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Ausbildung zum Tierheilpraktiker

Ausbildung zum Tierheilpraktiker

Tierheilpraktiker sind für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Tieren verantwortlich. Dabei sind sie Experten für diverse Erkrankungen und ihre Heilung. Sie helfen Tieren auf dem Weg der Genesung und stehen ihren Besitzern beratend zur Seite. Dabei steht die ganzheitliche Gesundheit im Mittelpunkt. Tierheilpraktiker bedienen sich der Naturheilverfahren, um Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen und Leiden zu mindern.

Die Ausbildung zum Tierheilpraktiker erfolgt ohne tierärztliche Approbation. Die Berufsbezeichnung ist nicht gesetzlich geschützt und im Gebiet der alternativen Heilpraxis anzusiedeln. Sie eignet sich sowohl für Quereinsteiger als auch für Tierärzte, die sich in dem Bereich weiterbilden wollen.


Berufsfeld Tierheilpraktiker

Berufsfeld Tierheilpraktiker

In Deutschland besitzt ungefähr jeder Zweite mindestens ein Haustier, insgesamt besitzen schätzungsweise rund 34 Millionen der Deutschen Haustiere. Diese stellen für ihre Besitzer eine Bereicherung für ihr Leben dar und sind in vielen Fällen ein vollwertiges Familienmitglied. Ebenso wichtig wie die eigene Gesundheit ist nahezu allen Tierbesitzern die Gesundheit ihres Haustiers. Dabei setzen in den letzten Jahren immer mehr Tierbesitzer auf die Hilfe von Tierheilpraktikern. Und auch Landwirte setzen bei der Behandlung ihrer Nutztiere immer mehr auf Naturheilverfahren und sehen in Tierheilpraktikern eine gesunde Alternative zur Schulmedizin.

Dabei ist das Berufsprofil des Tierheilpraktikers von dem des Veterinärs und des Heilpraktikers abzugrenzen. Zwar ist der Ansatz vergleichbar mit dem des Heilpraktikers: Beide Berufe haben es zum Ziel, Krankheiten durch naturheilkundliche Methoden zu therapieren und im besten Fall zu heilen. Im Gegensatz zu Heilpraktikern und Veterinären ist der Ausbildungsberuf allerdings nicht rechtlich geregelt und geschützt. Das bedeutet auch, dass die Behandlungsmethoden des Tierheilpraktikers eingeschränkt sind. Ist beispielsweise eine Operation erforderlich, ist dieser nicht dazu befugt und muss das Tier an einen zugelassenen Veterinär überweisen. Der Grundsatz der Heilkunde, dem sich Tierheilpraktiker verschreiben ist es, gesunde Alternativen zur gängigen Schulmedizin aufzuzeigen. Während der Behandlung steht das Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele im Mittelpunkt. Dabei sollen vor allem gesunde Alternativen zu der massenweisen Verabreichung von Antibiotika an die Tiere aufgezeigt werden.

Die Tierheilkunde wird schon seit Jahrhunderten praktiziert. Dabei greifen Tierheilpraktiker auf alternative Methoden der Heilkunde zurück. Sie untersuchen das Tier auf bestimmte Symptome und setzen Naturheilverfahren wie homöopathische und pflanzliche Mittel bei der Behandlung ein. Je nach Symptomatik und Krankheitsbild erstellen sie individuelle Therapiepläne. Dabei verfolgen Tierheilpraktiker einen ganzheitlichen Ansatz. Das bedeutet, dass nicht nur die Behandlung von bestimmten Erkrankungen zu den Aufgaben eines Tierheilpraktikers gehört, sondern auch die Beratung in Bezug auf die Haltung und Ernährung der Tiere.

Zu den Aufgaben eines Tierheilpraktikers gehört:

  • Die Untersuchung und die Erstellung von Diagnosen
  • Messung und Überprüfung der Blutwerte
  • Die Überprüfung der Reflexe
  • Verschreibung von homöopathischen Medikamenten
  • Verabreichung naturheilkundlicher Präparate
  • Massagen
  • Das Erstellen von Ernährungsplänen
  • Therapien und Behandlungen

Die Aufgaben verdeutlichen, wie vielfältig das Einsatzspektrum der Tierheilpraktiker ist. Die Klientel kann aus Privatpersonen mit Haustieren, Tierzüchtern und aus Landwirten bestehen. Insbesondere in der Pferdezucht und bei der Behandlung von Sport-Tieren wird auf die Beratung durch Tierheilpraktiker zurückgegriffen.

