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Umschulung: 8 hilfreiche Tipps + Infos für deine Zweitausbildung

Viele Menschen erwägen nach einigen Jahren im Beruf eine Umschulung. Doch nicht jeder kann einfach so eine Umschulung in eine beliebige Richtung machen. Wir klären dich über Voraussetzungen, Angebote und Fördermöglichkeiten auf und zeigen dir, was du beachten musst.

8 Tipps + Infos für deine Umschulung

Umschulung: Was ist das?

Die Umschulung bezeichnet eine Aus- und Weiterbildung in einem anderen als dem zuvor ausgeübten Beruf. Um die 50.000 Menschen lassen sich im Jahr umschulen und wagen die berufliche Neuorientierung. Doch eine Umschulung kann ein Risiko sein, öffnet aber auch viele Türen. Wenn du das Gefühl hast, dass deine Karriere nicht voran geht oder du nicht glücklich in deinem Beruf bist, hast du die Möglichkeit mit einer anderen beruflichen Tätigkeit ganz neu anzufangen. Dies bedeutet allerdings auch, dass du dir neue Kenntnisse und Fähigkeiten aneignen musst. Du stehst also so gut wie am Anfang deiner Karriere.

Warum viele Menschen eine Umschulung machen

Warum viele Menschen eine Umschulung machen

Für einen Berufswechsel kann es verschiedene Gründe geben. Oft ist eine längere Krankheit der Grund, die es dem Betroffenen unmöglich macht, weiter in seinem alten Beruf zu arbeiten. Physische Einschränkungen wie Bandscheibenvorfälle können dazu führen, dass die Betroffenen keine schweren körperlichen Tätigkeiten mehr ausführen können. Auch psychische Leiden wie beispielsweise ein Burn-out können dazu führen, dass der bisherige Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann.

Vor allem Frauen machen oft eine Umschulung, wenn sie nach der Erziehung der Kinder Probleme haben, wieder in den Beruf einzusteigen. Außerdem sind viele Berufe heutzutage nicht mehr so gefragt, wie noch vor einigen Jahren. Daher sind Umschulungen wie beispielsweise die zum Fachinformatiker besonders beliebt, weil sie bessere Verdienstmöglichkeiten und Zukunftsaussichten versprechen. Es kommt zudem vor, dass der erlernte Beruf nach einigen Jahren keine Freude mehr bereitet und deshalb eine berufliche Neuorientierung in Erwägung gezogen wird.

Umschulung: Das sind die Voraussetzungen

Doch nicht jeder kann einfach so umschulen. Solltest du einen Antrag beim Jobcenter oder der Arbeitsagentur stellen, heißt das nicht automatisch, dass dem stattgegeben wird und du gefördert wirst. Die Arbeitsagentur versucht mit einer Umschulung eine drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden oder eine schon länger bestehende Arbeitslosigkeit zu beenden. Keine Freude mehr an der erlernten Tätigkeit zu haben, reicht als Grund allein daher nicht aus. Auch deine Motivation spielt eine Rolle, denn eine Umschulung ist kosten- und zeitaufwendig. Weitere Voraussetzungen sind:

  • Mindestalter von 18 Jahren: Um eine Umschulung zu machen, solltest du mindestens volljährig sein.
  • Gute Deutschkenntnisse: Außerdem solltest du über passable Deutschkenntnisse verfügen, um dir theoretische Kenntnisse aneignen und auch in der Praxis gut folgen zu können.
  • Eine angefangene oder abgeschlossene Berufsausbildung: Bei einer Umschulung handelt es sich um eine Zweitausbildung. Daher solltest du eine erste Berufsausbildung bereits abgeschlossen oder zumindest angefangen haben.
  • Berufskrankheit: Wenn du wegen einer Erkrankung oder einem körperlichen Leiden wie beispielsweise Rückenproblemen und psychischen Leiden deine bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben kannst, hast du eine gute Chance eine Umschulung gefördert zu bekommen.
  • Schlechte Berufsaussichten in der erlernten Tätigkeit: Viele Berufszweige haben sich in den letzten Jahren durch technischen Fortschritt stark verändert. Neue Kenntnisse und Fähigkeiten sind gefragt und alte Berufe wie beispielsweise Buchbinder stehen in Verruf bald auszusterben. Wenn du also in einem Beruf arbeitest, dem keine guten Zukunftsaussichten nachgesagt werden, oder du bereits arbeitslos bist und in deinem Beruf nur wenig Aussicht auf einen neuen Job hast, ist eine Umschulung oft die letzte Möglichkeit.
  • Gute Berufsaussichten nach der Umschulung: Eine Umschulung wird fast ausschließlich in Berufen gefördert, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind. Momentan sind das vor allem Pflegeberufe. Deshalb solltest du besser nicht mit einer genauen Berufsvorstellung zum Arbeitsamt gehen, sondern dich von deinem Sachbearbeiter beraten lassen, was es für Möglichkeiten gibt.

