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Starkes Schwitzen: 10 Ursachen & 13 Tipps gegen Schweißausbrüche

Starkes Schwitzen ist nicht nur unangenehm, sondern deutet in einigen Fällen auch auf verborgene Krankheiten hin. Außerdem ist die Hyperhidrose selbst eine genetische Erkrankung bei der Betroffene übermäßig schwitzen. Wir verraten dir alles Wissenswerte und haben 10 Ursachen sowie 13 Tipps gegen Schweißausbrüche für dich.

Starkes Schwitzen kann sich in verschiedenen Formen äußern und somit auf unterschiedlichen Ursachen beruhen. Wir haben alles Wissenswerte für dich zusammengestellt und zeigen dir in unseren Tipps, welche Behandlungsmöglichkeiten du hast. So kannst du deine Lebensqualität verbessern, Stress reduzieren und Erkrankungen schneller erkennen.

Was Schwitzen ist

Was Schwitzen ist

Schwitzen soll unseren Körper in erster Linie davor bewahren, zu überhitzen. Bei viel Bewegung, Sonne oder einem Saunabesuch versucht der Körper die Hitze auszugleichen, indem der Schweiß unseren Körper abkühlt. Diese Form des Schwitzens nennt man thermoregulatorisches Schwitzen.

Doch auch bei Aufregung und Nervosität kommt es zu Schweißausbrüchen. Diese Form nennt man emotionales Schwitzen. Nach dem Verzehr von scharfem Essen oder dem Genuss von Alkohol wird die Wärmeproduktion angeregt. In einem solchen Fall kommt es häufig zu Schwitzen im Gesicht. Diese Form des Schwitzens wird gustatorisches Schwitzen genannt.

Manche Menschen leiden auch ohne Anstrengung oder anderen Einflussfaktoren unter übermäßigem Schwitzen. Starkes Schwitzen ohne (oder bei geringer) körperlicher Belastung nennt man auch Hyperhidrose. Betroffene leiden meist stark darunter und das Schwitzen beeinflusst ihre Lebensqualität negativ.

Formen von starkem Schwitzen

Es gibt verschiedene Formen von starkem Schwitzen (oder “Transpirieren”). Die Art und Weise gibt hierbei häufig einen Hinweis auf die mögliche Ursache. Wir informieren dich über Hyperhidrose, also eine permanente Schweißüberproduktion und über starkes Schwitzen am Kopf. Außerdem findest du Wissenswertes zu Nachtschweiß, unregelmäßigen und plötzlichen Schweißausbrüchen sowie zu kaltem Schweiß.

Hyperhidrose

Hyperhidrose ist eine Bezeichnung für übermäßiges Schwitzen. Dabei kann es sich sowohl um eine permanente Schweißüberproduktion (primäre Hyperhidrose) handeln als auch um krankheitsbedingtes Schwitzen (sekundäre Hyperhidrose). Wir haben im Folgenden alle wichtigen Informationen für dich.

Primäre Hyperhidrose

Das ist eine Hyperhidrose

Die primäre Hyperhidrose beginnt bei Betroffenen meist ab der Pubertät. Das starke Schwitzen wird hier meist durch seelischen Stress ausgelöst und ist unkontrollierbar. Diese Form der Hyperhidrose ist eine Fehlfunktion, bei der die Schweißmenge nicht an die Wärmeregulierung angepasst ist und übermäßig produziert wird.

Diese Form der Hyperhidrose tritt häufig als fokale Hyperhidrose auf. Das Schwitzen erfolgt also vermehrt an einer bestimmten Stelle des Körpers. Das können die Achseln sein, die Hände oder der Kopf.

Sekundäre Hyperhidrose

Die sekundäre Hyperhidrose ist nicht die Krankheit selbst, sondern durch andere Krankheiten oder Umstände bedingt. Ursachen können hier zum Beispiel Grippeerkrankungen sein, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder hormonelle Störungen wie bei Schwangeren oder Menschen mit einer Schilddrüsenerkrankung.

