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Hochsensibilität: 6 Symptome & 6 Tipps bei Reizempfindlichkeit + Test

Hochsensible Menschen nehmen ihre Umwelt viel intensiver wahr als andere Menschen. Sie erleben äußere Reize wie Geräusche, Gerüche und Lichteffekte stärker. Mit dieser Flut an Eindrücken sind sie oft überfordert. Hier erfährst du, welche Symptome es gibt, ob du selbst betroffen bist und wie du mit Hochsensibilität umgehen kannst.


Was Hochsensibilität ist

Was Hochsensibilität ist

Eine Party mit lauter Musik, Neonlichtern und tausenden Menschen klingt für die Einen verlockend, für Andere ist solch eine Erfahrung mit viel Stress verbunden. Hochsensible Menschen – auch hochsensitiv oder hypersensibel genannt – sind mit zu vielen Reizen überfordert. Eine große Menschenansammlung, eine Großstadt und Stresssituationen können diese Menschen an ihre Grenzen bringen und ihre Energiereserven innerhalb von kurzer Zeit aufbrauchen. Das führt dazu, dass sie äußere Reize oft zu minimieren versuchen, indem sie beispielsweise beim Kochen auf Gewürze verzichten und Lärm mit Ohrstöpseln ausblenden.

Doch Hochsensibilität bezieht sich nicht ausschließlich auf äußere Reize. Hochsensiblen Menschen wird nachgesagt, dass sie sich gut in andere Menschen hineinversetzen können. Sie spüren die Stimmungen anderer Menschen deutlicher, sind dadurch empathischer und versuchen Konflikte zu vermeiden oder schnellstmöglich aus der Welt zu schaffen. Das liegt nicht unbedingt an ihrer selbstlosen Ader, sondern vor allem daran, dass diese Stimmungen und Konflikte einen großen Einfluss auf das Gefühlsleben eines Hochsensiblen hat. Darin liegen dessen Stärken. Hochsensible Menschen zeichnen sich nicht nur durch Empathie, sondern auch durch Gewissenhaftigkeit und Nachdenklichkeit aus.

Trotz allem gibt es auch hier von Fall zu Fall Unterschiede. Forscher fanden heraus, dass sich Hochsensibilität stark unterscheiden kann. Während manche Betroffene vor allem auf Sinneseindrücke wie Gerüche und Geräusche reagieren, empfinden andere die Emotionen ihrer Mitmenschen besonders intensiv. Menschenansammlungen wie beispielsweise auf Partys sind für diese Menschen besonders nervenaufreibend. Allgemein definiert man das Phänomen der Hochsensibilität nicht dadurch, dass die Betroffenen besonders empfindliche Sinnesorgane haben, sondern dadurch, dass diese Empfindungen im Gehirn sensibler verarbeitet werden.

Diese Theorie ist in der Forschungswelt umstritten. Während einige Forscher Hochsensibilität anhand von MRT Studien nachzuweisen versuchen, zweifeln andere Forscher die Existenz von Hochsensibilität an. Obwohl einige Studien eine höhere Hirnaktivität bei hochsensiblen Menschen nachweisen konnten, ist die Aussagekraft dieser Studien umstritten. Hochsensibilität scheint also an sich schon ein sensibles Thema zu sein. Eine offizielle Diagnose gibt es daher eher selten.

Hochsensibilität zeigt sich in den meisten Fällen bereits im Kindesalter. Hochsensible Kinder gelten oft als schüchtern und introvertiert. Sie sind in sich gekehrt, spielen viel allein und toben im Gegensatz zu vielen anderen Kindern wenig herum. Vielen Eltern und Erziehungsberechtigten macht dieses Verhalten Sorgen. Sie versuchen die Kinder zu ermuntern, sich aktiver in das Geschehen einzubringen. Hochsensible Kinder brauchen jedoch ihre Freiräume. Es ist wichtig, sie so zu akzeptieren, wie sie sind und sie nicht in eine andere Rolle zu drängen.

