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Initiativbewerbung schreiben: 10 Tipps und Regeln für die perfekte Bewerbung

Viele Bewerber setzen beim Kampf um den Traumjob auf eine Initiativbewerbung. Sie wollen den Vorteil nutzen, dass sie sich außerhalb der Konkurrenz um eine bestimmte Stellenanzeige befinden. Die Kunst liegt darin, den Personaler so zu begeistern, dass er dich als Bereicherung für das Unternehmen betrachtet, auch wenn aktuell noch kein konkreter Bedarf besteht. Wir stehen dir dabei mit hilfreichen Informationen, Tipps und Regeln zur Seite.

Begriffserklärung: Initiativbewerbung vs. Blindbewerbung

Der Begriff “Initiativbewerbung” wird oft mit der sogenannten “Blindbewerbung” gleichgestellt. Es gibt aber einige bedeutende Unterschiede. Eine Bewerbung erfolgt “blind”, wenn in keiner Weise dazu aufgefordert wird, sich im Unternehmen zu bewerben. Ein beliebtes Verfahren von Bewerbern ist es, eine Muster-Bewerbung zu schreiben und diese dann blind an diverse Betriebe zu verschicken. Die Erfolgsquote ist dabei verschwindend gering. Oft werden solche Blindbewerbungen nicht einmal angesehen, da sie weder auf individuelle Art überzeugend sind, noch eine persönliche Anrede enthalten und in den meisten Fällen auch gar kein Bedarf besteht.

Eine Initiativbewerbung hingegen erfolgt gegen eine direkte oder subtile Aufforderung des Unternehmens. Wenn gerade kein Bedarf einer bestimmten Stelle besteht, kann man es trotzdem gern versuchen, heißt es hier häufig. Generelles Interesse an neuen Mitarbeitern ist also gegeben. Es kann mit Individualisierung und Personalisierung gepunktet werden.

Unterschiede zur klassischen Bewerbung auf eine Stelle

Die Bewerbungsunterlagen sind dieselben wie bei einer gewöhnlichen Bewerbung. Der Hauptunterschied liegt im Anschreiben. Bei einer Initiativbewerbung muss hier von der Notwendigkeit der eigenen Person für das Unternehmen überzeugt werden. Das bedeutet: so viel Persönlichkeit zeigen wie in einem Motivationsschreiben und zusätzlich alle wichtigen Aspekte des klassischen Bewerbungsschreibens aufgreifen. Dazu mehr im Kapitel “Aufbau und Layout deiner Initiativbewerbung”.

Wann ist eine Initiativbewerbung sinnvoll?

Du solltest dich immer absichern und nie auf eine einzige Initiativbewerbung verlassen. Wenn du in einem festen Job bist, der zwar gefällt, du aber schon seit Längerem an deinen Traumjob denken musst, ist es weniger bedenklich nur eine Bewerbung zu verschicken. Die Wartezeit bei Initiativbewerbungen ist in der Regel länger, da kein akuter Zeitdruck für das Unternehmen herrscht. Bis die Initiativbewerbungen durchgesehen werden oder plötzlich doch Bedarf entsteht, kann einige Zeit vergehen. Falls es nicht klappen sollte, hast du immerhin noch deinen eigentlichen Job.

Wenn du Zeitdruck bei deiner Jobsuche hast, solltest du nicht ausschließlich Initiativbewerbungen versenden. Sichere dich immer mit einigen klassischen Bewerbungen auf konkrete Stellen ab. Auf unserer Website haben wir noch viele hilfreiche Infos zum Bewerbungsschreiben, Motivationsschreiben sowie Tipps für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch.