Auch Tumore und neurologische Krankheiten können der Auslöser für die Hyperhidrose sein. Zudem tritt bei der sekundären Form häufig auch Nachtschweiß begleitend auf. In der Regel führt die sekundäre Hyperhidrose zu einer generalisierten Hyperhidrose, also zum Schweißausbruch am ganzen Körper.

Geht das Schwitzen mit Rötungen, Hitzegefühl oder einer Intensivierung der Sinnesreize einher, wird von einer Schwitzkrankheit oder Fieber gesprochen. Geht Schwitzen mit einem unangenehmen Geruch einher, wie zum Beispiel an den Füßen, spricht man von einer Bromhidrose.

Starkes Schwitzen am Kopf

Starkes Schwitzen am Kopf und im Gesicht  ist für Betroffene meist sehr lästig, da jeder sehen kann, wie stark man schwitzt. Die Haare werden feucht und strähnig, das Make-Up zerfließt und es bleibt nichts als ständiges Tupfen mit einem Taschentuch, damit die Schweißperlen nicht permanent herunterfließen.

Die fokale Hyperhidrose am Kopf und im Gesicht nennt man auch Hyperhidrosis facialis. Der Körper produziert an dieser Stelle mehr Schweiß als eigentlich nötig wäre, um seine Temperatur herunterzukühlen.

Die häufigste Ursache für starkes Schwitzen am Kopf ist in erster Linie eine primäre Hyperhidrose, also eine genetisch bedingte vermehrte Schweißbildung, die nicht durch äußere Einflussfaktoren bewirkt wird.

Zudem können aber auch Wechseljahre und andere hormonelle Schwankungen ein Grund sein sowie ein ungesunder Lebensstil (starkes Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum) oder starkes Übergewicht.

Wenn du über einen längeren Zeitraum starkes Schwitzen bei dir beobachtest, solltest du zunächst einen Arzt aufsuchen. Dieser kann dann ermitteln, ob die Hyperhidrose selbst die Erkrankung ist oder einer anderen Erkrankung zugrunde liegt. Zu den Behandlungsmöglichkeiten erfährst du alles in unseren Tipps.

Nachtschweiß

Nachtschweiß

Nachtschweiß kann durch luftundurchlässige Bettwäsche, eine zu hohe Raumtemperatur, den Verzehr von scharfem Essen, übermäßigen Kaffee- oder Alkoholkonsum, Stress und psychischen Problemen oder Entzugserscheinungen ausgelöst werden. Allerdings gibt es auch Menschen, die ohne erkennbaren Auslöser davon betroffen sind.

Sie wachen regelmäßig mit durchnässter Kleidung und Bettwäsche auf, teilweise sogar mitten in der Nacht, und müssen sich umziehen. Solche Umstände verursachen oft Schlafmangel und eine daraus resultierende Konzentrationsschwäche, Erschöpfung und Müdigkeit am nächsten Tag.

Wenn zu dem starken Nachtschweiß Gewichtsverlust oder sogar Fieber hinzukommen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Manchmal sind bestimmte Medikamente der Auslöser für nächtliches Schwitzen, es kann aber auch eine andere Krankheit die Ursache sein, dessen Symptom starkes Schwitzen in der Nacht ist. Mehr erfährst du in den Ursachen für starkes Schwitzen.

Plötzliche Schweißausbrüche

Plötzliche Schweißausbrüche werden entweder durch Nervosität, einen starken Temperaturwechsel oder hormonelle Veränderungen ausgelöst. Frauen in den Wechseljahren haben häufig mehrfach am Tag und in den Nacht sogenannte “Hitzewallungen”. Auch Schwangere oder Frauen während der Menstruation verspüren öfter starke Temperaturschwankungen ihres Körpers.

Kalter Schweiß

Kalter Schweiß wird auch Diaphorese genannt und wird im Gegensatz zu anderen Arten von Schweißausbrüchen nicht durch Temperatureinfluss oder körperliche Anstrengung ausgelöst. Er ist eine Flucht- oder Kampfreaktion, die bei Angst, Schmerzen, Schock, Atemnot oder auch bei Unterzuckerung eintritt.