Hochsensibilität: Das sind die Symptome

Hochsensible haben besonders intensive Sinneseindrücke

Hochsensibilität kann sich auf viele verschiedene Art und Weisen äußern. Nicht jeder Mensch, der hochsensibel ist, leidet an allen aufgezählten Symptomen. Bei manchen trifft vielleicht nur ein Punkt zu. Wenn dieser besonders intensiv ausgeprägt ist, kann man dennoch von Hochsensibilität sprechen. Hochsensibilität äußert sich stets sehr individuell. Einige Symptome und Zusammenhänge treten jedoch sehr häufig auf. Vor allem Introversion und Hochsensibilität werden oft miteinander in Zusammenhang gebracht, jedoch bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass ein Hochsensibler auch introvertiert sein muss.

Intensive Sinneswahrnehmungen

Viele hochsensible Menschen nehmen Sinneseindrücke besonders intensiv wahr. Gerüche, Geräusche und Lichteffekte haben eine starke Wirkung auf die Betroffenen. Diese Eindrücke werden bei Hochsensiblen viel intensiver und deutlicher wahrgenommen als bei anderen Menschen. Zudem haben die Betroffenen eine detailliertere Wahrnehmung. Sie nehmen viel mehr Einzelheiten wahr und haben daher mehr Informationen, die sie verarbeiten müssen. Das kann schnell zu einer Überlastung führen und den Betroffenen das Gefühl geben, überfordert zu sein.

Viel Vorstellungskraft und Fantasie

Andererseits kann eine detailreiche Wahrnehmung auch Ursprung neuer und ungewöhnlicher Sichtweisen sein. Daher wird Hochsensiblen oft viel Vorstellungskraft und Fantasie nachgesagt. Sie denken oft in viel größeren Zusammenhängen als andere Menschen und nehmen auf unterschiedliche Perspektiven Rücksicht. Sie können sich gut in das Gefühlsleben und die Denkweisen anderer Menschen hineinversetzen und haben weniger Probleme die Befindlichkeiten ihrer Mitmenschen zu erkennen. Die Betroffenen neigen zu Kopfkino und können sich mögliche Situationen lebhaft vorstellen.

Verminderte Stress-Resistenz

Verminderte Stress-Resistenz

Die detailreiche Wahrnehmung hochsensibler Menschen kann allerdings auch dazu führen, dass die Betroffenen schneller gestresst sind und einer Überbelastung nicht standhalten können. Schon kleinste Stresssituationen rauben den Betroffenen alle Kraft und zwingen sie dazu, eine Auszeit zu nehmen, um neue Kraft zu tanken. Sie brauchen zudem mehr Zeit, um sich von Stresssituationen zu erholen und das Erlebte zu verarbeiten, als viele andere Menschen.

Starke Reaktion auf Stimuli

Nicht nur die Wahrnehmung der Betroffenen ist sensibler, sondern auch der Körper reagiert sensibler auf Stimuli wie beispielsweise Koffein. Sie zeigen oft eine starke Reaktion auf Medikamente, Alkohol, Kaffee und Energydrinks, was den Stressfaktor wiederum erhöhen kann. Auch die Schmerzempfindlicheit ist bei den Betroffenen erhöht. Zwischenmenschliche Beziehungen können eine ebenso starke Wirkung auf hochsensible Menschen haben.

Intensive Empfindung von Kunst, Musik und Natur

Hochsensible Menschen reagieren oft stärker auf ihre Umgebung als andere Menschen. Musik, Kunst und auch die Natur können eine heftige Reaktion bei den Betroffenen auslösen. Nicht selten lösen Musik, Filme und Gemälde strake Gefühle bei Hochsensiblen aus und bringen die Betroffenen vor Freude, Trauer oder Glück zum Weinen. Sie können sich schnell für die unterschiedlichsten Dinge begeistern und besitzen daher viele verschiedene Interessen.

