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Trypophobie: 6 Tipps bei Angst vor Löchern + 9 Auslöser

Ekelst du dich vor kleinen Löchern oder hast sogar Angst davor? Dann leidest du vermutlich an Trypophobie. Schon Bilder von unregelmäßigen Löchern in Oberflächen, auf Pflanzen und der Haut führen bei Betroffenen zu Unwohlsein. Woher eine Trypophobie kommt und wie du den Ekel besser erträgst, erfährst du hier.

Lange ist das Phänomen der Trypophobie noch nicht bekannt. Die Angst vor kleinen Löchern war bis vor einigen Jahren ein unbenanntes Phänomen. Woher genau diese Angst kommt, die eher als "Ekel" empfunden wird, ist noch nicht eindeutig geklärt. Fest steht aber, dass sie Betroffene teilweise stark einschränkt.

Die Auslöser reichen dabei von Ekel vor Löchern in Lebensmitteln, Pflanzen und Hautveränderungen, zu Unwohlsein beim Anblick von Milchschaum. Der Ekel kann für Außenstehende meistens kaum nachempfunden werden. Für die Betroffenen allerdings haben die unregelmäßigen Löcher sogar Panikattacken zur Folge. Welche Trypophobie-Auslöser es gibt und wie du besser mit dem Ekel umgehst, erfährst du hier.

Trypophobie: Angst vor Löchern

Zeichnung einer Lotusblüte

Schon der Anblick einer Luftschokolade, die Kapsel einer Lotusblüte oder der wohlduftende Badeschaum können bei Menschen mit Trypophobie Ekel hervorrufen. Die Angst vor Löchern bezieht sich dabei auf unregelmäßige Löcher, die meistens unerwartet auftreten.

Schon Fotos oder Videos reichen oft aus, damit sich Betroffene unwohl und elend fühlen. Wie ausgeprägt die Angst ist, variiert allerdings und hat ganz persönliche Gründe.

Wissenschaftlich ist noch nicht eindeutig geklärt, warum einige Menschen diese starke Abneigung verspüren. Erste Studien sehen aber eine Verbindung zwischen den Löchern und einem Warnsignal im menschlichen Gehirn.

Die Löcher erinnern an Krankheiten und verfaultes Essen. Aus diesem Grund lässt das Gehirn ein Alarmsignal los, das sich in Ekel und Unwohlsein äußert. Nasenlöcher, Löcher im Käse oder andere natürliche Löcher lösen dagegen keine Ekelgefühle aus.

Trypophobie setzt sich aus den griechischen Wörtern "trýpa", was übersetzt "Loch" bedeutet und aus "phóbos", was "Angst" bedeutet, zusammen.

Die Bezeichnung "Phobie" ist wissenschaftlich eigentlich nicht zulässig für die Angst vor Löchern. Die Emory Universität in Atlanta gab in einer Studie an, dass es sich bei einer Phobie um eine unbegründete und irrationale Angst handelt. Trypophobie hat allerdings mehr mit Ekel als mit Angst zu tun und ist aus diesem Grund eigentlich nicht neben den Phobien einzuordnen.

So entsteht eine Trypophobie

Trypophobie ist eine Schutzreaktion

Warum genau einige Menschen die Angst vor Löchern verspüren, ist nicht abschließend geklärt. Eine Studie der Universitäten Kent und Essex fand allerdings heraus, dass Bilder von Hautkrankheiten (Windpocken, Masern) bei Betroffenen ähnliche Reaktionen auslösen, wie die unregelmäßigen Löcher einer Lotusblume. Der Ekel steht nach dieser Studie also in unmittelbarer Verbindung zu Krankheiten.

Auch die Vermeidung von Parasiten steht im Vordergrund der Trypophobie. Maden, Würmer und andere Kriechtiere hinterlassen Löcher in verdorbenem Obst und Gemüse, was die Ekelreaktion im Gehirn hervorrufen könnte. Die löchrigen Gebilde sehen den Werken von Parasiten zu ähnlich und das Gehirn löst denselben Schutzmechanismus aus.

Es wird demnach davon ausgegangen, dass dem Ekel eine evolutionäre Urangst vorausgeht, die fest in den Betroffenen verankert ist. Diese Urangst und Ekelreaktionen sollen in übersteigerter Form vor Krankheiten durch schlechtes Essen oder Berührung bewahren.

