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Angstzustände: 10 Symptome & 6 Tipps, wie du Angst überwindest

Angst ist ein Gefühl, das wohl jeder kennt. Wenn Angst zum Dauerbegleiter wird oder besonders stark auftritt, kann man von Angstzuständen sprechen. Hier erfährst du, welche Symptome es gibt und wie du deine Angst überwinden kannst.


Was Angstzustände sind – und wie sie entstehen

Was Angstzustände sind

Angstzustände  können sich langsam entwickeln oder in bestimmten Situationen besonders heftig auftreten. Oft brauchen sie lange, um erkannt zu werden. Viele Formen werden häufig erst nach Jahren erkannt. Etwa 15 Prozent der Menschen haben während ihres Lebens mit Angstzuständen zu kämpfen. Vor allem Frauen mittleren Alters sind betroffen. Im Allgemeinen kann allerdings jeder Mensch egal welchen Geschlechts und Alters an Angstzuständen leiden.

Liegt ein Angstzustand vor, sind die Betroffenen vor Angst oft völlig gelähmt. Sie sind unfähig, ihren Alltag zu bewältigen und können ihre Angst nicht ablegen. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Formen von Angst. In manchen Fällen bezieht sich die Angst oft nur auf ein bestimmtes Phänomen, wie die Angst vor dem Zahnarzt oder dem Autofahren. Auch hier ist die Angst zumeist unbegründet, doch wird sie in vielen Fällen durch Vermeidungsstrategien umgangen. Dies ist jedoch keine effektive Methode, um eine Angststörung loszuwerden.

Besonders schlimm sind Angstzustände, wenn die Angst zum ständigen Begleiter wird. Allgemein hat jeder Mensch ein anderes Angstniveau. Einige Menschen sind einfach mutiger als andere. Manche Menschen ängstigen sich öfter und vor vielerlei Dingen. Von diesen Menschen müssen Angststörungen klar abgegrenzt werden.

Häufig spielen Unsicherheiten bei der Bildung von Angstzuständen eine Rolle. Wer ständig Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes haben muss, nicht auf die Treue des Partners bauen kann oder nur wenig Selbstvertrauen hat, ist ständig in Sorge. Vor allem heutzutage treten viele Unsicherheiten auf, die mit einem schnellen Wandel der Gesellschaft zusammenhängen. Auch darum leiden immer mehr Menschen an Angstzuständen.

Angstzustände: Das sind die Symptome

Angstzustände: Das sind die Symptome

Angstzustände haben oft keinen speziellen Auslöser. Dabei können sie heftig auftreten oder sich langsam und stetig aufbauen. Es gibt verschiedene Störungen mit ganz unterschiedlichen Symptomen.

Angstanfälle bzw. Panikattacken

Panikattacken gehen mit extremen körperlichen Symptomen einher, die stark an die Symptome eines Herzinfarkts erinnern. Sie treten ohne jegliche Vorzeichen auf und machen es dem Betroffenen auf diese Weise schwer, sich in der Öffentlichkeit wohl zu fühlen. Eine Begleitperson kann dem Betroffenen Sicherheit vermitteln, beeinträchtigt jedoch auch seine Selbstständigkeit.

Erhöhter Blutdruck

Eine Panikattacke äußert sich meist mit starkem Herzklopfen. Dazu kommt starker Druck in der Brust und zittern. Der Blutdruck ist erhöht, wodurch der Betroffene nervös und unruhig wird. Er hat Probleme sich zu beruhigen.

Schwindel

Der Betroffene fängt an, schnell und unkontrolliert zu atmen. Er hat Probleme Luft zu bekommen. Es kann dazu kommen, dass der Betroffene hyperventiliert oder sogar in Ohnmacht fällt. Schwindel tritt häufig als Begleiterscheinung auf.

Angst vor der Angst

Eine Panikattacke ist eine Erfahrung, die sich tief einprägt. Die Betroffenen wollen unter allen Umständen vermeiden, weitere Panikattacken zu durchleben und versuchen daher gezielt Stresssituationen zu vermeiden. Diese Angst vor einer weiteren Panikattacke lässt die Betroffenen oftmals nicht mehr los und schränkt ihre Lebensqualität stark ein. Das kann zu Isolation und weiteren psychischen Problemen führen.

Generalisierte Angst

Diese Form von Angst kommt schleichend und wächst stetig an. Obwohl sie niemals so überwältigend wie eine Panikattacke auftritt, schränkt auch sie die Betroffenen in ihrer Lebensqualität stark ein, denn die Angst ist ein ständiger Begleiter.

Innere Anspannung

Die Betroffenen sind rund um die Uhr stark angespannt. Ihnen fällt es schwer, sich zu entspannen, denn sie kommen niemals zur Ruhe. Sie sind dauerhaft nervös, was zu psychosomatischen Beschwerden und Druck in der Magengegend führen kann.