Selbstkritische Gedankengänge

Viele Menschen, die ihre Umwelt hochsensibel wahrnehmen, neigen dazu sehr selbstkritisch zu denken. Während sie ihren Mitmenschen sehr empathisch und verständnisvoll begegnen, Konflikte zu lösen versuchen und sehr harmoniebedürftig sind, gehen sie mit sich selbst oft sehr hart ins Gericht. Sie versuchen perfekt zu sein und haben hohe Ansprüche an sich selbst. Das kann zu inneren Konflikten führen, denn Stress und Reizüberflutung zwingen sie oft zu Auszeiten. Selbstzweifel können aufkommen. Im schlimmsten Fall kann eine Depression oder ein Burnout entstehen.

Test: Bist du hochsensibel?

Wenn du das Gefühl hast, dass auch du hochsensibel sein könntest, kannst du das mit unserem Test ganz leicht herausfinden. Wir haben im Folgenden mehrere Aussagen zusammengestellt, die du entweder bejahen oder verneinen kannst. Mache dir für jede bejahte Antwort einen Strich. Wichtig ist, dass du wahrheitsgetreu antwortest. Nimm dir ruhig Zeit, um die jeweilige Aussage zu überdenken. Hast du am Ende mehr Aussagen bejaht als verneint, kannst du dich als hochsensibel bezeichnen. Bedenke allerdings, dass unser Test keinen wissenschaftlichen Anspruch besitzt. Er soll dir allenfalls ein bisschen Klarheit verschaffen und dich stärker mit dem Thema Hochsensibilität vertraut machen. Vielleicht kannst du so noch mehr über dich erfahren.

  1. Veränderungen werfen dich aus der Bahn.
  2. Nach einer Stresssituation brauchst du Erholung.
  3. Laute Geräusche und starke Gerüche stressen dich.
  4. Du kannst dich nach einem Ereignis an viele Einzelheiten erinnern.
  5. Bei einem guten Lied oder einem traurigen Film fließen bei dir schnell die Tränen.
  6. Konflikten gehst du aus dem Weg oder versuchst sie direkt zu schlichten.
  7. Du lässt dich leicht von den Stimmungen anderer Menschen beeinflussen.
  8. Du verbringst gerne Zeit allein.
  9. Du hast ein gutes Gespür für die Bedürfnisse anderer.
  10. Zu viele Reize sorgen dafür, dass du nicht mehr klar denken kannst.
  11. Du kannst dich für die unterschiedlichsten Dinge begeistern.
  12. Du reagierst sensibel auf Ungerechtigkeit.
  13. Du neigst zu Tagträumen.
  14. Du hast Phasen, in denen du scheinbar ohne richtigen Grund sehr traurig bist.
  15. Mehrere Menschen haben dir bereits gesagt, dass sie dich für naiv halten.

Wenn du die meisten der Aussagen bejaht hast, kann es gut sein, dass du ein hochsensibler Mensch bist. Dies muss jedoch nicht zwangsläufig der Fall sein. Auch wenn du die meisten Aussagen verneint hast, kannst du trotzdem noch ein hochsensibler Mensch sein. Willst du genaueres erfahren, kannst du dich an eine Beratungsstelle oder eine Selbsthilfe-Gruppe wenden, die sich auf Hochsensibilität spezialisiert hat.

So solltest du mit Hochsensibilität umgehen

So solltest du mit Hochsensibilität umgehen

Wenn du hochsensibel bist, hast du vielerlei Stärken, die du gezielt einsetzen kannst. Du hast wahrscheinlich ein gutes Einfühlungsvermögen, eine gute Intuition und bist sehr verantwortungsbewusst. Es gibt jedoch auch ein paar Dinge, mit denen du vielleicht zu kämpfen hast. Wir geben dir Tipps, wie du besser mit den Schattenseiten von Hochsensibilität umgehen kannst.