Wenn vom Betrieb nicht direkt zu einer Initiativbewerbung aufgefordert wird, du dich aber trotzdem unglaublich für das Unternehmen begeisterst, ruf doch einfach mal bei dem Personalverantwortlichen an und frag nach, ob in nächster Zukunft eine Stelle frei wird. Somit kannst du deine Chancen direkt realistisch einschätzen. Vielleicht bist du sogar der Erste, der sich meldet und vermittelst sofort einen engagierten Eindruck. Zudem kannst du direkt erfragen, an wen du deine Bewerbung richten darfst und kannst nach Möglichkeit schon einen vertiefenden Eindruck von dir geben.

Welche Vorteile hat eine Initiativbewerbung?

Zunächst einmal beweist du mit einer Bewerbung dieser Art, dass du Willenskraft besitzt, hinter dem Unternehmen stehst, mutig und motiviert bist. Da du deine Bewerbung nicht auf eine explizite Stellenanzeige zuschneiden musst, bekommst du die Gelegenheit deine Motivation für deinen Wunscharbeitgeber ausführlich darzulegen. Hierbei ist es wichtig eine individuelle Begründung dafür zu geben, warum dieser dich einstellen sollte. Erwähne auf jeden Fall auch deine Qualifikationen und Soft Skills, die dich für den Job eignen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass bei plötzlichem Bedarf deine Bewerbung schon vor Ort und Stelle ist. Du hast also Erfolgschancen auf dem sogenannten “verdeckten Arbeitsmarkt”. Bevor konkrete Stellen ausgeschrieben werden, kommen oft zuerst die Bewerber mit Vitamin B und danach die Initiativbewerber ins Spiel. Dann wird abgewogen, auf welche Art von Stelle sich beworben wurde und ob schon jemand passendes dabei ist. Die Konkurrenz ist demnach bedeutend kleiner als bei ausgeschriebenen Stellenanzeigen, auf die im Schnitt um die 50 Bewerbungen erfolgen.

Was gibt es zu beachten? – Inhalt, Regeln und Tipps

Selbstanalyse

Bevor du dich bewirbst, solltest du dir im Klaren darüber sein, was du eigentlich möchtest. Zielstrebigkeit kommt in jedem Bewerbungsschreiben gut an. Vermeide allgemeine Aussagen, die den Eindruck vermitteln, du würdest theoretisch jeden Job in diesem Unternehmen machen. Wo liegen deine Stärken und mit welchen Unternehmen kannst du dich identifizieren? Kurz gesagt: Was würde dich glücklich machen? Aus reinem Pflichtbewusstseinlässt sich keine angeregte Bewerbung schreiben. Wenn du dich wirklich für den Job begeisterst, schreibt sich die Bewerbung fast wie von selbst.

Kanalisiere deine Stärken und vermarkte dich vor allem selbst. Denk immer daran: Bescheidenheit ist besonders bei einer Initiativbewerbung tödlich. Schließlich willst du den Personaler ja davon überzeugen, dass du einen Mehrwert für den Betrieb hast und ihn nicht darum bitten, dir einen Job zu geben, weil du ihn so dringend brauchst.

Stellenbewerbung auch ohne Stellenanzeige

Eine Initiativbewerbung sollte sich trotz fehlender Stellenanzeige immer auf eine konkrete Stelle beziehen. Ansonsten könnte der Eindruck entstehen, dass du nur aufgrund des Namens bei dem Unternehmen arbeiten möchtest oder einfach nur irgendeinen Job haben möchtest, der dir nicht am Herzen liegt. Du solltest dich auch nicht als universelles Multitalent präsentieren, dass sich überall im Unternehmen einsetzen lässt. Meistens wird das nicht als flexibel oder talentiert gedeutet, sondern lässt möglicherweise auf Unentschlossenheit und Sprunghaftigkeit schließen. Die Stelle, für die du dich interessierst, sollte sich wie in jeder üblichen Bewerbung auch in der Überschrift des Bewerbungsschreibens wiederfinden.

Recherche

Gerade, wenn man keine genaue Vorstellung davon hat, welche Fülle an Kenntnissen für den Wunschberuf gefordert sind, sollte gründlich recherchiert werden. Schau dir zum Beispiel andere Stellenanzeigen in diesem Bereich an und versuche deine bisherigen Erfahrungen ins rechte Licht zu rücken.

