Skip to main content

Flugangst überwinden: 4 Symptome + 9 Tipps bei Aviophobie

Das Flugzeug ist statistisch gesehen das sicherste Verkehrsmittel. Trotzdem leiden viele Menschen an Flugangst. Wir verraten dir, wie du deine Angst vor dem Fliegen überwinden kannst – damit auch du deine nächste Flugreise antreten kannst.

Was Flugangst ist

 

Was Flugangst ist

Etwa jeder vierte Deutsche leidet an Flugangst beziehungsweise Aviophobie. Dabei gilt das Flugzeug als eines der sichersten Verkehrsmittel. Im Jahr 2017 starben bei Flugzeugabstürzen insgesamt 67 Menschen bei circa 3,7 Milliarden Flugpassagieren weltweit. Damit sind Flugreisen so sicher wie noch nie zuvor. Die Wahrscheinlichkeit bei einem Flugzeugabsturz zu sterben, liegt bei eins zu 127,5 Millionen. Bei Autounfällen starben 2017 allein in Deutschland über 3.000 Menschen.

Obwohl das Flugzeug statistisch gesehen um einiges sicherer als das Auto ist, haben doch mehr Menschen Angst vor einer Flugreise. In vielen Fällen kennen die Betroffenen die Statistiken. Dennoch können sie ihre Flugangst nicht überwinden. Viele Betroffene wissen, dass ihre Angst übertrieben ist, Flugangst ist jedoch nicht rational. Sie kann sogar eine Angststörung sein, die sich in Form einer situationsbezogenen Phobie äußert.

Diese setzt sich aus vielen verschiedenen Ängsten zusammen. Nicht die Angst vor einem Absturz hält die meisten Menschen vom Fliegen ab, sondern andere Ängste, die sich im Flugzeug bemerkbar machen können, zum Beispiel:

  • Höhenangst
  • Platzangst
  • Angst vor Kontrollverlust
  • Angst vor der komplexen Technik des Flugzeugs

Vor allem die Angst vor Kontrollverlust belastet viele Menschen. Der Gedanke bei einem möglichen Absturz und Turbulenzen nichts tun zu können als abzuwarten, schreckt viele Menschen ab. Das betrifft besonders Führungskräfte, die es gewohnt sind Verantwortung zu übernehmen.

Es gibt unterschiedliche Gegebenheiten, die eine Flugangst auslösen können. Dazu zählen schlechte Erfahrungen bei bereits absolvierten Flügen, falsche Informationen bezüglich Sicherheit oder die Flugangst der Eltern, die sich auf die Kinder überträgt. Auch Bücher und Filme über Flugzeugabstürze können eine Flugangst auslösen. So kann eine Flugangst bestehen, obwohl der Betroffene noch nie geflogen ist.

Flugangst: Das sind die Symptome

Symptome bei Flugangst

Flugangst äußert sich wie jede andere Angst durch verschiedene Symptome. Diese können psychisch und auch körperlich sein und die Betroffenen stark belasten. In manchen Fällen äußern sich erste Symptome schon Tage vor der Flugreise, in anderen Fällen treten diese erst unmittelbar vor der Reise auf.

Körperliche Symptome

Flugangst geht häufig mit einer Vielzahl körperlicher Symptome einher. Diese sind für die Betroffenen oft sehr unangenehm und können sie stark beeinträchtigen. Herzrasen und Stoßatmung gehen oft mit einigen anderen Symptomen wie Schwindel und Zittern einher. Dazu können starker Harndrang, Bauchschmerzen, Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden kommen. Setzen die Beschwerden schon Tage vorher ein, kommt oft noch Schlaflosigkeit und ein erhöhtes Stressempfinden dazu.

Panikattacke

Die Symptome können sich soweit steigern, dass sie in einer Panikattacke münden. Diese können für die Betroffenen sehr traumatisch sein. Vor allem während einer Flugreise kann eine Panikattacke problematisch sein, weil hier der Platz und die Möglichkeiten für eine Behandlung fehlen. Eine Panikattacke löst bei den Betroffenen meist eine Angst vor einer weiteren Attacke aus.

Vermeidungsstrategie

Weil die Betroffenen unter allen Umständen eine mögliche Panikattacke vermeiden möchten, versuchen sie die Auslöser einer solchen Attacke zu umgehen. Dazu zählen auch Flugreisen. Geht man seiner Angst grundsätzlich aus dem Weg, kann sich diese allerdings noch verschlimmern. Die Hürde, in ein Flugzeug zu steigen, wird immer größer.

