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Richtig trinken: 7 Tipps für den Alltag + 8 verbreitete Irrtümer

Wasser ist Lebenselixier und ein Grundbaustein des Körpers. Es trägt maßgeblich zur Aufrechterhaltung aller Körperfunktionen bei und hält uns am Leben. Wir sagen dir, wie viel zu tatsächlich trinken solltest, geben dir Tipps für den Alltag und räumen mit weit verbreiteten Irrtümern auf.


Warum trinken wichtig ist

Warum trinken wichtig ist

Der menschliche Körper besteht zu 60 Prozent aus Wasser. Wasser ist für den Körper essentiell und hat vielseitige Aufgaben für den Organismus. Es wirkt als Reinigungs-, Lösungs- und Transportmittel. Neben der Regulation der Körpertemperatur transportiert es Nährstoffe zu den Zellen und beseitigt Abfallprodukte des Stoffwechsels. Nur mithilfe von Wasser können Giftstoffe über den Darm, die Nieren, die Lunge und die Haut ausgeschieden werden. Da der Körper alleine bei diesen Prozessen und ohne weitere körperliche Anstrengungen anderthalb bis zwei Liter Wasser pro Tag verliert, muss der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden.

Wasser enthält eine bestimmte Anzahl an gelösten Elektrolyten. Dazu gehören Magnesium, Calcium, Kalium und Natrium. Nur solange der Wasserhaushalt ausgeglichen ist und genug Flüssigkeit und Elektrolyte im Körper vorhanden sind, können alle wichtigen Prozesse und Körperfunktionen ohne Probleme ablaufen.

Ein Flüssigkeitsmangel ist lebensgefährlich

Wird der Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen, droht der Körper auszutrocknen. Dies hat weitreichende, in letzter Konsequenz gar tödliche Folgen. Wie lange ein Mensch ohne Flüssigkeitszufuhr überlebt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Fakt ist jedoch, dass man nur wenige Tage ohne Wasser überleben kann. Ansonsten drohen ein Kreislaufzusammenbruch und eine innere Vergiftung. Stoffwechselprozesse können nicht mehr richtig ablaufen, das Blut wird dicker und Abfallstoffe lagern sich ab.

Da bei einem Flüssigkeitsmangel die Nieren nicht mehr richtig arbeiten, können harnpflichtige Substanzen nicht mehr ausgeschieden werden. Die körpereigenen Gifte greifen dann die Organe an, wodurch es zu der inneren Vergiftung kommt. Bei einem Menschen, der verdurstet ist, ist die eigentliche Todesursache also eine Vergiftung – ausgelöst durch einen Flüssigkeitsmangel.

Ein Flüssigkeitsmangel ist natürlich nicht immer direkt lebensgefährlich oder tödlich. Bis zu einem gewissen Grad kann der Körper das Defizit noch ausgleichen. Doch auch dann kann der menschliche Organismus geschädigt werden. Alleine für die Aufrechterhaltung aller wichtigen Körperfunktionen benötigt der Körper etwa 1,5 Liter täglich.

  • Leistungsfähigkeit nimmt ab: Bereits ein Flüssigkeitsverlust von gerade einmal zwei Prozent des Körpergewichtes kann die Leistungsfähigkeit des gesamten Organismus deutlich mindern.
  • Gehirnleistung und Konzentrationsfähigkeit lassen nach: Von der verminderten Leistungsfähigkeit sind auch die Gehirnleistung und Konzentrationsfähigkeit betroffen. Wasser ist Hauptbestandteil des Blutes. Trinkst du zu wenig, wird das Blut dicker und kann nicht mehr richtig fließen. Der Körper wird schlechter versorgt und das Gehirn kann nicht wie gewohnt arbeiten. Zudem erhöhen sich Puls und Körpertemperatur, da das dickere Blut mit einem deutlich höheren Aufwand durch den Körper gepumpt werden muss.
  • Haut und Schleimhäute trocknen aus: Durch den Flüssigkeitsmangel trocknen natürlich auch die Haut und die Schleimhäute aus, wodurch Bakterien und Viren leichter in den Körper gelangen können.
  • Nierenerkrankungen und Verstopfungen drohen: Da die Nieren und der Magen-Darm-Trakt nur bei einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr richtig arbeiten können, drohen bei einem Flüssigkeitsmangel Verstopfungen, Harnwegsinfektionen und Nierensteinerkrankungen.

