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Zeitplanung im Fernstudium: Was du beachten solltest

Wie viel Zeit für ein Fernstudium eingeplant werden muss, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Das sorgt nicht selten für falsche Kalkulationen bei den Studierenden. Um dir die Zeitplanung zu erleichtern, verschaffen wir einen Überblick.


Zeitplanung für ein Vollzeit-Fernstudium

Ein Fernstudium in Vollzeit sollte nicht unterschätzt werden. Denn auch ein Präsenzstudium gilt als Vollzeitbeschäftigung. Somit werden für Seminare, Vorlesungen und andere Veranstaltungen plus Lernaufwand insgesamt 40 Stunden in der Woche veranschlagt. Der Vorteil eines Fernstudiums ist, dass man auf die Veranstaltungen und Lerninhalte von Zuhause aus zugreifen kann. Der Nachteil ist, dass man als Fernstudent mehr Selbstmotivation zum Lernen braucht. Ein Lernplan mit einer genauen Zeiteinteilung kann bei der Planung von Lern- und Freizeit Abhilfe verschaffen. Viele Fernhochschulen bieten Studienpläne an, an denen du dich orientieren kannst. In der Theorie mag sich das alles fügen, im wirklichen Alltag treten allerdings immer wieder Hürden auf, die deinen Plan zunichte machen.

In der Regel bieten private Fernschulen zwei Zeitmodelle an. Der Bachelor kann in 36 oder 48 Monaten absolviert werden, der Master unterteilt sich in 18 oder 24 Monate, 24 oder 30 Monate sowie 24 oder 32 Monate. Wer die Studienzeit verlängern möchte, kann dies kostenlos um bis zu 50 Prozent der Zeit tun. Wird diese Zeit überschritten, fallen zusätzliche Gebühren an. Informiere dich im besten Fall genau darüber, wie deine gewählte Fernhochschule mit Verlängerungen umgeht und welche Zeitmodelle angeboten werden.

Zeitplanung für ein Teilzeit-Fernstudium

Ein Teilzeit-Fernstudium wird in den meisten Fällen berufsbegleitend absolviert. Doch auch hier wird der Aufwand zum Lernen meistens unterschätzt. Es werden mindestens sechs bis zwanzig Stunden pro Woche kalkuliert, die zu den regulären Arbeitsstunden dazu kommen. Je nach Studiengang und Intensität der Lerneinheiten bleibt wenig Zeit für die Freizeitgestaltung. Zudem dauert ein Fernstudium in Teilzeit absolut betrachtet länger. Die Lerninhalte erstrecken sich über doppelt so viele Semester wie bei einem Fernstudium in Vollzeit.

Zeitplanung für ein berufsbegleitendes Fernstudium

Ein Fernstudium neben dem Beruf erfordert besonderes Zeitmanagement

Um nicht nur noch für die Arbeit und das Fernstudium zu leben, ist ein ausgeklügeltes Zeitmanagement vonnöten. Wer sich Zeit für Hobbys, Freunde und Familie wünscht, muss beim Lernen konsequent sein und die abgesteckten Zeitrahmen einhalten. Die Lerninhalte sollten gleich zu Beginn des Semesters durchgeplant werden. Wenn keine Luft mehr für die wirklich wichtigen Dinge im Leben ist, kann sich das auch auf dein Studium auswirken. Überlege dir, bevor du dich für ein Fernstudium einschreibst, wie viele Stunden du in der Woche noch für das Lernen aufbringen kannst. Wenn du unter zwanzig Stunden kommst, solltest du dich darauf einstellen, dass deine Planung wahrscheinlich nicht aufgeht und du bei Freunden, Familie und Hobbys Abstriche machen musst.

Dein Zeitmanagement lässt sich mit verschiedenen Strategien verbessern, die eine effektive Lernphase und anschließenden Freiraum für die persönliche Gestaltung deiner Zeit gewährleisten. So kann beispielsweise die Anfertigung einer To-do-Liste dabei behilflich sein, die alltäglichen Aufgaben nicht zu vernachlässigen. Beende in deinen Lernphasen, was du dir vorgenommen hast, damit sich dein Zeitplan nicht verschiebt.

