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Körper entgiften: 3 Tipps, 5 Fallstricke & 8 Methoden zur Entschlackung

Fasten liegt im Trend. Immer neue Entschlackungsuren, Detox-Tees und Saftkuren kommen auf den Markt. Mit diesen Mitteln soll der Körper entgiften. Was ist dran an dem Versprechen? Wir geben Tipps zur Entgiftung und informieren über verschiedene Methoden.


Was Entgiftung ist

Was Entgiftung ist

Ungesundes Essen, lange Bürozeiten und wenig Bewegung – das alles belastet den Körper. Nicht wenige Menschen wollen ihren Körper deshalb von ungesunden Ablagerungen befreien. Sie greifen auf Entgiftungskuren zurück, die den Körper von Gift- und Schadstoffen befreien sollen.

Giftstoffe können sowohl über die Nahrung als auch über Kleidung, Luftverschmutzung und Kosmetikprodukte aufgenommen werden. Müdigkeit und Abgeschlagenheit sind die Folge. Entgiftungskuren sollen diese negativen Effekte lindern und viele Vorteile für Körper und Geist haben. Sie sollen die Haut glätten, den Verdauungstrakt beleben und den Geist neu fokussieren.

Das soll meist über eine Grundreinigung des Darmtraktes erfolgen. Ablagerungen, die sich im Darm gebildet haben, sollen über eine entsprechende Entgiftungskur entfernt werden. Eine Vielzahl an Fastenkuren, Detoxprodukten und Entschlackungstees wird zu diesem Zweck angeboten. Auch Kliniken und spezielle Kurhotels haben sich auf Entgiftungskuren spezialisiert.

Sind Entgiftungskuren wirksam?

Sind Entgiftungskuren wirksam?

Dass Fastenkuren und Detoxprodukte funktionieren, zweifeln viele Wissenschaftler jedoch an. Detox und Schlacken sollen ein Mythos sein, der heutzutage vor allem zu Marketingzwecken genutzt wird. Die Idee einer Entschlackungskur ist beinahe Hundert Jahre alt. In den 30ern führte der Arzt Otto Buchinger erstmals den Begriff „Entschlackung“ ein. Er verglich den Darm mit einem Ofenrohr, das regelmäßig gereinigt werden sollte. Mit diesem Vergleich begründete er das Heilfasten, bei dem der Körper von innen heraus von seinen Schlacken befreit wird.

Andere Mediziner behaupten jedoch, dass der Körper zum Entgiften erst gar keine Hilfe braucht. Leber, Nieren und der Darm selbst erledigen die Aufgaben und transportieren Giftstoffe aus dem Körper. Der Verdauungsprozess ist für den Körper eine große Aufgabe. Der Darm ist einige Meter lang. Während die aufgenommene Nahrung durch den Verdauungstrakt befördert wird, werden wichtige Nährstoffe aus der Nahrung gefiltert. Dazu produzieren Zellen einen Schleim, mit dem die Nahrung durch den Darmtrakt rutschen kann. Darüberhinaus wird der Darminhalt mit literweise Verdauungssäften verdünnt und ist in ständiger Bewegung. So können sich erst gar keine Schlacken im Darm festsetzen.

Der Arzt Otto Buchinger gebrauchte den Begriff „Schlacken“ jedoch eher als Metapher. Dieser fasst alle möglichen Schadstoffe zusammen, die sich im Körper sammeln können. Nicht nur der Darm sondern auch andere Organe können diese gefährlichen Stoffe aufnehmen. Der Begriff „Entschlackung“ fasst also alle gesundheitsfördernden Prozesse zusammen, die während einer Entgiftungskur im Körper geschehen.

Umweltgiften und Schadstoffen vorbeugen

Wer Umweltgifte und Schadstoffe von seinem Körper fernhalten möchte, sollte nicht erst damit anfangen, wenn sich diese bereits im Körper angesammelt haben. Auch mit einer gesunden Lebensweise kann man schon einigen dieser gefährlichen Stoffe vorbeugen. Das ist meist besser als bereits vorhandene Schäden wieder auszugleichen. Ein paar kleine Veränderungen können hier schon viel Gutes ausrichten.