Mögliche Tätigkeitsfelder:

  • Tierheilpraxen: Möglich sind auch Schwerpunktsetzungen, wie etwa die Behandlung von Kleintieren, Großtieren, Vögeln oder Reptilien
  • Tierzucht: Beispielsweise von Hunden, Katzen und Pferden
  • Zoohandlung
  • Tierkliniken
  • Zootierbetreuung
  • Landwirtschaft: Behandlung von Nutztieren wie Rindern, Kühen, Pferden, Schafe und Hühnern; Unter Nutztieren werden alle Arten zusammengefasst, die der Mensch für wirtschaftliche Zwecke nutzt

Dabei stehen Tierheilpraktiker den Besitzern und Unternehmen bei Fragen im Hinblick auf die Gesundheit, Fütterung und Haltung beratend zur Seite.

Selbstständiger Tierheilpraktiker

Selbstständiger Tierheilpraktiker

Viele Tierheilpraktiker machen sich nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung mit einer eigenen Praxis selbstständig und arbeiten als Freiberufler. Dazu gehört meist auch der Bereitschaftsdienst, da viele Tierbesitzer auf die Betreuung vor Ort angewiesen sind, wie etwa Landwirte. Auch für Landwirte und Tierärzte bietet die Ausbildung eine nützliche Zusatzqualifikation. Da die meisten Tierheilpraktiker sich nach abgeschlossener Ausbildung selbstständig machen, gehört die Praxisführung zum festen Themen-Repertoire der meisten Lehrgänge. Dabei lernst du, welche bürokratischen und rechtlichen Aspekte du beachten musst. Dazu gehört die Gewerbeanmeldung, abzuschließende Versicherungen und Versicherungsschutz, Gerätschaften und Materialien, steuerrechtliche Aspekte und die Berufsordnung.

Tierheilpraktiker in einer Festanstellung

Zwar arbeiten die meisten Tierheilpraktiker als Selbstständige, es gibt aber auch Möglichkeiten der Festanstellung. Du kannst beispielsweise in einem Tierheim arbeiten und die Tiere individuell betreuen. Manche Tierkliniken stellen Tierheilpraktiker ein, um das Angebot für die Kunden zu vergrößern. Auch in der Tierfutterbranche werden Tierheilpraktiker eingesetzt.

Ausbildung zum Tierheilpraktiker: Gehalt und Karriere

Nach der Ausbildung zum Tierheilpraktiker ist das Gehalt von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Es stellt sich die Frage, ob du als Angestellter oder Selbstständiger tätig sein willst und ob du nur in diesem Fachgebiet tätig sein willst, oder über zusätzliche Qualifikationen verfügst, wie etwa ein Veterinär-Studium oder eine Ausbildung zum Heilpraktiker.

Gehalt

Das Gehalt eines Tierheilpraktikers ist von diversen Faktoren abhängig. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Beschäftigungsform. Die meisten Tierheilpraktiker streben nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung die Selbstständigkeit an und sind freiberuflich tätig. Dabei ist das Gehalt von der momentanen Auftragslage und der Lage und Umgebung der Praxis abhängig. In Städten sind es meist Privatpersonen, die Tierheilpraktiker für eine Behandlung ihres Haustiers aufsuchen. In ländlichen Regionen ist die Auftragslage meist größer. Etwa die Hälfte aller Landwirte hält Rinder und diverse andere Nutztiere, die regelmäßig untersucht und behandelt werden müssen. Dabei spielt es auch eine große Rolle, ob diese auf Tierheilpraktiker oder auf Veterinäre zurückgreifen, weil diese über eine Approbation verfügen, also eine staatlich anerkannte Zulassung.

