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Norwegisch lernen: Das 1×1 für die ersten Schritte

Norwegisch lernen

Velkommen! Norwegen – Das Land der Naturverbundenheit. Endlose Weiten und Niemandsland, Rentiere und winterliche Romantik, Sport und Aktivurlaub, Fjorde und gewaltige Gletscher, rote Fischerhütten, an all das denkt man bei Norwegischen. Und so magisch wie das Land der Wikinger und altnordischen Sagen erscheint einem auch die Sprache. Das Norwegische ist vor allem für Norwegen-Liebhaber und Auswanderer interessant. Im Folgenden erfährst du mehr über die Sprache und wie du sie am besten lernen kannst.

Norwegen zieht jedes Jahr und zu jeder Jahreszeit unzählige Naturfreunde und Liebhaber von Städte-Trips in den magischen Norden. Es ist zwar ein kleines Land mit rund 5,3 Millionen Einwohnern und dadurch ein Land mit einer nicht weit verbreiteten Sprache. Und doch ist Norwegisch für viele eine faszinierende Sprache. Vor allem ist das Norwegische deswegen interessant, weil es keine normierte Sprache ist und aus einer Vielzahl von Dialekten besteht. Zwei Varietäten des Norwegischen sind offizielle Landes- und Schriftsprachen: Bokmål und Nynorsk.

Norwegisch-Lerner werden meist in Bokmål unterrichtet. Das Norwegische gehört zur skandinavischen Sprachgruppe. Dadurch ist die Sprache besonders bei Reise-Liebenden der skandinavischen Länder beliebt. Aber auch die Berufswahl ist ein häufiger Grund, da es viele deutsche Auswanderer nach Norwegen zieht. Durch die Sprachverwandtschaft mit seinen Nachbarländern Schweden und Dänemark fällt es leichter, sich auch dort zu verständigen. Da das Norwegische auch eng mit dem Deutschen verwandt ist, fällt es deutschen Lernen leichter, eine skandinavische Sprache zu erlernen als beispielsweise eine romanische.

Norwegisch in der Welt – Verbreitung und Unterschiede

Ursprung des Norwegischen: Das Land Thors und der Wikinger

Ursprung der norwegischen Sprache

Auch wenn Norwegen nur ein kleines Land ist und das Einzige, in dem Norwegisch die Amtssprache ist, macht es die Sprache und ihre Geschichte nicht weniger interessant. Denn wer an Norwegen denkt, denkt wie auch bei den anderen skandinavischen Ländern nicht nur an die atemberaubende Natur, sondern auch an die nordische Mythen- und Sagenwelt und an das Land der Wikinger. Der Superheld Thor ist keine Erfindung des Marvel-Verlags, sondern entstammt den Mythen der altnordischen Literatur. An sie ist der Superheld als Figur angelehnt. Das ist nur einer von vielen Gründen, sich für den Ursprung des Norwegischen zu interessieren. Die Wurzeln der norwegischen Sprache liegen im Altnordischen, von Norwegern und Isländern als „Norrønt mál“  bezeichnet – und bedeutet so viel wie „nordische Sprache“. Das Altnordische war auch die Sprache der berühmt-berüchtigten Wikinger.

Norwegisch: Eine Sprache mit dialektaler Vielfalt

Was nun die norwegische Sprache im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Sprachen besonders macht, ist, dass sie keine standardisierte oder normierte Sprache geworden ist. Dies liegt in den geographischen Gegebenheiten und der Infrastruktur begründet. Die Berge, Seen und Flüsse haben Teile der Bevölkerung für eine sehr lange Dauer getrennt. Dadurch entwickelte sich die Sprache im Mittelalter in verschiedenen Regionen isoliert voneinander. Außerdem gab es kein politisches Zentrum, dass die Standardisierung hätte vorantreiben können. Vom späten Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert war das Land unter Vorherrschaft der Dänen und dänisch war offizielle Amtssprache. All diese Begebenheiten hatten eine dialektale Vielfalt zur Folge.

Norwegisch: Eine verschwundene Sprache, die wieder ins Leben gerufen wird

Für die Entwicklung der Sprache ist neben dem Dänischen auch die Beeinflussung durch das Niederdeutsche hervorzuheben, denn Mittelniederdeutsch war während der Hansezeit Handelssprache. An Lehnwörtern ist der Einfluss heute noch erkennbar. Von 1380 bis 1814 war Dänemark-Norwegen eine Personalunion und durch die dänische Marginalisierung wurde auch die norwegische Schriftsprache zurückgedrängt. Verstärkt wurde die Suppression auch durch die Reformation, woraufhin die Schriftsprache für einige Zeit sogar verschwand. Die Dialekte wurden aber weiter gesprochen und blieben erhalten. 1814 wurde die norwegische Sprache dann wieder ins Leben gerufen, denn in diesem Jahr trennten sich Norwegen und Dänemark.

