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Klettern lernen: 6 Varianten, 3 Gefahren + 3 hilfreiche Tipps

Klettern hat sich zu einer beliebten Sportart entwickelt. In vielen Städten gibt es Kletterhallen und Kletterparks. Begeisterte Kletterer reisen durch die halbe Welt, um an besonderen Orten zu klettern. Doch wie machst du den Einstieg? Wir erklären dir, wie du das Klettern lernst, was du dafür brauchst und worauf du achten musst.

Klettern ist eine abenteuerliche Sportart, die sich durch ihre Natürlichkeit und Intensität auszeichnet. Es ist ein Ganzkörpertraining und fördert für den Menschen vertraute Bewegungen. Es wird an vielen verschiedenen Orten und mit verschiedenen Methoden geklettert, jeweils mit dem gleichen Ziel: oben ankommen. Je nach dem wo und wie du kletterst, kann es eine entspannte Aktivität oder eine gefährliche Extremsportart sein. In der Regel wird immer zu zweit geklettert, einer sorgt für die Absicherung und der andere klettert.

Varianten des Kletterns

Es gibt verschiedene Kletter-Varianten

Das Klettern als Sportart hat sich im Laufe der Zeit in viele verschiedene Varianten gegliedert, bei denen jeweils an anderen Orten, mit anderer Ausrüstung oder in einem anderen Umfeld geklettert wird. Bei fast jeder Art des Kletterns bist du in der einen oder anderen Form abgesichert.

Freiklettern

Das "Freiklettern" ist quasi die klassische Version des Kletterns. Dabei kletterst du in der Natur an Felswänden oder Klippen. Beim Freiklettern bist du zwar abgesichert, benutzt aber abgesehen davon keine anderen Hilfsmittel zur Fortbewegung. Um zum Ziel zu klettern musst du dich auf ganz natürliche Weise an Vorsprüngen im Fels hochziehen. Für längeres Freiklettern solltest du deswegen ziemlich fit sein.

Eine Art des Freiklettern ist das Free-Solo-Climbing, bei der ohne Absicherung geklettert wird. Diese Extremsportart gilt es sehr gefährlich und solltest du als Anfänger auf keinen Fall durchführen.

Technisches Klettern

Beim technischen Klettern verwendest du neben der Absicherung noch weitere Hilfsmittel, wie zusätzliche Seile, Haken und Strickleitern. Gewisse Strecken können kaum ohne Hilfsmittel geklettert werden, wie beim Alpinklettern. Dabei ist das Ziel der Gipfel eines Berges. Dementsprechend kann die Klettereinheit sehr lange dauern. Beim Sportklettern kletterst du ebenfalls mit technischen Hilfsmitteln. Dabei ist die Route oft schon vorgegeben. Hier steht vor allem der sportliche Aspekt im Vordergrund, genau wie die Dauer der Klettereinheit.

Bigwall-Klettern

Das Bigwall-Klettern ist eine Disziplin für sich und sollte nur von erfahrenen Kletterern gewagt werden. Dabei erklimmst du nämlich so große Felswände, dass dir die Klettertour wahrscheinlich nicht an einem Tag gelingt. Deswegen schläfst du beim Bigwall-Klettern auch an dem Hang, indem du dir mit Haken und entsprechender Ausrüstung einen Schlafplatz an der Wand errichtest. Ein bekannter Ort zum Bigwall-Klettern ist der Yosemite-Nationalpark in den USA.

Bouldern

Das Bouldern ist eine sehr beliebte Methode des Kletterns, bei der du ohne Hilfsmittel an einer Felswand oder einer Kletterwand in geringer Höhe kletterst. Dabei kletterst du teilweise sogar an sehr schrägen Wänden, was den Prozess sehr erschwert. Da du immer in Absprunghöhe bist und auf dem Boden Matten liegen, ist die Gefahr nicht besonders groß.

Der Fokus beim Bouldern liegt nicht nur beim Klettern, sondern auch beim strategischen Denken. Du musst den richtigen Weg an einer Wand entlang finden, während du die ganze Zeit dein Körpergewicht halten musst. Deswegen suchst du dir eine Strecke heraus, bei der du mit so wenig Bewegungen wie möglich ans Ziel kommst.

