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Abitur nachholen: 11 Tipps + Infos für einen erfolgreichen zweiten Bildungsweg

Immer mehr Menschen wollen ihr Abitur nachholen. Es eröffnet neue Karrierechancen und ebnet den Weg für ein Studium. Wir informieren im Folgenden über Voraussetzungen, Kosten, Dauer und mehr.


11 Tipps + Infos zum Abitur nachholen

Es gibt vieles, das du wissen solltest, wenn du dein Abitur nachholen willst. Wir haben Genaueres über die Dauer, den Ablauf, die Prüfungen, das Lernpensum und Berufschancen für dich zusammengestellt. So siehst du auf einen Blick, welche Voraussetzungen du brauchst und welche Möglichkeiten du hast.

Vorteile eines Abiturs

Ein nachgeholtes Abitur öffnet die Tür zu Universitäten

Ein Abitur ermöglicht dir ein Studium an allen Hochschulen und Universitäten in Deutschland. Zudem hast du wesentlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und kannst ganz neue Perspektiven ins Visier nehmen. Abgesehen davon, dass du mehr verdienst, sind die Möglichkeiten mit einem Abitur einfach viel breiter gefächert.

Deine gesamte Sicht auf die Welt wird sich verändern, wenn du mehr Allgemeinbildung besitzt. Du kannst dein Bildungsniveau im Alltag anwenden, dir Dinge besser erklären, weil du Hintergrundwissen hast und kannst stolz auf dich sein, den höchstmöglichen schulischen Abschluss in Deutschland zu besitzen.

Wer das Abitur nachholen kann, beweist Motivation, Engagement und Leistungsbereitschaft. Du weißt, was du im Leben willst und bist bereit beruflich neue Wege einzuschlagen. Das sind wichtige Eigenschaften, die von Personalern gern gesehen werden und deinen Lebenslauf deutlich aufwerten.

Vorteile von Vollzeit und Teilzeit-Abitur

Bei einem Teilzeit-Abitur kannst du dein Leben wie gewohnt weiterführen und den zweiten Bildungsweg nebenbei einschlagen. Berufstätige können es sich leisten ihr Geld in flexible Lernzeiten zu investieren. Auch die Elternzeit eignet sich wunderbar, um sein Bildungsniveau zu erhöhen und die anschließenden Berufschancen zu verbessern. Hier solltest du ungefähr 20 Wochenstunden zum Lernen einplanen.

Das Vollzeit-Abitur bietet einen gemeinschaftlichen Klassenverband, in dem zusammen gelernt werden kann und feste Zeiten festgesteckt sind. Viele nicht allzu disziplinierte Lerner, brauchen fest geregelte Zeiten, in denen sie zur Schule gehen, um sich zu üüberwinden, fleißig zu sein.

Abitur nachholen unter diesen Voraussetzungen

Wenn du dein Abitur nachholen willst, ist in der Regel eine bestimmte Vorqualifikation Voraussetzung. Mit einem Haupt- oder Realschulabschluss und einer zusätzlich absolvierten Ausbildung oder einer dreijährigen Berufserfahrung ist es in Deutschland möglich über diese Optionen dein Abitur nachzuholen:

  • Abendgymnasium
  • Abitur an einer Fernschule
  • Berufskolleg
  • Volkshochschule
  • Fernabitur

Zu der Berufserfahrung können auch Arbeitslosigkeit und Erziehungszeiten gerechnet werden. Es ist in einigen Fällen sogar möglich ohne Ausbildung oder Berufserfahrung das Abitur nachzuholen. Manche Einrichtungen bieten Kurse für frühe Schulabgänger an, in denen erst der Haupt- oder Realschulabschluss und im Anschluss die Hochschulreife erlangt werden kann.

Die genauen Anforderungen, sowie Art und Dauer des Bildungswegs sind länderspezifisch festgelegt. Normalerweise gehören zu den Fächern Deutsch, Englisch, Französisch, Latein, Literatur, Geschichte, Erdkunde, Soziologie, Physik, Mathematik, Biologie, Chemie und Informatik. Einige weitere Fächer werden schulabhängig angeboten.

