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8 Ursachen & 7 Symptome von Burnout + Selbsttest

Viele Menschen leiden heutzutage an einem Burnout. Sie sind mit der Arbeitsbelastung überfordert und chronisch gestresst. Oft sind sie nicht mehr fähig zur Arbeit zu gehen. Allein 2010 waren Arbeitnehmer wegen Burnout-Symptomen insgesamt fast zehn Millionen Tage krank geschrieben. Wir erklären dir, welche Ursachen ein Burnout haben kann und welche Symptome es gibt.


Was ist ein Burnout – und wer ist betroffen?

Was ist ein Burnout – und wer ist betroffen?

Das Wort Burnout stammt aus dem Englischen und wird oft als „Ausgebranntsein“ übersetzt. Eine allgemeine Definition gibt es jedoch nicht, denn ein Burnout äußert sich oft sehr unterschiedlich. Unter einem Burnout versteht man einen Zustand starker Erschöpfung, der sich sowohl auf emotionaler als auch auf körperlicher Ebene äußert. Diese Erschöpfung kann verschiedene Ursachen haben, geht aber oft mit einer Unzufriedenheit im Beruf oder im Privatleben einher. Die Betroffenen sind meist starkem Stress ausgesetzt und finden kein Ventil, um diesen abzulassen. Das äußert sich in einer überwältigenden Abgeschlagenheit, die die Betroffenen in ihrem Tun stark einschränkt. Alltägliche Aufgaben, die einmal leicht fielen, stellen für die Betroffenen nun eine kaum zu bewältigende Herausforderung dar und kosten viel Kraft.

Besonders oft sind Lehrer und Angestellte aus dem medizinischen Bereich betroffen. Auch pflegende Angehörige leiden häufig an einem Burnout. Meist sehen diese Menschen es als ihre Pflicht an, anderen Menschen zu helfen und üben ihren Beruf mit vollem Einsatz und Leidenschaft aus. Im Gegenzug bekommen diese Menschen für ihre Arbeit jedoch nur wenig Anerkennung und werden gerade in Pflegeberufen schlecht bezahlt. Ein Burnout kann allerdings jeden treffen. Ebenfalls häufig betroffen sind Menschen, die ihr Leben ausschließlich ihrer Arbeit widmen und sich über ihren Beruf definieren. Hier fehlt häufig ein Ausgleich in der Freizeit, die einen Gegensatz zum stressigen Berufsalltag bildet.

Meist gibt es für die Entwicklung eines Burnouts keinen speziellen Auslöser. Das Burnout entwickelt sich schleichend. Viele verschiedene Faktoren spielen bei der Entwicklung eines Burnouts eine Rolle. Stresshormone können die Entwicklung begünstigen. Das Hormon Cortisol wird in stressigen Situationen ausgeschüttet. Auf kurze Dauer kann das durchaus positiv sein, denn Cortisol gibt dem Körper einen Energieschub. Auf lange Sicht kann der Hormonhaushalt jedoch gestört werden und es kann zu einem Serotoninmangel kommen. Antriebslosigkeit und Erschöpfung können die Folge sein.

Ursachen: So entsteht ein Burnout

Ein Burnout kann die verschiedensten Ursachen haben. Sowohl Stress im Job als auch im Privatleben können ein Burnout auslösen. Unzufriedenheit und Überforderung sind dabei wohl die häufigsten Gründe für emotionalen Druck, doch auch andere Kriterien können ein Burnout begünstigen.

Stressfaktoren

Oft spielen situative Faktoren wie Belastungen im Berufsleben und persönliche Faktoren wie die mangelnde Abgrenzung von Berufsstress und Privatleben ineinander. Dieses Ungleichgewicht erzeugt bei den Betroffenen ein Gefühl von Kontrollverlust. Sie sind überfordert und sehen keinen Ausweg aus ihrer Situation. Dadurch sind die Betroffenen einer Menge Stress ausgesetzt.

Fehlende Anerkennung

Fehlende Anerkennung für die geleistete Arbeit kann ebenfalls eine Ursache eines Burnouts sein. Jeder Mensch erwartet wohl, dass er für geleistete Arbeit Anerkennung erfährt. Dies kann in finanzieller Form und durch Lob und Komplimente geschehen. Besonders positives Feedback kommt gut an und kann ein wahrer Motivationsbooster sein. Fehlt die Anerkennung sowohl aus finanzieller als auch aus zwischenmenschlicher Sicht, kann das eine Belastung für die Betroffenen sein.

