Skip to main content

Sprachen lernen: 5 Methoden, 5 Tipps und 3 Fallstricke

Sprachen lernen – aber richtig!

Die nächste Reise ist in Planung, man will sich für den Job weiterbilden oder hat im Urlaub eine nette Bekanntschaft gemacht, sich aber bisher nur mit Gesten und über den Kontext verständigt – der möglichen Motive für das Erlernen einer Sprache sind viele. Doch kann es vorkommen, dass man nicht genau weiß, wie man das Ganze angehen soll. Besonders, wenn man schon seit Längerem keine Sprache mehr gelernt hat oder das noch nie tun musste. Soll man einen Sprachkurs belegen? Oder besser nur ein Buch kaufen? Vielleicht wäre es ratsam, einen privaten Lehrer zu engagieren? Die Optionen sind zahlreich. Vor allem kommt es aber darauf an, einen Weg zu finden, der zu einem passt, damit man mit Freude bei der Sache bleibt.

5 Methoden zum Lernen einer Sprache

Alle Arten Sprachen zu erlernen fußen auf unterschiedlichen Methoden. Und die stützen sich auf verschiedene Ausgangsthesen.

1. Lerntypen

Eine Ausgangsannahme ist, dass jeder auf andere Weise besser lernt. Je nachdem, ob man ein auditiver, visueller, kommunikativer oder motorischer Lerntyp ist, sollte man also das Lehrangebot entsprechend wählen. Wer beispielsweise ein auditiver Lerntyp ist, kann nicht nur still aus einem Lehrbuch büffeln. Wer als visueller Typ eine Sprache geschrieben sehen muss, um sie zu verstehen, sollte sich nicht nur in Konversationsübungen üben.

2. Sprachen lernen durch sprechen

Diese Herangehensweise beim Vermitteln von Fremdsprachen kann man als Gegensatz zur klassischen Methode verstehen. Die Methode wurde vor allem zum Erlernen klassischer Sprachen angewandt. Ziel war es, lateinische oder altgriechische Texte verstehen und übersetzen zu können, indem man grammatische Regeln lernte und einsetzte. Die Methode, die das Sprechen in den Vordergrund stellt, fördert hingegen kommunikative Kompetenzen in den modernen Sprachen.

3. Kommunikative Methode

Hierbei sollen Lernende ein Gefühl für die Zielsprache bekommen, wie etwa in Gesprächen in der Fremdsprache mit Muttersprachlern. Aber auch die Kommunikation unter den Lernenden in der Gruppe wird bei diesem Ansatz gefördert, beispielsweise, indem sie sich gegenseitig Vokabeln erklären. Ergänzend erklärt die Lehrperson die Grammatik.

4. Birkenbihl-Methode

Diese Herangehensweise geht davon aus, dass man am besten wie ein Kind lernt, indem man Sprechern der Zielsprache zuhört und sie nachahmt. Auf diese Weise würde man sich automatisch korrigieren, wenn man Fehler macht. Sprachkurse in einer Gruppe, bei denen vornehmlich das Sprechen trainiert würde, werden von dieser Methode abgelehnt. Denn weil Sprachen lernen nach diesem Ansatz durch Nachahmen geschehe, würde man auch die Fehler der anderen Schüler mitlernen. Die starke Gewichtung des auditiven Lernwegs zeichnet sich auch in der Wahl des Lehrmediums aus: Hier werden vor allem Audio-CDs verwendet.

5. Methodenmix

Um die vier Bereiche Hören, Verstehen, Lesen und Schreiben einer Sprache beherrschen zu können, geht der Methodenmix-Ansatz davon aus, dass man verschiedene Lernmethoden einsetzen muss und die Gewichtung nicht zu einseitig sein sollte.

5 Tipps & Tricks zum Sprachen Lernen

1. Vokabeln lernen mit dem Fünf-Fächer-System

Unser Gehirn hat verschiedene Gedächtnisstadien, die eine Information durchlaufen muss, bevor wir sie uns dauerhaft merken können. Auf diese Weise siebt das Gehirn nutzlose Informationen schnell aus, um sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Das Fünf-Fächer-System wandelt diese Erkenntnis in einen Lerntrick um. Dafür schreibt man die Vokabeln auf Karteikarten und bastelt oder kauft sich eine Kiste, die in fünf Fächer aufgeteilt ist. Jedes Mal, wenn die Vokabel gekonnt wurde, wandert sie ein Fach weiter. Nach dem fünften Fach müsste die Vokabel im Langzeitgedächtnis gelandet sein. Die Methode hat der Publizist Sebastian Leitner im Jahr 1973 entwickelt.

2. Ganze Sätze lernen

Um neue Wörter später richtig verwenden zu können, sollten Lernende neue Vokabeln in ganzen Sätzen lernen. Das verhindert, dass zwar das Wort auswendig gelernt, aber nachher falsch verwendet wird. In der Verständigung ist es auch wichtig, idiomatisch richtig zu liegen. Das heißt, das manche Sätze zwar korrekt sein können, aber so in der Sprache gar nicht verwendet werden. Manche Wörter können je nach Formulierung auch ungewollte Assoziationen hervorrufen. Dem wirkt man entgegen, indem man ganze Sätze oder Formulierungen lernt. Studien haben außerdem ergeben, dass Kinder beim Erstspracherwerb zuerst ganze Sätze lernen und erst später verstehen, dass es sich dabei um einzelne Wörter handelt. Ein einsprachiges (Online-)Wörterbuch kann helfen, Sätze zu finden, in denen das Wort korrekt benutzt wird.