Wie lange es dauert, das Abitur nachzuholen

In der Regel dauert die Zeit bis zum Vollabitur drei Jahre, wobei etwa 20 Stunden Lernzeit pro Woche eingerechnet werden müssen. Je nach vorhandener Qualifikation, Anbieter und Kurs kann diese Dauer allerdings auch variieren. Wer berufsbedingt bereits schon geeignete Fähigkeiten mitbringt oder das Abitur per Fernstudium nachholen will, kann oft schneller zum Abschluss gelangen.

Je nachdem, wann du die Schule verlassen hast, kann es vorkommen, dass du noch eine zweite Fremdsprache lernen musst. Wenn Haupt- oder Realschulabschluss ebenfalls nachgeholt werden müssen, dauert es natürlich noch länger. Wenn du bereits ein Fachabitur hast, ist es auch möglich, dein Vollabitur in einem Jahr zu erlangen. Einige Hochschulen setzen einen Eignungstest voraus, um die Fähigkeiten der Schulanwärter zu überprüfen und sie in die entsprechenden Jahresprogramme einzuordnen.

Abitur nachholen: Ablauf und Prüfungen

Im Folgenden haben wir einige Informationen bezüglich des Ablaufs in der Schule und der Prüfungen, die du absolvieren musst, zusammengestellt. So weißt du am besten, was auf dich zukommt und worauf du dich vorbereiten musst.

Schritt 1: Kurse wählen

Wir beim regulären Abitur werden zwei Leistungskurse (LKs) gewählt. Wähle hier unbedingt Fächer, für die du dich in der Lage siehst, mehr zu tun. Sie nehmen nämlich einen doppelt so großen Umfang in deinem Stundenplan ein und behandeln Themen wesentlich intensiver als die anderen Grundkurse.

Schritt 2: Die Prüfungen

In jedem Halbjahr wird in jedem Fach eine Klausur geschrieben. Zum Schluss folgt die Abiturprüfung. Sie besteht mindestens aus den zwei schriftlichen Prüfungen in deinen Leistungsfächern und einer mündlichen Prüfung in einem deiner Grundkurse. Je nach Bundesland kann es sein, dass noch eine schriftliche Prüfung in einem weiteren Grundkurs bestanden werden muss.

Schritt 3: Deine Abschlussnote

Deine vorherigen Zeugnisnoten werden mit den Noten in der Abiturprüfung verglichen. Weichen sie zu stark von deiner vorherigen Note in dem jeweiligen Fach ab, musst du sie in der Regel wiederholen oder eine andere Prüfung ablegen, um deine Note zu festigen. In Nordrhein-Westfalen wird eine zusätzliche mündliche Prüfung gefordert, wenn du in deiner Abiturprüfung um zwei Noten besser oder schlechter abschneidest.

Abitur neben dem Beruf nachholen

Du musst dein Abitur nicht in Vollzeit nachholen. Es ist bis zum 21. Lebensjahr möglich deinen Abschluss an einem regulären Gymnasium nachzuholen, allerdings gibt es auch genügend Teilzeit-Möglichkeiten zum Abitur nachholen. Insbesondere Abendgymnasien und Fernschulen bieten sich an, dein Abitur neben dem Beruf nachzuholen.

Abitur nachholen: Alle Kosten auf einen Blick

Ábitur nachholen: Alle Kosten auf einen Blick

Das Lehrmaterial muss immer selbst gezahlt werden. Je nach Einrichtung unterscheiden sich die Schulgebühren jedoch stark voneinander. Staatliche Einrichtungen bieten immer kostenlosen Unterricht, lediglich für Prüfungen können geringe Kosten anfallen. Die Kosten privater Institutionen sind nicht so überschaubar. Wie bei einem Fernstudium muss auch bei einem Fernabitur eine bestimmte Gebühr für den Unterricht bezahlt werden. Dazu kommen Lehrmaterial und eine Gebühr für die Abiturprüfung an sich. Die Kosten schwanken je nach Anbieter und Kursumfang. In der Regel kann hier aber kostenloses Infomaterial angefordert werden, das Klarheit verschafft. Verschaffe dir einen genauen Überblick, bevor du dich für ein Fernabitur anmeldest. Ansonsten können dich plötzliche Kosten überraschen, die dich zwingen mitten im Abitur abzubrechen.