Formen und Ursachen eines Flüssigkeitsmangels

Formen und Ursachen eines Flüssigkeitsmangels

Bei einem Flüssigkeitsmangel, der auch als Dehydration oder Dehydratation, bezeichnet wird, verliert der Körper mehr Flüssigkeit und Elektrolyte, als er aufnimmt. Wann sich im Körper erste Anzeichen bemerkbar machen, hängt vom Gewicht, Alter, Geschlecht und Aktivitätsniveau sowie der Umgebungstemperatur ab.

Formen der Dehydration

Je nach Ursachen und Folgen unterscheiden Mediziner zwischen drei verschiedenen Formen der Dehydration. Dabei spielt auch das Verhältnis von Wasser zu Elektrolyten einen entscheidende Rolle.

  • Hypotone Dehydration: Wenn eine Person stark schwitzt und den Flüssigkeitsmangel mit kochsalzlosem Wasser auszugleichen versucht, verändert sich das Verhältnis von Wasser zu Elektrolyten negativ. Im Vergleich zu der Menge des Wassers stehen zu wenig Elektrolyte zur Verfügung und es entsteht eine hypotone Dehydration.
  • Hypertone Dehydration: Bei dieser Form der Dehydration ist das Verhältnis genau umgekehrt. Dem Körper fehlen zwar keinen Elektrolyte, aber Wasser. Ich Vergleich zum Wasserhaushalt ist die Elektrolytkonzentration hoch. Dies ist etwa bei Fieber oder einer starken körperlichen Anstrengung der Fall.
  • Isotone Dehydration: Wenn Elektrolyte und Wasser gleichermaßen verloren gehen, etwa durch wenig Trinken, Durchfall, Erbrechen oder Nierenerkrankungen, sprechen Mediziner von einer isotonen Dehydration.

Ursachen

Verliert der Körper sehr viel Flüssigkeit und Elektrolyte und schafft es nicht, diesen Verlust auszugleichen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Dehydration sehr groß. Neben einer zu geringen Aufnahme von Flüssigkeit gibt es noch weitere Ursachen, die das Flüssigkeitsdefizit ungünstig beeinflussen.

  • starkes Schwitzen, verursacht durch
    – Hitze
    – körperliche Anstrengung
    – Fieber
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Missbrauch von Abführmitteln
  • entwässernde Medikamente
  • Verbrennungen
  • starke Blutverluste etwa durch Unfälle oder Operationen
  • Erkrankungen mit erhöhter Urinausscheidung wie beispielsweise Diabetes

Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels

Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels

Erstes Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels ist natürlich der Durst. Bei diesem Thema sind die Meinungen aber gespalten. Viele sehen darin den natürlichen Hinweis des Körpers, etwas zu trinken. Andere sind der Meinung, dass Durst bereits das erste Warnsignal des Körpers ist und man bereits vorher etwas hätte trinken sollen. Für Letzteres spricht die Tatsache, dass das Durstempfinden etwa bei Kindern, Senioren oder Menschen mit einer Krankheit gestört sein kann. Darüber Hinaus gibt es noch weitere Anzeichen, mit denen dir dein Körper signalisieren möchte, dass du zu wenig getrunken hast.

Trockener Mund

Ähnlich wie Durst, ist auch ein trockener Mund meist das erste Warnsignal deines Körpers, dass er unbedingt Flüssigkeit braucht und du deine Mundschleimhäute sofort befeuchten solltest. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn du spezielle Medikamente nimmst oder eine Krankheit hast, die sich ebenfalls in Mundtrockenheit äußert.

Trockene und unreine Haut

Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers und ebenfalls auf eine ausreichende Wasserzufuhr angewiesen. Wenn ein gesunder Mensch wenig trinkt, schwitzt er auch weniger, was dazu führt, dass die Poren der Haut nicht gründlich gereinigt werden. Zudem braucht die Haut Wasser, um elastisch und straff zu bleiben. Neben der verringerten Elastizität sind eine schlaffe Gesichtspartie und Trockenheitsfältchen die Folge.

Ob du dehydriert bist, kannst du auch an deinem Handrücken erkennen. Dazu nimmst du die Haut dort zwischen Daumen und Zeigefinger und ziehst sie hoch. Wenn sie nach dem Loslassen nicht sofort zurückgeht, ist das ein guter Hinweis dafür, dass du zur Wasserflasche greifen solltest.

Tränende Augen

Auch trockene und tränende Augen können auf einen Flüssigkeitsmangel zurückzuführen sein. Der Körper spart dort Wasser, das an anderen Stellen des Körpers dringender benötigt wird, was sich an den Tränenkanälen bemerkbar macht. Eine Überbelastung der Augen, Klimaanlagen oder staubige Luft verstärken das Austrocknen der Augen zusätzlich.

