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Höhenangst überwinden: 4 Symptome & 7 Tipps bei Akrophobie

Fachredakteurin
Aktualisiert:

Schon allein der Gedanke an ein schwindelerregend hohes Gebäude löst bei einigen Menschen ein tiefes Unbehagen aus. Höhenangst betrifft nicht wenige Menschen und kann sehr belastend sein. Wir klären über die Symptome auf und geben Tipps, wie du Höhenangst überwinden kannst.


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Was Höhenangst ist

Circa jeder Fünfte leidet unter Höhenangst beziehungsweise Akrophobie. Diese bezeichnet die Angst vor der Höhe. Egal ob Berggipfel, Hochhäuser, Leitern, Gondeln oder Balkone – allein der Gedanke an Höhe kann bei den Betroffenen Angstreaktionen hervorrufen.

Akrophobie gehört zu den spezifischen Phobien und damit zu den Angststörungen. Daher wird sie auch als Höhenphobie bezeichnet. Mitunter kann sie mit anderen Angststörungen einhergehen, beispielsweise kann sie Grund für eine Flugangst sein.

Was Höhenangst ist

Respekt vor der Höhe ist ein ganz natürlicher Reflex des Menschen. So werden unnötige Risiken vermieden und so manche Situation vorsichtiger gehandhabt.

Erst wenn die Angst ein ungewöhnliches Ausmaß annimmt, spricht man von Höhenangst, beispielsweise wenn der Betroffene eine Gefahr empfindet, obwohl die Situation sicher ist. Das kann beim Wandern auf einem gesicherten Bergweg der Fall sein, wenn der Betroffene plötzlich panisch wird und keinen Schritt mehr gehen kann.

Die Einschränkungen müssen dem Betroffenen zudem bewusst sein, um von einer Höhenangst zu sprechen. Dieses Wissen kann für die Betroffenen sehr belastend sein.

Nicht nur das Privatleben, sondern auch die Karriere kann unter Höhenangst leiden. Hobbys wie Klettern und Wandern können mit Höhenangst nur eingeschränkt ausgeübt werden. Berufe wie Dachdecker, Schornsteinfeger und Pilot kommen erst gar nicht infrage.

Geht die Höhenangst zudem mit Flugangst einher, sind auch Geschäftsreisen kaum mehr möglich. Das ist besonders problematisch, wenn sich die Höhenangst erst mit der Zeit entwickelt und der erlernte Beruf nicht mehr praktiziert werden kann.

Oft prägen sich Ängste erst nach dem 30. Lebensjahr aus. Bleibt die Angststörung unbehandelt, kann sie chronisch werden und sich verschlimmern. Andererseits können Ängste, die im Kindesalter bestehen, mit der Zeit verschwinden.

Besonders häufig leiden Frauen an Angsterkrankungen. Sie sind fast doppelt so häufig betroffen wie Männer. Dabei bilden sich Ängste meist aus den individuellen Erfahrungen und der biologischen Veranlagung.

Nur weil man einmal von der Leiter gefallen ist, bedeutet das also nicht, dass man von nun an unter Höhenangst leidet. Manche Menschen sind eher zu Ängsten veranlagt.

Höhenschwindel

Höhenschwindel bedeutet nicht unbedingt dasselbe wie Höhenangst. Oft ist er das erste Symptom einer Höhenangst, allerdings neigt fast jeder von Zeit zu Zeit dazu, in luftiger Höhe schwindelig zu werden.

In der Höhe fällt es meist schwerer das Gleichgewicht zu halten. Das liegt daran, dass das Auge einen Fixpunkt braucht, um ein Gleichgewicht herzustellen. In der Höhe fehlen diese Punkte oft.

Wird die daraus folgende Gleichgewichtsstörung als sehr problematisch bewertet, kann eine Angst entstehen, die sich mit weiteren Symptomen bemerkbar macht.

Akrophobie: Das sind die Symptome

Akrophobie: Das sind die Symptome

Höhenangst kann sich durch zahlreiche Symptome äußern. Diese können sich sowohl körperlich als auch psychisch bemerkbar machen und mehr oder weniger stark auftreten. Nicht jedes der genannten Symptome muss auftreten, um von einer Höhenangst zu sprechen.

Körperliche Symptome

Höhenangst kann mit einer Vielzahl von körperlichen Symptomen einhergehen. Neben dem ganz natürlichen Höhenschwindel, treten oft Beschwerden wie Übelkeit, Schweißausbrüche, Zittern und Atemnot auf.

