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Berufsbegleitendes Studium: Infos, Tipps & Fallstricke zum erfolgreichen Abschluss

Der Bildungsweg muss nicht unbedingt geradlinig verlaufen. Viele Menschen steigen nach ihrem Schulabschluss direkt in den Beruf ein. Später möchten manche von ihnen ein Studium nachholen und entscheiden sich für ein berufsbegleitendes Studium. Wir zeigen dir, was du dabei beachten musst.

Für wen ist ein berufsbegleitendes Studium geeignet?

Für wen das berufsbegleitende Studium geeignet ist

Ein berufsbegleitendes Studium richtet sich vor allem an Interessierte, die schon länger im Beruf stehen und nun ihr theoretisches Wissen erweitern möchten. Gründe ein Vollzeit-Studium zu umgehen, gibt es viele. Oftmals ist die Finanzierung ein Problem und die Berufstätigkeit neben dem Studium daher unumgänglich. Außerdem verspricht ein akademischer Abschluss bessere Karrierechancen als eine Ausbildung. Deshalb entscheiden sich viele Arbeitnehmer später noch dazu, neben dem Beruf zu studieren und trotzdem weiter Berufserfahrung zu sammeln. Für manche ist das theoretische Lernen auch einfach ein guter Ausgleich zu ihrer praktischen Tätigkeit.

Ein berufsbegleitendes Studium empfiehlt sich vor allem, wenn es eine gute Ergänzung zu dem zuvor erlernten Beruf bildet. Nach einer kaufmännischen Ausbildung bietet sich ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an. Als Fachinformatiker kannst du durch ein Informatik-Studium weitere Kompetenzen erlangen. Und auch in einem sozialen Beruf kannst du deine Karrierechancen durch ein Studium der Sozialen Arbeit verbessern. Soziale, technische und wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge werden sowohl im Bachelor als auch im Master oft berufsbegleitend angeboten. Andere Studienbereiche wie die Geisteswissenschaften können dagegen eher selten berufsbegleitend studiert werden.

In vielen Fällen ist es zeitintensiv und aufwendig neben einer Vollzeit-Beschäftigung eine ganz neue berufliche Richtung einzuschlagen, dennoch ist es möglich. Ist das Studium allerdings langwierig und mit einem Referendariat verbunden wie in Lehramts- und Jura-Studiengängen, solltest du dir vorher genau überlegen, ob du die nötige Disziplin besitzt. Möchtest du in kürzerer Zeit und mit weniger Aufwand einen neuen Berufsweg einschlagen, ist eine Umschulung das Richtige für dich. Dies ist vor allem im handwerklichen und sozialen Bereich zu empfehlen, da in diesen Berufszweigen ein Studium und eine Fortbildung meist in gleicher Weise die Karrierechancen erhöhen.

Allgemein kann man zwischen einem berufsbegleitenden und einem berufsintegrierten Studium unterscheiden. Während das Erstere separat von der beruflichen Tätigkeit absolviert wird, ist das Letztere in die Berufsausbildung integriert. Diese Studienform nennt man auch Duales Studium. Ziel ist es, die Praxis mit der Theorie zu verbinden. Dazu suchst du dir schon bei der Wahl der Ausbildungsstätte einen Betrieb, der mit einer Hochschule kooperiert, damit Ausbildung und Studium gut zu vereinen sind.

Berufsbegleitend studieren: Welche Voraussetzungen gibt es?

Voraussetzungen für ein berufsbegleitendes Studium

Um berufsbegleitend studieren zu können, musst du wie für ein normales Vollzeit-Studium auch bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Allerdings hast du den Vorteil, dass es für viele berufsbegleitende Studiengänge keinen NC gibt und du somit auch mit schlechten Noten eine große Chance hast, angenommen zu werden. Allerdings musst du für bestimmte Studiengänge Eignungstests wie den GMAT (Graduate Management Admission Test) oder Englisch-Tests wie den TOEFL-Test bestehen. Des Weiteren musst du zwischen Bachelor- und Master-Studiengängen unterscheiden:

Bachelor: Damit du ein Bachelor-Studium beginnen kannst, musst du in der Regel die Allgemeine Hochschulreife beziehungsweise das Abitur nachweisen können. Hier erfährst du, wie du das Abitur berufsbegleitend nachholen kannst. Eine fachgebundene Hochschulreife ist gleichwertig. Auch das Fachabitur reicht normalerweise aus, um ein Bachelor-Studium zu beginnen. In manchen Fällen reicht auch eine abgeschlossene Ausbildung, um Zugang zu einem Studium zu bekommen. Anerkannte Abschlüsse sind der Fachwirt, Techniker, Meister und Betriebswirt. Über Umwege kannst du ein Bachelor-Studium anfangen, wenn du zuvor eine Hochschulzugangsprüfung ablegst. Dazu musst du außerdem eine abgeschlossene und anerkannte Berufsausbildung und zwei Jahre Berufserfahrung nachweisen.

Master: In erster Linie musst du zu Beginn eines Master-Studiums den Abschluss in einem Erststudium nachweisen, also schon über einen Bachelor-Abschluss verfügen. Allerdings gibt es seit einigen Jahren die Regelung, dass mehrjährige Berufserfahrung dieses Erststudium ersetzen kann. Allerdings musst du dazu noch eine Eignungsprüfung absolvieren. Auch das Abitur oder das Fachabitur ist immer noch eine Voraussetzung.

Neben formalen Voraussetzungen gibt es auch einige persönliche Eigenschaften, die du für ein berufsbegleitendes Studium mitbringen solltest. Neben deiner beruflichen Tätigkeit musst du nun noch Lernzeiten und eventuell auch Präsenzveranstaltungen in deinen Alltag integrieren. Das erfordert Zeitmanagement, Disziplin und Durchhaltevermögen. Außerdem solltest du dich immer wieder neu motivieren können, um Durchhänger zu vermeiden. Halte dir dazu immer dein Ziel vor Augen und mache dir den Karriereschub bewusst, den du nach Abschluss deines Studiums wahrscheinlich erhältst.

Wie du ein berufsbegleitendes Studium finanzieren kannst

Wie du ein berufsbegleitendes Studium finanzieren kannst

Ein Studium kann teuer sein, vor allem wenn du an einer privaten Einrichtung studierst. Die Kosten variieren jedoch erheblich, so dass keine genaue Schätzung gemacht werden kann. Neben Studiengebühren fallen zudem Kosten für Lernmaterialien, Reisekosten, Prüfungsgebühren und eventuell sogar Kosten für ein Auslandssemester an. Das kann eine Belastung von mehreren Tausend Euro im Jahr sein, je nach Ausbildungsstätte. Den größten Anteil davon bilden die Studiengebühren. In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass du aufgrund deines Studiums unbezahlten Urlaub nehmen musst, etwa wenn du für eine Prüfung lernen möchtest oder viel Präsenzzeit gefordert wird. Auch das kann dich eine Menge Geld kosten.

Damit du nicht allein auf diesen Kosten sitzen bleibst, gibt es einige Finanzierungsmöglichkeiten, die du in Anspruch nehmen kannst. Geld einsparen kannst du beispielsweise dadurch, dass du dein Studium als Werbungskosten von der Steuer absetzt. Dazu brauchst du die Unterstützung deines Arbeitgebers, denn dieser muss die Vorteile deines Studiums für den Betrieb deutlich machen. Das funktioniert allerdings nur, wenn dein Studium mit deiner bisherigen Tätigkeit in Zusammenhang steht. Am besten unterstützt dich in diesem Fall ein Steuerberater.

Auch für ein berufsbegleitendes Studium gibt es Stipendien. Die Auswahl ist allerdings deutlich kleiner als für Vollzeit-Studierende. Das Deutschland-Stipendium beispielsweise richtet sich an Studierende mit besonders guten Leistungen und unterstützt diese mit 300 Euro im Monat. Zudem kannst du mit dem Aufstiegsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bis zu 2.400 Euro jährlich erhalten. Es richtet sich speziell an Menschen mit Berufserfahrung, die ein Erststudium absolvieren. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein berufsbegleitendes Studium auch durch das Weiterbildungsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert werden. Mit diesem Stipendium werden ausschließlich junge Leute bis zum 25. Lebensjahr unterstützt, dessen Studium auf ihre vorherige Berufstätigkeit aufbaut. Übernommen werden unter anderem Kosten für Arbeitsmittel, Reisekosten und Prüfungskosten.