Indoor-Klettern

Das Klettern in Kletterhallen ist sehr beliebt.

Das Klettern in einer Kletterhalle erfreut sich großer Beliebtheit bei Anfängern und auch bei Fortgeschrittenen. Beim Hallenklettern kletterst du nicht an Felsen, sondern an vorgefertigten Wänden mit Gummi- oder Plastikgriffen, die über die Wand verteilt positioniert sind. Hier kannst du dich unabhängig vom Wetter an verschiedenen Kletterwänden ausprobieren. Kletterhallen bieten sich gut für Einsteiger an, da die Teile der Kletterhallen in verschiedene Schwierigkeitsgrade aufgeteilt sind und meistens Schnupperkurse angeboten werden.

Kletterpark

Kletterparks bieten eine andere Art zu Klettern. Auf vorgefertigten Strecken kletterst du nicht an Wänden, sondern durch einen Parcours. Dieser Parcours befindet sich meistens mehrere Meter hoch an Bäumen und fordert dich auf verschiedene Weise. Auf einer Strecke musst du dich zum Beispiel an einem Seil hochziehen, an einer anderen über einen Baumstamm balancieren.

Warum sich das Klettern lohnt

Regelmäßiges Klettern ist gesund für Körper und Psyche. Es ist ein Ganzkörpertraining, bei der je nach Art des Kletterns durchschnittlich 350 bis 500 Kalorien pro Stunde verbrannt werden. Als Ganzkörpertraining hilft es auch beim Muskelaufbau, vor allem an Armen, Schultern, Brust, Rücken und dem Bauch. Die Bewegungsabläufe sind für den Menschen beim Klettern natürlich, ähnlich wie beim Joggen. Deswegen ist jeder mit den grundlegenden Bewegungsabläufen beim Klettern vertraut.

Klettern ist ein abenteuerlicher Sport, der befreiend und lebensbejahend sein kann. Es hat eine entspannende Wirkung und hilft beim Stressabbau. Darüber hinaus macht es sehr viel Spaß und ist sehr motivierend, weil das Ziel immer von Anfang an feststeht. Klettern kann außerdem dein Selbstbewusstsein stärken und bei Ängsten helfen.

Geklettert wird immer zu zweit oder in Gruppen. Deswegen bietet es sich auch gut als Teambuilding-Maßnahme an. Wenn du oft mit einem Partner klettern gehst, baut ihr Vertrauen zueinander auf und die Wertschätzung steigt.

Der richtige Einstieg beim Klettern

Wenn du das erste Mal klettern gehen willst, solltest du dich für einen Schnupperkurs in einer Kletterhalle anmelden. Versuche dich nicht direkt an einer Felswand, das ist zu gefährlich. Je nach Kletterart, die du für dich entdeckst, ist es eine ausrüstungsintensive Sportart. Die Ausrüstung kannst du dir ein einer Kletterhalle oder bei einem Kletterverein ausleihen.

Geklettert wird in der Regel immer zu zweit. Bei einem Schnupperkurs betreut dich deswegen ein Trainer, selbst wenn du schon einen Kletterpartner hast. Der Trainer zeigt euch die Ausrüstung und wie ihr damit umgeht. Vor allem aber zeigt er euch, wie ihr euch beim Klettern zu verhalten habt und wie ihr euch gegenseitig absichert.

Die richtige Kletterausrüstung

Die richtige Ausrüstung beim Klettern

Klettern ist generell ein ausrüstungsintensiver Sport. Dabei kommt es aber auf die Art des Kletterns an. Beim Bouldern kletterst du komplett ohne Ausrüstung, beim Freiklettern nur mit Absicherung und beim technischen Klettern vielleicht sogar mit sehr viel Ausrüstung. Die meisten Kletterarten teilen sich aber eine Grundausrüstung, die sehr wichtig ist und ohne die das Klettern an vielen Felswänden gar nicht erst möglich wäre. Beim Hallenklettern kannst du dir in der Regel die komplette Ausrüstung ausleihen.