Stelle dich Herausforderungen

Anstatt schwierigen Situationen aus dem Weg zu gehen, solltest du versuchen, dich Herausforderungen zu stellen. Wenn du die Reize, auf die du besonders sensibel reagierst, ständig meidest, wirst du zwangsläufig noch sensibler auf diese reagieren. Natürlich solltest du dich nicht überfordern, indem du dich zu vielen Reizen aussetzt, doch solltest du ähnlich wie bei einer Phobie versuchen, dich deinen Ängsten zu stellen. Achte allerdings darauf, dass du dir grundsätzlich genügend Auszeiten nimmst.

Gönne dir genügend Auszeiten

Auszeiten sind essentiell, um neue Energie zu tanken, nachdem du dich vielen Reizen ausgesetzt hast. Ähnlich wie bei introvertierten Menschen ziehen Hochsensible viel Energie daraus, allein zu sein. Beruhigende Beschäftigungen und Zeit allein können die leeren Energietanks wieder auffüllen und sind für die Gesundheit hochsensibler Menschen enorm wichtig. Entspannungstechniken und meditative Sportarten wie Yoga helfen hochsensiblen Menschen innere Ruhe zu finden.

Hochsensibilität ist keine Krankheit

Mache dir bewusst, dass Hochsensibilität keine Krankheit ist, an der du leidest. Hochsensibilität ist eine Charaktereigenschaft, die dir viele positive Fähigkeiten verleiht. Auch wenn du in manchen Situationen durch deine Reizempfindlichkeit gehemmt bist, schätzen dich viele Menschen aufgrund deiner aufmerksamen Art. Du kannst gut zuhören und bist ein toller Freund. Du begegnest deinen Mitmenschen mit Empathie und kannst ihre Probleme leicht nachvollziehen.

Fördere deine Kreativität

Fördere deine Kreativität

Hochsensible Menschen sind oft sehr kreativ. Kreativität gibt ihnen ein Ventil, um ihre Reize zu verarbeiten und mit ihren Sinneseindrücken fertig zu werden. Sie verfügen über viel Fantasie und nehmen tagtäglich viele verschiedene Situationen sehr intensiv wahr. Mit Kreativität können sie ihre Eindrücke aus ihrem Kopf auf ein Blatt Papier bringen und sich so vor Überforderung schützen. Sie sollten sich daher Raum schaffen, um ihre Kreativität ausleben zu können.

Finde deine Leidenschaft

Hochsensible Menschen blühen vor allem dann auf, wenn sie ihre Leidenschaft gefunden haben. Wenn sie einfach irgendeinem Beruf nachgehen, steht dies ihrem Glück im Weg. Machen sie jedoch ihre Leidenschaft zu ihrem Beruf, sind sie meist mit vollem Einsatz bei der Sache. Besonders kreative und soziale Berufe bieten sich bei Hochsensibilität an, da sie mit ihrem Einfühlungsvermögen und ihrer Intuition bereits viele wichtige Eigenschaften für diese Berufsfelder mitbringen.

Andere Menschen haben andere Werte

Obwohl du als hochsensibler Mensch vielleicht oft anderer Meinung bist als andere Menschen, solltest du nicht auf deine Meinung beharren. Es gibt viele verschiedene Menschen, die unterschiedliche Meinungen und Werte vertreten. Mache dir diese Unterschiede bewusst und akzeptiere sie. Um etwas zu verändern, muss man oft Kompromisse eingehen. Wenn du deine Werte in die Welt tragen willst, nutze deine Stärken und gehe auf andere Menschen ein. Hochsensible Menschen sehen die Welt oft mit anderen Augen. Deshalb sind ihnen oft andere Werte wichtig als ihren Mitmenschen.

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Kommentare


Vroni 2. Januar 2019 um 14:18

14 von 15 Punkten. Nach 10 Jahren Kampf (ja Kampf – ich wollte mithalten!) gegen meine ständig wiederkehrenden Erschöpfungsdepressionen etlichen Psychotherapien, dem NLP-Master und einem Selbstmordversuch nebst stationärem Aufenthalt (der mir verdammt gut tat), nun ein weiteres Puzzleteilchen.