Vergleichbar ist die Reaktion in etwa mit dem juckenden und kribbeligen Gefühl auf der Kopfhaut, wenn wir ein Bild von Läusen sehen oder über die lästigen Kopfbewohner sprechen. Das Gesehene wird in eine Reaktion umgewandelt, ohne, dass eine wirkliche Gefahr sichtbar ist.

Woher der Ekel kommt
Ekel und Abscheu sind Empfindungen, die eng mit einem großen Widerwillen in Verbindung stehen. Aus wissenschaftlicher Hinsicht wird der Ekel dabei nicht nur als Affekt gesehen, sondern steht in direktem Zusammenhang mit dem menschlichen Instinkt.

Der angeborene Ekel soll uns davor bewahren, verdorbene Lebensmittel zu essen oder Krankheiten zu bekommen. Daher lösen bestimmte Gerüche, Geschmäcker und Anblicke ein Gefühl von Abscheu in uns aus. Die Fähigkeit Ekel zu empfinden ist angeboren. Ekelgefühle, die auf bestimmte Lebensmittel, Gerüche und Geschmäcker anspringen, werden allerdings anerzogen und gelernt. Säuglinge und kleine Kinder haben die Fähigkeit, Ekel zu empfinden, zwar in sich, projizieren sie aber nicht von Anfang an auf bestimmte Gerüche und Geschmäcker.

Symptome von Trypophobie

Symptome einer Trypophobie

Die Symptome von Trypophobie können ganz unterschiedlich sein, haben aber alle ein gewisses Unwohlsein zugrunde. Einige Betroffene verspüren einen starken Ekel, der bis hin zum Erbrechen reichen kann. Andere fangen an zu Schwitzen und spüren Gänsehaut und Kälteschauer. Weitere Betroffene sprechen von einem Juckreiz und von Schwindelgefühlen.

Das Ekelgefühl kann sich auf wenige Sekunden oder Minuten beschränken, die Betroffenen aber auch mehrere Tage lang verfolgen. Es gibt sogar Berichte von Trypophobikern, denen schon die Vorstellung von unregelmäßigen Löchern reicht, um eine Panikattacke zu bekommen.

Der Ekel bezieht sich dabei nicht generell auf alle Löcher. Wie schon zu Anfang erwähnt, sind hauptsächlich unregelmäßige und unerwartete Löcher für die Betroffenen ein Graus. Unebene Oberflächen mit grotesk wirkenden Löchern, die unterschiedlich groß sind, lösen am schnellsten Unwohlsein aus.

Der Ekel bezieht sich dabei auf kleine Löcher, die nebeneinander auftreten. Mit großen und regelmäßigen Löchern (Öffnungen, Knopflöcher, Ringe) haben die Betroffenen keine Probleme. Auch löchriger Käse und Mund- und Nasenlöcher scheinen keine Symptome von Trypophobie auszulösen.

Solltest du stark unter den Symptomen einer Trypophobie leiden, sprich auf jeden Fall mit deinen Freunden und deiner Familie darüber und suche dir professionelle Hilfe. Tipps bei Angststörungen gibt es hier.

Auslöser von Trypophobie

Granatäpfel lösen Trypophobie aus

Es gibt viele Dinge, die bei Trypophobikern Ekel und Angstgefühle auslösen können. Einige davon haben wir schon vorgestellt. Die folgenden Beispiele sind den Beschreibungen mehrerer betroffener Personen entnommen.

Granatapfel: Besonders ein angebrochener Granatapfel mit leeren Kern-Aushöhlungen löst bei Trypophobikern Unwohlsein aus.

Maiskolben: In unbeschädigter Form ist der Maiskolben für die meisten Trypophobiker kein Grund zur Sorge. Liegen die abgenagten Kolben allerdings auf dem Teller, dreht sich bei Betroffenen ganz schnell der Magen um. Die Aushöhlungen, die nach dem Essen der gelben Körnchen entstehen, erinnern zu stark an unappetitliche Löcher.

Pilze: Der Pilz von oben ist für Trypophobiker gut zu ertragen. Schwierig wird es erst, wenn die Unterseite zum Vorschein kommt. Die Lamellen von Champignons und Pfifferlingen führen schnell dazu, dass sich Trypophobiker unwohl fühlen.

Milchschaum: Ein leckerer Cappuccino oder Latte Macchiato lässt bei vielen Menschen das Herz höherschlagen. Bei Trypophobikern auch – allerdings nicht vor Freude. Die Luftlöcher, die im Milchschaum entstehen, führen bei einigen Betroffenen zu so starkem Unwohlsein, dass der Kaffee nur noch schwarz oder ohne Milchschaum getrunken wird.

