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Kosten für ein Fernstudium: So kalkulierst du richtig

Das Fernstudium wird immer häufiger alternativ zum Präsenzstudium angetreten. Studierende genießen Flexibilität und Selbstbestimmung, Quereinsteiger profitieren durch ein einfach möglich Fernstudium ohne Abitur. Die Kosten liegen allerdings höher als bei einem regulären Studium. Dazu gibt es bei uns wichtige Informationen und Finanzierungs-Tipps.


Faustregeln für die Kosten-Kalkulation im Fernstudium

Gründliches Lesen der Verträge vermeidet unnötige Kosten im Fernstudium

Um keine unnötigen Kosten zu verursachen, sollten Verträge unbedingt gründlich gelesen werden. Überprüfe, ob das Studium ohne Bedenken abgebrochen werden kann. Wenn eine Mindestlaufzeit oder Frist für den Abbruch angegeben ist, können bei Nichteinhaltung zusätzliche Kosten entstehen. Im schlechtesten Fall musst du die Studiengebühren weiter zahlen, obwohl du gar nicht mehr studierst.

Wenn deine finanziellen Mittel eher knapp sind und genau berechnet werden müssen, damit du das Studium antreten kannst, informiere dich über die Abrechnungszeiträume. Während die einen Fernhochschulen monatliche Beiträge wünschen, gibt es andere die je nach angefordertem Material berechnen und wieder andere die vorab den Jahresbetrag verlangen. Durch eine präzise Kalkulation sparst du dir böse Überraschungen oder Ärger mit der Hochschule, falls du den Beitrag nicht aufbringen kannst.

Ein günstiges Fernstudium ist nicht unbedingt schlechter als die teure Variante. Qualität hat bekanntlich ihren Preis, sollte aber individuell auf sich abgestimmt werden. Es zählt schließlich in erster Linie der Studieninhalt und die Erfüllung des eigenen Interesses. Um erfolgreich zu lernen, braucht es nicht zwingend die neueste Technik oder die intensivste Betreuung. Je nach Lerntyp und Motivation, kann ein guter Student auch in günstigen Fernstudiengängen sehr erfolgreich sein.

Tipp: Ein Fernstudium sollte nicht mit einem Online-Studium verwechselt werden. Wie bei einem Fernstudium finden sich die Studenten auch hier nur zu Prüfungen in den Bildungseinrichtungen ein. Mittlerweile gibt es sogar zulassungs- und kostenfreie Studiengänge. Doch Vorsicht ist geboten: Nicht jeder Online-Studiengang gilt als offizielles akademisches Studium. Anerkannt werden ausschließlich akkreditierte Abschlüsse.

Kosten-Bestandteile eines Fernstudiums

Da jede Fernhochschule einen anderen Kostenaufwand hat und dieser sich stetig ändert, können bei den Gesamtkosten keine allgemeinen Zahlen genannt werden. Eine Gebühr pro Semester, Monat oder Jahr wird allerdings immer fällig. Die Beiträge betragen in der Regel einige hundert bis einige tausend Euro. Über Details kann man sich entweder auf den Websites der Schulen informieren, bei einer kostenfreien Beratungshotline anrufen oder kostenloses Informationsmaterial anfordern.

Generell kostet ein Fernstudium an einer staatlichen Einrichtung weniger als das Pendant an einer privaten Fernhochschule. Dafür bieten die teureren Einrichtungen aber oft eine bessere Qualität an Lehrmaterial und eine engere individuelle Betreuung. Man sollte sich also in jedem Fall ein umfassendes Bild aller Vor- und Nachteile machen, bevor man sich für ein Fernstudium bewirbt. Ein berufsbegleitendes Fernstudium lässt sich von der Steuer absetzen. So kann bis zur Hälfte gespart werden.

Zusätzlich sollten Bewerber einplanen, dass auch Reisekosten (zum Beispiel für Prüfungen) und Kosten für Lehrmaterialien (Bücher, Reader etc.) entstehen können. Auch obligatorische Auslandsaufenthalte können zusätzliche Kosten entstehen lassen. Diese reichen von Flügen und Unterkünften bis hin zur Selbstverpflegung. Eine ungeplante Verlängerung des Studiums und die damit verbundenen Kosten sollten ebenfalls in Betracht gezogen werden.