Informiere deinen Arbeitgeber über dein geplantes Studium. Dazu bist du zwar gesetzlich nicht verpflichtet, jedoch ist es durchaus hilfreich von Seiten deiner Arbeitsstelle unterstützt zu werden. Diese Unterstützung kann sich dadurch äußern, dass du von Mehrarbeit freigestellt wirst, du bei der Urlaubsplanung berücksichtigt wirst und Studieninhalte im Unternehmen umgesetzt werden. Vor allem eine versprochene Beförderung nach erfolgreicher Beendigung des Studiums und ein finanzieller Zuschuss zu den Studienkosten können ein Motivationsbooster sein. Durch die finanzielle Unterstützung deines Arbeitgebers wird dir ein Teil deiner finanziellen Belastung abgenommen.

Berufsbegleitendes Studium: Welche Angebote gibt es?

Es gibt verschiedene Methoden, wie du dein berufsbegleitendes Studium absolvieren kannst. Diese Methoden unterscheiden sich in manchen Bereichen stark, in anderen Punkten gehen sie ähnlich vor. Jede Methode hat gewisse Vorteile aber auch Nachteile. Wir stellen dir die unterschiedlichen Methoden vor:

Fernstudium

Das Fernstudium eignet sich besonders gut für ein berufsbegleitendes Studium, da du dir deine Zeit frei einteilen kannst. In der Regel gibt es wenig bis keine Präsenzzeiten. Du kannst den Lernstoff also allein zu Hause bearbeiten. Das kann ein Vorteil und ein Nachteil sein, denn bei Nachfragen hast du keinen direkten Ansprechpartner. Die Lernmaterialien werden dir online zur Verfügung gestellt oder zugesandt. In manchen Fällen kannst du sogar deine Klausuren online schreiben und sparst dir so die Reisekosten. Viele Fernhochschulen sind außerdem recht flexibel, was die Studienmodelle betrifft. So kannst du dein Studium ganz individuell auf deine Bedürfnisse zuschneiden.

Präsenzstudium

Das Präsenzstudium hat eine große Vor-Ort-Komponente

Das berufsbegleitende Präsenzstudium unterscheidet sich von dem normalen Vollzeit-Studium, indem es Elemente des Fernstudiums und Präsenzzeiten verbindet. Die Präsenzzeiten finden meist an Wochenenden statt und ermöglichen eine persönliche Komponente, während die E-Learning-Einheiten Orts- und Zeitunabhängigkeit versprechen. Allerdings musst du hier mit höheren Reisekosten rechnen, da du für die Präsenzveranstaltungen die Anreise und eine Unterkunft bezahlen musst.

Abendstudium

Ähnlich verläuft das Abendstudium. Hier werden Präsenzveranstaltungen meistens abends nach der Arbeit abgehalten, deshalb solltest du darauf achten, dass sich die Einrichtung in der Nähe deines Wohnorts befindet. Auch Blockseminare an Wochenenden werden des Öfteren angeboten. Zusätzlich dazu werden auch viele Lernmaterialien online bereitgestellt, so dass der Lernstoff auch zuhause vorbereitet werden kann. Dadurch dass es vermehrt Präsenzveranstaltungen gibt, hast du viel persönlichen Kontakt zu deinen Kommilitonen und Dozenten. Direkte Nachfragen sind daher kein Problem.

