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Cholesterin: 6 überraschende Fakten über den Naturstoff

Der Mythos um das bedrohliche Cholesterin hält heute noch an. Dabei ist in vielen Fällen die Angst unbegründet. Wir haben 6 überraschende Fakten für dich, die deine Meinung über Cholesterin grundlegend ändern könnten.

Cholesterin: Ein wichtiger Baustein für unseren Körper

Die meisten von uns kennen und fürchten den “schlechten” und damit den erhöhten Cholesterinwert. Dabei ist Cholesterin oder genauer Cholesterol (aus dem Griechischen übersetzt bedeutet es in etwa „harte Galle“) in erster Linie eine in allen Körperzellen vorkommende fettähnliche Substanz, die überlebenswichtig für bestimmte Prozesse in unserem Organismus ist.

Cholesterin ist ein wichtiger Baustein unserer Zellmembran und damit essentiell für jede einzelne Zelle unseres Körpers. Außerdem braucht unser Organismus Cholesterin für die Produktion von Hormonen (wie Kortison und Östrogen) und der Gallensäure. Es entsteht in unserer Leber, aber auch in der Nebenniere, den Eierstöcken und den Dünndarmzellen. Zusätzlich nehmen wir Cholesterin über tierische Nahrungsmittel wie Fleisch, Eier, Butter, Milch und andere Milchprodukte auf.

“Gutes” und “schlechtes” Cholesterin: Die zwei Arten LDL und HDL

„Gutes“ vs. „schlechtes“ Cholesterin

Das Cholesterin kann in zwei Arten eingeteilt werden: LDL (Low Density Lipoprotein) und HDL (High Density Lipoprotein). Das LDL-Cholesterin gelangt aus der Eigenproduktion, die vor allem in der Leber stattfindet, über den Magen in den Darm. Von dort aus gelangt es in den Blutkreislauf und damit in unser Gewebe und unsere Zellen. Um sogenanntes “schlechtes” Cholesterin handelt es sich, wenn der LDL-Cholesterinspiegel so erhöht ist, dass sich der Stoff in den Arterien absetzen kann. Durch eine Verengung kann es so zu Arterienverkalkungen kommen. Das erhöht das Risiko von Herzkreislauferkrankungen, womit die Gefahr eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls steigt.

Auch das HDL-Cholesterin gelangt aus der Leber über Magen und Darm in den Blutkreislauf. Es fungiert als Gegenspieler des LDL-Cholesterins und transportiert das Cholesterin wieder zurück in die Leber, wo es abgebaut wird. Deswegen spricht man hier, anders als beim LDL-Cholesterin, von “gutem” Cholesterin.

Damit die Balance zwischen innerer Produktion und Zufuhr von außen gelingt, verfügt unser Körper über ein eigenes Regelungssystem. Nimmst du über deine Ernährung viel Cholesterin zu dir, produziert dein Körper weniger davon. Nimmst du andersrum sehr wenig zu dir, produziert dein Körper mehr.

Cholesterin: Ein Milliardengeschäft

In der Regel werden ungefähr zwei Drittel des Cholesterin auf endogenem Weg hergestellt, also durch eine Eigenproduktion. Das fehlende Drittel nehmen wir auf exogenem Weg zu uns, also von außen über tierische Nahrungsmittel.

Doch wodurch ist Cholesterin in unserer Gesellschaft so in Ungnade gefallen? Seit den 80ern gingen Forscher davon aus, dass ein hoher Cholesterinspiegel zu einem erhöhten Fettanteil im Blut führt und dadurch das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls erhöht. Zu einer cholesterinreichen Ernährung zählt allgemein der Verzehr von Fleischprodukten, Milch, Eiern, Butter und anderen Milchprodukten. Das Postulieren der Angst vor dem “gefährlichen” Cholesterin, das wir über Nahrungsmittel zu uns nehmen führte dazu, dass die Verbraucher sich vor tierischen Produkten in Acht nahmen. Eine regelrechte Hysterie brach aus.

Weil Cholesterin zu einer Gefahr für die Gesundheit wurde, vor der jeder sich fürchtete, entstand ein Milliardengeschäft um den Mythos. Es entstand ein neues Geschäftsfeld für Lebensmittelkonzerne und die Pharmaindustrie. Während die Lebensmittelkonzerne Unmengen an cholesterinreduzierten und -freien Produkten herstellten, begannen Pharmakonzerne massenhaft cholesterinsenkende Präparate zu produzieren. Viele Jahre war ein Cholesterinsenker sogar weltweit umsatzstärkstes Medikament.