3. Wörter vernetzen

Das mentale Lexikon, also die Art, wie das Gehirn Wörter erinnert, ist wie ein Netz aufgebaut. Je mehr Verbindungen zu einem Wort bestehen, desto wahrscheinlicher ist es, dass man es in einer Kommunikationssituation abrufen kann. Das können Erinnerungen, Gefühle oder Bilder sein. Deshalb sollte man sich trauen, auch Fehler zu machen: Aus einem Fehler entstehen möglicherweise (witzige) Situationen oder Gespräche über das betreffende Wort oder den Satz. Das führt dazu, dass wir uns beim nächsten Mal besser daran erinnern können.

4. Input schaffen

Das Gehirn kann das ganze Leben lang auf die gleiche Art wie ein kleines Kind weiter Dinge aufnehmen, wenn man ihm Futter bietet. Deshalb sollte man sich möglichst viel mit der Sprache umgeben, die man lernen will. Das können Online-Zeitungsartikel sein, Filme, Serien oder Radiobeiträge internationaler Sender. Auch das Hören von Musik und die Auseinandersetzung mit den Texten kann eine gute Möglichkeit zum Sprachen lernen bieten.

5. Das limbische System positiv stimmen

Beschäftigt man sich auf der Zielsprache mit Dingen, die einem sowieso Spaß machen, stellt sich ein positiver Nebeneffekt ein. Das limbische System belohnt den Lernenden und fördert so den Lernfortschritt. Denn negative Gefühle wie Stress und Frustration unterdrücken die Zusammenarbeit der Nerven und hemmt die Konzentration.

3 Fallstricke beim Lernen einer Sprache

Jemand, der sich schon mal bei einem Fitness-Studio anmeldet, weiß, wie das ist: Wenn man damit anfängt, ist der Enthusiasmus groß: Alles ist neu und durch die Anfangsmotivation macht man erst einmal gute Fortschritte. Doch wenn die erste Euphorie verpufft und der Alltag eingekehrt ist, mag das regelmäßige Lernen lästig erscheinen. Hier ist Vorsicht geboten, denn um eine Sprache gut sprechen zu können, sollte man konstant dabeibleiben, um nichts zu verlernen. Um motiviert zu bleiben, sollte man folgende Fallstricke im Auge behalten, um rechtzeitig gegensteuern und sein Ziel erreichen zu können:

1. Durststrecken an unterschiedlichen Stellen

Während man beim Erlernen von Sprachen mit einem anderen Alphabet wie dem Japanischen oder Arabischen direkt am Anfang viel Aufwand betreiben muss, liegt die anstrengende Phase bei einer Sprache mit einer komplexen Grammatik woanders. Eher das Formulieren von Sätzen oder Texten kann hier Probleme bereiten. Andere Sprachen wie das Englische haben eine relativ einfache Grammatik für deutsche Lernende, aber durch das reiche Vokabular merkt man erst als Fortgeschrittener, dass man noch viel zu tun hat. Es kann helfen, herauszufinden, wo die Schwierigkeiten der betreffenden Sprache liegen, damit man sich nicht demotivieren lässt. Hierfür kann die Lehrperson gezielt auf das Problem angesprochen oder ein Muttersprachler um Rat gefragt werden. Außerdem kann es Mut machen, dass andere diese Schwierigkeit auch haben und man damit nicht allein ist. Wenn man sich mit anderen Lernenden zusammentut und sich austauscht, kann man die Gelegenheit nutzen, um eine Lerngruppe zu gründen.

2. Der Alltag, ein Feind nützlicher Gewohnheiten

Stress bei der Arbeit, wenig Zeit, keine Konzentration mehr übrig und dann auch noch Vokabeln lernen? Hier kann es helfen, sich das Lernpensum in kleine Häppchen einzuteilen. So bleibt man dran und es fällt leichter, sich mit der Sprache zu beschäftigen, weil man sich nicht immer wieder neu daran gewöhnen muss. Hier können Sprachlern-Apps helfen, die man zwischendurch oder ein paar Minuten vor dem Schlafengehen benutzen kann.

3. Perfektionismus

Wenn einem generell viel daran gelegen ist, seine Sache sehr gut zu machen, mag man dazu neigen, auch die Sprache, die man lernt, perfekt beherrschen zu wollen. Doch das kann ganz schön frustrierend sein. Zum einen hemmt es einen, einfach mal drauf los zu plaudern. Das wiederum hindert daran, ein Gefühl für die Sprache zu entwickeln und Fehler zu machen, aus denen man lernen kann.

Perfektionismus lässt einen ungeduldig werden, denn so sehr man auch lernt, kann man eine Sprache nicht von einem Tag auf den anderen beherrschen. Ermutigend kann folgender Fakt sein: Grammatikfehler tun oft der Verständigung keinen Abbruch. Dass man eine Sprache perfekt beherrscht, ist außerdem fast nicht möglich. Selbst im Deutschen hat man nicht in jedem Fachgebiet ein so reiches Vokabular wie die Experten auf dem jeweiligen Gebiet. Also sollte man Mut zur Lücke beweisen und sich den Spaß an der Sprache bewahren.