Feigen: Besonders frische Feigen lehren Trypophobikern das Gruseln. Von außen wirken die glatten Früchte noch recht harmlos. Allerdings sieht das Innenleben von Feigen anders aus. Die Kerne und Fruchtfasern sorgen für üble Gefühle.

Lotusblume: Der getrocknete Kolben der Lotusblüte gilt gemeinhin als das Sinnbild der Trypophobiker für ihre Angst. Die unregelmäßigen und tiefen Löcher in der Schale stellen genau das dar, was so unangenehm für Trypophobiker ist.

Korallen und Schwämme: Getrocknete und versteinerte Korallen haben oft kleine Löcher und unregelmäßige Formen und Dellen, die Trypophobiker nicht lange ertragen können. Aber auch Naturschwämme können Trypophobiker in Panik versetzen. Die winzigen Löcher erinnern oft zu sehr an Aushöhlungen von Insekten oder Hautkrankheiten.

Bienenwaben: Auch die löchrige Struktur von Bienenwaben kann bei Trypophobikern zu Panikattacken und Schweißausbrüchen führen.

Kohl: Der Anblick von Broccoli, Romanesco und Blumenkohl kann so manchem Trypophobiker den Appetit verderben. Auch hier sind die unregelmäßigen Erhebungen und löchrigen Strukturen schuld an dem ekligen Gefühl.

Trypophobie als Internetphänomen

Trypophobie als Internetphänomen

Bekannt wurde die Angst vor Löchern durch das Internet. Zeitweise verbreiteten sich die Bilder über ekelerregende Löcher durch das ganze Netz. Gleichgesinnte erhielten Zustimmung und fanden heraus, dass sie mit der Angst ganz und gar nicht allein sind.

Allerdings nahmen die Bilder schnell eine groteske Form an. Digitale Bearbeitungen der Bilder ließen die löchrigen Kapseln der Lotusblüte auf Händen, Füßen und Armen erscheinen und sorgten so für die Verbreitung echter Horrorvorstellungen.

Für Trypophobiker war dies der Inbegriff ihres Ekels und gleichzeitig die Bestätigung dafür, dass ihre Angst endlich eine Form und einen Namen bekommen hat.

Tipps bei Trypophobie

Im Internet kursieren mittlerweile viele Foren rund um das Thema Trypophobie. Betroffene können sich gegenseitig austauschen und Tipps und Strategien im Umgang mit dem Ekel weiterempfehlen.

Die Tipps und Übungen sind allerdings nicht wissenschaftlich bestätigt und bieten keine Garantie dafür, dass du die Trypophobie wirklich loswirst. Die gängigsten Übungen und Tipps siehst du hier.

Verstehe deine Trypophobie

Milchschaum kann Trypophobie auslösen

Wenn du genau weißt, welche Bilder, Gegenstände und Lebensmittel eine Panikattacke oder ekelerregende Gefühle bei dir auslösen, bist du besser vorbereitet. Sammle deine Auslöser und versuche zu beschreiben, was dich an den jeweiligen Löchern so erschreckt oder ekelt. So kannst du deine Gefühle besser verstehen und auch anderen Menschen beschreiben, was du fühlst.

Außerdem solltest du versuchen, die unangenehmen Löcher nach ihrer Stärke zu beurteilen. Welche Löcher lösen am meisten Ekel bei dir aus und welche kannst du zumindest auf einem Foto noch ganz gut ertragen? So kommst du der Art deiner persönlichen Auslöser einen Schritt näher.

Nutze die Konfrontationsstrategie

Beliebt ist unter anderem die Konfrontationsstrategie. Betroffene konfrontieren sich hierbei absichtlich mit den ekelerregenden Bildern, um sich an den Anblick zu gewöhnen. Ähnliches wird auch bei anderen Phobien, Zwangsstörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen angewendet.

Ob diese Strategie allerdings bei Trypophobie funktioniert, ist nicht ausreichend bewiesen. Wer keine Angst davor hat, sich mit den Bildern auseinanderzusetzen und die starken Reaktionen in Kauf zu nehmen, kann den Selbstversuch auf jeden Fall wagen.

Informiere dich über die Funktionen der Löcher

Mit dieser Strategie nimmst du dir genügend Zeit, um den Gegenständen deiner Furcht auf den Grund zu gehen. Ekelt dich beispielsweise der Anblick einer getrockneten Lotusblume, solltest du dich mit der Pflanze auseinandersetzen und herausfinden, warum sie Löcher hat. Eventuell hilft dir das Hintergrundwissen dabei, die Lotusblüte nicht als Bedrohung zu sehen, sondern sie als Pflanze mit Samenkörnern anzuerkennen.