Zu hohe Arbeitsbelastung

Zu hohe Arbeitsbelastung – ein Auslöser für Burnouts

Belastend ist für die Betroffenen besonders ein zu hoher Arbeitsaufwand. Wenn die Belastungen am Arbeitsplatz zu hoch sind und die Kontrolle über den Arbeitsfluss zu gering ist, kann das schnell zu einer Unzufriedenheit und damit einhergehend zu einer Überforderung führen. In Zeiten der Globalisierung empfinden viele Menschen Verunsicherung und Zukunftsängste. Durch das Internet sind viele Arbeitsschritte beschleunigt und das Arbeitsleben gestaltet sich als sehr schnelllebig. Auch das kann viele Menschen überfordern und stressen.

Konflikte

Vor allem Konflikte belasten die Menschen. Finden diese zudem am Arbeitsplatz mit dem Vorgesetzten statt, kann das sehr unangenehm für die Betroffenen sein. Ein schlechtes Betriebsklima, Angst vor Verlust der Arbeitsstelle und Zeitdruck bieten viel Konfliktpotenzial. Auch im Privatleben sorgen Konflikte für Stress und können der Psyche stark zusetzen.

Routinearbeiten

Langeweile im Beruf kann ebenfalls sehr belastend sein. Routinearbeiten ohne Aussicht auf Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Aufstiegschancen sorgen für Antriebs- und Motivationslosigkeit. Oft stellen Betroffene den Sinn ihrer Arbeit infrage. Ein Gefühl der Ausweglosigkeit macht sich bemerkbar. Dieses Phänomen kann sich auch im Privatleben äußern. Besonders Mütter, die für ihre Kinder ihren Beruf aufgeben, sind davon betroffen. Sie fühlen sich nicht ausgelastet und sind dennoch ständigem Stress ausgeliefert.

Zu wenig oder zu viel Verantwortung

Verantwortung ist außerdem ein wichtiger Faktor, der ein Burnout begünstigen kann. Zu viel Verantwortung kann dem Betroffenen stark zusetzen und viel Stress hervorrufen, vor allem wenn gleichzeitig Zeitdruck besteht. Zu wenig Verantwortung gibt dem Betroffenen dagegen das Gefühl keinen Einfluss auf seine Tätigkeiten zu haben. Der Betroffene ist damit chronisch unzufrieden.

Helfersyndrom

Menschen mit einem Helfersyndrom haben oft Probleme „Nein“ zu sagen und engagieren sich deshalb bei vielen Gelegenheiten. Sie geben all ihre Ressourcen, ihre Zeit und ihr Geld, für das Wohl anderer und vergessen dabei gänzlich ihre eigenen Bedürfnisse. Sie sehen nur dann einen Sinn in ihrem Leben, wenn andere sie brauchen. Die Betroffenen haben oft wenig Selbstwertgefühl und versuchen ihren Wert über ihre Wohltätigkeit zu definieren. Das raubt ihnen jede Kraft.

Perfektionismus

Perfektionismus kann ebenfalls sehr viel Kraft kosten. Betroffene wollen immer ihr Bestes geben und haben hohe Anforderungen an sich und andere. Perfekt zu sein und keine Fehler zu machen ist auf Dauer eine große Anstrengung. Darüberhinaus geht Perfektionismus oft mit Ehrgeiz einher, der sie dazu antreibt immer mehr Leistung zu bringen. Das ist vor allem dann belastend, wenn dieses Verhalten auf ein geringes Selbstwertgefühl zurückgeht und sie ihren Wert durch Leistung definieren.

Burnout-Symptome: So äußert sich chronische Erschöpfung

Ein Burnout kann sich von Person zu Person unterscheiden. Obwohl sich viele Symptome ähneln, kann die Ausprägung unterschiedlich stark sein und verschiedene Begleiterscheinungen mit sich bringen. Ein Burnout bahnt sich langsam an. Oft fängt es mit leichten Symptomen an, die mit der Zeit immer stärker werden und sogar in schweren Depressionen und Suizidgedanken münden können.