Tipp: Informiere dich bereits vorher über deine Möglichkeiten. So kommst du konsequent herüber. Auch wenn du nicht dogmatisch auf einem Beruf beharren solltest, kannst du dir zuvor schon überlegen in welche berufliche Richtung es gehen soll. Beziehe dazu deine Stärken und Schwächen ein und suche vielleicht schon einige Bildungsangebote heraus.

Umschulungsangebote

Es gibt drei verschiedene Umschulungsangebote, die allesamt von der Bundesagentur für Arbeit gefördert werden können. Geförderte Programme findest du unter anderem auf der Seite Kursnet der Agentur für Arbeit und durch Info-Materialien des Arbeitsamtes.

Betriebliche Umschulung: Eine Umschulung kann in einem Betrieb erfolgen und ähnlich einer normalen Ausbildung sein. Das heißt, dass du einige Tage die Woche in der Berufsschule verbringst und den Rest der Zeit im Betrieb. Du bekommst ein Ausbildungsgehalt und erhältst einen anerkannten Abschluss.

Schulische Umschulung: Auch an beruflichen Schulen kannst du eine Umschulung absolvieren, in der eventuell kurze Praxisphasen bzw. Praktika integriert sind. Auch Quereinsteiger können durch eine schulische Umschulung ihre theoretischen Kenntnisse erweitern.

Überbetriebliche Umschulung: Bei dieser Art der Umschulung wird durch entsprechende Bildungsgänge von privatwirtschaftlichen Bildungseinrichtungen ein Berufswechsel vorbereitet. Diese Möglichkeit ist besonders flexibel und lässt sich daher gut mit Familie und anderweitigen Verpflichtungen vereinbaren.

Tipp: Nicht jedes Umschulungsangebot hat die gleiche Qualität. Informiere dich im Voraus, wie gut deine ausgewählte Bildungseinrichtung von den vorherigen Teilnehmern bewertet wurde.

Tipp zur Praxisphase: Versuche deine Praktika und Praxisphasen bereits bei potentiellen Arbeitgebern zu absolvieren. Wenn du einen guten Eindruck machst, hast du die Möglichkeit nach deiner Umschulung übernommen zu werden.

Wie du deine Umschulung finanzieren kannst

Wie du deine Umschulung finanzieren kannst

Eine Umschulung ist meist mit einigen Kosten verbunden, daher wenden sich die meisten Menschen an das Arbeitsamt oder das Jobcenter, um eine finanzielle Förderung zu erhalten. Zudem ist es auch möglich, dass die Sozialversicherung einen Teil der Kosten übernimmt. In manchen Fällen finanzieren außerdem Auffanggesellschaften, die bei der Insolvenz eines Unternehmens in den Betrieb geholt werden, entsprechende Qualifizierungsangebote der Arbeitnehmer.

Die meisten Menschen beziehen bei einer Umschulung allerdings Förderung durch das Jobcenter oder das Arbeitsamt. Dabei müssen sich Langzeitarbeitslose an das Jobcenter wenden; Menschen, die erst seit kurzem arbeitslos sind und zuvor bereits zwei Jahre sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren, wenden sich an das Arbeitsamt. Dies liegt daran, dass Langzeitarbeitslose und Kurzzeitarbeitslose von unterschiedlichen Institutionen Geld erhalten.

Da bei der betrieblichen Umschulung in der Regel ein Ausbildungsgehalt gezahlt wird, können dadurch oft schon einige Kosten abgedeckt werden. Oft erhält der Auszubildende im ersten Umschulungsjahr mehr Gehalt als ein normaler Auszubildende. Dies hängt von den tariflichen Vereinbarungen ab. Zudem ist es möglich zusätzlich zum Ausbildungsgehalt noch Arbeitslosengeld zu beziehen. Auch Lernmittel, Übernachtungs- und Fahrtkosten können von der Arbeitsagentur übernommen werden.