Es kann zu Brustschmerzen und einem Druckgefühl in der Brust kommen. Das Herz rast und der Stand wird unsicher. Oft müssen sich die Betroffenen festhalten, um das Gefühl eines sicheren Standes zurückzubekommen.

Panikattacke

In einzelnen Fällen können sich die körperlichen Symptome derart verschlimmern, dass es zu einer Panikattacke kommt. Diese sind für die Betroffenen oft sehr traumatisch.

Panik kann zu unüberlegten Handlungen führen, was vor allem in schwindelerregender Höhe problematisch sein kann. Nach einer Panikattacke haben die Betroffenen meist Angst vor einer weiteren Attacke. Das kann auch die Angst vor der Höhe noch weiter schüren.

Vermeidungsstrategie

Vermeidungsstrategie bei Höhenangst

Um eine mögliche Panikattacke zu vermeiden, gehen die Betroffenen ihrer Angst oft aus dem Weg. Bei Höhenangst bedeutet das beispielsweise, dass sie Hochhäuser, Berge und Gondeln meiden.

Befinden sie sich doch einmal unfreiwillig in der Höhe, haben sie das Bedürfnis der Situation so schnell wie möglich zu entkommen und wegzulaufen. Konfrontiert man sich allerdings nie mit ihrer Akrophobie, kann sich diese noch weiter verschlimmern. Es wird immer schwieriger, sich der Angst zu stellen.

Negative Gedankengänge

Allgemein kommt es zu sehr negativen Gedanken im Bezug auf Höhe. Der Betroffene geht vom Worst-Case-Szenario aus und stellt sich vor, wie er in die Tiefe stürzt und stirbt.

Die Angst in der Höhe die Kontrolle zu verlieren, schürt die Höhenangst noch weiter. Er malt sich mögliche Komplikationen aus, die ihm sein Leben kosten könnten, und verliert in dieser Hinsicht jeglichen Bezug zur Realität.

So kannst du du Höhenangst überwinden

So kannst du du Höhenangst überwinden

Höhenangst kann sehr belastend sein und ist mit einigen Einschränkungen verbunden. Spätestens wenn Privatleben und Karriere unter der Höhenangst leiden, sollte man etwas an seinem Verhalten ändern. Dazu gibt es verschiedene Methoden und Tipps, die du in Betracht ziehen kannst.

Verhaltenstherapie

Um Phobien und Ängste zu therapieren, bietet sich eine Verhaltenstherapie an. Diese beabsichtigt, Ängste Schritt für Schritt zu lindern und negativen Verhaltensweisen entgegenzuwirken.

Bei Phobien eignet sich dazu besonders die Konfrontationsbehandlung. Diese setzt auf die Konfrontation mit den Ängsten, in diesem Fall also mit der Höhe. Dabei kann man auf zwei verschiedene Weisen vorgehen:

Flooding

Der Betroffene setzt sich in Begleitung eines Therapeuten einer angstauslösenden Situation in der Höhe aus. Diese Methode nennt sich "flooding" und arbeitet mit Reizüberflutung.

Dadurch, dass sich der Betroffene direkt der Höhe aussetzt, wird er mit seiner Angst konfrontiert und lernt diese auszuhalten. Wenn er sich an die Höhe gewöhnt, klingt seine Angst mit der Zeit ab.

Langsames Annähern

Andererseits kann man sich der Konfrontation auch langsam nähern. Negative Gedankengänge werden ermittelt und Entspannungstechniken erlernt. Erst dann wird der Betroffene mit der Realität konfrontiert. Allerdings werden zuerst kleine Hürden genommen.

Der Betroffene wird dabei von einem Therapeuten angeleitet. Jeder Schritt ist ein weiterer Erfolg. Wichtig ist, dass sich der Betroffene für diese Therapieform genügend Zeit nimmt.

Das Gehirn kann durch Erfahrungen lernen und bei einer positiven Wahrnehmung auch die Höhe positiver wahrnehmen. Wenn du dich also an die Höhe gewöhnst und merkst, dass nichts Schlimmes passiert, kannst du deine Höhenangst überwinden. Einige Krankenkassen übernehmen die Behandlungskosten für diese Therapieform.