Unerwartete Zusatzgebühren fallen auch nicht selten bei der Immatrikulation an. Einige Fernhochschulen verlangen zudem eine einmalige Prüfungs- oder Abschlussprüfungsgebühr. Die Beträge schwanken sehr stark und können sogar über 1.000 Euro betragen. Nimmt deine Fernschule also mit all ihren Konditionen genau unter die Lupe. Sammle so viele Informationen wie möglich, mach dir eine Liste und rechne alles einmal grob durch.

Finanzierungsmöglichkeiten für ein Fernstudium

Bewerbung um ein Stipendium

Stipendien werden bei einem Fernstudium eher selten angeboten, sie sind aber möglich. Wenn du einen wirklich guten Abschluss hast, solltest du dein Glück auf jeden Fall versuchen. Stipendien werden entweder von privaten Sponsoren, öffentlichen Stiftungen oder sogar von der Fernhochschule selbst vergeben. Da die Anzahl der Plätze recht gering ist, lohnt es sich sich frühzeitig zu informieren und sich für ein Stipendium zu bewerben.

Selbstfinanzierung oder Unterstützung durch den Arbeitgeber

Unterstützung beim Fernstudium durch den Arbeitgeber? Ein Gespräch gibt Aufschluss.

In der Regel finanzieren Studierende ihr Fernstudium selbst oder erhalten allenfalls Unterstützung durch die Familie. Ein fest abgestecktes Darlehen durch die Familie oder im Freundeskreis hat den Vorteil, dass keine Mengen an bürokratischem Material entstehen und auch keine übermäßigen Zinsen zu zahlen sind. Dennoch sollte das Darlehen schriftlich festgehalten und unterschrieben werden, damit es zu keinen Unstimmigkeiten kommt und die Person, die dir Geld geliehen hat, sich auch sicher fühlt.

Bei einem berufsbegleitenden Fernstudium besteht die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber eine finanzielle Stütze bietet. Er profitiert schließlich auch von deiner Weiterbildung. Um anzutesten, ob du Unterstützung erhalten würdest, genügt ein Gespräch mit dem Arbeitgeber oder der Personalabteilung. Bildungsfinanzierung ist ein sensibles Unterfangen, das auf Vertrauen basiert. Versuche also alle Vorteile deines Studiums für das Unternehmen aufzuzeigen, zeige deine besondere Motivation und vermeide konkrete Forderungen.

Berufsbegleitendes Fernstudium von der Steuer absetzen

Wie erwähnt kann ein berufsbegleitendes Fernstudium von der Steuer abgesetzt werden. Wenn noch keine Ausbildung und kein Erststudium absolviert wurden, ist es möglich die Kosten für dein erstes Fernstudium als “Sonderausgaben” anzugeben und bis zu 6.000 Euro wiederzubekommen. Eine weitere Bedingung ist, dass das Fernstudium nicht vom Arbeitgeber veranlasst wurde. Sonderausgaben lassen sich nur im selben Jahr in dem sie entstanden sind absetzen.

Wer bereits ein Bachelorstudium oder eine Ausbildung abgeschlossen hat, kann die Weiterbildung als “Werbungskosten” angeben und den vollen Betrag absetzen. Im Gegensatz zu den Sonderausgaben lassen sich diese Ausgaben auch erst sammeln und danach steuerlich absetzen. In die Berechnung des genauen Betrags fließen Studien- und Prüfungsgebühren mit ein, die Anschaffung von Fachliteratur oder bezahlten Tutorien sowie Arbeits- und Büromaterial, Portokosten, Reise- und Übernachtungskosten bei Präsenzveranstaltungen, die Büchereimitgliedschaft und sogar die Zinsen für den Studienkredit.

Tipp: Es steht nirgends geschrieben wie lang die berufsqualifizierende Ausbildung oder das Studium gedauert haben muss. Es ist nur wichtig, dass hinterher damit ein Einkommen erzielt wurde. Eine Schulung zum Taxifahrer oder eine halbjährige Ausbildung zur Stewardess würden also schon genügen, um das Fernstudium als Werbungskosten abzusetzen.

BAföG und Studienkredit

Studien- oder Bildungskredite werden bei Studierenden aller Art immer beliebter und der Markt wächst stetig. Bei dem großen Angebot, sollte man unbedingt die Konditionen verschiedener Anbieter miteinander vergleichen oder sich beraten lassen. Die beiden Kredite sind speziell auf ein Studium ausgelegt. Wie bei anderen Krediten ebenfalls üblich, muss der Betrag nach Beendigung des Studiums zurückgezahlt werden. Dennoch bringt er finanzielle Entlastung und eine Sorge weniger im ohnehin schon stressigen Studium.