Zudem sollte eine gründliche Recherche zum angestrebten Unternehmen die Basis deiner Bewerbung sein. Nur so kannst du sie individuell darauf abstimmen und erhöhst deine Erfolgschancen. Dazu gehören Unternehmensgeschichte, benötigte Grundqualifikationen, Informationen zu besetzten Stellen und potentielle Lücken, zukünftige Projekte, Expansionspläne sowie andere Ziele und Werte. Deine ausführliche Vorbereitung kannst du dazu nutzen, dem Personaler das Gefühl zu geben, dass tatsächlich noch Bedarf ist und eine weitere Stelle besetzt werden sollte.

Bei kleineren bis mittelständigen Unternehmen fehlt teilweise eine breite Online-Präsenz. Es kann demnach nicht so leicht recherchiert werden. Eine Alternative bieten direkte Kontakte zu ehemaligen oder noch beschäftigten Mitarbeitern über Jobmessen oder Online-Jobportale wie Xing oder LinkedIn. Versuche bei der Kontaktaufnahme eine gewisse Distanz zu wahren und deine intensive Recherche nicht offen auf den Tisch zu legen. Dein Kontakt könnte sich sonst womöglich eingeengt fühlen.

Tipp: Checke vor jeder Bewerbung deine Online-Profile. Gerade Xing wird oft dazu genutzt, sich über Bewerber zu informieren. Deine Profile sollten stets aktuell sein, um auch für Recruiter attraktiv zu wirken.

Verzichte auf stumpfe Fakten im Anschreiben deiner Initiativbewerbung

Die Fakten über deine Ausbildung und weitere Abschnitte deines Lebens finden sich alle im Lebenslauf. Du brauchst dich also nicht zu wiederholen. Die Ausnahme gilt nur, wenn du eine bestimmte Fähigkeit explizit hervorheben willst, die du beispielsweise bei einem Praktikum oder Studienabschnitt erworben hast. Diese sollte natürlich zum angestrebten Unternehmen passen. Ansonsten geht es darum so viel wie möglich von deiner Motivation und deiner Persönlichkeit zu berichten.

Ein lebhafter Schreibstil erhält die Spannung

Verzichte auf monoton klingende Formulierungen und zu viel Fachsprache. Nur seriös zu schreiben kann nicht nur langweilig für den Leser sein, du wirkst somit auch extrem ernst. Man könnte an deiner sozialen Kompetenz und Überzeugungskraft zweifeln. Verwende also viele lebhafte Verben und ungewöhnliche Adjektive, die du nicht in jeder Musterbewerbung findest.

Habe Mut auch mal ungewöhnliche Sätze mit einzubauen und den Abschnitt über dich wie eine kleine Geschichte zu verfassen, die sich leicht lesen lässt. Um zu prüfen, ob die Aufmerksamkeit des Lesers während deiner Initiativbewerbung nicht schwindet, lies sie Bekannten oder Freunden vor, die dir ein ehrliches Feedback geben können. Baue keine überlangen Sätze mit zahlreichen Kommata ein, um deine Redegewandtheit zu präsentieren, sondern versetze dich in die Lage des Lesers, der es leicht haben möchte und deine Bewerbung wie von selbst weiterlesen soll.

Aufbau und Layout deiner Initiativbewerbung

Initiativbewerbung: Besondere Spielregeln für Anschreiben und Lebenslauf.

Der Aufbau ist ähnlich, das Layout genau wie bei einem klassischen Bewerbungsschreiben. Die feinen inhaltlichen Unterschiede beziehen sich auf den Fließtext. Im Briefkopf findet sich wie üblich deine Anschrift, des Weiteren die Unternehmensanschrift, Ort und Datum. Die danach folgende Überschrift muss nicht immer den Begriff “Initiativbewerbung” beinhalten. Wichtig ist es, die angestrebte Stelle oder Berufsbezeichnung zu nennen, für die du dich bewirbst.