Durchschnittlich verdienen Tierheilpraktiker in Deutschland etwa 2.100 Euro brutto im Monat. Dabei handelt es sich lediglich um einen Richtwert. Ist die Auftragslage zu bestimmten Zeitpunkten sehr schlecht, liegt das Gehalt deutlich unter dem Durchschnittswert. Dabei muss auch unterschieden werden, ob Tierheilpraktiker in Vollzeit arbeiten und eine eigene Praxis besitzen oder nebenberuflich tätig sind und von zu Hause aus arbeiten. Bemerkenswert ist, dass im Metier der Tierheilkunde die Frauen mit 2.300 Euro im Durchschnitt besser bezahlt werden als die Männer mit 1.800 Euro brutto im Monat.

Für die Höhe des Gehalts ist vor allem die Berufserfahrung ein wichtiger Faktor. In der Regel gilt: Je mehr Berufserfahrung du als Tierheilpraktiker sammelst und dir einen guten Ruf machst, umso höher fällt auch der Verdienst aus. Um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen, ist eine umfangreiche und seriöse Ausbildung das A und O. Die Kosten, die du als Tierheilpraktiker für deine Behandlungen berechnest, legst du selbst fest. Dabei kannst du dich an den Richtlinien des Verbands Deutscher Tierheilpraktiker e.V. (VDT) orientieren. Die Kosten für die jeweilige Behandlung stehen dabei im Verhältnis zur Dauer und zu dem Aufwand. Außerdem sind die Kosten von den jeweiligen Tieren abhängig. So wird etwa anders berechnet, wenn es sich um Haustiere oder um Nutztiere in der Landwirtschaft handelt.

Karrieremöglichkeiten

Karriere als Tierheilpraktiker

Tierheilpraktiker erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit. Das liegt unter anderem in der lauten Kritik an der Verabreichung von zu viel Antibiotika begründet.

Es gibt viele Faktoren, die für die Berufsaussichten entscheidend sind. Insbesondere in ländlichen Regionen, in denen die Landwirtschaft floriert, sehen die beruflichen Perspektiven sehr gut aus. Ein weiterer Faktor ist auch die Konkurrenz. Es ist ratsam sich zu erkundigen, wie viele Tierheilpraktiker in dem Umkreis arbeiten, in welchem du tätig sein willst und ob das Interesse bei den Kunden besteht. Längst nicht allen Tierheilpraktikern gelingt es, nur durch diesen Beruf ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Daher solltest du im besten Fall einen Plan B haben und die Möglichkeit in Betracht ziehen, den Beruf als Tierheilpraktiker auch nebenberuflich auszuüben.

Als Zusatzqualifikation eignet sich die Ausbildung hervorragend für Tierärzte. Mit der Fortbildung können sie ihr Wissen erweitern und sich beruflich breiter aufstellen. Weitere Alternativen und Kombinationsmöglichkeiten in diesem Bereich bieten die Ausbildung zum Hundetrainer, im Bereich der Tierphysiotherapie und die Ausbildung zum tiermedizinischen Fachangestellten.

Ist Tierheilpraktiker die richtige Ausbildung für mich?

Die mit Abstand wichtigste persönliche Voraussetzung für die Ausbildung und die Tätigkeit als Tierheilpraktiker ist die Liebe zum Tier. Die Ausbildung zum Tierheilpraktiker ist das Richtige für dich, wenn du:

  • Tiere liebst und achtest
  • dich für die verschiedenen Therapieformen der Alternativmedizin interessierst
  • gerne mit Menschen arbeitest und sie beratend unterstützen willst
  • nicht allergisch gegen Tierhaare bist

Eine wichtige Voraussetzung für den beruflichen Alltag ist ein respektvoller und behutsamer Umgang mit den Tier-Patienten. Außerdem solltest du einen gefestigten Charakter besitzen und ein hohes Maß an Verantwortungsgefühl. Das ist ausgesprochen wichtig, denn in deinem beruflichen Alltag als Tierheilpraktiker bist du für das Wohl und die Gesundheit der zu behandelnden Tiere verantwortlich. Ein eloquentes, sicheres und professionelles Auftreten und ein umfangreiches Fachwissen sind die Basis für deinen beruflichen Erfolg.

Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Tierheilpraktiker

Die Ausbildung zum Tierheilpraktiker eignet sich sowohl für Quereinsteiger als auch für Tierärzte, die sich in diesem Bereich weiterbilden und ihren Tätigkeitsbereich erweitern wollen. In der Regel reicht ein reges Interesse an der Thematik aus. Dazu gehören heilkundliche Aspekte und ein Interesse für das medizinische Grundlagenwissen im Hinblick auf die Anatomie, Physiologie und Pathologie. Außerdem eignet sich die Ausbildung für Personen, die im Bereich der Tierhaltung, in der Tierfutter-Branche und im Veterinär-Bereich tätig sind.

Die meisten Institutionen setzen ein Mindestalter von 21 Jahren voraus. Es gibt aber auch Bildungseinrichtungen, die Auszubildende im Alter von 18 Jahren zulassen. Zudem wird in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss verlangt, also mindestens ein erfolgreich abgeschlossener Realabschluss. Das Mindestalter soll sicherstellen, dass die Bewerber bereits über eine gewisse emotionale Reife verfügen, um die Verantwortung für das eigene berufliche Handeln und die Tier-Patienten zu übernehmen.

Für den beruflichen Alltag ist es wichtig, dass du keine Berührungsängste bei den zu behandelnden Tieren verspürst. Einfühlungsvermögen und ein gewisses Fingerspitzengefühl helfen dir dabei, ein Gefühl für das Befinden der Tiere zu entwickeln.

Ausbildung zum Tierheilpraktiker: Dauer, Aufbau, Inhalte

Ausbildung zum Tierheilpraktiker: Dauer, Aufbau, Inhalte

Da die Ausbildung zum Tierheilpraktiker in Deutschland nicht gesetzlich geregelt ist, können Dauer, Aufbau und Inhalte je nach Bildungsinstitution unterschiedlich ausfallen. Achte bei der Wahl der jeweiligen Bildungsinstitution darauf, dass sich Aufbau und Inhalte an den Standards orientieren, die der Verband Deutscher Tierheilpraktiker e.V. (VDT) festgelegt hat.

Dauer

Die Dauer der Ausbildung zum Tierheilpraktiker fällt je nach Lehrgangsform unterschiedlich aus. Die Regelstudienzeit beträgt ungefähr ein bis zwei Jahre. Das hängt davon ab, ob du dich für ein Teilzeit- oder ein Vollzeit-Studium entscheidest.

Ein Fernstudium dauert in der Regel 20 Monate. Dabei handelt es sich um einen Richtwert, der von etwa neun Stunden Selbststudium pro Woche ausgeht, um das Pensum zu erreichen. Diese Dauer kann beliebig verkürzt werden, wenn die Zeit und das eigene Engagement vorhanden sind, mehr Stunden in der Woche in das Studium zu investieren. Ebenso besteht die Möglichkeit, das Studium zu verlängern, sofern das Pensum aus privaten Gründen nicht erreicht werden kann. In den meisten Fällen bieten Fernstudien-Anbieter eine kostenlose Verlängerung von etwa sechs bis zehn Monaten an.

Aufbau

Da der Ausbildungsberuf Tierheilpraktiker keine geschützte Berufsbezeichnung ist und auch keiner rechtlichen Regelung unterliegt, kann der Aufbau der Ausbildung sehr unterschiedlich ausfallen. Umso wichtiger ist es, einen seriösen Anbieter ausfindig zu machen und sich vor unseriösen Anbietern in Acht zu nehmen. Denn für deinen beruflichen Erfolg ist die Qualität der Ausbildung entscheidend. Daher ist es ratsam, eine seriöse Institution zu wählen, welche einen guten Ruf genießt und eine lange Tradition auszeichnet. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal bei Fernstudien-Anbietern ist das Prüfsiegel der “Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht”, welche mit ZFU abgekürzt wird.

Die Ausbildung zum Tierheilpraktiker erfolgt entweder in Form eines Präsenzlehrgangs oder als Fernstudium. Innerhalb der Kurse wird dir das wichtige Know-how vermittelt, welches du für die professionelle Behandlung der Tiere benötigst.