Rasende Gedanken

Es fällt den Betroffenen zunehmend schwer, klare Gedanken zu fassen, denn ihre Gedanken rasen und kommen nicht zum Punkt. Ständig springen sie von einem Gedanken zum nächsten, ohne dass ein Sinn darin zu erkennen ist. Die Gedanken finden keine klare Richtung mehr. Dieses Verhalten tritt in stressigen Situationen bei vielen Menschen auf, doch klingt dies innerhalb von kurzer Zeit wieder ab. Bleibt dieser Zustand jedoch über einen längeren Zeitraum bestehen, kann das auf einen Angstzustand hindeuten.

Isolation

In diesem Fall fängt der Betroffene an, sich von seinem Umfeld zu isolieren. Er ist mit seinem Alltag überfordert und möchte allen möglichen Situationen, die weitere Ängste auslösen könnten, aus dem Weg gehen. Soziale Isolation birgt weitere Risiken und kann zu ernsthaften psychischen Problemen führen.

Posttraumatischer Stress

Auch posttraumatischer Stress ist mit Ängsten verbunden. Grund für diese Form der Angst ist eine traumatische Erfahrung, die die Betroffenen nicht überwinden können und die an ihren Nerven zerrt. Das geht mit verschiedenen Symptomen einher.

Schlaflosigkeit

Die Betroffenen sind in vielen Fällen sehr unruhig und leiden aufgrund dessen vermehrt unter Schlafstörungen. Dazu kommen Albträume und Flashbacks, die die Betroffenen an das traumatische Erlebnis erinnern und traumatische Erinnerungen triggern, die sonst längst vergessen wären.

Unsicherheit

Viele Betroffene reagieren mit Unsicherheit, sind schreckhaft und reizbar. Sie haben Probleme sich an andere Menschen zu binden, Beziehungen einzugehen und Vertrauen aufzubauen. Anderen Menschen gegenüber sind sie oft misstrauisch. Dadurch kann es auch hier zu sozialer Isolation kommen.

Angst vor Wiederholung des traumatischen Ereignisses

Die Betroffenen begleitet eine ständige Angst, dass sich das traumatische Ereignis wiederholen könnte. Auch darum vermeiden sie ähnliche Situationen und Umstände, die an das Trauma erinnern. Isolation empfinden die Betroffenen meist als den sichersten Ausweg aus ihrer Situation.

Phobien

Phobien als Symptom von Angstzuständen

Diese Angstzustände sind situationsabhängig und treten daher nur in einem abgesteckten Rahmen auf. Die Betroffenen haben in diesem Fall Angst vor einer bestimmten Erfahrung und vermuten währenddessen eine Panikattacke zu bekommen. Obwohl diese Situationen oft harmlos sind, geraten die Betroffenen in Panik und können nicht mehr klar denken. Viele Betroffene vermeiden daher spezielle Situationen, die eine Panikattacke auslösen könnten wie beispielsweise Aufzüge bei Platzangst oder Spinnen bei einer Spinnen-Phobie. Anders als bei herkömmlichen Panikattacken kennen die Betroffenen hier den Auslöser einer Panikattacke.

Angst kann auch durch äußere Faktoren begünstigt werden. Dazu zählen Erkrankungen, Medikamente, Alkohol und Drogen. Eine schwere Krankheit kann den Patienten in eine tiefe Angst versetzen, Angst kann aber auch das Symptom einer Erkrankung sein, beispielsweise bei Herz- oder Demenzerkrankungen. Medikamente können Angstzustände ebenfalls begünstigen, indem Ängste als Nebenwirkungen auftreten. Ähnlich ist dies bei Alkohol und Drogen der Fall. Diese können bei Alkohol- oder Drogenmissbrauch Depressionen oder Angstzustände auslösen.

So kannst du Angstzustände lindern

Angstzustände lindern – etwa durch Entspannung

Wer unter Angstzuständen leidet, empfindet dies oft als eine starke Einschränkung. Zu Recht, denn die Betroffenen können ihre Angst nicht kontrollieren. Dennoch bleiben Angstzustände oft für lange Zeit unentdeckt und werden nicht als eine psychische Erkrankung wahrgenommen. Erst wenn die Symptome zu einer starken Einschränkung der Lebensqualität führen, werden viele Angstzustände erkannt. Spätestens dann sollte man so schnell wie möglich handeln und die Angst therapieren. Dazu gibt es verschiedene Methoden.

Entspannungstechniken

Es gibt unzählige Entspannungstechniken und Übungen, die du durchführen kannst, wenn dich deine Ängste quälen. So kannst du die für dich beste Methode auswählen und deine Symptome lindern. Entspannungstechniken können sowohl bei akuten Panikattacken helfen als auch langfristig für Besserung sorgen. Am besten suchst du dir ein paar Übungen aus, die dir im Akutfall helfen können. Besonders Atemübungen sind hier eine gute Option. Für eine langfristige Verbesserung bietet sich beispielsweise Progressive Muskelentspannung an.