In einem Schockzustand, der zum Beispiel bei einem Herzinfarkt oder einer starken Allergie verursacht wird, muss sofort der Notarzt gerufen werden. Auch Begleiterscheinungen wie Atemschwierigkeiten, eine blasse Hautfarbe, Schwindel oder Schwächegefühle sind Warnsignale des Körpers, auf die schnell reagiert werden muss.

Kalter Schweiß kann auf eine bisher unentdeckte Krankheit hinweisen. Er kann aber auch nach Alkoholexzessen oder bei einer Grippe auftreten.

Starkes Schwitzen: 10 Ursachen

Ursachen für starkes Schwitzen

Extremes Schwitzen kann verschiedene Ursachen haben, die meist mit weiteren Symptomen einhergehen. Die wohl bekannteste Ursache ist die physische Überanstrengung. Aber auch die Psyche kann verantwortlich für Schweißausbrüche sein.

Hinzu kommen hormonelle Umstellungen und spezielle Erkrankungen, Entzug oder auch eine falsche Ernährung. In den meisten Fällen ist Schwitzen hier ein Alarmsignal, auf das du reagieren solltest. Beobachte deinen Körper für eine Weile und geh im Zweifelsfall zum Arzt.

Physische Überanstrengung

Eine normale Ursache für starkes Schwitzen ist eine besonders hohe körperliche Belastung oder eine besonders hohe Temperatur. Manche Menschen schwitzen beim Sport mehr, andere weniger. Das Wichtigste ist, deine Grenzen zu kennen und übermäßiges Schwitzen deuten zu können.

Es kann nämlich ein Zeichen für physische Überanstrengung sein. In diesem Fall solltest du eine Pause einlegen und viel trinken, damit dein Körper nicht dehydriert. Tust du das nicht, riskierst du Schwindel oder einen Zusammenbruch.

Psychische Belastung

Häufig unbemerkt für starkes Schwitzen bleibt die Ursache einer starken psychischen Belastung. Stress, Nervosität, Depression, Panikattacken, Burnout, Angststörungen und Hochsensibilität führen beispielsweise zu Schweißausbrüchen oder nächtlichem Schwitzen.

Mit diesen Umständen einher gehen häufig Schlafprobleme und Konzentrationsschwäche. Schwitzen, das durch Stress bedingt ist, wirkt sich insbesondere auf die Duftdrüsen behaarter Körperteile aus, zum Beispiel an den Achseln oder der Stirn.

Häufig steigert das Schwitzen sogar noch die psychische Belastung aus Angst, dass jemand sehen könnte, dass man schwitzt und nervös wirkt. Schränkt die psychische Belastung und die Angst vor dem Schwitzen dein Leben zu sehr ein, solltest du auf jeden Fall eine psychologische Beratung aufsuchen.

Hormonelle Veränderungen

Übermäßiges Schwitzen durch hormonelle Veränderungen

Ein Auslöser für plötzliche Schweißausbrüche sind hormonelle Veränderungen. Dazu kommt es vor allem in den Wechseljahren oder der Schwangerschaft. Diese Hitzewallungen können sowohl tagsüber als auch nachts auftreten.

Sie hängen mit einer Fehlregulierung der Schweißdrüsen zusammen, die durch den Anstieg oder Abfall des Hormons “Östrogen” beeinflusst wird. Hitzewallungen beginnen meist im oberen Körperbereich, also am Kopf, dem Hals oder der Brust. Betroffen sind in diesem Fall nur Frauen.

Autoimmunerkrankungen

Zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen gehört die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Sie kann der Grund für Hitzeschübe oder plötzliche Schweißausbrüche sein. Die Schilddrüse stellt in diesem Fall zu viel Thyroxin und Triiodthyronin her.

So kommt es zu Nervosität oder Unruhe, einem schnelleren Herzschlag oder Gewichtsabnahme. Der Stoffwechsel wird in diesem Fall häufig beschleunigt. Betroffen sind meist Frauen und ältere Menschen.

