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Ausbildung zum Osteopath: 5 Voraussetzungen + 4 Tipps

Alles Wissenswerte zur Osteopathie-Ausbildung

Als Osteopath behandelst du deine Patienten mit alternativen medizinischen Methoden. In erster Linie kommen dabei deine Hände zum Einsatz. Hier erfährst du, welche Bedingungen du erfüllen musst, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Außerdem geben wir Tipps, mit denen deine Osteopathie-Ausbildung ein voller Erfolg wird.

Wissenswertes zur Osteopathie

So funktioniert Osteopathie

Osteopathie ist bei einer großen Bandbreite an Beschwerden wirksam. Sie ist sehr sanft und kann aus diesem Grund sogar bei Säuglingen angewendet werden. Ein Osteopath arbeitet mit seinen Händen. Diese nutzt er dazu, um an bestimmten Stellen über den Körper des Betroffenen zu streichen und Teile des Gewebes gegeneinander zu verschieben.

Der Begriff Osteopathie kommt aus dem Griechischen und setzt sich aus zwei Worten zusammen. "Osteon" bedeutet übersetzt Knochen und "pathos" Leiden. Ein Osteopath setzt sich aber nicht nur mit den menschlichen Knochen auseinander, sondern mit dem ganzen Körper. Der grundlegende Gedanke dieser Therapieform liegt darin, dass der menschliche Körper aus verschiedenen Strukturen besteht. Dazu zählen Knochen, Muskeln, Sehnen, Bänder und Organe. All diese Bestandteile stehen miteinander in Verbindung und können durch Berührungen beeinflusst werden.

Menschen mit unterschiedlichsten Problemen suchen einen Osteopath auf. Viele kommen insbesondere dann, wenn ein Arzt keine Ursache für anhaltende Beschwerden gefunden hat. Ein Osteopath behandelt also zum Beispiel Patienten mit Bewegungseinschränkungen, Bandscheibenproblemen, Schmerzen in den Gelenken, aber auch Menschen mit wiederkehrenden Magen-Darm-Problemen. Migräne und Schwindel sind ebenfalls häufige Gründe für den Besuch bei einem Osteopath.

In den letzten Jahren werden Behandlungen bei Osteopathen immer beliebter. Das liegt auch daran, dass die Krankenkassen mittlerweile die Kosten für einige Behandlungen übernehmen oder zumindest bezuschussen. Dennoch gibt es immer noch Einschränkungen. Die Patienten müssen also auch selbst ins Portmonee greifen. Je nach Dauer und Technik der Behandlung kann das ganz schön teuer werden.

In Europa ist die Osteopathie übrigens kein staatlich anerkanntes Berufsfeld. Aus diesem Grund wird die Ausbildung in der Regel von privaten Einrichtungen angeboten. Ganz anders ist das in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dort besuchst du als angehender Osteopath ein College und hast die Möglichkeit, einen fachärztlichen Abschluss der physikalischen Medizin zu machen. Einem in den USA ausgebildeten Osteopath wird je nach Inhalt der Ausbildung in Europa ein vollwertiger medizinischer Abschluss anerkannt.

Ausbildung in Teilzeit oder Vollzeit

Es gibt Teilzeit- und Vollzeitmodelle

Entscheidest du dich für eine Ausbildung zum Osteopath, hast du die Wahl zwischen verschiedenen Ausbildungsstätten. In der Regel sind das private Schulen, die eine ganztägige oder eine berufsbegleitende Ausbildung anbieten. Das berufsbegleitende Modell ist besonders beliebt und auf praktizierende Ärzte, Heilpraktiker und Physiotherapeuten ausgelegt. Entscheidest du dich für dieses Modell, dauert die Ausbildung in der Regel vier Jahre. Du besuchst die Kurse deiner Ausbildungsstätte am Wochenende und musst circa 1.350 Unterrichtsstunden wahrnehmen.

Bist du gerade erst mit der Schule fertig geworden und hast noch nicht gearbeitet, ist das Vollzeitmodell die richtige Wahl für dich. Dabei besuchst du innerhalb von bis zu fünf Jahren circa 5.000 Unterrichtsstunden. Hast du alle Unterrichtseinheiten absolviert, schließt du die Ausbildung mit einer schriftlichen Abschlussarbeit und einer mündlichen Abschlussprüfung ab.