Prüfungsphase: Einflussfaktoren für dein Zeitmanagement

Zunächst einmal spielt es eine wichtige Rolle, welche Art von Prüfung auf dich zukommt. Bei einer Hausarbeit ist das Zeitmanagement ganz anders als bei einer mündlichen oder schriftlichen Prüfung. Genauso ändert sich der persönlicher Schwierigkeitsgrad und Lernaufwand je nachdem welche Fächer dir liegen. In ein realistisches Zeitmanagement gehört auch Platz für potentielle Nachhilfestunden.

Hausarbeiten im Fernstudium

Bei einer Hausarbeit solltest du es vermeiden, in der letzten Woche vor dem Abgabetermin mit der Recherche zu beginnen. Auch wenn viele Studenten einen gewissen Zeitdruck brauchen, so stehen ihnen gerade bei Hausarbeiten oft viele unerwartete Dinge im Weg. Zum Beispiel kann es sein, dass die gewünschte Literatur überall entliehen ist. Oder man hat eine Schreibblockade oder wird krank. Dann reichen ein paar Tage nicht aus, um die Arbeit zu retten. Generell sollte immer ein Puffer in den Lernplan mit eingebaut werden.

Mündliche und schriftliche Prüfungen im Fernstudium

Selbst bei einem Fernstudium lassen sich schriftliche Prüfungen in den meisten Fällen nicht von Zuhause aus ablegen. Für die Wege zu den Prüfungsorten unter Aufsicht sollte Zeit berechnet werden. Je nach Wohnort und Prüfungszeit kann es sogar sein, dass eine Übernachtung mit eingeplant werden muss. Für dein Zeitmanagement ist es also wichtig zu wissen, ob und in welchem Zeitraum solche Prüfungen anfallen und ob die Anreise für dich ein Problem darstellt. Mündliche Prüfungen hingegen lassen sich in der Regel per Video-Chat absolvieren.

Thematiken mit besonderem Lernbedarf

Manche Themen mögen dir vielleicht zufliegen, dafür können andere dich eine sehr lange Zeit beschäftigen. Plane niemals einen generellen Zeitrahmen zum Lernen pro Fach ein, sondern passe ihn immer an das jeweilige Thema an. Verschaffe dir vorher einen Überblick und setze realistische Ziele. Dem einen fallen Sprachen leicht, dem anderen Mathematik. Auch juristische Grundlagen im Studium werden oft unterschätzt. Vergewissere dich, dass du von deinen Studieninhalten nicht plötzlich überrascht wirst. Informiere dich vorher ausreichend, damit dein Zeitplan nicht mitten im Studium durcheinander gebracht wird.

Vorkenntnisse verkürzen dein Fernstudium

Um einen bestimmten Zeitraum für dein Fernstudium abstecken zu können, solltest du auch deine Vorkenntnisse mit in Betracht ziehen. Wenn du vorher eine Ausbildung absolviert hast oder bereits ein ähnliches Studium an einer anderen Hochschule angefangen hast, kannst du dir übereinstimmende Leistungen in CPs (Credit Points) anrechnen lassen. Sie sorgen dafür, dass du entsprechende Veranstaltungen nicht mehr abschließen musst. Wenn du genügend Vorkenntnisse hast, sparst du dir so ein bis mehrere Semester, die deine gesamte Studienzeit verkürzen.

Ungeahnte Verlängerungen deines Fernstudiums

Reservezeit fürs Fernstudium nicht vergessen

Auch wenn sich die Zeit mit allem gegebenen Infomaterial deiner Fernhochschule sicherlich gut planen lässt, solltest du auch darauf gefasst sein, dass du dein Fernstudium möglicherweise verlängern musst. Eine Ursache können etwas private Turbulenzen oder ungeahnt anspruchsvolle Lerninhalte sein. Es kann schnell passieren, dass ein Studieninhalt, den du dir nicht schwierig vorgestellt hast, auf einmal doch Verständnisprobleme bereitet.

