Skip to main content

Ausbildung zum Masseur: 10 Massage-Arten + 4 Tipps

Alles rund um die Ausbildung zum Masseur

Als Masseur gehst du mit heilenden Händen und anderen Therapien gegen viele Beschwerden vor. Wirbelsäulenerkrankungen, Verspannungen und Gelenkschmerzen sind keine besonderen Herausforderungen für dich. Hier erfährst du, welche Massage-Arten es gibt und bekommst Tipps für die Ausbildung.

Ausbildungsberuf Masseur und medizinischer Bademeister

Die korrekte Bezeichnung des Ausbildungsberufs lautet Masseur und medizinischer Bademeister. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung, erstellst du Behandlungspläne für deine Patienten und setzt diese um. Viele Menschen suchen auf Grund einer ärztlichen Verordnung einen Masseur auf. Einige ergreifen aber auch selbstständig die Initiative.

Es gibt viele verschiedene Massage-Techniken, die du anwenden kannst. Während der Ausbildung lernst du unterschiedliche Methoden kennen und hast im Anschluss die Möglichkeit, dich zu spezialisieren. Mit einer Massage verringerst du nicht nur die Schmerzen deiner Patienten, du trägst auch zu einer Stärkung ihres Immunsystems bei und bekämpfst mögliche psychische Probleme. Das liegt an der entspannenden Wirkung einer Massage. Dein Körper produziert dann eine große Menge an Glückshormonen, die Stress und Sorgen entgegenwirken.

Die Bezeichnung medizinischer Bademeister kommt übrigens daher, dass du während der Ausbildung auch lernst Verspannungen mit medizinischen Bädern und Gusstechiken zu bekämpfen. Neben Massagen hast du also auch die Möglichkeit, andere Therapien durchzuführen, zum Beispiel eine Unterwasserdruckstrahlmassage oder eine Elektrotherapie. Währenddessen stehst du immer in engem Kontakt mit Ärzten und Therapeuten.

Massieren lernen: Verschiedene Massage-Arten

Klangschalenmassage zur Stressreduktion

Es gibt viele verschiedene Massage-Arten. Während der Ausbildung lernst du eine ganze Menge davon kennen. Dennoch unterscheidet sich jede einzelne Massage voneinander, ganz unabhängig von ihrer Art. Das liegt daran, dass jeder Masseur individuelle Vorlieben hat und Massagen nach seinen Vorstellungen ausführt.

Interessiert dich eine spezielle Massage-Art, fragst du deinen Ausbilder danach. Vielleicht stellt sich heraus, dass dir die Massage-Art gar nicht liegt und du eine andere bevorzugst. Wichtig ist, dass du möglichst viel ausprobierst. Welche Massagen in einer Einrichtung angeboten werden, hängt ganz von ihrer Ausrichtung ab. Folgende Massage-Arten gibt es:

Klassische Massage

Die klassische Massage ist hierzulande am weitesten verbreitet und wirkt sowohl im äußeren Bereich deines Körpers als auch im inneren Bereich bei erkrankten Organen. Erfunden wurde diese Technik vom Schweden Pehr Henrik Ling. Aus diesem Grund hörst du vielleicht auch mal die Bezeichnung “Schwedische Massage”.

In erster Linie geht es darum Verspannungen zu lösen und die Muskulatur zu lockern. Was du sonst noch gegen Muskelverhärtungen tun kannst, erfährst du hier. Für die klassische Massage stehen dir fünf verschiedene Handgriffe zur Verfügung. Beim Streichen bewegst du deine Hände in Richtung Herz. Knetest du die Haut, machst du S-förmige Knetbewegungen. Alternativ reibst du mit den Handballen über die schmerzenden Stellen oder du klopft mit einer lockeren Hand darauf. Die letzte Möglichkeit ist das Erschüttern der Haut mit den Fingerkuppen oder der Handfläche.

Klangschalenmassage

Bei der Klangschalenmassage arbeitest du nicht nur mit deinen Händen, sondern nutzt Hilfsmittel. Konkret handelt es sich dabei um Klangschalen in verschiedenen Tonlagen. Diese positionierst du entweder direkt auf dem Körper der zu massierenden Person oder direkt darüber. Die Töne der Klangschalen erzeugen Schwingungen, die der Massierte wahrnimmt. Tatsächlich sind die Schwingungen so stark, dass sie auch den Körper in Schwingung versetzen. So hast du die Möglichkeit, mit Hilfe von Tonschwingungen Blockaden und Verspannungen im Körper zu lösen.