Eine weitere Autoimmunerkrankung, die starkes Schwitzen auslösen kann, ist rheumatoide Arthritis. Sie richtet sich ebenfalls gegen das eigene Immunsystem und führt zu Entzündungen, die wiederum starkes Schwitzen verursachen. Meist tritt diese Form nachts auf. Im nächsten Kapitel erfährst du mehr.

Rheumatoide Arthritis

Auch bei rheumatoider Arthritis oder anderen rheumatischen Erkrankungen treten nächtliches Schwitzen und Müdigkeit auf. Der Körper ist weniger leistungsfähig, es fehlt der Appetit und es kommt zu Gewichtsverlust.

Ein weiteres Merkmal ist eine bläulich-rötliche Haut an den Gelenken. Die ersten Symptome machen sich bei Betroffenen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr bemerkbar und deuten auf eine rheumatische Gelenkentzündung hin.

Probleme mit dem Herzen

Bei einer Herzrhythmusstörung oder bei Herzschwäche ist plötzliches oder vermehrtes Schwitzen ein Symptom. Auch Schwindel oder Kurzatmigkeit bei geringer körperlicher Anstrengung können darauf hinweisen. Kommen diese drei Symptome zusammen, solltest du einen Arzt aufsuchen.

Diabetes

Unterzuckerung bei Diabetes führt zu Schweißausbrüchen

Extremes Schwitzen oder plötzliche Schweißausbrüche sind bei Diabetikern ein Zeichen für Unterzuckerung (Hypoglykämie). Sie verspüren in diesem Zustand Unruhe, haben Herzklopfen oder sind zittrig. Außerdem können Heißhunger und Benommenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit dazukommen.

Eine Unterzuckerung kann entstehen, wenn zu wenig gegessen wird, die Medikamente falsch dosiert wurden, Alkohol getrunken wurde oder der Zuckerbedarf aus irgendeinem Grund erhöht ist (wie bei starker Anstrengung oder einer Infektion).

Anorexie oder Adipositas

Bei Mangelernährung oder Magersucht (Anorexie) wird der Körper nicht genügend mit Nährstoffen versorgt. Das bewirkt, dass die kleinste Anstrengung des Körpers bereits Schwitzen, Herzklopfen und Kurzatmigkeit auslösen kann.

Bei starkem Übergewicht (Adipositas) verspürt der Körper ebenfalls sehr schnell Anstrengung und Überforderung, da er unter dem hohen Gewicht leidet. Außerdem ist die Wärmeregulation durch das Fettgewebe gestört und es kommt zu Gelenkproblemen. Auch hier sind Kurzatmigkeit, Herzklopfen und starkes Schwitzen typische Merkmale.

Entzug

Starkes Schwitzen kann auch eine Entzugserscheinung bei Alkohol-, Tabletten- oder Drogensüchtigen sein. Fehlt das Suchtmittel, kommt es zu Schweißausbrüchen oder permanentem Schwitzen in Kombination mit Herzrasen und Kopfschmerzen.

Nebenwirkung von Medikamenten

Starkes Schwitzen und vor allem Nachtschweiß können durch Medikamente verursacht werden, die das vegetative Nervensystem betreffen. Dieses beeinflusst unter anderem den Stoffwechsel, die Atmung und die Produktion der Schweißdrüsen. Beispiele für solche Medikamente sind:

  • Bronchitis oder Asthma-Medikamente
  • Diabetes-Medikamente
  • Antidepressiva (gegen Depressionen)
  • Fiebersenkende Medikamente (wie Paracetamol)
  • Atypische Neuroleptika (zum Beispiel gegen Schizophrenie)
  • Hormonpräparate gegen Endometriose
  • Hormonblocker (zum Beispiel zur Therapie von Prostata- oder Brustkrebs)
Die dir verschriebenen Medikamente sollten nicht eigenständig, sondern nur nach Rücksprache mit deinem Arzt abgesetzt werden. Sprich also zuerst mit ihm über dein starkes Schwitzen, damit er dir womöglich ein alternatives Mittel verschreiben kann.