Ein Präsenzlehrgang bietet dir den Vorteil der sozialen Kommunikation. Während des Unterrichts kannst du dich mit deinen Mitstudierenden austauschen und gleichzeitig deine soziale Kompetenz schulen. Es gibt verschiedene private Bildungsinstitutionen, die den Lehrgang anbieten. In der Regel werden neben Abendkursen auch Wochenendkurse angeboten, sodass Berufstätige nicht eingeschränkt sind und Job und Ausbildung problemlos vereinbaren können. Während des Präsenzlehrgangs bist du an den Unterrichtsplan gebunden und es herrscht Anwesenheitspflicht.

Das Fernstudium hingegen bietet den Vorteil des flexiblen Lernens. Da du weder an eine bestimmte Zeit noch einen konkreten Ort gebunden bist, kannst du dir die Lehrinhalte gemütlich von zu Hause selbstständig erarbeiten. Das senkt das Stresslevel und fördert gleichzeitig das Wohlbefinden, da kein Druck besteht, zu einer festgesetzten Zeit fertig sein zu müssen. Ein weiterer Vorteil ist, dass du dich nicht für ein striktes Teilzeit- oder Vollzeit-Studium entscheiden musst. Der Übergang bei einem Fernstudium ist fließend und eignet sich hervorragend für Personen, die ihr Lerntempo selbst regulieren, zeitlich flexibel und ortsunabhängig lernen wollen.

Die Ausbildung zum Tierheilpraktiker als Fernstudium beinhaltet in aller Regel Präsenzseminare, die obligatorisch sind. Das bietet dir die Möglichkeit, das theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen und die Behandlungsmethoden zu üben. Hier kannst du dein Fachwissen unter Beweis stellen und erlangst die professionelle Sicherheit, die dir den Einstieg in den Berufsalltag erleichtert. Die Praxisseminare finden meist am Wochenende statt, sodass vor allem Quereinsteiger, die sich in der Regel für einen berufsbegleitenden Lehrgang entscheiden, nicht benachteiligt werden.

Am Ende schließt du deine Ausbildung mit einer institutionsinternen Prüfung ab. Da die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist, gibt es auch keine staatlich anerkannte Prüfung, die absolviert werden kann. Umso wichtiger ist die Wahl eines seriösen Anbieters. Denn nach der Prüfung entscheidet die Qualität deines Zeugnisses über deine beruflichen Perspektiven und deinen Erfolg.

Tipp: Erkundige dich, welche Bildungseinrichtungen ein hohes Prestige in Fachkreisen genießen und fordere Informationsmaterialien und -broschüren an. Da der Aufbau und die Inhalte der Ausbildung sehr unterschiedlich ausfallen können, lohnt sich ein Vergleich.

Inhalte

Während der Ausbildung zum Tierheilpraktiker lernst du die verschiedenen alternativen Heilmethoden kennen die wichtigen medizinischen Grundlagen, damit du über das notwendige Fachwissen verfügst, um fundierte Diagnosen zu erstellen und adäquate Behandlungsmethoden einzusetzen.

Inhalte und Themen:

  • Grundlagenwissen: Veterinärmedizin
  • Anatomie (Aufbau und Struktur des menschlichen Körpers)
  • Physiologie (Lebensvorgänge und funktionelle Abläufe im Organismus)
  • Pathologie: Grundkenntnisse in allgemeiner Krankheitslehre
  • Pathophysiologie (Lehre von den krankhaften Veränderungen am Körper und abweichende Funktionsmechanismen)
  • Klinische Medizin
  • Naturheilverfahren
  • Homöopathie
  • Pflanzenheilkunde
  • Verschiedene Therapieformen
  • Untersuchungsmethoden und -techniken
  • Methoden der Anamnese
  • Massagetechniken zur Entspannung und Entkrampfung
  • Diagnosemethoden
  • Infektionskrankheiten: wie etwa Tollwut und Seuchen
  • Blutabnahme
  • Injektions- und Punktionstechniken
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen
  • Berufs- und Gesetzeskunde
  • Hygienevorschriften

Die Inhalte und verschiedenen Themenschwerpunkte verdeutlichen, wie wichtig eine fundierte Kenntnis ist. Der Organismus von Tieren ist unheimlich Komplex und als angehender Tierheilpraktiker musst du mit der Anatomie und Physiologie verschiedenster Tierarten vertraut sein. Dabei wird meist ein Schwerpunkt auf die Anatomie und Physiologie von Hunden, Katzen und Pferden gelegt. Aber auch exotische Tierarten und Vögel gehören zum festen Themen-Repertoire. Das Grundlagenwissen ist die Basis für die Erstellung von Diagnosen und die verschiedenen Behandlungsmethoden, die der Kern der Ausbildung sind. Methoden der Anamnese, wozu das Anschauen, Abtasten, Abhören und Abklopfen gehört, dienen einer fundierten Diagnose.

