leben im Alter vorsorgt, hängt von vielen individuellen Faktoren und von der eigenen Lebenssituation ab. In jedem Fall solltest du die Entscheidung in Ruhe überdenken, denn sie bildet die Grundlage für deine finanzielle Situation in der Zukunft. Wir geben dir einen Überblick über alle Kriterien, die für deine Altersvorsorge eine Rolle spielen sollten. Gehe die Fragen Stück für Stück durch.

1. Welche Vorsorgearten sind überhaupt möglich

Zuerst solltest du alle Möglichkeiten ausschließen, die für dich gar nicht erst in Frage kommen. Bist du selbstständig oder wechselst häufig den Arbeitgeber, fällt für dich beispielsweise die betriebliche Altersvorsorge weg. Reicht dir das Geld ohnehin schon kaum zum Leben, wird es dagegen mit einer privaten Rentenversicherung schwierig und du solltest über eine betriebliche Alternative oder zumindest über einen vom Staat bezuschussten Riester-Vertrag nachdenken.

2. Wie hoch ist deine Rentenlücke

Wie hoch ist deine Rentenlücke

Bevor du dir Gedanken über Vorsorgearten über die gesetzliche Rentenversicherung hinaus machst, solltest du erst einmal eine Bestandsaufnahme über deine Rentensituation machen. Errechne dazu, wie viel Rente du voraussichtlich bekommen wirst und wie groß die Differenz zu deinem Nettoeinkommen ist. Diese Differenz wird allgemein hin auch Rentenlücke oder Versorgungslücke genannt. Das deutsche Institut für Altersvorsorge hat zu diesem Zweck online einen Rechner zur Berechnung der Rentenlücke bereitgestellt. Erst wenn du deine finanzielle Situation im Alter abschätzen kannst, weißt du, wie viel du darüber hinaus vorsorgen musst, um deinen Lebensstandard zu halten.

3. Wie ist deine finanzielle und familiäre Situation

Wie viel du für das Leben im Ruhestand vorsorgen kannst, sollte auch von deiner Familienplanung abhängen. Einerseits müssen Vorsorge die zusätzlichen Kosten für Kinder und vielleicht sogar den Bau oder Kauf eines Hauses für ihre Sparbeiträge mit einberechnen. Andererseits können Eltern von den Kinderzulagen bei einer Riester-Rente profitieren. Wer dauerhaft über ein hohes Einkommen verfügt, für den sind die Steuervorteile eines Rürup-Vertrages dagegen wahrscheinlich vorteilhafter. Um mehr Geld im Monat für die Altersvorsorge zurückzulegen, kann das Führen eines Haushaltsbuches helfen.

4. Welcher Anlagetyp bist du

4. Welcher Anlagetyp bist du

Mache dir bewusst, welcher Anlagetyp du bist. Mit welchem Risiko kannst du noch gut schlafen? Fondsgebundene Altersvorsorgeprodukte bieten dir eine bessere Rendite, können aber zwischenzeitlich durch Kursverluste an Wer verlieren. Im Laufe der Zeit gleichen sich die Wertverluste aber aus. Deshalb ist die renditeorientierte Altersvorsorge für jüngere Menschen besser geeignet. Denn je mehr Zeit bis zum Renteneintritt bleibt, desto geringer ist das Risiko. Besonders Sicherheitsbewusste Vorsorger sollten dagegen auf eher auf garantierte Leistungen statt einer hohen Rendite zurückgreifen.

Altersvorsorge: Strategien für jede Altersgruppe

Die Zeit, die du noch bis zur Rente hast, ist ein wichtiger Faktor für deine Überlegungen zur Altersvorsorge. Je weniger Zeit dir bis zum Renteneintritt bleibt, desto weniger Risiko solltest du eingehen. In jedem Fall solltest du deine Entscheidung wohl überlegt treffen und keinen Vertrag vorschnell abschließen (Tipps für leichteres Entscheidungen treffen).

Altersvorsorge für unter 30-Jährige

Wer früher mit der Altersvorsorge anfängt, profitiert von gewissen Vorteilen. Die Sparrate und das Risiko von volatilen Anlagen sind aufgrund der großen Zeitspanne geringer. Doch gleichzeitig ist die Lebensplanung meist noch nicht so konkret und auch das Einkommen kann in den ersten Berufsjahren stark schwanken. Vorsorger unter 30 sollten in kleinen Beträgen mit einer betrieblichen Altersvorsorge oder mit einem Riester-Vertrag vorsorgen und auf Verträge achten, die eine dynamische Sparrate für die Zukunft erlauben. Steigt das Einkommen, können Vorsorger mehr in die Altersvorsorge investieren. Wer sich in jungem Alter seines Arbeitsplatzes nicht sicher ist, sollte vorerst auf eine betriebliche Altersvorsorge verzichten.

Altersvorsorge ab 30 Jahre

Ab einem Alter von 30 Jahren haben sich die meisten Menschen in ihrem Beruf etabliert. Häufig haben sie auch schon kleinere Rücklagen gebildet und die Familienplanung wird etwas konkreter. Eltern sollten sich die staatlichen Zulagen bei einem Riester-Vertrag je nach Anzahl der Kinder sichern. Darüber hinaus kann der Kauf oder Bau eines Eigenheims in dieser Zeit sinnvoll sein, da das Einkommen meist für die monatlichen Raten ausreicht und noch genügend Zeit zur Abzahlung der Immobilie vor dem Renteneintritt bleibt. Auch eine renditeorientierte Anlage, beispielsweise mit einer fondsgebundenen Lebensversicherung oder einem privaten Fondssparplan sind aufgrund des langen Anlagehorizontes mit einem niedrigeren Risiko behaftet als bei einer späteren Investition.

Altersvorsorge ab 40 Jahre

Mit 40 Jahren rückt die Rente allmählich näher und es bleibt weniger Zeit, um ein finanzielles Polster für den Ruhestand anszusparen. Dafür ist das Einkommen aber meist höher als beim Berufsanfang. Darum sollten Vorsorger in diesem Alter Rendite und eine ausreichende Sicherheit stärker abwägen. Der Abschluss einer Riester- oder Rürup-Rente in risikoärmeren Varianten kann sinnvoll sein, hängt aber von den Vertragskonditionen und dem eigenen Einkommen ab.

Altersvorsorge ab 50 Jahre

Bei vielen Produkten für die Altersvorsorge zahlen Vorsorger über mehrere Jahrzehnte langsam und in vielen kleinen Raten ihr Kapital ein. Über 50-Jährigen bleibt allerdings nicht mehr so viel Zeit bis zum Renteneintritt. Darum ist die Sofortrente bei einer privaten Lebensversicherung eine Überlegung wert. Selbst bei Renteneintritt können sich Menschen so noch eine lebenslange Rentenzahlung als Ergänzung zur staatlichen Rente finanzieren. Bleibt noch ein wenig mehr Zeit, bietet sich eine aufgeschobene Sofortrente an. Dabei zahlt der Vorsorger zwar früher ein, das Kapital erwirtschaftet dann aber in der vereinbarten Frist bis zur Rentenzahlung Zinsen, die dann mit ausgezahlt werden.

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