Norwegisch ist nicht gleich Norwegisch: Was die Amtssprachen Nynorsk und Bokmål so besonders macht

Die Norweger besannen sich wie häufig Ländern, die einige Zeit unter einer Vorherrschaft standen, auf ihre nationalen Wurzeln. Aus diesem Patriotismus heraus entwickelte dann der Literat und Sprachwissenschaftler Ivar Aasen in 1850er das „Landsmål“, die heutige offizielle Landessprache Nynorsk. Dadurch wurde dem dialektsprechenden Volk endlich eine Schriftsprache gegeben.

Parallel zum ins Leben gerufenen Nynorsk trat Knud Knudsen für eine weitere Reform ein. Bei dieser Sprachreform sollte der Schriftsprache die gesprochene Sprache der Gebildeten als Schablone dienen. 1862 wurde die entwickelte Schriftsprache, die eher als dänisches Norwegisch bezeichnet werden kann, dann auch vom Parlament abgesegnet und übernommen: das heutige Bokmål. Hier zeigen sich die unterschiedlichen Tendenzen der zwei Amtssprachen. Während die eine Amtssprache Nynorsk eher als Hommage an die Wikingerzeit verstanden werden kann, als national-romantisches Erbe und als Verschmelzung der Dialekte, spiegelt sich in der anderen Amtssprache Bokmål die gemeinsame Kulturgeschichte Norwegens und Dänemarks wieder.

Welche der Amtssprachen in welcher Region gesprochen wird, wird von der jeweiligen Gemeinde entschieden. Von den meisten Norwegern wird Bokmål gesprochen – auch in Oslo. Und deswegen werden die meisten Norwegischlerner auch in Bokmål unterrichtet. So einfach ist es jedoch nicht, denn die einzelnen Dialekte werden heute noch überall gesprochen.

Norwegisch sprechen: Aussprache und Besonderheiten

Norwegisch sprechen Aussprache und Besonderheiten

Norwegisch ist eine nordgermanische Sprache, die aus den zwei Amtssprachen Nynorsk und Bokmål besteht. Die Amtssprachen entstanden aufgrund der fehlenden Standardsprache und -schrift. Da es keine festgelegte Ausspracheregelung des Norwegischen gibt, ist es für uns als Deutsche verwirrend, dass die beiden Schriftsprachen als Amtssprache eingetragen sind. Dies liegt darin begründet, dass im jeweiligen Dialekt gesprochen wird. Da etwa 85-90 Prozent der Norweger Bokmål als Schriftsprache nutzen, wird diese auch meist in den Sprachkursen unterrichtet. Nynorsk hingegen wird nur von etwa 10-15 Prozent der Bevölkerung gesprochen. Für dich als Lerner bedeutet dies, dass du dich nach Möglichkeit so nah wie möglich am Schriftbild des norwegischen Bokmål orientierst. Wenn du dann in Norwegen von der Vielfalt der Dialekte umgeben ist, wird es für dich immer wieder erstaunlich sein, was du zu hören bekommst – aber auch genauso spannend.

Bezeichnend und den meisten bekannt, zum Beispiel auch aus norwegischen Kriminalromanen und ihren Autoren, sind die Vokale „Ø,ø“ (ähnlich dem deutschen ö), „Å, å“  (ähnlich einem deutschen langen o), und „Æ, æ“ (ähnlich dem deutschen ä) – Jo-Nesbø-Fans werden nun schmunzeln. Hier zeigt sich auch die Ähnlichkeit des Norwegischen zu seinen skandinavischen Nachbarn. Die Buchstaben „ø“ „å“ und „æ“ finden sich zum Beispiel alle auch im Dänischen wieder. Bei der Aussprache der R-Lauta unterscheidet sich das Norwegische vom Deutschen. In den meisten Dialekten wird das „r“ gerollt ausgesprochen und es wird nie verschluckt, das norwegische „s“ ist aber immer stimmlos. Das „o“ wird im Norwegischen meist als u-Laut ausgesprochen und das „y“ in der Regel wie unser ü-Laut.