Gesund ernähren

Gesund ernähren

Die Ernährung spielt bei jeglichen Entgiftungskuren eine entscheidende Rolle. Meist wird eine flüssige Nahrung in Form von Suppen, Säften und Tees bevorzugt. Generell wird die Kalorienzufuhr verringert, so dass dem Körper mehr Zeit zur Verdauung gegeben wird. Im alltäglichen Leben ist dies allerdings nicht umzusetzen und auf längere Dauer sogar ungesund. Daher sollte man lieber auf eine ausgewogene Ernährung achten, um dem Körper ausreichend Nährstoffe zuzuführen, die ihn in seiner eigenen Entgiftung unterstützen. Einige Lebensmittel solltest du dagegen meiden, denn diese können viele Umweltgifte und Schadstoffe enthalten. Neben Alkohol, Zucker und Koffein gibt es noch einige andere schädliche Stoffe, die sich in Lebensmitteln befinden können.

Vorsicht bei Fertigprodukten

Auch Fertigprodukte können den Körper belasten. In ihnen sind häufig ungesunde Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe und Farbstoffe enthalten, die die Gesundheit negativ beeinflussen können. Zudem wird häufig auf billige Rohstoffe zurückgegriffen. Wichtige Nährstoffe kommen dagegen zu kurz. Dafür wird häufig ein hoher Zucker- und Fettgehalt festgestellt, der Körper und Geist müde und träge macht.

Schadstoffe in Meeresfrüchten und Fischgerichten

Meeresfrüchte und Fische sind häufig mit Schadstoffen und Mikroplastik belastet. Im Meer nehmen die Tiere diese Stoffe auf. So gelangen die giftigen Stoffe auch auf unsere Teller. Im Meer findet sich eine unvorstellbare Menge an Plastik. Kleine Plastikteile werden von Fischen für Plankton gehalten und gefressen. Giftige Stoffe, die sich im Plastik befinden, gehen so in den Fisch über und werden von uns über diesen konsumiert. Der Ozean ist mittlerweile so stark belastet, dass man besser auf den Konsum von Fisch und Meeresfrüchten verzichten sollte, wenn man diese Schadstoffe vermeiden will.

Kontrolliert biologischer Anbau

Um Umweltgifte und Schadstoffe in Form von Pestiziden zu vermeiden, solltest du auf Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau setzen. Hier wird auf chemische Dünge- und Pflanzenschutzmittel verzichtet. Gentechnik ist ebenfalls verboten und auch die Nutzung von Antibiotika wird häufig eingeschränkt. Orientieren kannst du dich hierfür am EU-Bio-Siegel. Wem das nicht weit genug geht, kann strengere Bio-Siegel in Betracht ziehen. Die Bio-Siegel von Demeter, Naturland und Bioland eignen sich in diesem Fall.

Ausreichend Bewegung

Ausreichend Bewegung

Bewegung ist essentiell, um den Körper gesund zu halten. Sportliche Betätigung hat viele Vorteile. Es kurbelt den Stoffwechsel an und trägt somit aktiv zur Entgiftung des Körpers bei. Da man beim Sport ins Schwitzen kommt, kann man auch über den Schweiß noch einige Giftstoffe loswerden. Das sind jedoch nicht die einzigen Vorteile von sportlicher Aktivität. Das Herz-Kreislauf-System profitiert genauso wie Muskeln und die Haltung. Sport und Bewegung sorgen außerdem für einen klaren Kopf.

Genügend Schlaf

Schlaf ist ebenfalls wichtig für das körperliche und geistige Wohlbefinden. Wer zu wenig schläft, hat Konzentrationsschwierigkeiten, ist träge und nicht leistungsfähig. Auf Dauer kann das in vielerlei psychischer und körperlicher Erkrankungen münden, denn Körper und Geist brauchen Erholungsphasen und Schlaf, um die Eindrücke und Anstrengungen des Tages zu verarbeiten. In der Nacht kann der Körper besonders gut Schadstoffe ausstoßen, denn das Abwehrsystem arbeitet in dieser Zeit besonders hart. Wenn du unter Schlafstörungen leidest, findest du hier Tipps für einen gesünderen Schlafrhythmus.

Lebenswandel: Schadstoffe im Alltag reduzieren

Nicht nur bestimmte Gewohnheiten sind gesundheitsschädlich, sondern auch spezielle Gegenstände können viele Schadstoffe enthalten. Mit ein paar Kleinigkeiten kannst du die Giftstoffe, die du deinem Körper aussetzt, allerdings schon reduzieren.