Oft werden die ersten Anzeichen eines Burnouts verdrängt. Vielen Menschen fällt es schwer sich einzugestehen, dass sie von einer psychischen Krankheit betroffen sind. Zudem ist es ihnen unangenehm zuzugeben, dass sie mit dem Stress und Druck in ihrem Leben überfordert sind. Es ist wichtig, sich einzugestehen, dass es jeden treffen kann. Burnout ist keine seltene Krankheit und kann therapiert werden. 2011 waren fast 13 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland von einem Burnout betroffen. Für die Heilung ist es unvermeidlich, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Überforderung

Anfangs überschneiden sich die Ursachen mit den ersten Symptomen. Der Betroffene ist übermäßig viel Stress ausgesetzt. Er muss viel Energie aufwenden, um seine Aufgaben zu erledigen und hat Probleme am Ende des Tages abzuschalten. Erholung kommt dabei oft zu kurz. Er steckt seine eigenen Bedürfnisse zurück, weil er das Gefühl hat, keine Zeit entbehren zu können. Dazu kommt, dass er Fehler und Enttäuschungen verdrängt. Dadurch baut sich ein unterschwelliger Druck auf. Soziale Kontakte wie Freunde und Familie werden oft vernachlässigt. Häufige Symptome sind:

Frustration

Der Betroffene schraubt sein Engagement zurück und verliert seine Motivation. Er erwartet, dass er eine Gegenleistung für seine Bemühungen erhält. Bleibt diese aus, kann das starke Auswirkungen auf sein Arbeitsverhalten haben. Oft hält er sich nicht mehr an die vorgegebenen Arbeitszeiten. Er erscheint später und geht früher als vorgesehen. Er sträubt sich gegen jegliche Form von Arbeit und erledigt nur noch die nötigsten Aufgaben. Es fehlt ihm die Kraft empathisch mit seinen Mitmenschen umzugehen. Er hat hohe Anforderungen an seine Mitmenschen und wertet diese vermehrt ab. Zu den Symptomen gehören:

  • Gefühlskälte
  • Zynismus
  • Antriebslosigkeit

Aggression

Die Betroffenen sind unzufrieden mit ihrem Leben und suchen die Schuld meist bei anderen oder sich selbst. Sie erkennen, dass sie ein Leben führen, das sie unglücklich macht. Dabei reagieren sie oft emotional, bemitleiden sich selbst oder sind aggressiv gegenüber Familie, Freunden und Kollegen. Das kann zu depressiven Verstimmungen führen, die zwischen Hilflosigkeit und Zorn abwechseln. Weitere Symptome sind:

  • Innere Leere
  • Pessimismus
  • Reizbarkeit

Leistungsabbau

Mit der Zeit schwindet bei den betroffenen die Leistungsfähigkeit. Aufgaben, die sie zuvor mit Leichtigkeit bewältigten, fallen nun schwer. Fehler schleichen sich ein. Die Bewältigung des Alltags kostet vermehrt Kraft. Dabei vergessen sie Fristen und Termine. Die Fähigkeit über den Tellerrand zu blicken, lässt nach. Dabei verweigern sie sich jeglicher Veränderung. Dazu kommt außerdem:

Vereinsamung

Viele Betroffene ziehen sich mit der Zeit von Familie und Freunden zurück. Sie geben ihre Hobbies auf und unternehmen nur noch wenig. Oft gehen sie nur noch für die nötigsten Erledigungen vor die Tür, beispielsweise um Lebensmittel einzukaufen. Der Alltag langweilt sie. Sie können sich für nichts mehr begeistern. Andere Symptome sind:

  • Gleichgültigkeit
  • Desinteresse
  • Emotionslosigkeit

Verzweifelung

In der schwersten Form eines Burnouts sind die Betroffenen hoffnungslos. Sie fühlen sich den Umständen ausgeliefert und können kaum mehr einen positiven Gedanken fassen. Sie sehen keinen Sinn mehr in ihrem Leben. Alleine können sie aus diesem Zustand nicht mehr herausfinden. Die Betroffenen sollten sich dringend Hilfe suchen. Dazu kommen häufig:

  • Schwere Depressionen
  • Suizidgedanken
  • Hoffnungslosigkeit

Körperliche Beschwerden

Seelische Beschwerden spiegeln sich auch körperlich wieder

Oft spiegeln sich psychische Belastungen auch in körperlichen Reaktionen wieder. Das ist auch bei einem Burnout der Fall. Diese Beschwerden können schon anfangs auftreten, sich aber auch erst später äußern. Oft sind Verspannungen und Schmerzen eine Reaktion auf eine starke psychische Anspannung. Herzrasen und ein hoher Blutdruck können ebenfalls eine Folge psychischer Belastung sein. Psychischer Druck kann die Sexualität beeinträchtigen. Die Betroffenen können unter einem Verlust der Libido leiden. Ihren Frust versuchen sie mit verschiedenen Mitteln zu kompensieren. Das kann gefährlich werden, wenn sich daraus eine Essstörung oder eine Abhängigkeit entwickelt. Betroffene greifen oft auf alkohol- und koffeinhaltige Lebensmittel zurück. Auch Zigaretten sind bei den Betroffenen beliebt. Dazu kommen:

  • Albträume
  • Verdauungsprobleme
  • Gewichtsschwankungen

Selbsttest: Besteht eine Burnout-Gefährdung?

Selbsttest: Besteht eine Burnout-Gefährdung?

Wenn du herausfinden möchtest, ob auch du gefährdet bist, an einem Burnout zu erkranken, erfährst du dies im Folgenden. Oft ist es schwer sich einzugestehen, dass ein Burnout in den Rahmen der Möglichkeiten gerückt ist. Wichtig ist, dass du dir in diesem Fall immer wieder Auszeiten gönnst und dich im Alltag ein wenig zurücknimmst. Auf keinen Fall solltest du die Symptome ignorieren. Hole dir lieber frühzeitig Hilfe, um Schlimmeres zu vermeiden.

Wir haben dir einen kleinen Selbsttest zusammengestellt, der dir erste Erkenntnisse liefern kann. Treffen die meisten Aussagen auf dich zu, solltest du zukünftig versuchen, Stress zu vermeiden. Versuche ehrlich zu dir zu sein und dir die Symptome nicht schön zu reden. Nur dann kommt ein hilfreiches Ergebnis für dich zustande. Bedenke allerdings, dass dieser Test keinen wissenschaftlichen Anspruch hat und allein ein wenig Klarheit für dich schaffen soll. Du solltest also nicht in Panik verfallen, wenn viele Aussagen auf dich zutreffen. Kontaktiere in diesem Fall einen Arzt und spreche mit ihm über deinen Verdacht, an einem Burnout zu leiden.

  1. Du versuchst immer Höchstleistungen zu bringen.
  2. Du fühlst dich wie ein Versager, wenn du einmal scheiterst.
  3. Du hast hohe Erwartungen an dich und andere.
  4. Du vermeidest Risiken und Veränderungen.
  5. Du fühlst dich einsam und weißt nicht, wie du deine Situation ändern kannst.
  6. Egal wie viel du schläfst, du bist immer müde.
  7. Du leidest unter Stimmungsschwankungen. Kleine Ärgernisse bringen dich schon komplett aus der Fassung.
  8. Du kannst dich für nichts begeistern und fühlst dich motivationslos.
  9. Deine Freunde machen dir Vorwürfe, weil du nur noch wenig Zeit für sie hast.
  10. Du hast Probleme beim Einschlafen oder wachst nachts häufig auf.
  11. Dir fällt es schwer an dich und deine Fähigkeiten zu glauben.
  12. Du bist häufig traurig ohne einen richtigen Grund dafür zu haben.

Auch wenn viele der Aussagen auf dich zutreffen, heißt das nicht unbedingt, dass du an einem Burnout leiden musst. Du solltest dennoch ein wenig auf dich acht geben und deine Bedürfnisse nicht aus dem Auge verlieren. Fühlst du dich wohl mit deinem Leben und bist beruflich und privat glücklich, musst du dir keine Sorgen machen. Bereitet dir ein Ereignis oder eine berufliche sowie private Situation allerdings Kopfzerbrechen, solltest du dir Hilfe bei deinem Hausarzt oder einem Psychotherapeuten holen.

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