13 Tipps gegen starkes Schwitzen

Tipps gegen starkes Schwitzen

Im Folgenden findest du zahlreiche Tipps, die gegen extremes Schwitzen helfen. Zunächst solltest du es mit Behandlungsmöglichkeiten versuchen, die den geringsten Eingriff in deinen Körper bedeuten. Hier eignen sich zum Beispiel Entspannungstechniken, Salbei, Kleidung aus Baumwolle oder Funktionskleidung.

Zu den stärkeren Mitteln gegen Schwitzen gehören Antitranspirante mit Aluminium, die Einnahme von Anticholinergika oder die Iontophorese. Als letzten Ausweg kannst du dich für kostspielige Varianten entscheiden wie eine Wärmetherapie, Botox oder eine Operation.

Entspannungstechniken anwenden

Da Nervosität, Stress, Burnout, Albträume, Traumata oder auch Depression Auslöser für starkes Schwitzen sein können, helfen Entspannungstechniken beim Abbau negativer Emotionen. Vor konkreten Stresssituationen wie vor einem Referat oder einer Prüfung ist es hilfreich, kurz zu meditieren, um seine innere Unruhe zu vertreiben.

Tiefgreifende psychische Belastungen, die sich häufig in Nachtschweiß äußern, können ebenfalls durch Meditation, Yoga, Pilates oder Waldbaden gemindert werden. Sie sorgen für Entspannung und den bewussten Umgang mit seinem eigenen Selbst.

Eine Chance auf Besserung für psychisch bedingtes Schwitzen bringt auch die Stärkung des Selbstbewusstseins und die eigene Akzeptanz. Wenn du dir sicher bist, dass das nächtliche Schwitzen eine psychische Ursache hat, solltest du eine Gesprächstherapie in Erwägung ziehen.

Salbei verwenden

Salbei gehört zu den Heilkräutern und bewirkt, dass sich die Schweißdrüsen zusammenziehen und weniger Schweiß produzieren. Um den gewünschten Effekt zu erhalten, solltest du regelmäßig Salbeitee trinken, Salbei-Kapseln oder -tropfen zu dir nehmen oder Deos mit ätherischen Ölen verwenden.

Am Tag kannst du in etwa vier bis sechs Gramm Salbei zu dir nehmen. Das Beste an diesem Hausmittel ist, dass es rein pflanzlich und ohne chemische Zusatzstoffe wirkt. Wenn du unter starkem Schwitzen leidest, solltest du zuerst natürliche Varianten zur Behandlung versuchen, bevor du zu stärkeren Mitteln greifst.

Kleidung aus Baumwolle oder Leinen tragen

Kleidung aus Baumwolle oder Leinen tragen

Menschen, die extrem schwitzen, sollten auf jegliche synthetischen Stoffe verzichten. Sie verhindern nicht nur den Austausch von Luft, sondern speichern häufig auch Schweißgerüche. Das führt zu unangenehmen Situationen im Alltag, gegen die nicht einmal mehr ein Deo hilft, wenn sich der Geruch einmal festgesetzt hat.

Doch nicht nur Kleidung, auch die Bettwäsche sollte aus Baumwolle oder Leinen sein. Seide funktioniert ebenfalls. Diese Stoffe speichern wenig Wärme und sorgen somit für einen guten Luftaustausch.

Funktionskleidung tragen

Starkes Schwitzen macht sich auf der Kleidung schnell bemerkbar. Es entstehen Schweißflecken unter den Achseln, am Rücken oder am Po. Hier ist Funktionskleidung hilfreich, die extra auf übermäßig schwitzende Menschen ausgerichtet ist.