Selektive Wahrnehmung

Betroffene malen sich bereits Wochen vor der Reise aus, was auf dem Flug passieren könnte. Das kann die Angst immer weiter schüren. Sie konzentrieren sich nur noch auf mögliche Gefahren und fühlen sich durch jeden Flugzeugabsturz in ihrer Theorie bestätigt. Dass die meisten Flüge ohne Komplikationen verlaufen, nehmen sie kaum noch wahr.

Das kannst du gegen Flugangst tun

Tipps bei Aviophobie

Flugangst kann für Betroffene sehr belastend sein und die Lebensqualität stark einschränken. Wenn der Betroffene Flugreisen unter allen Umständen vermeidet, kann das karrieretechnisch und privat mit vielen Einschränkungen verbunden sein. Geschäftsreisen und exotische Urlaubsziele kommen für Betroffene in diesem Fall nicht infrage. Damit du keine Abstriche machen musst, solltest du gegen deine Flugangst vorgehen.

Konfrontation mit der Angst

Um einer Angst zu entsagen, muss man sie erst einmal als solche akzeptieren und sich mit ihr auseinandersetzen. Allein mit dieser Maßnahme kannst du deine Symptome bereits lindern. Möchtest du dich gezielt mit deiner Angst konfrontieren, kannst du dafür einen Therapeuten hinzuziehen, der dir währenddessen zur Seite steht. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du dich mit deiner Flugangst konfrontieren kannst:

Graduierte Konfrontation: Die graduierte Konfrontation erfolgt stufenweise. Hier wird der Betroffene mithilfe des Therapeuten schrittweise an seine Ängste herangeführt. Anfangs wird eine leichte Problemsituation gewählt, die höhere Erfolgschancen verspricht und dem Betroffenen ein Erfolgserlebnis beschert. So kann der Betroffene seine Flugangst nach und nach überwinden.

Massierte Konfrontation: Die massierte Konfrontation setzt darauf, den Betroffenen nach einer kurzen Phase der Vorbereitung mit seinen Ängsten zu konfrontieren. Bei Flugangst heißt das, dass der Betroffene einen Flug antritt. Natürlich wird anfangs keine mehrstündige Reise gewählt, dennoch setzt sich der Betroffene unmittelbar seiner größten Angst aus. Der Therapeut begleitet den Betroffenen, um ihn bei diesem Erlebnis zur Seite zu stehen. Der Betroffene merkt auf diese Weise, dass ihm während des Fluges nichts passiert. Die massierte Konfrontation ist sehr effektiv, um Ängste schnellstmöglich zu überwinden.

Einige Fluggesellschaften bieten spezielle Flugangst-Seminare an, bei denen die Betroffenen lernen, mit ihrer Angst umzugehen. Oft gibt es einen psychologischen und einen technischen Teil, in dem die Betroffenen mit den technischen Abläufen beim Fliegen vertraut gemacht werden. Zum Ende können sie in Begleitung eines Therapeuten einen Flug antreten.

Entspannung

Entspnnungstechniken bei Flugangst

Du kannst Flugangst lindern, wenn du Stress vermeidest und für einen entspannten Ablauf sorgst. Plane schon Tage vorher, was du auf dem Flug anziehen wirst und wie du zum Flughafen kommst. Ziehe bequeme Kleidung an, in der du dich wohlfühlst. Erscheine bereits zwei bis drei Stunden vor deinem Abflug am Flughafen, so dass du die Sicherheitskontrolle entspannt durchlaufen kannst und dir keinen unnötigen Stress zumuten musst. So hast du genügend Zeit am Gate, um durchzuatmen.

Verschiedene Entspannungstechniken können dir ebenfalls behilflich sein. Am besten übst du diese schon Tage zuvor und wendest sie noch einmal am Gate und im Flieger an. Oft können bestimmte Entspannungstechniken deine körperlichen Symptome lindern und Körper und Geist beruhigen. Dazu zählen beispielsweise Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung.

Atemübungen

Auch Atemübungen sind ein effektives Mittel, um Symptome bei Flugangst zu lindern und für Entspannung zu sorgen. Ängste gehen in der Regel mit einer flachen und schnellen Atmung einher. Atmest du jedoch bewusst und tief in den Bauch, kannst du deine Atmung regulieren und so auch Symptomen wie Schwindel und Panikattacken vorbeugen. Atemübungen eignen sich sowohl in akuten Stresssituationen als auch für die regelmäßige Anwendung. Du kannst sie überall anwenden. So sind sie auch im Flugzeug leicht durchführbar. Einzelne Atemübungen findest du in diesem Ratgeber.