Kosmetik

Detox: Vorsicht bei Kosmetik

Herkömmliche Kosmetik kann viele Schadstoffe enthalten. Naturkosmetik ist da eine bessere Alternative. Häufig unterscheiden die beiden sich weder in ihrer Anwendung noch ihrer Wirksamkeit. Während herkömmliche Kosmetik meistens voller Mikroplastik, hormonell wirksamer Stoffe und Chemikalien ist, verzichtet Naturkosmetik auf diese Stoffe. So kannst du Schadstoffe vermeiden, die du sonst über Kosmetika aufnehmen würdest.

Luftverschmutzung

In der Luft können viele Schadstoffe lauern. Wer sich Zimmerpflanzen in die Wohnung stellt, profitiert von einer reineren Luft. Sie filtern Schadstoffe wie Formaldehyd, Ammoniak aus der Luft, die durch Abgase, Benzol und ähnlichen Stoffen belastet sein kann. Das Grün der Pflanzen trägt also nicht nur zu deiner Entspannung bei, sondern auch zu deiner Gesundheit.

Plastik

Plastik ist nicht nur schädlich für die Umwelt sondern auch für deine Gesundheit. In Plastik sind viele Schadstoffe enthalten, die zum Teil hormonell wirken können. Lebensmittel und Produkte, die zu lange mit Plastik in Berührung kommen, können diese Schadstoffe aufnehmen. Das passiert vor allem, wenn Plastik mit heißen Speisen und Getränken in Berührung kommt, also beispielsweise wenn du Tee aus einem Plastikbecher trinkst. Im Supermarkt sind viele Lebensmittel in Plastikverpackungen eingeschweißt. Versuche auf diese zu verzichten und greife lieber zu unverpackten Lebensmitteln.

Putzmittel

In Putzmitteln sind viele Chemikalien, die schädlich für deine Gesundheit sind und Allergien auslösen können. Greife lieber zu weniger scharfen und unbedenklichen Putzmitteln. Diese wirken genauso gut, greifen deine Gesundheit jedoch nicht so stark an.

Kleidung

Auch in Kleidung, Schuhen und Schmuck lauern viele Schadstoffe, die über die Haut in deinen Körper gelangen können. Beim Kauf solltest du daher darauf achten, dass deine Kleidung keine giftigen Farben und Chemikalien enthält. Oft ist dies bei beschichteten Textilien der Fall.

Körper entgiften: Das sind gängige Methoden

Körper entgiften: Das sind gängige Methoden

Entgiftungskuren können in vielerlei Weisen durchgeführt werden. Am gängigsten ist wohl Detox oder Fasten. Dennoch kann man hier auf verschiedene Methoden zurückgreifen, die alle ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile haben. Entgiftungskuren können bei einigen Leiden eine Verbesserung bewirken. Wissenschaftlich erwiesen ist dies oftmals nicht. Viele Menschen berichten jedoch von einer Verbesserung ihrer Symptome, nachdem sie eine Entgiftungskur durchgeführt haben. Darunter sind beispielsweise Müdigkeit, Verdauungsbeschwerden, Hautveränderungen, Schmerzerkrankungen und Stimmungsschwankungen.

Körper entgiften mit Tee

Detox Tees sind seit einigen Jahren im Trend. Die zumeist grünen oder Kräutertees sollen den Stoffwechsel ankurbeln und mit vielen gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen den Körper in seiner natürlichen Funktionsweise unterstützen. Allerdings sind Tees oftmals nur ein Bestandteil einer Entgiftungskur. Häufig werden Tees mit Säften und anderen Malzeiten kombiniert. Bei der Auswahl des Tees solltest du auf die genaue Wirkweise achten. Verschiedene Kräuter können ganz unterschiedliche Wirkungen zeigen. Brennnessel eignet sich besonders gut zum Entgiften. Sie hat blutreinigende Eigenschaften und regt die Nierenfunktion an. Wichtig ist, dass man auf hochwertige Tees zurückgreift, die selber nicht mit Schadstoffen belastet sind. Am besten greift man auf Bio-Qualität zurück.

Saftkur

Auch Saftkuren sind beliebt. Es gibt immer mehr Anbieter, die mit ihren Detox-Säften werben. Bei einer Saftkur ernährt man sich mehrere Tage lang ausschließlich von Säften. Diese sind meist schonend gepresst, so dass viele Nährstoffe aus Gemüse und Obst erhalten bleiben. Mit einem Entsafter kann man sich die Säfte auch selbst herstellen. Das ist oft günstiger, allerdings auch aufwendiger. Am ersten Tag können Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen auftreten. Da sich der Körper erst an die Umstellung gewöhnen muss. Nach ein paar Tagen kann es zudem zu Hautunreinheiten kommen, da die Schadstoffe über die Haut aus dem Körper gelangen. Auch hier sollte man wieder auf die Qualität der Säfte achten. Wenn man sich eigene Säfte herstellen möchte, sollte man auf Gemüse und Obst in Bio-Qualität zurückgreifen.