Kletterhelm

Beim Klettern trägst du in der Regel Hartschalenhelme, die den Aufprall absorbieren und vor Steinschlag schützen. Es gibt spezielle Hartschalenhelme für das Klettern, die einen guten Schutz bieten und gleichzeitig luftdurchlässig sind. Neben Hartschalenhelmen gibt es auch Kletterhelme aus Hartschale und Hartschaum. Diese sind nicht so robust und langlebig wie die typischen Hartschalenhelme, dafür aber viel leichter und bequemer zu tragen.

Wenn du dir einen Helm kaufen willst, solltest du auf die richtige Passform und das Gewicht achten. Er darf dich beim Klettern nicht in der Bewegung behindern und deine Sicht nicht einschränken. Zudem sollte er festsitzen, aber immer noch Luft durchlassen.

Klettergurt

Der Klettergurt ist ein wichtiges Ausrüstungsteil, an dem verschiedene Utensilien wie das Sicherheitsseil befestigt werden. Der Klettergurt wird wie eine Hose angezogen und hat zwei Schlaufen für die Beine. Einen Klettergurt solltest du vor dem Kauf immer anprobieren. Er sollte sehr sicher sitzen, während er gleichzeitig einen gewissen Tragekomfort bietet und dich bei den Kletterbewegungen nicht behindert. Viele Klettergurte sind verstellbar und deswegen gut anpassbar.

Kletterseil

Die Sicherheitsseile für das Klettern sind extrem reißfest und werden in der Regel in zwei Kategorien aufgeteilt: dynamisch und statisch. Dynamische Seile eignen sich sehr gut für die Absicherung, da sie einen Fall besser abfedern als statische. Statische Seile sind dafür besser beim Abseilen. Unabhängig von der Art gibt es Kletterseile in verschiedenen Längen und Stärken. Je nach dem wo und wie weit du kletterst, brauchst du verschiedene Seile.

Sicherungsgerät

Während du kletterst, sichert dein Partner dich von unten ab. Dabei hält er das Seil nicht nur in den Händen, sondern hat auch ein Sicherheitsgerät an seinem Gurt befestigt, durch das das Seil läuft. Dieses Gerät bremst das Kletterseil mechanisch, solltest du stürzen. Es hilft dem Sichernden außerdem dabei, den Kletterer kontrolliert abzulassen und beim Ausgeben und Einholen des Kletterseils.

Express-Schlingen

Express-Schlinge aus zwei Karabinerhaken

In der Felswand oder an der Kletterwand werden Anker angebracht. An diese Anker werden "Express-Schlingen" befestigt, die die Anker mit dem Kletterseil verbinden. Express-Schlingen sind meistens zwei miteinander verbundene Karabinerhaken. Die Schlinge dient allerdings nicht nur zur Verbindung von Anker und Seil, sondern entlastet auch beide Teile. Je nach Strecke werden unterschiedlich viele Schlingen benötigt.

Magnesia

Beim Klettern schwitzt du an den Händen und sie werden dadurch feucht und rutschig. Dadurch verlierst du beim Klettern den Halt. Deswegen wird beim Klettern Magnesia (oder auch "Chalk") benutzt. Das ist ein weißes Puder, dass die Feuchtigkeit aufsaugt und so für einen besseren Grip sorgt. Vor allem beim Freiklettern solltest du Chalk benutzen, damit du dich an den Felsen gut festhalten kannst.

Das Chalk vor dem Klettern aufzutragen reicht meistens nicht. Deswegen gibt es extra Chalkbeutel zum Klettern. Diese werden an dem Klettergurt befestigt und bieten dir die Möglichkeit, während des Kletterns deine Hände erneut mit Magnesia einzureiben.

Kleidung

Zum Klettern trägst du am besten normale Sportbekleidung, in der du dich gut bewegen kannst und die atmungsaktiv ist. Ein T-Shirt oder ähnliches sollte auf keinen Fall zu weit sein, ansonsten kann es sich beim Klettern verfangen. Wenn du in kalten Gebieten kletterst wie beim Alpinklettern, musst du die Kleidung entsprechend anpassen.

Für das Klettern gibt es spezielle Schuhe, die dir einen guten Halt bieten. Kletterschuhe sind sehr enganliegend und mit einer Gummisohle ausgestattet. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, manche ähneln Wanderschuhen, andere sehen aus wie Stiefel. Auch hier kommt es auf die Art des Kletterns an. Beim Hallenklettern verwendest du beispielsweise andere Schuhe als beim Alpinklettern.