Erlerne Entspannungstechniken

Entspannungstechniken helfen bei Trypophobie

Entspannungstechniken können dir dabei helfen, stressige Situationen besser zu meistern. Du kannst die Techniken anwenden, um in konkreten Angstsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht in Panik zu geraten. Entspannungstechniken helfen dir dabei, deinen Körper und deine Gefühlswelt besser zu verstehen. Du erlernst spezielle Techniken, die du gut in den Alltag integrieren kannst. Besonders gut eignen sich hierfür:

Autogenes Training: Das autogene Training geht aus der Selbsthypnose hervor. Viele autosuggestive Formeln helfen dir langfristig bei Schlafstörungen, Depressionen, Angsterkrankungen und Konzentrationsproblemen.

Meditation: Bei der Meditation kommen deine Gedanken zur Ruhe. Dein Geist entspannt und du baust Stress ab. Die unterschiedlichen Arten der Meditation können sich auf ganz unterschiedliche Bereiche des Körpers und des Geistes beziehen. Auch gegen Angstzustände kannst du die Meditation anwenden.

Atemübungen: Mit Atemübungen lernst du, deine Atmung zu kontrollieren. Die Übungen entspannen dich und geben dir mehr Konzentration. Du kannst mit den gezielten Übungen nicht nur deinen Blutdruck senken, sondern auch Anspannungen lösen und dich in stressigen Situationen gezielt beruhigen.

Progressive Muskelentspannung: Die progressive Muskelentspannung beruht auf der wechselnden An- und Entspannung einzelner Körperpartien und deren Muskeln. Dabei wird nacheinander der gesamte Körper angespannt und entspannt. Mit dieser Technik lernst du nicht nur deinen Körper besser kennen, sondern kannst dich gezielt entspannen.

Weitere Entspannungs-Tipps findest du hier.

Schaue ASMR-Videos

Erzeugung von ASMR-Geräuschen

ASMR ist die Abkürzung für: "Autonomous Sensory Meridian Response". Das bedeutet aus dem Englischen übersetzt: "Autonome sensorische Meridianantwort".

Dieser merkwürdige Begriff bezeichnet ein Phänomen, bei dem körperliche Reaktionen in Form von Kribbeln hervorgerufen werden. Dieses angenehme Kribbeln kann gezielt beeinflusst werden und soll besonders beim Einschlafen helfen.

Das angenehme Kribbeln hat fast jeder schon einmal erlebt. Auch als kurzer "Schauer" wahrgenommen, beginnt das Gefühl meistens an der Kopfhaut und zieht sich über den Nacken bis zur Wirbelsäule. Spezielle Auslöser (auch Trigger) können dabei ganz unterschiedlich sein.

Geräusche: Das ruhige Aneinanderreiben von Händen oder Haut, sanftes Sprechen, leises Flüstern und streichende Bewegungen.

Berührungen: Leichte Berührungen mit der Hand, Haare kämmen und waschen können das wohlige Kribbeln auslösen.

Die Geräusche und Bewegungen sollen entspannen, Ängste lösen und beim Einschlafen helfen. Besonders unter Menschen, die an Trypophobie leiden, sind die Videos und Audio-Dateien beliebt. Da es noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den ASMR-Videos gibt, gilt auch hier, dass sie keine Garantie dafür bieten, dass du die Trypophobie loswirst.

Hole dir Hilfe

Hole dir Hilfe

Es ist sehr wichtig, dass du mit deinen engsten Vertrauten über deine Ängste sprichst. So können diese nicht nur verstehen, warum du in bestimmten Situationen unerwartet reagierst, sondern können dich auch unterstützen.

Solltest du allerdings merken, dass die Angst und der Ekel dein Leben sehr stark beeinträchtigen und du dich immer eingeschränkt fühlst, solltest du dir professionelle Hilfe holen.

Professionelle Hilfe kann in Form einer Verhaltenstherapie wirksam sein. Diese Methode ist Teil der Psychotherapie und wird bei vielen verschiedenen Leiden eingesetzt. Die verschiedenen Methoden setzen darauf, den Betroffenen eine Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. Negativ erlerntes Verhalten soll so wieder verlernt werden. Wie die Verhaltenstherapie wirkt, erfährst du hier.

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