Thaimassage

Traditionelle Thaimassagen sind sehr beliebt und gerade bei Rückenbeschwerden effektiv. Bei dieser Methode kommen nicht nur deine Hände zum Einsatz, sondern auch deine Knie, Ellenbogen und Füße. Mit diesen Körperteilen übst du Druck auf die Muskeln, Sehnen und Gelenke der zu massierenden Person aus. Nutzt du spezielle Massageöle für die Behandlung, ist von einer Thai-Aroma-Massage die Rede. Diese wirkt anhaltendem Stress entgegen.

Hot Stone Massage

Hot Stone Massage zur Anregung der Blutzirkulation

Die Hot Stone Massage ist schon seit mehr als 2000 Jahren bekannt. Der Einsatz von Steinen als Hilfsmittel bei der Massage geht auf die Tradition von hawaiianischen Schamanen zurück. Um diese Massage korrekt auszuführen, musst du die Akupunkturpunkte und Meridianbahnen des menschlichen Körpers kennen. Darauf platzierst du nämlich erhitzte, glatte Lava-Steine und reibst die Haut mit warmem Massageöl ein. Das regt die Blutzirkulation und das vegetative Nervensystem an.

Ayurvedische Massage

Die Ayurvedische Massage hat lange Tradition. Ölanwendungen stehen dabei im Mittelpunkt. Übersetzt bedeutet Ayurveda übrigens “Wissenschaft vom Leben”. Die Massageform wählst du entsprechend der individuellen Probleme einer Person. Am bekanntesten ist die Abhyanga-Massage. Dabei wird der ganze Körper mit Öl behandelt. Das Öl massierst du mit streichenden Bewegungen ein.

Möchtest du nur bestimmte Stellen massieren, gibt es dazu auch verschiedene Möglichkeiten. Mukabhyanga bezeichnet zum Beispiel eine ayurvedische Gesichtsmassage, Padabhyanga eine ayurvedische Fußmassage. Neben der Massage spielen auch eine gesunde Ernährung und Schwitzbäder eine Rolle im Ayurveda.

Lomi Lomi Massage

Für diese Massage-Art brauchst du ein spezielles Öl, das du mit rhythmischen, streichenden Bewegungen in die Haut einmassierst. Dabei widmest du nicht nur dem Rücken oder den Füßen Aufmerksamkeit, sondern auch oftmals vernachlässigten Körperteilen. Dazu gehören zum Beispiel die Achselhöhlen oder die Handgelenke. Die Technik stammt aus Hawaii und möchte nicht nur den Körper ansprechen, sondern auch die Seele. Die Massage ist eine Art Zeremonie und wird von speziellen Gesängen begleitet. “Lomi” bedeutet übersetzt übrigens “berühren”.

Reflexzonenmassage

Bei der Reflexzonenmassage stehen Hände und Füße im Vordergrund

Die Reflexzonenmassage gehört zu den alternativmedizinischen Behandlungsverfahren. Einige Masseure gehen davon aus, dass die Massage medizinische Verfahren der Schmerztherapie unterstützt. Eindeutige Belege dafür gibt es aber nicht. In erster Linie massierst du bei einer Reflexzonenmassage die Hände und Füße einer Person. Diese Körperteile repräsentieren bestimmte Organe und andere Körperregionen, die mit der Massage stimuliert werden sollen.

Shiatsu Massage

Bei dieser Massage-Art handelt es sich um eine Technik, die du mit deinen Fingern ausführst. Die Begriffe “shi” und “atsu” geben Auskunft darüber, wie du die Massage ausführst. Übersetzt bedeuten die Worte nämlich “Finger” und “Druck”. Bei der Shiatsu Massage übst du einen sanften Druck auf bestimmte Körperstellen einer anderen Person aus und sorgst so dafür, dass ihr Körper ausgeglichen ist und Verspannungen abbaut. Die Technik kommt ursprünglich aus Japan. Die historischen Wurzeln liegen aber in der Massage-Art Tuina aus der traditionellen chinesischen Medizin. Vor allem bei Verdauungsproblemen, Kreislaufstörungen und Kopfschmerzen ist diese Massageart sehr gefragt. Wie du mit Hausmitteln gegen Kopfschmerzen vorgehst, erfährst du hier.

Tuina

Hierzulande ist die Tuina-Methode vor allem unter dem Namen Akupressur bekannt. Hier findest du Tipps zur Durchführung dieser Methode. Die Heilmethode stammt aus der traditionellen chinesischen Medizin und ist am ganzen Körper möglich. Dabei setzt Tuina auf die Selbstheilungskräfte des Körpers.