Zu den verschiedenen therapeutischen Behandlungsmethoden gehören:

  • Homöopathie
  • Akupressur
  • Akupunktur
  • Bachblüten-Therapie
  • Zellulartherapie
  • Tierakupunktur
  • Blutegeltherapie
  • Aromatherapie
  • Kinesiologie
  • Osteopathie
  • Physiotherapie
  • Phytotherapie
  • Lymphdrainage
  • Psychologische Methoden bei Tieren

Da es keinen gesetzlich definierten Rahmen für die Ausbildung gibt, darf ein Tierheilpraktiker keine verschreibungspflichtigen Medikamente verabreichen und keine Impfungen vornehmen. Für die Behandlung sind nur pflanzliche und homöopathische Mittel zugelassen, die keine gesundheitlichen Schäden zur Folge haben können.

Während der Ausbildung werden auch die Themenfelder Zucht und Haltung eingehend beleuchtet und dahingehend auf die biologischen und artgerechten Aspekte eingegangen. Durch das Wissen erlangst du die notwendige Kompetenz, das jeweilig Tier in einem Gesamtzusammenhang zu betrachten. Du weißt, welche Haltungs-Bedingungen gesundheitsfördernd sind und welche Haltungs- und Fütterungs-Bedingungen sich schädlich auf die Gesundheit des Tiers auswirken. Außerdem berätst du Tierhalter in Fragen der naturgemäßen Zucht und im Hinblick auf die Vorbeugung von Infektionskrankheiten.

Wichtig ist auch die Berufs- und Gesetzeskunde. Hier werden die Möglichkeiten und Grenzen der Naturheilkunde aufgezeigt. Der Tierheilpraktiker darf nicht über seine Qualifikation hinaus therapieren und behandeln. Außerdem fallen unter dieses Thema auch das Tollwut-Gesetz, das Tierseuchengesetz, das Infektionsgesetz und das Tierschutzgesetz. Außerdem lernst du die Futtermittelverordnung kennen sowie Gesetzmäßigkeiten und Richtlinien, die du bei der Tätigkeit als Selbstständiger beachten musst.

Ausbildung zum Tierheilpraktiker: Kosten

Ausbildung zum Tierheilpraktiker: Kosten

Die Kosten könne je nach Anbieter sehr unterschiedlich ausfallen. Das ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist und keinen rechtlichen Standards unterliegt. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die gesamte Dauer der Ausbildung auf ungefähr 1.800 bis 5.000 Euro. Ein Vorteil des Fernstudiums ist hierbei, dass die Lehrgänge in der Regel günstiger ausfallen als Präsenzlehrgänge. Außerdem kannst du die Kosten für ein Fernstudium von der Steuer absetzen.

Es kann durchaus gesagt werden, dass sich im Hinblick auf die Kosten die Spreu vom Weizen trennt. Vor allem im Hinblick auf die Fernstudienanbieter kennzeichnet einen seriösen Anbieter nicht nur das Prüfsiegel der ZFU, sondern auch ein adäquater Preis für die Ausbildung. Da die Ausbildung über deine berufliche Zukunft entscheidet, ist das günstigste Angebot nicht immer zu empfehlen. Achte auf grundlegende Kriterien wie den inhaltlichen Aufbau und die Leistung, die du für dein Geld bekommst. Bei Kosten von über 5.000 Euro solltest du genau prüfen, ob der Anbieter seriös ist. Außerdem kennzeichnet einen seriösen Anbieter, dass weder versteckte Kosten auf dich zukommen noch zusätzliche Gebühren verlangt werden.

Tipp: Seriöse Fernstudienangebote bieten in der Regel Test-Versionen an. Diese solltest du nutzen um herauszufinden, ob der Aufbau und die Inhalte die Kriterien erfüllen, die dir bei der Organisation der Ausbildung wichtig sind.

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