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Lebenslauf schreiben: 6 Tipps für eine bessere Bewerbung

Irgendwann im Leben steht jeder vor der Aufgabe, einen Lebenslauf zu schreiben. In fast allen Fällen verlangen die potentiellen Arbeitgeber heutzutage tabellarische Lebensläufe von den Bewerbern. Doch wie sieht der perfekte Lebenslauf aus? Was soll rein und was lasse ich lieber weg? Hier gibt es 5 Tipps für dich, worauf du beim Schreiben deines eigenen Lebenslauf achten solltest.

Lebenslauf schreiben: Die Vorbereitung

Damit du beim Schreiben deines Lebenslaufes schnell voran kommst und nichts vergisst, solltest du bevor du beginnst alle relevanten Daten und Dokumente, die du in deinem bisherigen Leben erarbeitet hast, zusammensuchen und strukturieren. Für deinen Lebenslauf wichtige Dokumente sind zum Beispiel Schulzeugnisse, Praktikumsbescheinigungen, Bescheinigungen über Nebenjobs oder Arbeitszeugnisse eines vorigen Arbeitgebers. Auch Bescheinigungen und Zertifikate über Weiterbildungen, Trainerscheine oder Sprachkenntnisse können, je nach Bewerbung, wichtig und hilfreich sein.

Das Ordnen und  Strukturieren deiner Unterlagen vor dem Verfassen deines Lebenslaufs spart nicht nur Zeit, da du nicht ständig in alten Ordner oder auf deinem Schreibtisch suchen musst, sondern es hat auch den Vorteil, dass du dich vorher nochmal intensiv mit deinem Lebensweg und deinen Leistungen auseinandersetzt. Ein Tipp bevor es losgeht: Versuche schon beim Strukturieren deiner Dokumente deine Zeugnisse und Unterlagen nach Wichtigkeit zu sortieren. Mache dies vor allem im Bezug auf die Stellen auf die du dich bewerben möchtest. Zum Beispiel macht es mehr Sinn, einen Trainerschein etwas weiter nach vorne zu stellen, wenn du dich auf eine Führungsposition bewirbst, wobei dein Nebenjob als Servicekraft da weniger eine Rolle spielt.

Inhalt des Lebenslaufs

Was genau in einen Lebenslauf reingehört und was nicht hängt zum einen von der Stelle ab auf die du dich bewirbst, aber auch von der Erwartungshaltung der potentiellen Arbeitgeber. Auch die gesellschaftlichen Konventionen spielen eine wichtige Rolle. Grundsätzlich gibt es keine 100-prozentig richtige Lösung. Ein guter Weg ist oft der, sich an den Anforderungen der Stellenausschreibung zu orientieren, dabei aber nicht aus den Augen zu verlieren, welche Angaben verpflichtend und welche freiwillig sind.

Daten

Ohne Inhalt kein Lebenslauf

Deine Daten sind natürlich ein etwas komplizierter Thema. Hier stellt sich natürlich sehr schnell die Frage, was du eigentlich angeben musst und was nicht. Grundsätzlich gilt natürlich, dass du deinen Namen, deine Anschrift und deine Kontaktdaten wie Telefonnummer und Emailadresse angeben musst. Alle anderen Daten sind optional. Dazu gehören Dinge wie Geschlecht, Alter, Familienstand, Familienzugehörigkeit oder Staatsangehörigkeit. Das Geschlecht kann sich der Personaler oft natürlich aus dem Namen zusammenreimen. Auch das Alter können geschulte Augen durch die Angaben der Berufsausbildung sehr gut schätzen.

Deswegen ist es hier ratsam einfach offen zu sein, da von vielen Personalern diese Angaben einfach auch oft vorausgesetzt werden. Was allerdings die Staatsangehörigkeit oder den Familienstand betrifft ist es immer eine große Abwägung, da auch wenn es gesetzlich klar geregelt ist, für den Bewerber Vor- oder Nachteile entstehen können. Deswegen solltest du hier besonders gut nachdenken, was du von dir preisgeben möchtest. Eindeutig ist es natürlich vor allem dann, wenn der potentielle zukünftige Arbeitgeber in die Stellenausschreibung explizit hineinschreibt, auf welche Angaben du gerne verzichten kannst. Bei Zweifeln hilft auch immer ein kurzes Telefonat mit der betreffenden Personalabteilung oder dem zuständigen Mitarbeiter.