Die Chance auf BAföG besteht nur bei einem Fernstudium, das Vollzeit ausgeführt wird. Berufsbegleitende Studierende, die ihr Fernstudium nur in Teilzeit ausführen, haben keinen Anspruch, da sie ohnehin ein festes Einkommen haben. Auch bei einem Vollzeitstudium kann man lediglich auf eine zwölfmonatige Unterstützung hoffen, die sich nur auf das letzte Studienjahr bezieht. Die ersten 24 Monate müssen ohne BAföG bewältigt werden.

So kannst du bei deinem Fernstudium sparen

Vorbereitung und Probestudium

Zunächst sollten immer kostenlose Information- und Bildungsangebote genutzt werden um Geld zu sparen. Viele Fernhochschulen bieten ein kostenloses Probestudium oder Schnupperkurse an. Sie erleichtern den Geldbeutel zwar nicht direkt, aber auf lange Sicht gesehen kann es sich wirklich lohnen vorher genau zu wissen, was auf dich zukommt. Nicht jeder ist der Typ für ein Fernstudium und oft werden auch falsche Hoffnungen in die Studieninhalte gesetzt. Wenn du also nach dem ersten Monat merkst, dass diese Art von Studium doch nichts für dich ist, hast du die Studien- und Prüfungsgebühr verschwendet, und es könnte sein, dass du vertraglich dazu verpflichtet bist diese weiterhin zu zahlen. Ein Probestudium gibt es je nach Hochschule für unterschiedlich lange Perioden. Oft wird ein Zeitraum von vier Wochen angeboten. Um dich gründlich zu informieren, solltest du ebenfalls kostenloses Infomaterial anfordern. Es wird dir entweder online oder per Post zugesandt.

Kostenloses Lehrmaterial

Wenn kostenlose Kurse oder Trainings angeboten werden, sollte man auch diese nutzen. Vielleicht sind sie an anderen Fernhochschulen kostenpflichtig oder nur für einen kurzen Zeitraum kostenlos. Gemeint sind beispielsweise Kurse zu Soft Skills, EDV-Kenntnissen, Gesprächsverhandlung oder Führungskompetenz. Um entweder noch kostenlose Kurse mitzunehmen oder wenn das Studium im Verzug ist, kann es an den meisten Fernuniversitäten oder -fachhochschulen kostenlos etwas verlängert werden. Halte die Augen immer offen nach Aktionen und Angeboten.

Verkürzung des Fernstudiums

Eine gute Möglichkeit bares Geld zu sparen ist eine Verkürzung des Fernstudium, wenn du dir dein Vorwissen aus einer vorherigen Ausbildung oder einem Studium anrechnen lässt. So sparst du dir nicht nur Kurse, Lehrmaterial und Semester, sondern auch die damit verbundenen Gebühren. Dein Fernstudium verkürzt sich so auf natürliche Weise, weil du Dopplungen vermeidest. Dein Vorwissen wird mit den neuen Studieninhalten verglichen und in Form von Credit Points (CPs) angerechnet.

Das Fernstudium kann auch ohne die Anrechnung von Leistungen verkürzt werden. Dazu ist in der Regel ein Antrag nötig. Über die Möglichkeit einer Verkürzung solltest du dich vorher gründlich informieren. Nicht alle Fernhochschulen bieten sie an, und es ist eher selten, dass die Studiengebühren entfallen. Schließlich zahlt man ja auch für das Lehrmaterial und die Betreuung. Zudem wird ein hohes Maß an Disziplin gefordert. Da der Studienverlauf von den Anbietern zeitlich genau berechnet und durchgeplant ist, fällt es deutlich schwerer dieses Pensum im Schnelldurchlauf zu bewältigen. Privat muss mehr Zeit zum lernen investiert werden, weil die Häufung der Prüfungen eine kürzere Zeit zum Lernen mit sich bringt. Es wird eine genaue Absprache mit der Hochschule vorausgesetzt. Wenn dein Studienverlauf verkürzt wird, bekommst du deine Lehrmaterialien in kleineren Abständen und du benötigst andere Prüfungstermine als bei einer regulären Studienlaufzeit.

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