Des Weiteren gibt es viele andere Fördermöglichkeiten, die du in Anspruch nehmen kannst:

  • Von der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter kannst du einen Bildungsgutschein erhalten, der dir in einer schriftlichen Kostenzusage für eine berufliche Weiterbildung eine Förderung versichert.
  • Erfolgreiche Umschüler haben außerdem die Möglichkeiten eine Weiterbildungsprämie zu erhalten, die ihnen nach dem Abschluss der Umschulung ausgezahlt wird, wenn ihre Umschulung mit dem Bildungsgutschein gefördert wurde.
  • Menschen mit geringem Einkommen können auch mit einer Bildungsprämie gefördert werden, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung vergeben wird.
  • Wenn du an einem Lehrgang teilnimmst oder eine Fachschule besuchst, hast du eventuell Anspruch auf Aufstiegs-BAföG, das für Fortbildungen vergeben wird.
  • In einigen Bundesländern ist es auch möglich Weiterbildungschecks, die du bei zugelassenen Bildungsträgern einlösen kannst, und Bildungsurlaube zu beantragen.
  • Du kannst zudem an verschiedenen Förderprojekten, Initiativen und Programmen teilnehmen, durch die du finanzielle Unterstützung erhalten kannst. Informationen dazu findest du bei der Bundesagentur für Arbeit.

Tipp: Wenn du deine Umschulung selbst finanzieren musst, solltest du dich im Vorhinein ganz genau darüber informieren, welche Kosten entstehen. Dazu zählen die Kosten für die Bildungseinrichtung, eventuell wiederholte Prüfungen, Fahrtkosten, Unterkunft und Kinderbetreuung.

Wie lange eine Umschulung dauert

Eine Umschulung dauert in der Regel zwischen mehreren Monaten und zwei Jahren und beträgt 2/3 der normalen Ausbildungszeit. Bei beispielsweise drei Jahren Ausbildungszeit wären das zwei Jahre Umschulungszeit. Dies hängt von dem Umschulungsangebot ab. Handelt es sich um eine schulische oder überbetriebliche Umschulung kann die Dauer nur einige Monate betragen. Betriebliche Umschulungen dauern meist mehrere Jahre.

Umschulung in Teilzeit oder Fernunterricht

Es ist möglich eine Umschulung in Teilzeit zu absolvieren. Dazu wird die wöchentliche Arbeitszeit um 25 Prozent oder mehr gekürzt. Dagegen wird die Berufsschule in Vollzeit besucht. Die Teilzeit-Methode bietet vor allem Eltern mit kleinen Kindern ein gutes Konzept um Beruf und Privatleben zu vereinen. Auch Fernunterricht ist eine gute Möglichkeit, um andere Verpflichtungen mit der neuen Ausbildung zu vereinbaren. Allerdings ist nicht jede Umschulung in Teilzeit oder Fernunterricht durchführbar. Zudem muss man für diese Methoden auch einen längeren Zeitraum als zwei Jahre einplanen. Tipps zum Thema Zeitmanagement findest du hier.

Beliebte Umschulungsberufe
Altenpfleger/in: Besonders Pflegeberufe wie der Altenpfleger sind bei Umschulungen beliebt. Nach deiner Zweitausbildung übernimmst du alltägliche Hilfestellungen und auch therapeutische Arbeiten für Senioren. Für die Umschulung zum Altenpfleger brauchst du die Mittlere Reife. Das Einstiegsgehalt liegt bei mindestens 2.400 Euro brutto monatlich.

Steuerfachangestellte/r: Als Steuerfachangestellter arbeitest du in der Finanzbuchhaltung oder bei einem Steuerberater. Für eine Umschulung solltest du ein gutes Verständnis für Zahlen und wirtschaftliche Themen mitbringen. Es ist außerdem von Vorteil rechtliche Zusammenhänge nachvollziehen zu können. Das Einstiegsgehalt beträgt zwischen 1.500 und 1.900 Euro brutto.

