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Verlustangst überwinden: 5 Symptome & 6 Tipps bei Trennungsangst

Die Angst vor dem Verlassenwerden betrifft sowohl Kinder als auch Erwachsene. Der Gedanke, die Menschen zu verlieren, die man am meisten liebt, ist wohl für jeden Menschen schmerzhaft. Wir zeigen dir, wie du Verlustangst erkennst und mit ihr umgehen kannst.


Was Verlustängste sind – und wie sie entstehen

Was Verlustängste sind – und wie sie entstehen

Die Sorge einen geliebten Menschen zu verlieren ist völlig normal. Ist diese Sorge jedoch allgegenwärtig und schlägt vielleicht sogar in Panik um, kann man von Verlustangst als Angststörung sprechen. Diese Angst entwickelt sich oft aus der Persönlichkeit des Betroffenen und den Erfahrungen, die der Betroffene im Laufe seines Lebens gemacht hat. Die Betroffenen haben in vielen Fällen nie gelernt mit Verlusten umzugehen und können Verluste daher nur schwer bewältigen. Das belastet sie und die Beziehung zu dem Menschen, den sie nicht verlieren möchten.

Oft liegt der Ursprung ihrer Angst bereits in der Kindheit. Ein Verlusterlebnis in der Kindheit konnte gegebenenfalls nicht richtig verarbeitet werden oder wurde erst gar nicht erkannt. Wenn die Unterstützung der Eltern ausbleibt, kann dieses Verhalten das Kind prägen. Auch dann wenn die Eltern selbst sehr ängstlich waren, kann sich dies auf das Verhalten des Kindes auswirken. Weitere Ursachen sind beispielsweise:

  • Erziehung zur Unselbstständigkeit
  • Schlechtes Selbstwertgefühl
  • Hilflosigkeit der Bezugspersonen
  • Depressionen
  • Bezugspersonen zeigen wenig bis keine Gefühle

Schon im Säuglingsalter lernt der Mensch mit Ängsten umzugehen. Wenn er merkt, dass er unabhängig von der Mutter existiert, fürchtet er sie zu verlieren. Er hat noch nicht gelernt, dass ein Verschwinden nicht einen dauerhaften Verlust bedeutet. Erst mit der Zeit lernt das Kind Vertrauen aufzubauen. Bis zum dritten Lebensjahr sollte sich diese frühkindliche Trennungsangst jedoch gelegt haben.

Verlustangst bei Eltern

Verlustängste bei Eltern

Verlustängste können sich auch mit der Zeit entwickeln beispielsweise mit der Geburt eines Kindes. Hier rührt die Angst oft aus der neugewonnenen Verantwortung, die mit einem Kind einhergeht. Wichtig ist hier, dass man sich nicht von der Angst vereinnahmen lässt und dem Kind seine Freiheiten lässt, damit es nicht selbst eine Angststörung entwickelt.

Verlustangst in Beziehungen

In Partnerschaften ist Verlustangst gerade dann belastend, wenn der Betroffene klammert. Häufig liegt hier der Ursprung in der Trennung von einem anderen Partner. Verlustangst sorgt hier allerdings gerade dafür, dass sich der Partner eingeengt fühlt und distanziert. Häufig enden Beziehungen aufgrund der übermäßigen Verlustangst.

Verlustangst beim Kind

Bei Kindern bezieht sich die Verlustangst in nahezu allen Fällen auf die Eltern. Diese rührt entweder aus einer Verwöhnung oder einem Liebesentzug durch diese. Ist die Bindung an die Eltern zu stark haben Kinder oft Probleme damit, von den Eltern getrennt zu sein und klammern. Liebesentzug kann das Kind psychisch stark prägen und im weiteren Lebensverlauf Depressionen auslösen.

Verlustangst: Das sind die Symptome

Eifersucht und Kontrolle: Häufige Symptome bei Verlustängsten

Die Trennung des Partners, die Zurückweisung der Eltern oder der Tod des eigenen Kindes – diese Sorgen spielen bei Verlustängsten oft eine zentrale Rolle. Verlustängste basieren meist auf der Vorstellung eines schlimmen Ereignisses und gehen mit verschiedenen Symptomen einher. Dabei reagieren Kinder anders als Erwachsene. Auch in einer Partnerschaft äußert sich die Angst anders als in einer Eltern-Kind-Beziehung.