Schulausbildung und akademische Laufbahn

Es hat sich in den letzten Jahren bewährt die Schulausbildung und die akademische Ausbildung getrennt voneinander in den Lebenslauf zu schreiben und vor allem getrennt von deiner Berufserfahrung. Dabei solltest du im Bezug auf die Schulausbildung aber nur deine weiterführende Schule angeben. Deine Grundschule ist in diesem Fall wenig interessant, da diese Schulform in Deutschland jeder durchlaufen hat. Wichtig ist dann die Schulform der nächsten Schule und vor allem der Abschluss zusammen mit der Abschlussnote. Wenn du allerdings noch ein Studium danach absolviert hast, kannst du diese Note auch weglassen, denn danach zählt die Abschlussnote deines Studiums.

Beim Auflisten deiner akademischen Laufbahn benutzt du wieder eine neue Zeile, um sie von deiner schulischen Laufbahn abzugrenzen. Liste hier deine Studienfächer auf und schreibe dein Abschlussnote dazu. Wenn du außerdem noch Aufbaustudiengänge oder Abschlüsse einer Fernuniversität haben solltest, gehört diese auch in diesen Abschnitt. Wenn du stattdessen oder zusätzlich eine Berufsausbildung genossen hast, solltest du dies auch in einer separaten Zeile mit gesonderter Überschrift tun.

Berufserfahrung

Bei der Berufserfahrung ist es ähnlich wie bei der Schul- beziehungsweise akademischen Ausbildung. Hier solltest du eine eigene Zeile mit eigener Überschrift anfertigen. Es hat sich in den letzten Jahre bewährt, dass du mit deiner letzten Tätigkeit beginnst und dabei dann chronologisch zurück in der Zeit gehst. Bei der Beschreibung deiner Tätigkeit solltest du immer darauf achten, dass du erst den Arbeitgeber nennst und dann deinen vollständigen Aufgabenbereich.

Zusatzqualifikationen

Zu deinen Zusatzqualifikationen gehört alles, was du zusätzlich zu deiner Arbeit noch für Fähigkeiten hast. Das können zum Beispiel Computerkenntnisse, die Fähigkeit zu Fotografieren oder Fremdsprachenkenntnisse sein. Wichtig ist, dass du konkrete Angaben machst, welche Fähigkeiten das sind und in welchem Grad du die Dinge beherrschst. Bei Fremdsprachen kannst du dazu als Skala zum Beispiel den europäischen Referenzrahmen verwenden. Das ist eine auf europäischer Ebene allgemein verständliche Einordnung in ein bestimmtes Sprachniveau von A1-C2.

Außerdem kannst du angeben, ob du an bestimmten Workshops, Zusatzausbildungen oder Ferienkursen teilgenommen hast. Auch eine Information über die Art deines Führerscheins könnte wichtig für den Arbeitgeber sein. Vor allem dann, wenn der Führerschein obligatorisch für den Job ist.

Hobbys und ehrenamtliche Tätigkeiten

Die Auflistung deiner Hobbys ist keine Pflicht und wird je nach Hobby und auch Personaler anders gesehen. Hier solltest du also vorher gut überlegen, was du von dir preisgibst und wie du es tust. Riskante und zeitintensive Hobbys können einen zukünftigen Arbeitgeber eventuell abschrecken, können aber auch ein großer Pluspunkt sein. Generell gilt, dass ein Hobby, das irgendeinen Bezug zur Arbeitsstelle hat, meistens gut ankommt. Auch wenn du ehrenamtlichen Tätigkeiten nachgehst, solltest du diese unbedingt erwähnen. Auslandsaufenthalte solltest du demnach auch nicht verschweigen. Wenn du eine gemeinnützige Tätigkeit noch mit einem Auslandsaufenthalt verbinden kannst, umso besser.

Die 3. Seite

Die sogenannte „Dritte Seite“ ist ein Phänomen, dass es in Deutschland noch nicht so lange gibt. Es kommt aus dem englischsprachigen Bewerbungsraum und erfreut sich seit einigen Jahren einer immer größer werdenden Beliebtheit, da es die Bewerbung deutlich aufbessern kann. In der „Dritten Seite“ beschreibst du nochmal deine Schlüsselqualifikationen, persönlichen Talente und Interessen, die im Lebenslauf nicht deutlich genug gesagt werden konnten oder wegen der Länge des Lebenslaufes nicht mehr reingepasst haben. So hast du die Möglichkeit auf einige interessante Aspekte deines Werdeganges und deiner Person nochmal einzugehen.

Genauer gesagt kannst du auf der „Dritten Seite“ deine persönlichen Stärken, also die sogenannten „soft skills“ deutlicher machen. Mache dies aber unbedingt anhand von passenden Beispielen und Tätigkeiten. Du solltest also nicht einfach nur schreiben „Ich bin kreativ, engagiert und kann ein Team führen“, sondern dies begründen. Zum Beispiel Führungserfahrung durch deine Tätigkeit als Teamleiter bei einer bestimmten Firma.