Augenringe

Die dunklen Schatten unter den Augen können viele Gründe haben. Der häufigste Grund für Augenringe ist neben Schlafmangel aber tatsächlich ein Flüssigkeitsmangel. Statt zum Kaffee solltest du also lieber zu einem großen Glas Wasser greifen, wenn dich der Blick in den Spiegel zusammenzucken lässt. Durch die Flüssigkeitsaufnahme wird das Blut verdünnt, wodurch die Zellen wieder mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden. Ein Sauerstoffmangel macht sich auch häufig in Form von Augenringen bemerkbar.

Kopf- und Gelenkschmerzen

Auch wenn Kopf- und Gelenkschmerzen viele Ursachen haben können, sind sie auch ein wichtiges Warnsignal für eine Dehydration. Der Grund dafür liegt im Gehirn, das selbst aus circa 70 Prozent Wasser besteht. Bei einem Wassermangel wird Histamin aktiviert. Der Neurotransmitter leitet bestimmte Wasserregulationsmechanismen ein, die die vorhandene Wassermenge umverteilen. Die sich die Regulatoren in den Nervenbahnen bewegen, kann dieser Vorgang Schmerzen auslösen.

Müdigkeit

Müdigkeit wird oft nicht ernst genommen und als Schwäche abgetan. Wenn du aber ausreichend schläfst und auch ansonsten gesund bist, können Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit ein Indiz für einen Flüssigkeitsmangel sein. Statt Kaffee hilft wieder ein großes Glas Wasser mit einem Spritzer Zitronensaft.

Veränderter Urin

Ein Flüssigkeitsmangel lässt sich auch gut an der Farbe des Urins erkennen. Ist dieser hellgelb oder fast durchsichtig, ist alles in Ordnung. Eine dunkelgelbe oder gar bräunliche Färbung sowie starker Ammoniakgeruch weisen dich auf eine Dehydration hin.

Verdauungsprobleme

Ein Flüssigkeitsmangel kann sich auch in Verstopfungen und Sodbrennen äußern. Wenn der Körper Flüssigkeit benötigt, ihm aber keine zur Verfügung steht, entzieht er diese dem Dickdarm. Daraufhin wird der Darminhalt eingedickt und es kann zu Verstopfungen kommen. Da die Magensäure bei einer Dehydration ebenfalls zunimmt, kannst du auch Sodbrennen bekommen.

Hunger

Ein Hungergefühl wird oft falsch interpretiert und ist eigentlich ein Anzeichen für Durst und ein Flüssigkeitsdefizit. Verspürst du zwischendurch häufiger Hunger, solltest du vorab ein Glas Wasser trinken. Das füllt den Magen und sorgt für eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung. Diese Methode eignet sich auch, wenn du abnehmen möchtest.

Wenig Muskelmasse

Um Muskeln aufzubauen, musst du natürlich trainieren. Wenn du aber wenig Wasser zu dir nimmst, wird dir dies trotz Training deutlich schwerer fallen, als anderen. Wie der Rest deines Körpers bestehen natürlich auch deine Muskeln zu einem Großteil aus Wasser. Muskelkater und Verletzungen können durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ebenfalls minimiert werden.

So viel solltest du trinken

So viel solltest du trinken

Nachdem du jetzt weißt, warum eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr so wichtig ist und welche Folgen eine Dehydration haben kann, fragst du dich sicher, wie viel du denn nun trinken solltest. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt mindestens anderthalb bis zwei Liter über den Tag verteilt zu trinken. Der Rest wird über feste Nahrung aufgenommen. Als Faustregel gilt, dass Kinder bis zu einem Jahr circa 0,8 Liter pro Tag trinken sollten, Kinder vom 1. bis zum 10. Lebensjahr einen Liter und Kinder zwischen zehn und 15 Jahren 1,5 Liter. Anschließend wie Erwachsene anderthalb bis zwei Liter. Allerdings sind diese Zahlen nur eine Richtlinie und keine allgemein gültige Regel. Denn wie viel Flüssigkeit du tatsächlich brauchst, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Wenn du im Sommer eine Tag auf der Couch im kühlen Wohnzimmer verbringst, wirst du weniger schwitzen, als wenn du dich in die Sonne legst oder gar Sport treibst. Deine persönliche Flüssigkeitszufuhr richtet sich also nach deinem Aktivitätslevel. Schwitzt du viel und treibst Sport, benötigst du deutlich mehr, als die empfohlenen anderthalb bis zwei Liter. Dann kann es sein, dass du durchaus die doppelte Menge trinken muss. Menschen, die den ganzen Tag in einem (klimatisierten) Büro sitzen und nur gelegentlich aufstehen, benötigen natürlich auch weniger Flüssigkeit, als Handwerker oder Bauarbeiter.