Das Milliardengeschäft um den Cholesterin-Mythos hält bis heute an. Dabei haben Wissenschaftler bereits bewiesen, dass das Cholesterin aus der Nahrung kaum einen Einfluss auf die Blutwerte hat. Wird mehr Cholesterin über Eier und anderes fettiges Essen aufgenommen, drosselt der Körper selbst die Produktion und reguliert so selbstständig seinen Cholesterinspiegel. Studien beweisen mittlerweile, dass es keinen beweisbaren Zusammenhang zwischen Herzerkrankungen und erhöhtem Cholesterinwert gibt.

Cholesterin: 6 verblüffende Fakten

Wir haben sechs spannende und überraschende Fakten für dich, die dich von deiner Cholesterin-Angst befreien und sie als Mythos entlarven. Der Cholesterinspiegel ist nicht so „böse“, wie die meisten von uns es immer dachten.

Cholesterin ist kein Gift für unseren Körper

Der Mythos, Cholesterin sei schlecht für unseren Körper und gefährlich, hält sich hartnäckig. Grundsätzlich solltest du dir bewusst machen, dass Cholesterin ein lebenswichtiger Baustein für deinen Organismus ist. Wir brauchen Cholesterin für:

  • unsere Zellmembran
  • zur Herstellung verschiedener Hormone wie Östrogen und Kortison
  • zur Bildung von Gallensäure, damit unser Körper Fett und Cholesterin (von außen) aufnehmen kann
  • als Baustein für Vitamin D

Es wird deutlich, dass Cholesterin unverzichtbar für uns ist und wir es nicht von vornherein verteufeln sollten. Hohe Cholesterinwerte können ein Gesundheitsrisiko sein, müssen es aber nicht zwingend.

Ohne Cholesterin geht es nicht

Wir können nicht auf Cholesterin verzichten

Da Cholesterin ein lebensnotwendiger Baustein für den Körper ist, kannst du nicht auf ihn verzichten. Dabei muss allerdings in endogenes und exogenes Cholesterin unterschieden werden. Hier verbirgt sich das Geheimnis hinter dem Mythos, man brauche kein Cholesterin.

Während der menschliche Organismus Cholesterin für eine Vielzahl von lebensnotwendigen Prozessen benötigt, also das endogene Cholesterin aus der Eigenproduktion, kann er auf das Cholesterin, das auf exogenem Weg, also von außen über tierische Lebensmittel nach innen gelangt, verzichten. Der Körper kann den eigenen Cholesterinhaushalt ohne Mühe selbst decken und regulieren. Vegetarier und Veganer müssen also nicht befürchten, dass ihr Cholesterinspiegel in die Tiefe sinkt.

Du darfst mehr als zwei Eier pro Woche essen

Ernährungsberater aller Art geben einem häufig den Ratschlag, nicht mehr als zwei Eier pro Woche zu verzehren und Eier und Speck ansonsten zu meiden. Dabei handelt es sich um einen weit verbreiteten Mythos.

Angeblich würden mehr als zwei Eier in einer Woche die Blutfettwerte enorm erhöhen und seien dadurch schlecht fürs Herz. Ebenso wird Speck aufgrund seines hohen Fettanteils von vielen verunglimpft. Forscher haben herausgefunden, dass Ei-Fans nicht öfter an Herzproblemen und -erkrankungen wie Arterienverkalkungen leiden als Menschen, die generell auf Eier verzichten. Problematisch wird das nur, wenn du bereits von Natur aus einen erhöhten Cholesterinwert hast. Ist dem nicht der Fall, sind deinem Ei-Genuss nahezu keine Grenzen gesetzt.

Eier sind viel besser für unseren Körper als ihnen ihr Ruf vorauseilt. Den hohen Eiweißgehalt schätzen vor allem Sportler. Sie sind zudem reich an ungesättigten Fettsäuren und enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe. Das Vitamin A der Eier ist wichtig für unser Wachstum und unsere Körperzellen. Das Vitamin B2 ist gut für unseren Stoffwechsel und hilft beim Aufbau unserer roten Blutkörperchen. Und zusätzlich enthält es auch noch die Vitamine B5 und B12.

Tipp: Wirf das Eigelb wegen seines hohen Cholesterinwerts nicht weg, denn es enthält die meisten Nährstoffe.

Der Körper schützt sich selbst vor einer „Überdosis“ Cholesterin

Wir können aufatmen. Forscher fanden heraus, dass das Cholesterin, dass wir über unsere Nahrung aufnehmen, unsere Werte nicht zwangsläufig in die Höhe schießen lässt. Unser Körper ist ein Multifunktionstalent, welches es schafft, unseren Cholesterinwert von ganz allein zu regulieren. Und all das auch ohne verschreibungspflichtige Cholesterinsenker.

Nehmen wir sehr viel Cholesterin über Eier, Butter oder Speck auf, geht eine Art Warn-Lampe in unserem Körper an und die interne Produktion wird gehemmt. Damit schützt unser Körper sich selbst vor einer Überdosis.