Finanzielle Unterstützung auf dem zweiten Bildungsweg

Gibt es BAföG oder andere finanzielle Unterstützung? Wenn du das 30. Lebensjahr noch nicht erreicht hast, kannst du elternunabhängiges BAföG beantragen. In Ausnahmefällen entfällt sogar die Altersgrenze, es lohnt sich also sich vorher gründlich zu informieren. Weitere Möglichkeiten sind, einen Bildungskredit aufzunehmen, sich für ein Stipendium zu bewerben oder sogar seinen Arbeitgeber um finanzielle Unterstützung zu bitten. Einige Arbeitgeber fördern den zweiten Bildungsweg, wenn er dem Unternehmen zugute kommt. In diesem Fall solltest du vorher gründlich recherchieren, um zu überzeugen.

Fachabitur oder (Voll-)Abitur nachholen?

Die Allgemeine Hochschulreife, auch (Voll-)Abitur, ist nach der 12. oder 13. Klasse an Gymnasien, Berufskollegs oder Gesamtschulen erreicht. Das Abitur ermöglicht dir die Berechtigung an Hochschulen, Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien zu studieren. Die einzige Einschränkung ist der Numerus Clausus, der je nach Studienfach und Universität variiert. Das Vollabitur ist der höchste rein-schulische Abschluss, der in Deutschland möglich ist.

Unter einem Fachabitur versteht man entweder die fachgebundene Hochschulreife, die keine Kenntnisse einer zweiten Fremdsprache voraussetzt oder die Fachhochschulreife, die sich aus einem schulischen und einem praktischen Teil zusammensetzt. Bei der Wahl deiner Studienfächer bist du bei der fachgebundenen Hochschulreife an die Fächer auf deinem Zeugnis gebunden. Du kannst diesen Abschluss an einem Gymnasium, einer Berufsoberschule oder einer Fachakademie machen. Die Fachhochschulreife beschränkt sich bei der Studienwahl auf Fachhochschulen. Sie wird nach der elf- beziehungsweise zwölfjährigen Besuchszeit auf der Schule vergeben, wenn anschließend ein Freiwilligendienst, ein Praktikum oder eine berufliche Tätigkeit ausgeübt wird.

Vorteile von Fernunterricht

Vorteile von Fernunterricht

Bei Fernabitur und Fernstudium muss zwar mit höheren Kosten gerechnet werden, aber die Zeiten sind dafür wesentlich flexibler. Für Berufstätige, die genügend Geld verdienen, ist eine Fernschule eine gute Option, das Abitur an den Wochenenden nachholen zu können. Es gibt in der Regel feste Prüfungsdaten, der Rest kann selbst eingeteilt werden.

Tipp: Ein Fernstudium ist auch ohne Abitur möglich.

Näheres zum Fernabitur

Das Fernabitur ist eine eher moderne Erscheinung, unter der sich die meisten nicht so viel vorstellen können. Deshalb haben wir einige Informationen für dich zusammengestellt, die dir Näheres über den Ablauf eines Fernabiturs verraten.

Deine Materialien

Oft bekommst du einen Karton mit Studienmaterial für ein viertel Schuljahr. Darunter findest du Studienhefte, Selbstlernkurse und einiges zum Lesen. Wie an gewöhnlichen Schulen findest du in den Lernheften Seiten mit Lernmaterial und Seiten zum Ausfüllen beziehungsweise zur Selbstüberprüfung. Die bearbeiteten Seiten kannst du ganz einfach an dein Lerninstitut schicken und bekommst es nach einer bis drei Wochen korrigiert zurück. So kommen auch deine Noten in den jeweiligen Kursen zustande. Wenn du alles schneller als erwartet bearbeitet hast, kannst du Material für das nächste Viertel anfordern.

Leistungskurse, Grundkurse und Probeklausuren

In der Oberstufe wählst du wie auch an amtlichen Schulen deine Leistungskurse sowie schriftliche und mündliche Fächer. Wenn abzusehen ist, dass du dein Lernpensum bald erreicht hast, kannst du dich zu den Probeklausuren anmelden. Sie simulieren die staatlichen Prüfungen und helfen dir, dich intensiver vorzubereiten. Um zur richtigen Abiturprüfung zugelassen zu werden, musst du die Probeklausuren erst bestehen, das heißt: Du darfst in keinem der Fächer eine fünf haben.

Etwa sechs Wochen nach den Probeklausuren bekommst du die Noten und kannst dich für die staatlichen Prüfungen anmelden. Der schriftliche Teil folgt etwa zwei Monate später, der mündliche Teil ungefähr drei Monate nach den schriftlichen Prüfungen. Danach hast du es geschafft.

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