Norwegische Vokabeln

Zum Lernen einer Sprache gehört auch immer das Vokabeln lernen. Für das Verständnis und das Sprechen ist es enorm wichtig, über ein großes Vokabular zu verfügen. Ob mit Vokabelheft, Wörterlisten und -netzen, Karteikarten, Post-its auf Gegenständen oder Lern-Apps: Je mehr Vokabeln du lernst, umso leichter wird es dir fallen, dich zu verständigen. Mit einem großen Wortschatz kannst du auch beim Lesen von Restaurant-Karten glänzen. Da das deutsche Geschlecht und damit der Artikel oft auf das Norwegische übertragen werden kann, hast du zwar Vorteile beim Vokabeln lernen, es gibt aber auch Ausnahmen. Darauf solltest du beim Lernen immer achten. Lerne Substantive also am besten immer mit ihren passenden Artikeln (en, ei, et) und Verben am besten direkt mit ihrer Vergangenheitsform. Denn wenn du bereits zu Anfang falsche Artikel lernst oder beginnst, bei der Vergangenheitsform zu raten oder dir eine falsche Form angewöhnst, ist es im Nachhinein noch viel schwieriger, die korrekte Form zu lernen und beizubehalten.

Norwegische Grammatik

Das Norwegische kennt wie das Deutsche drei Genera, also grammatische Geschlechter: Maskulinum, Femininum und Neutrum – dies allerdings nur offiziell. Wiedermal ist die fehlende Standardisierung daran Schuld, dass es je nach Dialekt oder Varietät anders sein kann. So besitzt beispielsweise das an Sprachschulen überwiegend gelehrte Bokmål nur zwei Genera, nämlich das „Ultrum“, das männlich-weibliche Geschlecht und das „Neutrum“, welches das sächliche Geschlecht kennzeichnet. Das ist auf die dänische Sprache und ihren Einfluss zurückzuführen. Wie auch im Deutschen zeigt das Substantiv das Geschlecht nicht an. Es hört sich zwar kompliziert an, aber im Gegensatz zu Spanisch-Lernern können Norwegisch-Lerner in Punkto Genus und Artikel aufatmen. Denn in den meisten Fällen kann vom deutschen Geschlecht auf das Norwegische geschlossen werden. Wie es aber leider fast immer der Fall ist, gibt es auch Ausnahmen, die gelernt werden müssen.

Norwegisch lernen auf Sprachreisen

Norwegisch lernen auf Sprachreisen

Norwegen hat in Bezug auf seine Sprache unheimlich viel zu bieten. Durch die historisch bedingte Vielfalt an Dialekten ist es in von Region zu Region immer wieder eine neue Überraschung, was für ein Norwegisch du zu hören bekommst. Zwar wird wahrscheinlich niemand in Norwegen das Norwegisch sprechen, dass du sprichst, da Bokmål eher eine offizielle Schriftsprache ist und die meisten zwar angelehnt daran, aber trotzdem sehr dialektal sprechen. Gerade das ist aber der Grund, ins Land zu reisen, um das authentische Norwegisch mit all seiner dialektalen Vielfalt zu erleben und in das kulturelle Erbe einzutauchen. Der Kontakt zu Einheimischen ermöglicht es dir, einen tieferen und dadurch wertvolleren Bezug zur norwegischen Sprache und Kultur aufzubauen. Und das ist es doch, was den Reichtum der Sprache ausmacht. Für berufliche Einsteiger ist eine Sprachreise vor Beginn des Jobs eine gute Möglichkeit, sich zu akklimatisieren und sprachlich auszuprobieren. Das lockert auf und du kannst entspannter in das Arbeitsleben starten. Außerdem kannst du mit deinem neuen landeskundlichen Wissen einen tollen ersten Eindruck hinterlassen.

Norwegisch lernen an Hochschulen und Akademien

Norwegisch: Studienangebot

Auch wenn Norwegen ein kleines Land mit einer kleinen Sprache ist, so gibt es doch ein vielfältiges Sprachkurs-Angebot an Hochschulen und Akademien in ganz Deutschland. So werden Studiengänge für Skandinavistik/Nordische Philologie an einer Vielzahl deutscher Hochschulen angeboten. An Sprachinstituten kannst du dich über die Norwegisch-Kurse in deiner Region erkundigen. Der Vorteil eines Sprachkurses ist, dass die Lehrperson auf die Bedürfnisse und Fragen der einzelnen Lerner individuell eingehen kann. Darüber hinaus wird von Anfang an die kommunikative Kompetenz gefördert und man lernt Gleichgesinnte kennen – das motiviert!

Norwegisch: Sprachzertifikate

Wenn du für eine berufliche Auswanderung oder ein Studium an einer Universität ein Zertifikat erwerben möchtest oder musst, ist die bekannteste Sprachprüfung der „Bergentest“ oder auch „Test i norsk – høyere nivå“ genannt, im Deutschen allgemein bekannt unter dem Namen „Norwegischtest für erwachsene Einwanderer – höheres Niveau“. Mit ihm kannst du dein hohes Sprachniveau nachweisen, welches an Universitäten oder in verschiedenen Bereichen des Wirtschaftssektors verlangt wird. Mit dem Test weist man das Sprachniveau B2 bis C1 nach. C1 ist in aller Regel das Niveau, das für ein Hochschulstudium obligatorisch ist.