Als Masseur brauchst du keine Hilfsmittel, sondern nur deine Hände. Du übst sanften Druck auf bestimmte Punkte aus und animierst den Körper so dazu, selbstständig gegen die Beschwerden vorzugehen. Dabei entstehen Signale, die als elektrische Ströme durch das Netz der Muskelhäute fließen und umliegende Organe beeinflussen. Es gibt spezielle Akupressurpunkte, die identisch mit denen der Akupunktur sind. Hast du Angst vor Nadeln, ist die Akupressur eine geeignete Alternative zur Akupunktur. Du kannst dich auch selbst mit der Methode therapieren.

Pantai Luar

Massierst du gerne mit viel Öl, ist Pantai Luar eine Methode, die dich womöglich interessiert. Die Ganzkörpermassage aus Ostasien führst du nämlich mit speziellen Salben, Ölen und Kräuterstempeln durch. Zunächst ölst du den Körper der zu behandelnden Person ein und massierst ihn im Anschluss mit einem Kräuterstempel aus Baumwolle oder Leinen. Der Körper baut dabei geschädigte Körperzellen ab und verkrampfte Muskeln lockern sich.

Ablauf der Ausbildung

In der Regel dauert eine Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister zweieinhalb Jahre. Neben der praktischen Arbeit eignest du dir in der Berufsschule theoretisches Wissen an. Dort lernst du den Aufbau des menschlichen Körpers kennen, erfährst wie du Krankheiten erkennst und wie du einen passenden Therapieplan verfasst. Ebenso lernst du Hygienevorschriften und Gesetze des Gesundheitswesens kennen.

Hast du den Lernprozess erfolgreich absolviert, schließt du deine Ausbildung mit einer staatlichen Abschlussprüfung ab. Dazu musst du schriftliche, mündliche und praktische Aufgaben lösen. Hast du das geschafft, folgt noch ein sechsmonatiges Fachpraktikum.

Das gehört zu deinen Aufgaben

Du stehst im engen Kontakt mit Ärzten und Therapeuten

Als Masseur ist es nicht nur deine Aufgabe deine Patienten zu massieren. Es gehören auch einige andere Aufgaben dazu. Darüber solltest du dir im Klaren sein und diese auch gewissenhaft wahrnehmen. Welche Aufgaben das sind, erfährst du im Folgenden.

Therapiepläne erstellen

Bevor du mit einer Behandlung beginnst, erstellst du mit deinen Patienten einen Therapieplan. Dabei besprichst du alle Behandlungsmöglichkeiten ausführlich und erklärst, welche Optionen es gibt. Zu diesem Zeitpunkt ist es wichtig, dass du in engem Austausch mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten stehst. So gewährleistest du eine optimale Betreuung deiner Patienten.

Therapien durchführen

Deine Hauptaufgabe besteht darin, die ausgewählten Therapien sorgfältig und gewissenhaft durchzuführen. Dabei solltest du nach Möglichkeit auf die Wünsche und Bedürfnisse deiner Patienten eingehen und mit ihnen in einem kommunikativen Austausch stehen. So schaffst du nach kurzer Zeit Vertrauen.

Therapien dokumentieren

Die schriftliche Dokumentation ist sehr wichtig

Jede Therapiesitzung musst du ausführlich dokumentieren. Das schriftliche Festhalten jeder Sitzung ist sehr wichtig, um Fort- und gegebenenfalls auch Rückschritte nachvollziehen zu können. Führst du regelmäßig Buch, überprüfst du schnell und einfach ob Behandlungsmethoden wirken oder nicht und passt die Therapien gegebenenfalls an. Auch die Patientenakten müssen immer auf dem neusten Stand sein. Nach der praktischen Arbeit kümmerst du dich außerdem um die Abrechnung der erbrachten Leistungen mit den Sozialversicherungsträgern und Krankenkassen.

Arbeitsgeräte pflegen

Nach jeder Sitzung musst du deine Arbeitsgeräte und -mittel ausreichend pflegen. Tust du das nicht, gehen sie im schlimmsten Fall kaputt. Entsprechend deiner Spezialisierung nutzt du unterschiedliche Hilfsmittel für deine Arbeit. Folgende Dinge gehören möglicherweise dazu:

  • Massagegeräte
  • Strombänder
  • Saunen
  • Kompressen
  • Desinfektionsmittel

Umschläge und Wickel anwenden

Je nachdem unter welcher Erkrankung dein Patient leidet, musst du hin und wieder auch Umschläge oder Wickel anwenden. Gerade bei Kopf- oder Halsschmerzen kommen diese oftmals zum Einsatz und wirken effektiver als eine Massage. Hausmittel gegen Halsschmerzen haben wir hier für dich zusammengestellt. In welcher Situation Wickel und Umschläge eine gute Idee sind, lernst du während deiner Ausbildung.