Virtuelle Realität als Übung

Höhenangst überwinden mithilfe von virtueller Realität 

Modernste Techniken ermöglichen, dass die Betroffenen sich der angstauslösenden Situation aussetzen können, ohne sich tatsächlich in solch einer Situation zu befinden. So können sie in einer gesicherten Umgebung an ihren Ängsten arbeiten und entsprechende Situationen trainieren.

Dazu bietet sich ein großer Bildschirm oder eine VR-Brille an. Spezielle Nervenzellen sorgen dafür, dass sich Handlungen, die man nur beobachtet, so anfühlen als würde man sie selbst durchführen. Diese werden auch aktiv, wenn man sich eine Handlung vorstellt.

Mithilfe dieser Zellen kannst du dein Verhalten trainieren, obwohl du dich eigentlich nicht in der angstauslösenden Situation befindest, sondern nur zuschaust.

Gleichgewichtstraining

Bewegung trägt zur Entspannung bei und hilft, Stress abzubauen. Bei Ängsten kann Bewegung und Sport ein wichtiger Bestandteil der Therapie sein. Besonders bei Höhenangst kann körperliche Betätigung für ein sicheres Gefühl sorgen. Dazu bietet sich vor allem Gleichgewichtstraining an.

Bei Höhenangst tritt als erstes Symptom oft Schwindel auf, der bei Betroffenen Angstzustände auslösen kann. Mit Gleichgewichtsübungen kannst du dem entgegenwirken. Dabei wird das Gleichgewichtssystem trainiert, was dafür sorgt, dass Schwindel weniger häufig auftritt.

Zudem kannst du für einen sichereren Stand sorgen und fühlst dich auch in luftiger Höhe standfester.

Hypnose

Hypnose eignet sich ebenfalls zur Behandlung von Phobien und anderen Ängsten. Mithilfe einer Hypnosetherapie kann der Betroffene seine Ängste kontrollieren und sein Unterbewusstsein neu programmieren.

Selbsthypnose eignet sich ebenfalls zur Behandlung von Ängsten. Hierbei kann der Betroffene sich ganz leicht selbst in einen Trancezustand versetzen und an seinen Ängsten arbeiten. Eine bekannte Technik, die auf der Selbsthypnose basiert, ist das Autogene Training.

Besonders bei Angststörungen sollte hier jedoch ein Therapeut hinzugezogen werden, der die korrekte Ausführung der Übungen kontrolliert.

Atemübungen

Bei Höhenangst können Atemübungen helfen

Atemübungen eignen sich vor allem in akuten Situationen. Angstzustände werden in der Regel von einer schnellen und flachen Atmung begleitet. Mit einer tiefen und bewussten Bauchatmung kannst du dich kurz vor einer Panikattacke beruhigen, deine Atmung kontrollieren und auch deinen Herzschlag wieder normalisieren.

Am besten trainierst du einige Atemübungen bereits bevor du dich in eine Akutsituation begibst. Regelmäßig angewendet können sie stressbedingten Krankheiten vorbeugen und allgemein für einen entspannteren Alltag sorgen.

So bietest du außerdem weniger Angriffsfläche für Angsterkrankungen. Du kannst die meisten Atemübungen überall durchführen und leicht in deinen Alltag integrieren.

Hinsetzen

Um dich im Akutfall zu beruhigen, hilft es, wenn du dich hinsetzt oder hinlegst. So kannst du für Sicherheit sorgen und deinen Körper zur Ruhe bringen. Am besten richtest du dabei deinen Blick zur Wand und vermeidest es in die Tiefe oder Ferne zu schauen.

Konzentriere dich ganz auf dich und versuche ruhig zu atmen. Dabei können dir Atemübungen helfen. Fixiere einen Punkt und versuche so das Schwindelgefühl zu vertreiben. Wenn du dich beruhigt hast, kannst du langsam aufstehen und dich deiner Angst erneut stellen.

Achtung: Beruhigungsmedikamente und Alkohol vermeiden

Beruhigungsmittel und Alkohol sollte man bei Höhenangst eher vermeiden. Obwohl diese die Angst lösen können, beeinträchtigen sie auch die Wahrnehmung und Reaktionszeit. Befindet man sich tatsächlich in luftiger Höhe, ist es nicht ratsam, seine Angst mit Alkohol und Tabletten zu betäuben.

Die Situation könnte so mitunter tatsächlich gefährlich werden. Zudem besteht hier die Gefahr einer Abhängigkeit. Jegliche medikamentöse Therapie sollte zuvor mit einem Arzt abgesprochen werden.


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