Dir sollte aber klar sein, dass die Dritte Seite keine Pflichtseite ist, sondern nur als Ergänzung zum Lebenslauf gesehen wird. Du bietest hier lediglich die Gelegenheit mehr über deine Person zu erfahren und hast dadurch die Möglichkeit, vielleicht den entscheidenden Ausschlag für eine Einladung zum Bewerbungsgespräch zu geben.

Tabellarischer Lebenslauf: Layout und Aufbau

Minimalistischer tabellarischer Lebenslauf

Der bedeutendste Punkt bei deinem Lebenslauf ist, dass der Personaler die wichtigsten Informationen über dich auf einen Blick erhält. Bei beliebten Stellen, auf die sich im Schnitt ungefähr 300 Menschen bewerben, ist es nicht selten, dass der Personaler kaum mehr als fünf Sekunden für einen ersten Eindruck verwendet. In dieser Zeit musst du punkten, da sonst die Gefahr besteht, dass deine Bewerbung in der Masse der anderen Bewerbungen völlig untergeht. Deswegen ist es enorm wichtig, dass du nicht nur inhaltlich einen sehr guten Eindruck machst, sondern vor allem auch dein Layout sauber und stimmig ist und du deinen Lebenslauf sehr gut formatiert hast. Wie so oft im Leben: Hier zählt der erste Eindruck. Der Aufbau und das Layout eines Lebenslauf ist natürlich, wie alle anderen Inhalte deines Lebenslaufs auch, ein sehr individueller Aspekt und folgt in der Regel gewissen Normen. Natürlich sind dir gestalterisch keine Grenzen gesetzt, vor allem, wenn du in Kreativ-Berufen arbeitest. Die meisten Arbeitgeber wollen allerdings eine relativ klassische Form des Lebenslaufes haben. Zur ersten Orientierung kannst du dich hier nach den zwei klassischen Designregeln richten.

Form folgt Inhalt: Das heißt, dass dein Layout niemals dominanter sein darf als der Inhalt deines Lebenslaufs. Er darf allenfalls eine unterstützende Funktion einnehmen und so auf den Inhalt hinweisen oder ihn hervorheben.

Weniger ist mehr: Entscheide dich vorher für eine bestimmte Optik zum Beispiel bei der Schriftart und der Größe. Hier solltest du auch darauf achten, dass du die Stillmittel wie kursiv, fett oder unterstrichen nicht zu oft einsetzt. Es reicht, wenn du etwas nur einmal hervorhebst.

Schriftart

Die am häufigsten verwendeten Schriftarten sind Arial, Verdana, Times New Roman oder Georgia. Der Grundgedanke ist nicht schlecht, allerdings unterscheidet sich dann dein Lebenslauf nicht besonders von anderen Lebensläufen. Hier empfehlen sich für dich durchaus Alternativen, denn die meisten Textverarbeitungsprogramme bieten da sehr geeignete Schriftarten, die ähnlich wie die oben erwähnten seriös wirken und gut lesbar sind. Verzichten solltest du allerdings auf Zierschriftarten wie ComicSans.

Verwende in deinem Lebenslauf nur eine oder maximal zwei Schriftarten. Wenn es unbedingt eine zweite sein muss, dann nur zur optischen Betonung von Dingen wie Überschriften oder Kopfzeilen. Das Ziel deiner Bewerbung sollte sein, dass du den Eindruck eines einheitlichen Konzepts hinterlässt, welches du gut durchdacht hast.

Fotoposition

Für das Foto und seine Position hast du auch mehrere Möglichkeiten. Standard ist, das Foto rechts oben in die Ecke des Lebenslaufes einzufügen. Die linke Seite geht natürlich auch. Oder du verzichtest im Lebenslauf selbst auf das Foto und designst noch ein Deckblatt, auf dem du dein Foto wesentlich prominenter abbilden kannst als im Lebenslauf selbst. Bei der Größe des Bildes kannst du dich daran orientieren, dass das Bild etwas größer sein sollte als ein Passbild. Als Abmessung gilt ungefähr 4,5 cm x 6 cm. Wenn das Foto auf dem Deckblatt ist, kannst du von einer Abmessung von ungefähr 6 cm x 9 cm ausgehen.