Eifersucht

Eifersucht spielt bei Verlustangst fast immer eine Rolle. In Partnerschaften befürchten die Betroffenen, dass der Partner sie hintergeht und betrügt. Dadurch hat der Partner das Gefühl, dass der Betroffene das Vertrauen zu ihnen verloren hat. Kinder mit Verlustangst reagieren mit Eifersucht, wenn die Eltern gegenwärtig keine Zeit mit ihnen verbringen. Für sie scheint es als wären andere Dinge wichtiger als sie. Auch dieses Verhalten ist ungesund.

Selbstzweifel

Verlustängste gehen oft mit starken Selbstzweifeln einher. Negative Erfahrungen verunsichern die Betroffenen. Das Selbstwertgefühl leidet. Sie machen sich selbst schlecht und fühlen sich nicht gut genug für ihren Partner. Daraufhin werden sie eifersüchtig. Sie lieben ihren Partner so sehr, dass nur noch wenig Selbstliebe übrig bleibt.

Suche nach Bestätigung

Daher suchen sie Bestätigung. Der Partner muss seine Liebe ständig bestätigen. Die Betroffenen wollen sich ganz sicher sein, dass sie die einzigen für den Partner sind und dieses verbal bekräftigt bekommen. Das kann sich ebenfalls auf Äußerlichkeiten beziehen. Auch Kinder mit Verlustängsten suchen Bestätigung. Das kann sich darin äußern, dass sie Angst haben, die Eltern zu enttäuschen und sich beispielsweise in der Schule sehr anstrengen.

Kontrolle und Drohungen

Eifersucht und Selbstzweifel führen dazu, dass die Betroffenen den Partner kontrollieren. Sie durchsuchen das Smartphone oder den Laptop des Partners, um mögliche Affären ausfindig zu machen. Sie fragen ständig nach, wo der Partner ist und was er macht. Im schlimmsten Fall drohen sie ihm mit Trennung, obwohl dies eigentlich ihre größte Angst ist. Auch Eltern, die unter Verlustangst leiden, neigen dazu, ihre Kinder zu kontrollieren und nicht aus den Augen zu lassen.

Körperliche Symptome

Wie jede andere Angststörung auch können Verlustängste mit einer Vielzahl von körperlichen Symptomen einhergehen. Herzrasen tritt häufig im Akutfall auf, beispielsweise wenn sich Eltern um die Kinder sorgen. Bei Kindern können sich Ängste durch Konzentrationsstörungen, aggressives Verhalten und Lustlosigkeit äußern. Auch häufiges Erkranken ist ein Zeichen für Angststörungen. Wenn das Kind beispielsweise unter Appetitlosigkeit und Schmerzen leidet und allgemein sehr anfällig für Infekte ist, kann dies unter Umständen ein Zeichen für Verlustangst sein. Da diese Symptome jedoch auch bei zahlreichen anderen Erkrankungen auftreten, sollten diese in jedem Fall mit einem Arzt abgeklärt werden.

So kannst du Verlustangst überwinden

Bevor du an dir arbeiten kannst, musst du dir deine Angst erst einmal eingestehen. Wenn du dir dein Problem vor Augen führst, hast du den ersten Schritt Richtung Besserung bereits getan. Nun kannst du an der Bewältigung deines Problems arbeiten und auch die Ursachen für deine Verlustangst aufarbeiten.

Psychotherapie

Die wirksamste Methode zur Überwindung von Verlustängsten ist die Psychotherapie. Eine längere Therapie sorgt dafür, dass du deine Ängste dauerhaft lindern kannst. Dazu eignet sich vor allem die Verhaltenstherapie. Diese versucht die Ursachen deiner Angst zu ermitteln, die oft im Unterbewusstsein liegen. Dadurch hast du ein besseres Verständnis für deine Ängste, die dadurch bereits weniger belastend sein können. Der Therapeut versucht die negativen Verhaltensweisen zu ermitteln und alternative Bewältigungsstrategien zu finden, die dir beim Umgang mit deinen Gefühlen helfen.

Selbstliebe

Selbstliebe

Betroffene haben oft ein geringes Selbstwertgefühl und wenig Selbstbewusstsein. Sie müssen erst lernen, sich selbst zu lieben. Daher sollten Betroffene regelmäßig an ihrer Selbstliebe arbeiten. Schon Kleinigkeiten können zu deiner Selbstakzeptanz beitragen. Zuallererst solltest du negative Gedankengänge abstellen. Sobald du merkst, dass du dich negativ bewertest, solltest du deine Gedanken positiver formulieren. Affirmationen eignen sich dazu besonders. Mit diesen selbstbejahenden Aussagen kannst du deine Einstellung zu dir selbst beeinflussen und deine Ziele klar formulieren. Wirksame Affirmationen sind beispielsweise:

  • Ich kann mir und anderen verzeihen.
  • Ich verdiene es Menschen in meinem Leben zu haben, die mich lieben.
  • Ich bin bereit, mein Leben zu ändern.