Ablenkung

Während einer Flugreise bietet es sich zudem an, für ausreichend Ablenkung zu sorgen. Nimm dir Musik mit an Bord oder höre ein Hörbuch. So kannst du umliegende Geräusche ausblenden und dich auf etwas anderes als den Flug konzentrieren. Bei Langstreckenflügen wird häufig ein Entertainment-Programm angeboten, das Filme, Musik und Spiele umfasst. Auch so kannst du dich für einige Zeit ablenken. Wem das nicht ausreicht, der kann eine Begleitperson mit an Bord nehmen. Wenn du eine Person dabei hast, die kein Problem mit dem Fliegen hat, wirkt dies beruhigend auf dich. Frage also einen Freund oder einen Verwandten, ob er die nächste Flugreise mit dir antritt.

Wissen aneignen

Für viele Betroffene ist Fliegen ein Mysterium. Sie wissen nur wenig über die Vorgänge an Bord und machen sich deshalb sehr viele Gedanken. Wenn du dich zuvor über die Sicherheitsvorschriften an Bord und die Fluggesellschaft informierst, kannst du vielleicht einiges an Unsicherheit ablegen. Am besten prüfst du bereits vor der Buchung des Fluges, ob deine Fluggesellschaft im Internet als gut bewertet wird. So bist du auf der sicheren Seite. Hast du während deines Fluges noch fragen, kannst du dich an das Bordpersonal wenden.

Sitzplatz reservieren

Häufig ist man nicht mit dem Sitzplatz zufrieden, der einem am Flughafen zugewiesen wird. Vor allem für Menschen mit Flugangst ist das problematisch. Daher lohnt es sich, den Sitzplatz im Voraus zu reservieren. In der Mitte des Fliegers – auf der Höhe der Tragflächen – sitzt man oft am angenehmsten. Hier spürt man die Bewegungen des Fliegers weniger. Dazu empfiehlt sich ein Sitz am Gang, der den Betroffenen ein weniger beengtes Gefühl vermittelt. Mit der Reservierung des Sitzplatzes fällt für die Betroffenen bereits eine Sorge weg. Sie können sich schon Tage vorher mit ihrem Sitzplatz arrangieren.

Ausreichend essen

Vor Antritt der Flugreise solltest du ausreichend essen, sonst kannst du unterzuckern und unter Kreislaufproblemen leiden. Auch wenn du nervös bist, solltest du versuchen, vor dem Abflug eine Kleinigkeit zu essen. Am besten packst du für den Flug einige Snacks ein. Auf Langstreckenflügen sind die Mahlzeiten meist im Preis inbegriffen. Sollte jedoch kein passendes Gericht für dich dabei sein, ist es von Vorteil auf eigene Snacks zurückgreifen zu können. Essen vermittelt dir ein Gefühl von Normalität. Mit einem Schokoriegel kannst du dich während eines Fluges zusätzlich beruhigen.

Alkohol vermeiden

Alkohol solltest du während des Fluges vermeiden. Ähnlich wie Beruhigungstabletten betäubt er deine Angst nur. So gehst du einer Konfrontation aus dem Weg und kannst deine Flugangst nie überwinden. Zudem entzieht er dem Körper Wasser und kann deine Symptome noch verschlimmern. Ausreichend Wasserzufuhr ist bei Flugreisen essentiell. Du solltest jede Stunde einen Becher Wasser trinken, um hydriert zu bleiben.

Im Notfall: Medikamente gegen Flugangst

Einige Betroffene greifen zu Medikamenten, um ihre Flugangst auf Reisen in den Griff zu bekommen. Diese Maßnahme sollte man jedoch nur im Notfall in Betracht ziehen. Es gibt verschreibungspflichtige und homöopathische Mittel, die bei Flugangst helfen können. Vor der Einnahme sollte jedoch ein Arzt zur Rate gezogen werden. Bedenke allerdings, dass Medikamente deine Angst nur betäuben. Willst du deine Flugangst langfristig loswerden, solltest du einer Konfrontation nicht aus dem Weg gehen.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (10 votes, average: 4,60 out of 5)
Loading...

Ähnliche Beiträge


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*