Körper entgiften mit Wasser

Körper entgiften mit Wasser

In jeglicher Entgiftungskur wird Wasser als natürliches Detoxmittel empfohlen. Wer viel Wasser am Tag trinkt, spült Schadstoffe aus seinem Körper. Hier erfährst du, wie viel Wasser am Tag gesund für dich ist. Besonders gut soll heißes Wasser wirken. Direkt nach dem Aufstehen kann es den Körper beleben und hydrieren. Hierbei sollte man unbedingt auf die Qualität des Wassers achten. Wasser aus Plastikflaschen kann Schadstoffe aus dem Plastik aufnehmen. Auch aus der Leitung kann das Wasser durch Rohre verschmutzt sein. Am besten investiert man in ein Filtersystem, das Schmutzpartikel und Schadstoffe aus dem Wasser filtert.

Ölkur

Eine Ölkur wird auch als Ölziehen, Ölsaugen oder Ölkauen bezeichnet. Die Methode kommt aus dem Ayurveda und soll Schadstoffe mithilfe eines Öls, das für einige Minuten im Mund gehalten wird, aus dem Körper ziehen. Dazu nimmt man vorzugsweise Kokosöl und lässt es 10-20 Minuten im Mund. Ein Teelöffel ist meistens schon ausreichend. Im Mund sollte man es hin und her schwenken und durch die Zähne ziehen. Dabei gibt die Mundschleimhaut Giftstoffe ab, die sich im Öl sammeln. Mit dem Ausspucken des Öls werden diese aus dem Körper befördert.

Beliebte Detox- und Fastenkuren

Während man einige Detox- und Fastenkuren zuhause durchführen kann, gibt es andere, die nur in Kliniken angeboten werden. Diese können einige Wochen dauern und sind oft mit erheblichen Kosten verbunden. Allerdings gibt es auch hier wieder Methoden, die man leicht zuhause nachmachen kann. Wir stellen vier beliebte Entgiftungskuren vor.

Buchinger-Heilfasten

Das Buchinger-Heilfasten geht auf den deutschen Arzt Otto Buchinger zurück. Dabei wird dem Körper ausschließlich flüssige Nahrung zugeführt. Zwei Mahlzeiten am Tag in Form von Gemüsebrühe, Säften und Honig sind erlaubt. So nimmt man circa 200-500 Kalorien am Tag zu sich. Das soll den Stoffwechsel entlasten.

Master-Cleanse

Der Master-Cleanse kommt aus den USA, genau genommen aus Hollywood. Viele Promis schwören auf die Fastenkur aus Abführtee, lauwarmen Salzwasser und Limonade. Die sogenannte Limonade kann man allerdings nicht mit herkömmlicher Limonade vergleichen. Es handelt sich um ein Gemisch aus Zitronen, Ahornsirup und Cayennepfeffer. Begonnen wird das Prozedere mit zwei Entlastungstagen, an denen die Nahrungsmenge stetig reduziert wird. Nach einer Darmreinigung wird der Master-Cleanse höchstens zehn Tage durchgezogen. Danach wird der Körper einige Tage lang wieder an feste Nahrung gewöhnt.

Detox-Yoga

Detox-Yoga

Bei dieser Methode soll der Körper durch Yoga entschlacken. Sie eignet sich vor allem für Menschen, die lieber aktiv entschlacken möchten als eine Hungerkur zu machen. Yoga hat viele gesundheitsfördernde Wirkungen und eignet sich nahezu für jeden Menschen. Einige Yoga-Übungen können die Entgiftung des Körpers unterstützen und positiv auf Organe wie Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse wirken. Das kann den Stoffwechsel ankurbeln. Vor allem Drehhaltungen eignen sich für diesen Prozess. Spezielle Atemübungen können ebenfalls reinigend wirken.

Ayurveda-Kur

Die Ayurveda-Kur zur Entgiftung wird auch „Pancakarma“ genannt. Hier kommen verschiedene Verfahren zusammen. Neben Einläufen und therapeutischem Erbrechen, kommen auch ayurvedische Ölmassagen zum Einsatz. Die Kuren sind stets auf das individuelle Beschwerdebild des Patienten abgestimmt und sollten unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Sie finden häufig in Ländern wie Indien und Sri Lanka statt.

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