Wie Affirmationen genau funktionieren und weitere wirksame Aussagen, findest du in diesem Beitrag.

Ängste in Worte fassen

Im Gegenzug kann es auch helfen, deine Ängste und negativen Gedankengänge in Worte zu fassen und aufzuschreiben. Lege ein Tagebuch an, in das du all deine Sorgen schreiben kannst. Es ist wichtig, deine Ängste nach außen zu kehren und aufzuarbeiten, statt sie zu unterdrücken. So bekommst du einen genauen Überblick über deine Lage und kannst dein Problem besser verstehen. Alternativ kann dir auch ein Therapeut, ein Freund oder eine Selbsthilfegruppe als Zuhörer dienen. Wenn du deine Ängste offen aussprichst, bringst du sie dir ins Bewusstsein und bist eher dazu bereit, an ihnen zu arbeiten.

Entspannung

Entspannung gegen Ängste

Entspannung und Entspannungstechniken sind bei Ängsten ebenfalls sehr wirkungsvoll. Vor allem Atemübungen eignen sich für die regelmäßige Anwendung und im Akutfall. Eine tiefe und bewusste Bauchatmung sorgt dafür, dass du genügend Sauerstoff aufnimmst und einen klaren Kopf behältst. Auch Meditation eignet sich zur Entspannung. Obwohl die volle Wirkung erst mit ein bisschen Übung eintritt, können schon ein paar Minuten helfen, den Körper und Geist zu beruhigen und neu zu zentrieren. Um deinem Alltag und Problemen gelassener gegenüber zu treten, genügt es schon, ein paar kleine Veränderungen in deinen Alltag zu integrieren. Welche Entspannungsmethoden es gibt, erfährst du hier.

Fokus anders setzen

Allgemein solltest du von negativen Einflüssen Abstand nehmen und dich eher auf die positiven Dinge in deinem Leben konzentrieren. Wenn du Angst hast, dass dein Partner dich betrügen könnte, obwohl er dir keine Anhaltspunkte dazu gibt, solltest du deinen Fokus lieber auf das Positive in eurer Beziehung setzen. Was liebst du an deinem Partner? Wie zeigt er dir, dass er dich liebt? Auch allgemein solltest du positiver denken. Lege ein Tagebuch an, in das du täglich drei Dinge notierst für die du dankbar bist. Das können schon Kleinigkeiten sein. Trotzdem zeigen sie dir die positiven Seiten deines Lebens auf.

Konstante Beziehungen aufbauen

Um dich von Verlustangst zu lösen, solltest du dir bewusst machen, dass du eine eigenständige Person bist. Baue dir ein eigenes Leben auf. Sei selbstständig, gehe Hobbies nach und lerne neue Leute kennen. Es hilft dir über Verluste hinweg zu kommen, wenn eine Vielzahl konstanter Beziehungen besteht. Tritt einem Verein oder einer Organisation bei. Hier lernst du vielleicht Menschen kennen, auf die du dich auch in schwierigen Situationen verlassen kannst. Wenn du wirklich einmal Abschied nehmen musst, können sie dich unterstützen und Verlustängsten so vorbeugen.

Wenn dein Partner Verlustängste hat
Einen Partner mit Verlustängsten zu haben, ist nicht immer leicht. Wichtig ist, dass du ihn bei der Bewältigung seiner Angst unterstützt. Ermutige ihn in seinem Entschluss an seinen Problemen zu arbeiten. Liebesbekenntnisse und Zusicherungen allein wirken nicht. Achte auch auf deine eigenen Bedürfnisse. Lasse dich nicht kontrollieren und schaffe dir Freiräume. Unternimm auch einmal etwas alleine, ohne dass du dich vor deinem Partner rechtfertigen und regelmäßig Rückmeldung geben musst. Vergiss jedoch nicht mit deinem Partner über deinen Wunsch zu sprechen. Sonst können sich seine Verlustängste noch verschlimmern. Eine Paartherapie kann dieses Vorhaben unterstützen.
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