Ablauf der Ausbildung

Egal für welches Modell du dich entscheidest, die Ausbildung an einer Osteopathie- oder Heilpraktiker-Schule bietet dir sowohl Unterricht in der Theorie als auch in der Praxis. In den Theoriestunden stehen medizinische Grundlagen zu den Themen Anatomie und Physiologie auf dem Stundenplan. Außerdem lernst du verschiedene osteopathische Techniken und Behandlungsmöglichkeiten kennen. Im praktischen Teil bekommst du bei Hospitationen und Praktika in Kliniken einen Einblick in das Handwerk eines Osteopathen.

Ein Studium ist etwas anders aufgebaut als die Ausbildung an einer Schule. Dabei absolvierst du zunächst den wissenschaftlichen Teil. Erst in den letzten beiden Semestern hast du die Möglichkeit, deine erlernten Kenntnisse in der Praxis anzuwenden. Zum Abschluss des Grundstudiums verfasst du eine Bachelorarbeit.

Möchtest du zusätzlich zum Bachelor einen Master machen, ist das Studium ähnlich strukturiert. Dabei vertiefst du deine theoretischen Kenntnisse und schließt das Studium mit einer wissenschaftlichen Masterarbeit ab. Im Masterstudium wählst du gleich zum Beginn eine Spezialisierung. Du hast zum Beispiel die Möglichkeit, Seminare zu Pharmakologie, Epigenetik oder Medizinrecht zu belegen. Jede Hochschule bietet andere Schwerpunkte an. Informiere dich also vor der Bewerbung über die angebotenen Seminare und triff eine gut durchdachte Entscheidung.

Voraussetzungen für die Osteopathie-Ausbildung

Ein passender Abschluss ist Voraussetzung für die Ausbildung

Je nachdem, für welche Ausbildungsstätte du dich entscheidest, gibt es unterschiedliche Voraussetzungen. Dazu gehören bürokratische Dinge, aber auch persönliche Eigenschaften und Vorlieben. Im Folgenden haben wir eine Übersicht für dich erstellt. An Hand dieser Punkte findest du heraus, ob du die Voraussetzungen für die Ausbildung erfüllst. Einiges kannst du auch während der Ausbildung noch verbessern und dir von deinen Dozenten Tipps dazu geben lassen.

Passender Beruf oder Abschluss

Gerade wenn das Programm berufsbegleitend stattfindet, musst du natürlich in einem passenden Beruf tätig sein. Dennoch ist es auch möglich, die Ausbildung ohne medizinische Vorkenntnisse zu beginnen. In einem solchen Fall solltest du dich für eine Ausbildung in Vollzeit entscheiden. Für das Vollzeitprogramm an einer Osteopathie- und Heilpraktiker-Schule brauchst du ein Abitur oder Fachabitur. Einige Schulen lassen aber auch Bewerber mit einer anderen Berufsausbildung zu.

Entscheidest du dich für ein Hochschulprogramm, brauchst du ebenfalls ein Abitur oder ein Fachabitur. Hast du nur einen Realschulabschluss, kommst du gegebenenfalls über einen Eignungstest an einen freien Platz. Das ist aber nicht an allen Hochschulen möglich. Eventuell musst du vor der Bewerbung auch ein Pflege-Praktikum absolvieren.

Keine körperlichen Einschränkungen

Damit du die Ausbildung beginnen kannst, musst du in deiner Ausbildungsstätte in der Regel einen Nachweis über die körperliche Eignung vorlegen. Dazu suchst du vor der Bewerbung einen Arzt auf und lässt dir deinen Gesundheitszustand schriftlich bestätigen. Zusätzlich wird in vielen Fällen ein Führungszeugnis verlangt.

Kontaktfreudig sein

Dir sollte der Umgang mit Menschen liegen

Wenn du Osteopath werden möchtest, solltest du gerne mit Menschen zusammenarbeiten. In deinem Arbeitsalltag stehst du nämlich täglich in engem Kontakt mit ihnen und musst auf ihre individuellen Bedürfnisse und Wünsche eingehen. Tust du das nicht, fühlen sich deine Patienten schnell unwohl und suchen sich einen anderen Osteopath.