– depressive Mutter
– Kriegsenkel
– Persönlichkeit INFP
– Hochsensibel.

Das Vroni-Puzzle komplettiert sich.

Als außergewöhnlich empfinde ich mich nicht. Ebensowenig bin ich Opfer. Ich knabbere halt nur länger an Fehlschlägen und Irrwegen. Nicht weil ich eine Heulsuse bin – nee, bin halt gründlich in der Aufarbeitung. Reflektieren braucht Zeit. Jetzt ist der äußere Druck erstmal weg, denn ich beziehe EU-Rente auf Zeit. Die Erkenntnisse, die ich in dieser "geschenkten Zeit für mich" erwarb, bedeuten Quantensprünge für mich. Viele fragen: "wirds Dir nicht langweilig?" Nee, wird es nicht. Ich konnte schon immer gut und allein mit mir. Viele sagen: "Uh – Depression und Rente – eieiei – keine gute Idee." Für mich gilt das nicht. Endlich habe ich Zeit, mich auszuprobieren. Endlich kann ich genießen. Endlich habe ich Zeit für mein inneres Kind und kann mich freuen, dass es so einzigartig und so lebendig ist.

Endlich keine Hetze mehr, kein Zwang zur Entscheidung, obwohl es gefühlsmässig noch zu früh ist.
Keine Selbstzweifel mehr, wenn ich intuitiv was wahrnehme, aber es nicht BEGRÜNDEN kann. Lief ja immer nach dem gleichen Schema ab: Ich zu Chef: "Ihre Entscheidung klingt gut – haben Sie dies oder das schon dabei in die Waagschale geworfen." Chef zu mir: "Nein, aber das wird sich – wenn es WIRKLICH eintrifft, auch lösen lassen." Und es TRAF zu 80% ein. Chef zur mir: "Wir haben ein Problem, könnten Sie dies oder das noch übernehmen, Sie können das doch so gut und bei Ihnen ist das in den besten Händen". Ich (denkend: nö, DU hast ein Problem), höre mich aber sagen "Okay" (denkend: Arschloch, ich durchschaue Dein Spiel und ich hole Dir wieder mal die Kohlen aus dem Feuer. Aber was bleibt mir anderes übrig. Ist eine Herausforderung und ich habe auch keine Lust, unter den Folgen des Problems zu leiden, wenn es nicht gelöst wird). Und dieses Schema wiederholt sich immer wieder.

Hatte mich mit 45 nochmal entschieden, meinen Betriebswirt zu machen. Neben dem Job (war Fremdsprachensekretärin). Mit 45 saß ich zwischen Kommilitonen, die hätten meine Kinder sein können. Erinnere mich noch an die Worte des Schulleiters, der gleichzeitig mein Marketinglehrer war. Es ging um die Note 1 im Abschlusszeugnis (die NICHT eindeutig und selbstverständlich war: "Frau Franz" – meinte er "es geht uns hier darum, Ihr Potenzial zu bewerten. Ihre Leistung steht ausser Frage. Was uns auffiel ist Ihre Kreativität und Ihre Intuition . Wenn keiner eine Lösung hatte – Sie HATTEN eine. Manchmal sehr unkonventionell. Was uns ebenfalls auffiel ist Ihre Ehrlichkeit, besonders in der mündlichen Abschlussprüfung und Ihr Verantwortungsgefühl. " Ja, ich war ein Streber – gelernt bis zum Umfallen. Aber ich war nicht unbeliebt. Anders, ja – aber nicht unbeliebt. Diese Zeit war nicht einfach. 8 Stunden Arbeit, dann Schule oder Lernen. 3 lange Jahre lang. Am Ich glaube nicht, dass es mir alleine so geht. Am Wochende: Feuerwehr spielen bei meinen Eltern. Alles andere litt und lief auf Sparflamme: Partnerschaft, Gefühle, Haushalt, Hobbies, ich selbst. Ich war oft krank – hatte die Nase voll, hatte Reizhusten, Halsschmerzen, Ohrenschmerzen, Rückenschmerzen, Durchfall. Mein Ziel trieb mich an. Projektarbeit: Leidenschaft. Ernährt von Haferflocken, nächtelanges Schreiben, erschöpft aber seltsam glücklich. Allein sein. Partner, Menschen? Weihnachten 2011, Sylvester 2011/12? Nicht wichtig. Überflüssig. Wie besessen. Nach erfolgreicher Vorstellung der Projektarbeit: 39 Grad Fieber. Schüttelfrost. Danach ging 2 Wochen lang gar nichts. Aufgerappelt. Für die Endprüfung gelernt. Besessen. Die Psychologen meinen: TRAUMA! Eltern! Liebe durch Leistung! Oha! Ich sage: Nein. Das sind nur gefühlte 20% der Wahrheit. Die restlichen 80% bin ich. Mein Wille.