Zum Beispiel gibt es Oberteile, in die eine Tasche für Achselpads eingenäht ist. Im Drogeriemarkt gibt es auch welche zum Hineinkleben oder um sie am BH zu befestigen. Manche sind waschbar, manche für den Einmalgebrauch gedacht. Wenn du dir solche Pads anschaffst, solltest du dich aber der Umwelt zuliebe für die waschbare Variante entscheiden.

In die Sauna gehen

Tatsächlich kannst du mit regelmäßigen Saunagängen starkes Schwitzen mindern. Indem du deinen Körper an die hohen Temperaturen gewöhnst, trainierst du sein Kühlsystem, sodass er nicht mehr so schnell und nicht mehr so viel Schweiß bildet. Denke aber daran nach jedem Saunagang genügend zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen.

Kopf mit einem Ventilator kühlen

Nicht nur wenn du stark am Kopf schwitzt, auch generell ist der Kopf die erste Anlaufstelle, die bei Schweißausbrüchen gekühlt werden sollte. Über den Kopf geht nämlich die meiste Wärme des Körpers ab. Wenn der Körper merkt, dass der Kopf gut gekühlt ist, senken die Schweißdrüsen ihre Produktion.

Zum Kühlen des Kopfes eignen sich Ventilatoren oder Eisbeutel. Besorge dir für unterwegs vielleicht sogar einen Mini-Ventilator, mit dem du immer mal wieder für Abkühlung sorgen kannst. Diese Methode ist vor allem im Sommer beliebt, bringt aber auch Linderung bei plötzlichen Hitzewallungen.

Körperpflege ändern

Die falsche Körperpflege kann ein Auslöser für starkes Schwitzen sein

Ein Grund für vermehrtes Schwitzen könnte auch deine Körperpflege-Routine sein. Wenn du den Verdacht hast, ist es wichtig, unterschiedliche Produkte auszuprobieren und herauszufinden, welche du gut verträgst und welche nicht.

Insbesondere Cremes können die Schweißproduktion manchmal begünstigen oder sogar auslösen. Verzichte auf fettige und ölige Cremes. Sie überpflegen die Haut oft und lassen sie nicht atmen, was zu übermäßigem Schwitzen führt. Verwende stattdessen leichte Emulsionen und Cremes, die schnell einziehen. Auch Shampoos gegen fettige Kopfhaut können manchmal helfen.

Auf Heißes, Scharfes und Eiskaltes verzichten

Deine Ess- und Trinkgewohnheiten können dich ebenfalls ins Schwitzen bringen. Isst du gerne scharf, bringst du deinen Kreislauf öfter auf Touren und es ist kein Wunder, dass du stark schwitzt. Reduziere die Schärfe in deinem Essen und du wirst direkt einen Effekt bemerken.

Außerdem solltest du weder zu heiß noch zu kalt essen oder trinken. Durch die Wärme in deinem Magen schlägt der Körper Alarm und versucht ihn herunterzukühlen. Isst du zu kalt, versucht der Körper die Kälte auszugleichen, was ihm Energie kostet und auch zum Schwitzen bringen kann.

Genieße deinen (nicht zu starken) Kaffee oder Tee deshalb eher lauwarm und verzichte auf Eiswürfel in deinen Getränken. Insbesondere im Sommer kann das sehr verlockend sein, bringt dich aber noch mehr zum Schwitzen.

Spezielle Antitranspirante oder Deos verwenden

Herkömmliche Deodorants ohne Aluminiumsalze wirken meist antibakteriell und mindern den Schweißgeruch, nicht aber die Nässe. Antitranspirante enthalten meist Aluminiumsalze, die sich in die Schweißdrüsen setzen, um so den Schweißaustritt zu verhindern.

Aluminium in Deos ist seit einiger Zeit umstritten, da es unter Verdacht steht, Alzheimer oder Brustkrebs zu begünstigen. Allerdings gibt es noch keine langfristigen Studien und die Möglichkeit solche Deos nur vereinzelt im Notfall einzusetzen.

Unbedingt vermieden werden sollte die Rasur unmittelbar vor dem Auftragen des Antitranspirants. Ansonsten könnten sich Aluminiumpartikel in die kleinen Wunden setzen und in den Körper gelangen.