Kommunikativ sein

Kommunikation ist zu jedem Zeitpunkt sehr wichtig. Für eine erfolgreiche Therapie ist es ausschlaggebend, dass du deinen Patienten vorab genau vermittelst, was du planst und worauf sie sich einstellen müssen. So wissen sie genau was auf sie zukommt und können sich darauf vorbereiten. Versuche dich im Gespräch so einfach und verständlich wie möglich auszudrückenTipps für eine wirkungsvolle Kommunikation gibt es hier.

Gut beobachten können

Ebenso ist es wichtig, dass du deine Mitmenschen gerne beobachtest und auf kleine Details achtest. Nur so hast du die Möglichkeit, eine passende Diagnose zu stellen und deine Patienten richtig zu behandeln. Wendest du bestimmte Griffe an, musst du direkt merken wie deine Patienten darauf reagieren. Gegebenenfalls passt du die Behandlung an und hast so schneller Erfolg.

Kosten der Ausbildung

Da es sich um eine schulische Ausbildung handelt, bekommst du währenddessen kein Gehalt. Vielmehr musst du selbst in die Tasche greifen und Gebühren zahlen. Das liegt daran, dass die meisten Anbieter private Schulen sind. Je nachdem, für welches Programm du dich entscheidest, kostet deine Ausbildung zwischen 2.500 und 4.000 Euro im Jahr. Zusätzlich kümmerst du dich um dein Lernmaterial und die Berufskleidung. Möchtest du Geld sparen, informierst du dich rechtzeitig über Fördermöglichkeiten.

Das gehört als Osteopath zu deinen Aufgaben

Zu deinen Aufgaben gehört es auch Anamnesegespräche zu führen

Der Beruf des Osteopathen bringt vielfältige Aufgaben mit sich. Die praktische Behandlung der Patienten steht dabei im Mittelpunkt. Dennoch gibt es auch andere Dinge, die wichtig sind. Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass du auch diese Angelegenheiten gewissenhaft wahrnehmen musst. Im Folgenden erfährst du, welche Aufgaben auf dich warten.

Anamnesegespräche führen

Beim Erstkontakt mit einem Patienten beginnst du nicht sofort mit der Behandlung. Zunächst führst du ein sogenanntes Anamnesegespräch. Darin erkundigst du dich nach den Beschwerden eines Patienten. Außerdem stellst du Fragen zur Krankheitsgeschichte. Es ist auch wichtig, dass du von vorangegangenen Therapien erfährst. Mit den gesammelten Informationen machst du dir ein umfassendes Bild vom gesundheitlichen Zustand deines Gegenübers.

Therapiepläne erstellen

Aufbauend auf dem Anamnesegespräch erstellst du bei Bedarf einen Therapieplan. Dabei besprichst du welche Optionen der Patient hat und wie lange die Behandlung voraussichtlich dauern wird. Gegebenenfalls nimmst du auch eine erste körperliche Untersuchung vor und hältst die Ergebnisse im Therapieplan fest. Es gibt auch kleine Probleme, die in einer Sitzung aus der Welt geschafft werden können. In einem solchen Fall ist die Erstellung eines Therapieplans nicht nötig.

Patienten behandeln

Deine Hauptaufgabe besteht natürlich darin, die Patienten zu behandeln. Dabei orientierst du dich am Anamnesegespräch und gegebenenfalls auch am Therapieplan. Zur Behandlung nutzt du deine Hände. Damit tastest du den Körper des Patienten ab und versuchst Bewegungsblockaden oder andere Ursachen für die Beschwerden ausfindig zu machen. Durch sanftes Drücken oder Ziehen auf der Haut behebst du Fehler und bringst den Körper zurück ins Gleichgewicht.

Therapien dokumentieren

Du musst jede Therapie schriftlich dokumentieren

Bist du mit der Behandlung fertig, musst du die Ergebnisse schriftlich festhalten. Es ist sehr wichtig, dass du die Beschwerden und deine Behandlungsversuche aufschreibst. So behältst du immer den Überblick und kannst nachvollziehen, ob die Behandlung wirkt oder nicht. Gerade bei längeren Behandlungszeiträumen ist das von entscheidender Bedeutung.