Gefahren beim Klettern

Je nach Art des Kletterns kann es eine gefährliche Sportart oder gar eine Extremsportart sein. Viele verbinden den Klettersport mit Gefahren und Risiken, hauptsächlich wegen der Angst vor einem Sturz. Wenn du aber mit Absicherung kletterst, einen guten Partner hast und dich an die grundsätzlichen Regeln hältst, bist du auf der sicheren Seite. Trotzdem solltest du immer sehr aufmerksam und vorsichtig beim Klettern sein.

Lose Steine

Trage beim freien Klettern immer einen Helm.

Beim Klettern an Felswänden kann es passieren, das Steine von der Wand fallen – entweder weil du dich an ihnen festhältst oder aufgrund von anderen Einwirkungen wie starkem Wind. Oft lösen sich Steine auch wegen Kletterern, die unachtsam sind und mit den Füßen Steine abtreten. Selbst kleine Steine können so für andere Kletterer zur Gefahr werden. Achte beim Klettern deswegen immer darauf, dass du an stabilen Stellen kletterst und das du deinen Kopf mit deinem Helm schützt, sollten kleine Steine auf dich herabfallen.

Wetter

Viele Menschen fahren zum Klettern an spezielle Orte oder machen Kletterurlaube. Auch wenn das Wetter nicht mitspielt, wollen sie sich nicht aufhalten lassen. Dabei kann schlechtes Wetter eine Gefahr an sich sein. Nicht nur, dass die Felswände nass und rutschig sind. Je nach Wetterlage kann es auch einen ablenkenden und behindernden Effekt beim Klettern haben. Schon ein wenig Regen kann beispielsweise für schlechtere Sicht sorgen und den Körper unterkühlen.

Probleme mit der Ausrüstung

Vielen Menschen behagt der Gedanke gar nicht, hoch an Wänden zu klettern und dabei von Seilen und Haken abhängig zu sein. Dabei musst du vor dem Fehlschlagen der Ausrüstung keine Angst haben. Die technischen Hilfsmittel zur Absicherung werden professionell geprüft. Außerdem ist der Sicherheitsstandard mittlerweile sehr hoch, sodass die nötige Ausrüstung keine Sicherheitslücken aufweisen sollte.

3 Tipps für Anfänger

Der Mensch hat das Klettern quasi im Blut. Aber gerade für Anfänger sind die ersten Kletterwände eine wahre Hürde. Wir haben drei Tipps für dich, die dir den Einstieg erleichtern.

Finde einen guten Kletterpartner

Geklettert wird in der Regel immer zu zweit. Weil dein Partner dich absichert, solltest du ihm vertrauen können. Er muss ein gewisses Pflichtbewusstsein besitzen und sollte sich nicht ablenken lassen. Geduld ist ebenfalls wichtig. Eine Klettereinheit kann sich schon einmal über einen gewissen Zeitraum strecken. Deswegen solltet ihr beide motiviert sein und euch absprechen.

Wenn du den Sport zusammen mit einem Freund anfängst, hast du bereits deinen Kletterpartner. Ansonsten kannst du in Kletterhallen vielleicht einen Partner finden, zum Beispiel bei einem Einsteigerkurs.

Ausrüstung doppelt überprüfen

Wenn die Ausrüstung nicht richtig sitzt, kann es gefährlich werden. Prüfe sie deshalb vor der Verwendung am besten doppelt und dreifach. Noch sicherer ist es, wenn du und dein Partner eure Kletterausrüstung gegenseitig prüft.

Den ganzen Körper einsetzen

Viele Anfänger machen den Fehler, nur mit den Händen zu klettern und die Füße nachzuziehen. Dabei ist Klettern nicht umsonst ein Ganzkörpersport. Wenn du dein Gewicht die ganze Klettereinheit nur mit deinen Händen und Armen stemmst, führt das nur zu Schmerzen und Muskelkater. Klettere deswegen auch aktiv mit deinen Füßen, indem du dir gute Positionen für sie suchst und dein Gewicht auf sie verlagerst. Das entlastet die Arme erheblich und erlaubt dir, länger zu klettern.

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