Versuche die Zeit, die du zum Lernen brauchst realistisch einzuschätzen und lieber großzügig zu planen. Ungefähr 20 Prozent deiner Lernzeit sollte Reservezeit sein. Es kann zudem immer sein, dass etwas dazwischen kommt oder du gestört wirst. Vielleicht bestehst du eine Klausur nicht und musst sie im nächsten Semester wiederholen. Das alles kann sich auf dein Lernpensum auswirken.

Erstelle einen Wochenplan für dein Fernstudium

Die graphische Darstellung deiner wöchentlichen Zeitfenster kann dir dabei behilflich sein, dich besser zu organisieren. Um weder Privatleben, Berufsleben noch das neue Fernstudium zu vernachlässigen, kannst du dir alles genau einteilen und im Überblick behalten. Eine sinnvolle Einteilung dieser zeitlichen Bausteine ist ausschlaggebend dafür, wie viel bei den jeweiligen Bereichen eingespart werden kann.

Sinnvolle Einteilung der Zeitfenster

Achte darauf, dass du niemals kleine Lücken in deinem Zeitplan hast. Versuche lieber alle kleinen Pausen zu einer Großen zusammenzufügen. So hast du mehr vom Tag und kannst das freigewordene Fenster so gestalten wie du möchtest. Wenn deine freie Zeit so schnell schon wieder vorbei ist wie sie begonnen hat, kannst du sie nicht ausschöpfen. Es lohnt sich nicht für einen so kurzen Zeitraum eine alltägliche Pflicht zu beginnen oder einem Hobby nachzugehen. Bei einer Zeiteinteilung, die viele kurze Pausen aufweist, fällt sogar das Einkaufen gehen schwer.

Um Stress zu vermeiden, sorge also für große Zeitfenster, die großzügig eingeplant werden. Es ist immer von Vorteil prinzipiell etwas mehr Zeit einzuplanen als gedacht. Zum Beispiel kann es sein, dass du dich beim Lernumfang verkalkuliert hast und du dein Lernpensum für diesen Tag nicht einfach so kurz vorm Ziel abbrechen möchtest. Wenn die Aufgaben, die du dir vorgenommen hast nicht erfüllt werden, staut sich immer mehr auf und deine Zeitplanung muss regelmäßig neu kalkuliert werden. Um dich zeitlich und psychisch zu entlasten, führe immer zu Ende, was du angefangen hast.

Örtliche Zusammenführung

Um deine Zeitfenster zu verkleinern und mehr Freizeit zu bekommen, überlege dir am Anfang der Woche ob du beispielsweise den Einkauf auf dem Weg zu deinem Hobby erledigen kannst. Oder kommst du vielleicht nach der Arbeit an einem Supermarkt vorbei? Wenn du regelmäßig solche Wege einsparst, wirst du mehr Zeit für andere Dinge haben. Überlege dir immer bevor du aus dem Haus gehst, was noch erledigt werden muss. Das Wichtigste ist nur deine gesamte Zeitplanung für die Woche im Blick zu behalten.

Zeitmanagement als Grundlage für die Zufriedenheit mit dem Fernstudium

Wenn die Zeit während eines Fernstudiums richtig gemanaged wird, besteht für die eigene Zufriedenheit wenig Gefahr. Wenn du dich aber verkalkulierst oder deine Leistungen überschätzt, kann das schonmal am Selbstvertrauen nagen. Dich könnte das Gefühl beschleichen, dass du dem ganzen Lernstoff nicht gewachsen bist und du dich sowieso bereits so stark verzettelt hast, dass du die Inhalte unmöglich wieder aufholen kannst. Vielleicht wirfst du dir vor, nicht intelligent genug zu sein und steckst den Kopf in den Sand. Die Unzufriedenheit mit dem Studium überträgt sich auch auf dein Privatleben. Dabei hätte sich das alles durch ein gutes Zeitmanagement vermeiden lassen können.

Es ist wichtig auch Zeit für sich, Freunde und die Familie mit einzubringen. Es ist allerdings genauso wichtig auch mal “Nein” sagen zu können, wenn deine sozialen Kontakte dich zu sehr fordern. Investiere lieber einen Tag am Wochenende um zu lernen, anstatt beide Tage etwas zu unternehmen. Wenn du dein Studium hinterher verlängern musst, fehlt dir wesentlich mehr Zeit.

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