Warum Margarine nicht zwangsweise gesünder ist als Butter

Warum Margarine nicht zwangsweise gesünder ist als Butter

Da Butter einen hohen tierischen Fettanteil enthält und damit als Cholesterin-Booster gilt, wird sie oft gemieden und durch die pflanzliches Fett enthaltende Margarine ersetzt. Dass Margarine viel gesünder ist als Butter ist allerdings ein Mythos.

Der Grund dafür, ob Butter oder Margarine als gesünder gelten, liegt in der verschiedenen Zusammensetzung. Während die Butter aus reinem Milchfett besteht, wird Margarine aus Pflanzenölen hergestellt und ist ein rein industrielles Produkt. In der Herstellung der Butter liegen dadurch von Natur aus viele Vitamine (A, D, E und K), Nährstoffe und Mineralstoffe (Kalzium).

Auch wenn ihr Pendant, die Margarine, auf den ersten Blick sehr natürlich wirkt, ist sie ein Industrieprodukt. Damit die Pflanzenöle von einem flüssigen in einen streichzarten Zustand gebracht werden, werden sie gehärtet. Dabei entstehen Transfettsäuren, die den Stoffwechsel negativ beeinflussen. Das liegt daran, dass Transfettsäuren den „schlechten“ LDL-Cholesterin-Anteil erhöhen. Mittlerweile setzen jedoch viele Hersteller auf andere Produktionsverfahren, bei denen keine Transfettsäuren entstehen. Damit kann die Butter in dieser Kategorie nicht mehr als Sieger hervorgehen. Durch die schonendere Herstellung schafft es die Margarine mittlerweile, im Hinblick auf die Transfettsäuren mit der Butter mitzuhalten.

Die Antwort auf die Frage, was nun gesünder ist, suchen viele in dem Anteil der gesättigten Fettsäuren. Ungesättigte Fettsäuren sind gesünder als gesättigte. Pflanzliche Fette enthalten in der Regel mehr ungesättigte Fettsäuren, während tierische Fette mehr gesättigte Fettsäuren enthalten. Hier liegt eindeutig die Margarine vorn.

Margarine verfügt über die wichtigen und gesunden Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D (vor allem im Lein-, Raps- und Sonnenblumenöl). Und Omega-3 und -6 wirken sich nachweislich positiv auf unseren Bluthochdruck und unsere Herzgesundheit aus. Butter hingegen besteht nur zu zwei Dritteln aus ungesättigten Fettsäuren. Im Gegensatz zur Margarine kommt die Butter allerdings ohne Zusätze aus und ist leichter verdaulich. Margarine ist eine Emulsion. Ihr werden Aromen, Säurungsmittel und Beta-Carotin für die Färbung beigefügt.

Fazit: Das Für und Wider zeigt, dass sich viele noch uneins sind, welches Nahrungsmittel nun gesünder ist. Die Bestandteile der Butter zeigen aber deutlich, dass sie ihren schlechten Ruf zu Unrecht hat. Da die meisten Ernährungswissenschaftler heute davon ausgehen, dass das Cholesterin aus tierischen Fetten für ungesunde Menschen ungefährlich ist, ist es unbedenklich, Butter zu genießen.

Tipp: Ob nun Butter oder Margarine: Achte auf die Zusammensetzung. Bei Butter werden Produkte empfohlen, die aus Milch von Weidenkühen gewonnen werden. Entscheidest du dich für Margarine, dann vermeide Produkte mit der Etikettierung „gehärtete Fette“, da die Margarine in dem Fall die ungesunden Transfettsäuren enthalten kann.

Hohe Cholesterinwerte bedeuten nicht automatisch eine schlechte Gesundheit

Da das Cholesterin Blutfette ungünstig beeinflussen kann, ist es wichtig, bei Vorerkrankungen und Risikopatienten auf die Cholesterinzufuhr zu achten. Nur in solchen Fällen ist es wichtig, auf den Cholesterinhaushalt und damit bewusst auf die Ernährung zu achten. Dazu gehören beispielsweise Menschen, die ein erhöhtes Herzinfarktrisiko haben oder an Bluthochdruck oder Übergewicht leiden. Das bedeutet kein striktes Verbot für Eier oder Butter, aber einen bewussten und achtsamen Umgang. Der Cholesterinwert allein sagt noch nichts über ein persönliches Risiko oder eine Gefährdung aus. Lasse dich also genau von einem Facharzt beraten.

Hohe Cholesterinwerte sind nicht gleichbedeutend mit einer schlechten Gesundheit. Schlage nicht direkt Alarm, sobald dir dein Arzt mitteilt, dass dein Cholesterinwert erhöht ist.

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