Auch ein normales Teilzeit-Studium an einer Universität, Hochschule oder Fachhochschule eignet sich als berufsbegleitendes Studium. In der Regel belegst du hier im Semester die Hälfte der Module, die für ein Vollzeit-Studium vorgesehen sind. Dadurch dauert das Studium allerdings auch doppelt so lange. Für ein Bachelor-Studium beträgt die Regelstudienzeit also 12 Semester, im Vollzeit-Studium dagegen nur 6 Semester. Diese Methode unterscheidet sich von den anderen berufsbegleitenden Studienmodellen dadurch, dass du dieselben Veranstaltungen wie Vollzeit-Studierende besuchst. Das heißt, dass diese für viele Berufstätige zu ungünstigen Zeiten stattfinden, meistens im Zeitraum zwischen 8 und 16 Uhr. Zudem ist diese Methode nur möglich, wenn du eine Bildungsinstitution in der Nähe deines Wohnorts hast, da der Lernstoff hier vorwiegend in Präsenzveranstaltungen vermittelt wird. Ein Teilzeit-Studium an einer normalen Bildungsinstitution ist deshalb oftmals nur dann möglich, wenn du dir deine Arbeitszeiten im Beruf selbst einteilen kannst.

So sind die Erfolgsaussichten

Einen Beruf ausüben und gleichzeitig studieren, hört sich erst einmal schwierig an, doch jedes Jahr schaffen zahlreiche Studierende neben dem Beruf ihren Abschluss. Da die Hochschulen, die sich auf berufsbegleitendes Studieren spezialisiert haben, ihre Lehrmethoden stark an die Bedürfnisse Berufstätiger anpassen, sind die Durchfallquoten sehr gering. Vor allem Fernhochschulen glänzen mit Abschlussquoten von bis zu 96 Prozent. Auch die relativ hohen Kosten sind ein großer Anreiz dafür, das Studium zu Ende zu bringen. Wir haben dir Dos und Don’ts zusammengestellt, damit auch du dein Studium meisterst:

Dos

  • Halte die Kosten im Blick: Während des Studiums kommen einige Kosten auf dich zu. Es ist wichtig, dass du schon im Vorhinein genug Ausgaben einplanst. Am besten schreibst du alle anstehenden Kosten für dein Studium auf, um den Überblick zu bewahren. Kalkuliere Mehrkosten ein, damit du später nicht in einen finanziellen Engpass kommst.
  • Informiere dein Umfeld: Es ist außerdem wichtig dein Umfeld über deinen Plan zu informieren. Du brauchst nicht nur die Unterstützung deines Arbeitgebers, sondern auch deiner Freunde und Familie, damit auch sie sich darauf einstellen können, dass du in Zukunft weniger Zeit für sie hast und sie dir gegebenenfalls einige Pflichten abnehmen können.
  • Schaffe dir Freiräume: Deine Freizeit wird durch die Doppelbelastung in Zukunft wahrscheinlich oft zu kurz kommen. Daher solltest du dir bewusst Freiräume schaffen, um abschalten zu können. Wenn du ständig arbeitest und dir auch am Wochenende und im Urlaub keine Auszeit nimmst, riskierst du ein Burnout.

Don’ts

  • Es besteht keine Kommunikation mit deinen Dozenten und Kommilitonen: Es ist leichter dir den Lernstoff anzueignen, wenn du Unterstützung von deinen Dozenten und Kommilitonen erhältst. Hast du Fragen, scheue nicht davor zurück deine Dozenten anzusprechen. Zudem solltest du Kontakt zu deinen Kommilitonen aufnehmen. In einer Lerngruppe lernt es sich gleich viel leichter, auch wenn diese nur virtuell besteht.
  • Du beschäftigst dich nicht ausreichend mit deinen Studiumsinhalten: Ein großer Fehler besteht darin, den Lernstoff auf die leichte Schulter zu nehmen. Nimm dir genug Zeit dich mit den Inhalten zu beschäftigen. Auch Emails und Anmerkungen deiner Dozenten solltest du aufmerksam durchlesen, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Vor allem vor Prüfungen solltest du dir genug Zeit zum Lernen einplanen.
  • Du schaffst dir keinen Arbeitsplatz: Damit du dein Studium erfolgreich abschließt, solltest du dir zuhause einen eigenen Arbeitsplatz zulegen. Lernst du im Wohnzimmer, in der Bahn oder sogar an deiner Arbeitsstelle, kannst du leicht abgelenkt werden. Setze dich lieber zu Hause an den Schreibtisch, um produktiv zu sein. Am besten klappt das, wenn du dir dazu noch feste Lernzeiten einplanst.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei deinem berufsbegleitenden Studium!

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