Fachinformatiker/in: Die Umschulung zum Fachinformatiker bietet zwei Spezialisierungsmöglichkeiten; zum einen im Bereich Systemintegration, in dem du dich später um System- und Netzwerkadministration kümmerst, zum anderen im Bereich Anwendungsentwicklung, in dem du dich vor allem mit Softwareentwicklung beschäftigst. Um eine Umschulung zum Fachinformatiker zu machen, brauchst du einen Realschulabschluss und gute Kenntnisse in Mathematik. Das Einstiegsgehalt liegt bei 1.500 bis 2.200 Euro brutto pro Monat.

Fachlagerist/in: Nach einer Umschulung zur Fachkraft für Lagerlogistik bist du für die Überprüfung von Liefer- und Lagerbeständen zuständig. Du brauchst einen guten Hauptschulabschluss, um zum Fachlagerist umschulen zu können. Das Einstiegsgehalt liegt bei 1.800 bis 1.900 Euro brutto pro Monat.

Sekretär/in: Für eine Umschulung zum Sekretär sind Kommunikationsfreude und Organisationstalent gefragt, denn Email- und Telefonverkehr und Terminplanung gehören zukünftig zu deinen Aufgaben. Voraussetzung ist ein Realschulabschluss. Das Einstiegsgehalt beträgt circa 2.000 Euro brutto pro Monat.

Umschulung: Aussicht auf Erfolg?

Umschulung: Die Aussichten auf Erfolg

Eine Umschulung kann für viele Menschen der erhoffte Weg zurück in die Erwerbstätigkeit sein, doch nicht alle Menschen sind nach einer Umschulung erfolgreich. Der beliebteste Umschulungsberuf ist der zum Altenpfleger. Hier ist der Erfolg auch am größten. Zwischen 2013 und 2014 lag die Eingliederungsquote bei circa 82 Prozent. Dagegen konnten nach einer Umschulung zum Verkäufer nur circa 40 Prozent wieder zurück auf den Arbeitsmarkt finden. Dies liegt vor allem daran, dass heutzutage vermehrt Pflegekräfte gebraucht werden. Die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt der neuen beruflichen Tätigkeit spielt bei deinem Erfolg nach der Umschulung also eine erhebliche Rolle.

Tipp: Sollte es auch bei dir nicht direkt nach Beendigung deiner Umschulung mit dem ersehnten Job klappen, verliere nicht den Mut. Arbeite weiter eng mit dem Jobcenter oder dem Arbeitsamt zusammen und schreibe viele Bewerbungen. Dein Sachbearbeiter wird dir immer neue Angebote vorlegen, auf die du dich bewerben kannst. Dadurch dass du zwei Ausbildungen besitzt, hast du viele Vorteile gegenüber anderen Bewerbern. Versuche diese herauszustellen.

Kleiner Bewerbungsguide: Vielleicht fällt es dir schwer eine gute Bewerbung zu formulieren oder du weißt erst gar nicht, was in ein gutes Bewerbungsschreiben oder einen guten Lebenslauf gehört. Keine Panik. Wir haben für dich in unseren Ratgebern die wichtigsten Infos zusammengestellt, damit deiner beruflichen Neuorientierung nichts mehr im Wege steht:

 

Wie du ein gutes Bewerbungsschreiben formulierst

Das gehört in den Lebenslauf

So formulierst du ein überzeugendes Motivationsschreiben

Was es bei einer Initiativbewerbung zu beachten gibt

Das solltest du beim Vorstellungsgespräch beachten

Die 11 häufigsten Fragen beim Vorstellungsgespräch

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Kommentare


Mia 29. März 2018 um 10:41

Hallo und vielen Dank für den interessanten Artikel. Ein Bekannter macht eine Umschulung im ZAL Berlin. Für ihn dürfte der Artikel auch interessant sein.

Antworten

Elisa 21. Mai 2018 um 0:35

Kann man eine Umschulung zur zahnmedizinische Fachangestellten vorzeitig beenden? Ich bin eine von 5 Umschüerinnen und wir lernen in einer Klasse für Auszubildende. Wir sind im 1. Lehrjahr. Die Umschulung endet am 19.12.2019. Da sind die anderen gerade im 3. Lehrjahr.
Ich habe nur sehr gute Leistungen und habe deshalb die Frage , ob ich auch bereits im Sommer 2019 die Prüfung machen könnte.

Antworten

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