Vorsichtshalber solltest du Antitranspirante nicht täglich verwenden. Spare sie dir für wichtige Situationen auf und greife sonst auf aluminiumfreie Deos oder Achselpads zurück und wasch dir zwischendurch öfter die Achseln, wenn es möglich ist.

Anticholinergika einnehmen

Tabletten gegen starkes Transpirieren

Übermäßiges Schwitzen kann auch mit sogenannten Anticholinergika behandelt werden. Dieses Mittel hemmt die Wirkung von Acetylcholin im Körper, das die Schweißdrüsen über das Nervensystem dazu anregt, Schweiß zu produzieren.

Die beiden Wirkstoffe, die zu den Anticholinergika gehören und bei Hyperhidrose eingesetzt werden sind “Methantheliniumbromid” und “Bornaprinhydrochlorid”. Sie unterdrücken nicht nur das Schwitzen, sondern beeinflussen auch andere Nervenreize und Drüsen (Speicheldrüse, Tränendrüse etc.). Sprich deshalb vorher unbedingt mit einem Arzt und lass dich über mögliche Nebenwirkungen aufklären.

Iontophorese ausprobieren

Eine Iontophorese-Therapie ist eine etwas stärkere Methode, um starkes Schwitzen an Händen und Füßen zu vermeiden. Hierbei werden Hände, Füße oder Achseln regelmäßig einem Bad mit Ionenstrom unterzogen, das die Aktivität der Schweißdrüsen ohne zusätzliche Medikamente mindert, die Schweißdrüsen aber nicht schädigt.

Dazu benötigt wird nur Leitungswasser. Entweder werden beide Hände oder beide Füße gleichzeitig in das Becken gehalten, damit die Ionen durch den Körper fließen können. Für die Behandlung an den Achseln gibt es Schwammtaschen, die in Leitungswasser getränkt sind. Der Stromfluss wird nur so weit erhöht, dass der Betroffene ein leichtes Kribbeln verspürt. Die Kosten für ein Heimgerät zur Durchführung der Iontophorese wird häufig von den Krankenkassen übernommen.

Thermotherapie in Erwägung ziehen

Eine zugelassene Thermotherapie ist “Miradry”. Dabei werden die Achseln mit Mikrowellen bestrahlt und die Schweißdrüsen durch die Hitze zerstört. Außerdem werden die Geruchsdrüsen mit zerstört, sodass kein unangenehmer Achselgeruch mehr entstehen kann. Auch die Behaarung unter den Armen wird langfristig reduziert.

Es kann sein, dass der Körper sich nach der Behandlung andere Stellen sucht, an denen er vermehrt schwitzt. Betroffene sollten sich vorher also gut über die Behandlung informieren. Die Kosten für die Thermotherapie liegen in etwa bei 1.400 Euro, die bisher noch nicht von den Krankenkassen übernommen werden.

Botox oder eine OP als letzter Ausweg gegen Hyperhidrose

Der letzte Ausweg: Botox oder eine Operation

Botox wird schon seit längerem gegen Hyperhidrose verwendet. Es kann entweder unter die Achseln oder in die Innenflächen von Händen und Füßen gespritzt werden. Durch das Botox werden Nervenimpulse blockiert, weshalb die Schweißdrüsen nicht aktiviert werden.

Eine solche Behandlung hält ungefähr sechs Monate lang an. Die Kosten belaufen sich auf 600 bis 800 Euro, die gesetzlich Versicherte selbst zahlen müssen. Private Krankenkassen zahlen die Behandlung.

Der allerletzte Ausweg ist eine Operation gegen starkes Schwitzen. Hierbei wird eine Sympathikusblockade oder die subkutane Schweißdrüsensaugkürettage vorgenommen. Es werden zwei kleine Schnitte gemacht, um die Haut von ihrer Rückseite zu behandeln. Es genügt eine Lokalanästhesie, dennoch solltest du dich einem solchen Eingriff nicht leichtfertig unterziehen.

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