Bin weder manisch noch Borderliner. Weder extrem introvertiert noch extrem vulnerabel. Gefühle dagegen waren schon immer meins. Habe sie nur nie wirklich gezeigt. War 20 Jahre lang Sängerin in einer Band. Vorbild: Janis Joplin. Meine Stimme: nicht wirklich toll – aber ich habe es geschafft, Gefühle mit meinem Gesang zu transportieren.

Zeichnen: Auch nicht wirklich gut, aber recht passabel.
Schreiben: dito.
Wissenschaft: dito

Überall ein bisschen zu Hause, aber nirgendwo ganz.

Und dann diese Querverbindungen, die ich ständig stricke und die da sind und die Worte nicht reichen ….

Habe inzwischen Frieden damit geschlossen, dass ich eine große Projektionsfläche habe. Jeder will mich festlegen, mich greifen … aber bin nicht begreifar – noch nicht mal für mich selbst.

Vroni

Antworten

vroni 2. Januar 2019 um 16:40

Die Menschen mögen an mir meinen Humor meine Umgänglichkeit meine Bereitschaft, zuzuhören, meine Zurückhaltung mit Ratschlägen, die Fähigkeit, Ressourcen zu erahnen und zu aktivieren. Meine werden dadurch angezapft und erschöpft. Ich bin ein aus dem Gleichgewicht geratener Seiltänzer. Und auch die Psychotherapie ist eine einseitige Kraft unter vielen. Die Kunst ist mit Ja und Nein die Balance zu halten. Es ist bemerkenswert, dass jeder aufatmet, wenn ich humorvoll in und jeder den Atem anhält, wenn ich tiefsinnig werde. Dabei sind es doch bloss zwei Seiten einundderselben Medaille …. Meine Erfahrung: Mein Humor: Projektionsfläche ohne Ende. Rede ich Klartext: Unverständnis, Angst. Und langsam dämmert mir, dass das nicht MEIN Problem ist. Was denen Angst macht, sind IHRE Gefühle und Ängste. Ich berühre – einfach so und unbeabsichtigt – den wunden Punkt meiner Mitmenschen. Heisst, ich bin extrem unbequem. Und es gibt nur wenige, die damit klarkommen.

Antworten

vroni 2. Januar 2019 um 17:08

Mein Mann ist ebenfalls hochsensibel. Aber gaanz anders als ich. Der hats olfaktorisch und akustisch voll drauf. Wir sind seit 17 Jahren ein Paar. Verstandesmäßig: Keine Gemeinsamkeiten. Völlig konträr. Auf der intuitiven Ebene aber ticken wir gleich. Freiraum, Verständnis, Rücksicht, Wertschätzung des Andersartigen. Nix zum Anlehnen, kein gegenseitiges "Heilen wollen", wenn aber einer von uns feststeckt, ist der andere da.

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