Tipps für die Ausbildung zum Masseur

Mit Fördermöglichkeiten kannst du Geld sparen

Bevor du dich für eine Ausbildung zum Masseur entscheidest, überlegst du dir am besten genau, ob der Beruf zu dir passt. Die Arbeit sollte dir grundsätzlich Spaß bereiten und deinen Vorstellungen entsprechen. Im Folgenden haben wir Tipps für dich zusammengestellt, mit denen die Ausbildung zum Masseur ein voller Erfolg wird.

Informiere dich über dein Gehalt und deine Arbeitszeiten

Ein Masseur und medizinischer Bademeister arbeitet normalerweise 40 Stunden in der Woche. Wann genau die Stunden zu absolvieren sind, hängt von deinem Einsatzort ab. Hat die Einrichtung am Wochenende oder an Feiertagen geöffnet, musst du gegebenenfalls auch zu diesen Zeiten arbeiten.

Während der Ausbildung erhältst du meistens keine Vergütung. Das sechsmonatige Praktikum bekommst du abhängig von der Institution entweder nach Tarif bezahlt oder du verhandelst selbst. Das durchschnittliche Monatsgehalt während des Praktikums beträgt 1400 Euro. Kosten für dein Lernmaterial und die Berufskleidung musst du selbst übernehmen. Eine gute Idee ist es, wenn du dich rechtzeitig über Fördermöglichkeiten informierst. So sparst du eine Menge Geld. Wie das sonst noch gelingt, erfährst du hier.

Überlege dir, wo du arbeiten möchtest

Masseure sind nicht an einen speziellen Arbeitsplatz gebunden. Tatsächlich hast du die Möglichkeit, an unterschiedlichsten Einsatzorten zu arbeiten. Es gibt Stellen in Krankenhäusern, Rehakliniken oder Gesundheitszentren. Ebenso kannst du in Bädern, Saunen oder Fitnesseinrichtungen tätig werden. Wenn du gerne mit alten Menschen zusammen bist, ist ein Altenheim womöglich der richtige Arbeitsplatz für dich.

Suche dir rechtzeitig einen Ausbildungsplatz

Suche dir rechtzeitig einen Ausbildungsplatz

Hast du dich für ein Arbeitsumfeld entscheiden, musst du dich rechtzeitig um einen Ausbildungsplatz kümmern. Nicht alle Einrichtungen bieten Ausbildungen an. Daher solltest du mehrere Optionen haben und dich mit Vorlauf über deine Möglichkeiten informieren.

Der Umgang mit Menschen sollte dir liegen

Bist du gerne in engem Kontakt mit Menschen, passt die Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister gut zu dir. Es ist sehr wichtig, dass du auf die individuellen Bedürfnisse deiner Patienten eingehst und entsprechend reagierst. Nur dann fühlen sie sich in deiner Gegenwart wohl. Außerdem stehst du permanent im Kontakt mit den betreuenden Ärzten und Therapeuten. Die Kommunikation ist sehr wichtig, damit jede Partei weiß, was die andere plant und durchführt. Tipps für eine wirkungsvolle Kommunikation gibt es hier.

Online Massagekurse belegen

Massagekurse kannst du auch online belegen

Möchtest du keine Ausbildung machen, dir das Massieren aber dennoch beibringen, hast du die Möglichkeit einen Online-Kurs zu belegen. Einige Kurse schließen sogar mit einem offiziellen Zertifikat ab. Eine Ausbildung ersetzt das allerdings nicht. Hast du schon Erfahrung, eignen sich diese Kurse zur Weiterbildung.

Der entscheidende Nachteil von Online Massagekursen liegt darin, dass niemand dich auf Fehler hinweist oder dir Tipps zur Verbesserung deiner Technik gibt. Auch wenn du selbst unsicher bist, ob du eine Technik richtig verstehst und anwendest, hast du nicht die Möglichkeit, direkt Nachfragen zu stellen.

Es gibt aber auch Vorteile der Onlinekurse. Diese liegen in erster Linie in der freien Zeiteinteilung. In der Regel kannst du dir die Videos immer dann anschauen, wenn du Zeit und Lust dazu hast. Zudem ist ein Onlinekurs in der Regel nicht teuer. Anders als bei einer Ausbildung verpflichtest du dich nicht dazu, regelmäßige Arbeitszeiten einzuhalten.

10 votes, average: 4,50 out of 510 votes, average: 4,50 out of 510 votes, average: 4,50 out of 510 votes, average: 4,50 out of 510 votes, average: 4,50 out of 5 (10 votes, average: 4,50 out of 5)
You need to be a registered member to rate this.
Loading...