Spalten

In der Vergangenheit hat sich ein sehr einfaches wie kluges Konzept bewährt. Dabei gliederst du deinen Lebenslauf in zwei Spalten. Auf der linken Seite solltest du die Daten deiner Tätigkeiten festhalten und auf der rechten Seite dann die genauen Beschreibungen deiner Tätigkeiten. Das schafft für den Personaler einen guten Überblick und folgt der allgemeinen Leserichtung von links nach rechts. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, alles in eine oder aber mehr als zwei Spalten zu schreiben, allerdings besteht dabei die Gefahr, dass der Lebenslauf dann sehr unübersichtlich wirkt.

Bewerbungsfoto

Das Bewerbungsfoto ist in Deutschland ein wichtiger Bestandteil der Bewerbung. In keinem anderen Land der Welt ist das Bewerbungsfoto für den Erfolg der Bewerbung so wichtig wie bei uns. Bewerbungen ohne Foto haben hierzulande wenig Aussicht auf Erfolg. Dagegen ist es allerdings in ganz wenigen Ländern der Welt überhaupt üblich, deiner Bewerbung ein Foto beizufügen. Warum diese Tatsache in Deutschland so gehandhabt ist, ist nicht nachvollziehbar. Viele fordern deswegen auch in Deutschland immer häufiger eine anonyme Bewerbung, damit auch wirklich nur die Leistung und die wirklichen Fähigkeiten eine Rolle spielen und nicht das Geschlecht, das Alter oder etwa die Nationalität.

Da es nun aber bei uns so ist, solltest du besser aus dieser Tatsache eine Tugend machen, denn Bilder haben häufig eine enorme Wirkungskraft auf den Betrachter und können, wenn sie gut gemacht sind, den ersten Eindruck verbessern und dir Tür und Tor öffnen. Folgende Punkte sind bei einem Bewerbungsfoto unbedingt zu beachten:

Rücke dich in deinem Bewerbungsfoto so gut wie möglich ins richtige Licht und zeige dich von deiner Schokoladenseite. Gut ist auch einen Profi mit dem Anfertigen von den Fotos zu beauftragen. Oft wissen professionelle Fotografen auch über aktuelle Trends bei Bewerbungsfotos bescheid. Es schadet aber auch nicht, sich selbst vorher nochmal zu informieren, was gerade gewünscht ist, denn auch Bewerbungen unterliegen Trends. Unbedingt solltest du aber auf deinem Foto lächeln und positiv wirken. Vermeide deswegen eine verschlossene Körperhaltung. Kleide dich ebenfalls der Branche entsprechend und ziehe etwas Ordentliches an.

Lücken im Lebenslauf

Lücken im Lebenslauf: Partyreise? „Sprachaufenthalt“!

Klar kommt es immer wieder vor, dass du in bestimmten Lebensphasen,die ein oder andere falsche Entscheidung getroffen hast und deswegen zum Beispiel das falsche Fach studiert hast oder unerwartet gekündigt wurdest. Kein Mensch hat einen makellosen und perfekten Lebenslauf, und Lücken sind in der heutigen Arbeitswelt relativ normal. Allerdings kommt es immer darauf an, wie du mit diesen Lücken umgehst und wie du sie der Personalabteilung deines nächsten Arbeitgebers verkaufst.

Im Großen und Ganzen sind diese Lücken im Lebenslauf also kein Problem, sie wecken beim Personaler aber in der Regel Neugierde und provozieren Nachfragen. Wie solltest du aber nun damit umgehen? Dafür gibt es eine große Grundregel. Vermeide es zu lügen, denn das finden geschulte Personen ohnehin heraus. Sage lieber die Wahrheit und verpacke sie dabei einfach gut. Eine längere Reise kann so zum Beispiel zum Sprachaufenthalt werden.

Aber was gilt denn überhaupt als Lücke? So generell kann man das in den meisten Fällen gar nicht sagen aber als Faustregel kannst du dir folgendes merken. Alles was länger als zwei Monate dauert und nicht durch gute Gründe wie Praktikum, Weiterbildung, Sprachaufenthalte oder mit ähnlichen berufsbezogenen Tätigkeiten beschrieben werden kann, gilt als Lücke im beruflichen Werdegang. Dabei ist aber auch zu beachten, dass es gute Gründe für Lücken gibt, etwa Krankheit, einen Pflegefall in der Familie oder die Geburt eines Kindes.

Wenn du die oben genannten Tipps beim Schreiben des Lebenslauf beachtest, hast du eine gute Aussicht auf Erfolg. Du solltest aber auch beachten, dass es oft auch einfach mit viel Glück zu tun hat, ob du eine Stelle bekommst oder nicht. Fest steht aber, mit einem ordentlichen und guten Lebenslauf erhöhst du deine Chancen enorm.

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