  • Autogenes Training: Eine der bekanntesten und wirksamsten Entspannungstechniken ist das Autogene Training. Dieses leitet sich aus der Selbsthypnose ab und versucht mit autosuggestiven Formulierungen einen tiefen Ruhezustand zu erzeugen.
  • Progressive Muskelentspannung: Diese Entspannungstechnik beruht auf der wechselnden An- und Entspannung einzelner Körperpartien. Dabei wird nacheinander der gesamte Körper entspannt.
  • Atemübungen: Atemübungen eignen sich vor allem für den Akutfall. Sie versuchen die Atmung positiv zu beeinflussen, so dass ein tiefer, ruhiger Atemrhythmus erzeugt wird, der beruhigt.
  • Meditation: Auch Meditation wirkt beruhigend und entfaltet ihre positiven Wirkungen vor allem bei regelmäßiger Anwendung. Der Fokus wird dabei auf die Gegenwart gelegt. So kann sich der Geist von allem Negativen befreien und entspannen.

Therapie

Unterstützung bei der Überwindung deiner Angst findest du bei einem Psychotherapeuten, der dich individuell betreut und auf deine persönlichen Bedürfnisse eingehen kann. Bei Angstzuständen bietet sich eine Verhaltenstherapie an, die sich darauf fokussiert, belastendes Verhalten aufzuarbeiten. Schädliche Verhaltensweisen werden abgebaut. Der Betroffene lernt mit Erwartungen umzugehen und seine Ansprüche an sich selbst herunterzuschrauben.

Medikamente

Oft wird eine Psychotherapie mit Medikamenten begleitet. Diese können die Angstzustände bereits zu einem Teil lindern. In schweren Fällen werden dem Patienten Antidepressiva verschrieben. Auch pflanzliche Mittel können bereits zu einer Verbesserung beitragen. Diese sind teilweise schon rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Bei jeglicher Medikamenteneinnahme gilt jedoch, dass diese zuvor mit einem Arzt oder Psychotherapeuten abgesprochen wird, damit dieser den weiteren Krankheitsverlauf im Blick behält.

Lebenswandel

Ein gesunder Lebenswandel hilft

Wenn du ein Leben voller Unsicherheiten führst und viel Stress ausgesetzt bist, solltest du bei zunehmenden Angstzuständen über einen Lebenswandel nachdenken. Dazu gehört, dass du für ausreichend Schlaf sorgst, deinen Alltag entschleunigst und deinem Körper ausreichend Nahrung zuführst. Vielleicht kannst du dir ein paar Wochen Urlaub nehmen, wenn du dich ausgebrannt fühlst. Wichtig ist außerdem, dass du deine eigenen Erwartungen an dich selbst überdenkst, damit nicht so viel Druck auf dir lastet. Sportliche Betätigung kann unterstützend wirken, indem es dazu beiträgt, Anspannungen zu lösen und Stress abzubauen.

Ernährungsumstellung

Zu einem Lebenswandel gehört außerdem eine Ernährungsumstellung – und zwar zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Die richtige Ernährung kann nachgewiesenermaßen zur Heilung von Krankheiten beitragen. Auch bei Angstzuständen kann sie eine positive Wirkung auf den Betroffenen haben und die Angstzustände lindern. Zu einer ausgewogenen Ernährung zählen beispielsweise naturbelassene Fette wie natives Olivenöl und Avocado, Vollkornprodukte, jegliche Gemüsesorten, Obst und viel stilles Wasser. Versuche jeden Tag mindestens zwei Liter Wasser zu trinken. Vermeide Alkohol und Koffein, denn diese Stoffe können deine Angstzustände sogar noch verstärken. Du solltest ausreichend Nährstoffe, Vitamine und Mineralien zu dir nehmen, so dass dein Körper voll funktionsfähig ist. Diäten solltest du komplett vermeiden.

Konfrontationstherapie

Konfrontationstherapie gegen Angst

Vor allem bei Phobien lohnt es sich, dich deinen Ängsten zu stellen. Dieses Vorgehen nennt man Konfrontationstherapie. Dazu machst du dir den Auslöser deiner Angst bewusst. Wenn du unter mehreren Phobien leidest, kannst du die verschiedenen Auslöser nach Schweregrad sortieren. Beginne mit dem Einfachsten. Nun setzt du dich deinen Ängsten bewusst aus, indem du dich mit dem Auslöser deiner Angst konfrontierst. Sei selbstbewusst und sage dir, dass du deine Ängste besiegen kannst. Natürlich wirst du bei der Konfrontation Angst empfinden. Wichtig ist im Folgenden nur, wie du mit dieser Angst umgehst.

Mache dir bewusst, dass die Situation an sich harmlos ist und dass die Gefahr, die du zuvor empfunden hast, eine Einbildung deiner Gedanken ist. Du kannst deine Ängste überwinden. Atme ruhig und bleibe solange in der Situation, bis du dich tatsächlich beruhigt hast. Wenn du die Situation früher auflöst, kann sich deine Angst sogar noch verschlimmern, denn du machst so nur eine weitere traumatische Erfahrung mit dem Auslöser deiner Angst. Höhere Erfolgschancen hast du, wenn du die Konfrontationstherapie mit professioneller Unterstützung durchführst, beispielsweise mithilfe eines Psychotherapeuten.

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