Administrative Aufgaben wahrnehmen

Hast du keine Sekretärin oder Sprechstundenhilfe, kümmerst du dich selbstständig um die Vergabe von Terminen. Zudem hältst du die Patientenakten auf dem neusten Stand und kontrollierst die Abrechnung von erbrachten Gesundheitsleistungen. Auch die Buchhaltung muss erledigt werden. Dazu gehört die Verschriftlichung von Einnahmen und Ausgaben sowie eine Steuererklärung am Ende des Jahres.

Tipps für die Ausbildung zum Osteopath

Es gibt unterschiedliche Ausbildungsformen

Bevor du eine Ausbildung zum Osteopath beginnst, solltest du dir genau überlegen, ob es das Richtige für dich ist. Mache dir bewusst, welche Aufgaben auf dich zukommen und überlege genau, ob sie dir Spaß machen und dich erfüllen. Entscheidest du dich für eine Ausbildung, musst du viel organisieren. Wir haben hier ein paar Tipps für dich zusammengestellt, mit denen deine Ausbildung zum Osteopath gelingt.

Entscheide dich für eine Ausbildungsform

Eine Ausbildung zum Osteopath kannst du an unterschiedlichen Einrichtungen absolvieren. Es gibt Osteopathie-Schulen, Heilpraktiker-Schulen und Hochschulen, die spezielle Programme anbieten. Für eine Ausrichtung der Osteopathie entscheidest du dich bei der Auswahl noch nicht. Vielmehr solltest du hier auf die Kosten und den Standort der Ausbildungsstätte achten. In der Regel bekommst du überall alle relevanten Berufsinhalte vermittelt.

Besuche deine Schule vorab

Hast du dich für eine Ausbildungsform entschieden, musst du dich noch an einer Schule anmelden. Auch diesbezüglich ist die Auswahl groß. Es gibt viele verschiedene Schulen, an denen du die Ausbildung machen kannst. Es ist also eine sehr gute Idee, wenn du dich vor einer Bewerbung umfassend mit dem entsprechenden Angebot auseinandersetzt. Besuche verschiedene Schulen persönlich und komme mit Dozenten ins Gespräch. Vielleicht hast du auch die Chance, ein Seminar zu besuchen. Einige Schulen bieten sogar Schnupperkurse für Interessierte an. Es hilft auch, wenn du mit anderen Auszubildenden über ihre Erfahrungen sprichst.

Informiere dich über deine Arbeitszeiten und das Gehalt

So lange dauert dein Aufenthalt

Damit du nach der Ausbildung keine Überraschung erlebst, solltest du dich gleich zu Beginn über deine späteren Arbeitszeiten und das mögliche Gehalt informieren. Beides hängt stark davon ab, ob du selbstständig bist oder als festangestellter Osteopath arbeitest. Als festangestellter Osteopath bist du meistens in einer Gemeinschaftspraxis oder einer Klinik tätig. Du bekommst dann ein monatliches Gehalt, das du vorher ausgehandelt hast. Im Durchschnitt liegt das zwischen 2.500 und 5.000 Euro brutto im Monat.

Mehr verdienst du, wenn du selbstständig bist und dir die Behandlungen von deinen Patienten einzeln bezahlen lässt. Dabei hast du natürlich auch die Möglichkeit, dir deine Stunden frei einzuteilen. Eine Behandlung kostet zwischen 100 und 200 Euro. Der Preis hängt von der Dauer und angewandten Technik in jedem einzelnen Fall ab. Das Geld bleibt nicht vollständig bei dir, denn du musst die entsprechenden Abzüge bedenken. Dennoch ergibt sich ein Stundenlohn von circa 50 bis 100 Euro. Wie viele Stunden in der Woche du arbeiten möchtest, entscheidest du als selbstständiger Osteopath selbst.

Melde dich zur Heilpraktiker-Prüfung an

Hast du deine Ausbildung erfolgreich absolviert, musst du zusätzlich eine Heilpraktiker-Prüfung ablegen. Osteopathie gilt in Deutschland nämlich als Heilkunde und darf daher nur von Heilpraktikern oder Ärzten durchgeführt werden. Du brauchst also eine entsprechende Zulassung, um zu arbeiten und eine Praxis zu eröffnen. Das Mindestalter für die Prüfung ist 25 Jahre. Studierst du gleich nach dem Abitur, wendest du dich also erst nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums an das zuständige Gesundheitsamt.

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