Es gibt aber auch weitere staatlich anerkannte Sprachzertifikate, die interessant für Einwanderer sind. Mit ihnen kannst du ein mittleres Sprachniveau nachweisen. Das ist wichtig, weil in Norwegens Berufswelt häufig gute und fließende – sowohl mündliche als auch schriftliche – Sprachkenntnisse erwartet werden.. Ein Beispiel ist der „Norskprøve for voksne innvandrere“, der oftmals für den beruflichen Einstieg ausreicht.

Norwegisch online lernen

Norwegisch online lernen

Heutzutage gibt es natürlich auch ein vielfältiges Online-Angebot für Norwegisch-Lerner. Im Internet lassen sich gute Alternativen zu Sprachschulen finden. Das ist gerade für Berufstätige mit wenig Zeit interessant. Um das richtige Angebot für dich persönlich herauszufiltern, solltest du dir zunächst einen Überblick über die Masse an Lern-Apps und -Poralen verschaffen. Dabei ist darauf zu achten, einen seriösen Anbieter zu suchen. Sparen sollte hier nicht die Devise sein.

Für ein gutes Sprachlernkonzept solltest du bereit sein, auch einen angemessenen Preis zu bezahlen. Um das für dich am besten zugeschnittene Online-Angebot zu finden, solltest du zunächst in dich gehen und dir einige fragen stellen:

  • Was für ein Lerntyp bin ich?
  • Wie lerne ich am liebsten? – auditiv, visuell, motorisch, eher durch lesen und schreiben?
  • Worauf lege ich großen Wert?
  • Möchte ich eher kommunikative Kompetenzen erwerben und mich im Urlaub und Alltag zurechtfinden?
  • Bin ich eher interessiert an der Grammatik und der dialektalen Vielfalt?

Hast du diese Fragen für dich beantwortet, kannst du das Internet gezielt nach passenden Sprachlernangeboten durchsuchen. Wenn du dir nicht sicher bist, gibt es bei den meisten Sprachlern-apps und -portalen kostenlose Gratis-Proben, in denen du herausfinden kannst, ob die Methode wirklich die richtige für dich ist.

Norwegisch kostenlos lernen – diese Möglichkeiten gibt es

Lernangebote sind vielseitig und nicht immer müssen sie mit Kosten verbunden sein. Möchtest du die Sprache vernünftig lernen, so ist ein Sprachkurs unabdingbar. Im Internet findest du zahlreiche Möglichkeiten, um zu üben und deine Sprachkenntnisse zu festigen. Für Cineasten bieten sich norwegische Filme an und für Krimi-Fans natürlich Bücher norwegischer Autoren. Online-Zeitschriften bieten eine weitere Möglichkeit, sich nicht nur mit der Sprache, sondern auch mit aktuellen politischen und kulturellen Themen zu beschäftigen. Im Internet kannst du nach Foren suchen, in denen du dich mit Gleichgesinnten austauschen kannst. Außerdem ist ein Tandem-Programm eine gute Idee, in direkten Kontakt mit Einheimischen zu treten und fragen zu stellen. Es gibt auch die Möglichkeit, öffentlich-rechtliche Fernseh- und Radiosender zu streamen. Bewiesenermaßen ist ein Sprachbad beim Lernen unheimlich förderlich. Also umgebe dich so oft wie möglich mit der norwegischen Sprache. Im Folgenden findest du eine Liste der kostenlosen Möglichkeiten:

  • Ein norwegischer Tandem-Partner eignet sich super zum Lernen und Austauschen
  • Couch-Surfing bei Norwegern ist eine tolle Möglichkeit, in direkten Kontakt zu kommen
  • Schaue Fernseh- und Radiostreams ( für Anfänger eignen sich auch Radiosender oder Hörbücher für Kinder)
  • Bei Youtube findest du Beiträge zu jedem Thema, dass dich interessiert
  • Norwegische Musik und das Lesen der Songtexte helfen, um sich Vokabeln und Phrasen zu merken
  • Lese spannende norwegische Büchern und Zeitschriften und lerne dadurch die Literatur und Kultur kennen
  • Schaue norwegischen Filmen und Serien
  • Suche nach Gleichgesinnten und gründe eine gemeinsame Lern- und Austauschgruppe

Wenn du dich dafür entscheidest norwegisch zu lernen, heißt es am Ende hoffentlich: „ja, jeg snakker norsk!“ – Ja, ich spreche norwegisch. Viel Erfolg!

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