Die Einleitung sollte sowohl packend als auch informativ sein. Der Unterschied zur Einleitung in der klassischen Bewerbung liegt darin, dass bereits im ersten Abschnitt deine Motivation zum Vorschein kommen sollte. Auch der Hauptteil sollte weniger auf eine genaue Stelle zugeschnitten sein als bei der klassischen Bewerbung. Deine Persönlichkeit und Motivation stehen auch hier im Vordergrund. Der Schlussteil soll den Personaler dazu anregen über dich nachzudenken und dich bei Bedarf in die engere Wahl zu ziehen. Du bittest darum, deine Einsatzmöglichkeiten zu prüfen und dich zu kontaktieren. Auch hier sollte noch einmal dein Interesse an genau diesem Unternehmen durchschimmern.

Nach üblicher Grußformel und Unterschrift nennst du ganz zum Schluss noch alle wichtigen Anlagen und hängst sie an. Dazu gehören: Lebenslauf, Abschluss- und Arbeitszeugnisse, Zertifikate, Bewerbungsfotos und dergleichen.

Vollständige Unterlagen oder Kurzbewerbung?

Die Definition einer Kurzbeschreibung ist ebenfalls kurz. Zur ihr gehören lediglich Anschreiben und Lebenslauf. Oft fehlt sogar das Bewerbungsfoto. Viele Bewerber denken, dass eine Kurzbewerbung schon reicht, um mal anzutesten, ob bei ihrem Wunschunternehmen bald ein Platz frei wird. Das Unternehmen wird sich bei Bedarf schon für weitere Informationen melden. Leider ist dies nicht der Fall. Wieder hilft es, sich in die Personaler hineinzuversetzen. Die Bewerber, die direkt schon alle Unterlagen mitgeliefert haben, haben deutlich bessere Chancen. Sie werden selbstverständlich schneller zu einem Gespräch eingeladen als diejenigen, die erst eine Einladung für weitere Informationen und Nachweise brauchen. Also bitte bei Initiativbewerbungen immer alle wichtigen Anlagen mit hineinnehmen.

Kurzbewerbungen sind auf Jobmessen Gang und Gebe. Bei Studenten- oder Aushilfsjobs werden sie oft explizit gefordert. Diese Jobs sind meistens nicht für eine längere Zukunft angedacht. Der Arbeitgeber hat in diesem Fall auch kein Interesse an diversen Zeugnissen oder Zertifikaten.

Wichtiger Tipp für jede Bewerbung: Deine Anlagen solltest du immer in einer PDF-Datei zusammenführen. Der Personaler muss sich sonst die Mühe machen, all deine Anhänge einzeln zu öffnen, und verliert leicht den Überblick. So kann er schnell einen chaotischen Eindruck von dir bekommen und ist zugleich schon von dir genervt, bevor er überhaupt dein Anschreiben gelesen hat. Der erste Eindruck per E-Mail ist in diesem Fall schon mal negativ. Wenn du alle Dateien zusammenfügst, kann er hingegen einfach herunterscrollen und bleibt im Lesefluss, anstatt ständig unterbrochen zu werden.

Inhalt des Bewerbungsschreibens deiner Initiativbewerbung

Der Fokus liegt auf deinen persönlichen Qualifikationen. Hier sind eher Soft als Hard Skills gefragt. Lebe dich aus und zeige möglichst viele Facetten deiner Persönlichkeit. Mit einer Initiativbewerbung hast du den Vorteil, dass du keine Bewerbung auf genau eine Stelle maßschneidern musst. Dir stehen keine Anforderungen im Weg, für die du dich verbiegst oder Wahrheiten verdrehst. Das Motto einer Initiativbewerbung ist Leidenschaft. Die konkreten Inhalte finden sich auch in einem Motivationsschreiben.

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