Eigenen Bedarf berechnen

Mediziner der Mayo Clinic, eine renommierte Non-Profit-Forschungsorganisation aus den USA, haben eine Formel entwickelt, mit der du deine Wasserzufuhr berechnen kannst.

  • Gewicht (in kg) x Alter (in Jahren) : 28,3 = Unzen Wasser pro Tag

Da Amerikaner Flüssigkeiten in Unzen und nicht in Liter angeben, musst du das Ergebnis nochmal mit 0,03 multiplizieren. Das bedeutet, dass eine 25-jährige Frau, die 55kg wiegt, knapp 1,5 Liter Wasser zu sich nehmen sollte.

Wichtig ist, dass du deine errechnet Flüssigkeitszufuhr nur als Richtwert und absoluten Grundbedarf ansiehst, auf die Signale deine Körpers achtest und äußere Bedingungen und dein Aktivitätsniveau berücksichtigst.

Tipps für den Alltag

Tipps für den Alltag

Nachdem du deinen Flüssigkeitsbedarf errechnet hast, stellt sich nun die Frage, wie du diesen decken kannst. Anderthalb bis zwei Liter hören sich über den Tag verteilt erstmal nicht so viel an. Doch es gibt genügend Menschen, die sich auch mit dieser vermeintlich geringen Menge sehr schwer tun. Erhöht sich ihr Flüssigkeitsbedarf durch Hitze oder Sport, laufen sie schnell Gefahr, zu dehydrieren. Damit du deinen Grundbedarf decken oder deinen Wasserkonsum sogar erhöhen kannst, haben wir ein paar Tipps für dich zusammengestellt, die du einfach in deinen Alltag integrieren kannst.

Trinke, bevor du durstig bist

Bereits nach dem Aufstehen solltest du ein großes Glas Wasser trinken. Immerhin hat dein Körper mehrere Stunden keine Flüssigkeit aufgenommen. Für einen zusätzlichen Energiekick kannst du das Wasser mit einem Spritzer Zitronensaft aufpeppen. Da bei vielen Menschen das Durstempfinden nicht ausreichend ausgeprägt ist, solltest du nicht erst trinken, wenn du Durst verspürst. Durst ist oft schon das erste Warnzeichen, dass deinem Körper mehr als nur ein Schluck Wasser fehlt.

Getränke positionieren

Stelle deine Getränke am Arbeitsplatz oder zu Hause gut sichtbar an zentralen Stellen ab. So wirst du immer wieder ans Trinken erinnert. Sorge zudem dafür, dass die Flasche ausreichend groß bist. Nichts ist nerviger, als ständig mit deinem kleinen Glas in die Küche laufen zu müssen. Eine Flasche neben dem Bett kann dich direkt nach dem Aufstehen ans Trinken erinnern und falls du nachts mal wach wirst und durstig bist, musst du nicht erst aufstehen, sondern kannst direkt einen großen Schluck nehmen.

Wasser mitnehmen

Wenn du viel unterwegs bist, solltest du auch immer einen Wasservorrat im Auto haben und auch für Besorgungen in der Stadt eine Flasche Wasser mitnehmen – besonders im Sommer. Spätestens wenn du im Stau stehst, die Straßenbahn nicht weiterfahren kann oder die Klimaanlage im Zug mal wieder ausgefallen ist, wirst du dich über deinen Wasservorrat freuen.

Hübsche Gefäße benutzen

Egal ob Glaskaraffe, Trinkflasche oder Glas – hübsch und mit einem schönen Motiv oder lustigem Aufdruck steigern sie garantiert deine Trinkmotivation und eignen sich prima zum Mitnehmen. Probiere es aus und du wirst sehen, dass du automatisch häufiger zugreifen wirst. Strohhalme können zusätzlich die Lust aufs Trinken erhöhen. Außerdem haben die Trinkflaschen noch einen zusätzlichen Nutzen.

Infused Water

Wenn dir der Geschmack von Wasser zu langweilig ist, kannst du dein Wasser ganz einfach mit Beeren, Gurken- oder Zitronenscheiben und Kräutern wie Minze, Thymian oder Rosmarin pimpen und deinen Geschmacksknospen etwas Abwechslung bieten. So kannst du nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch nachhelfen. Ein schönes Glas mit Strohhalm, gefüllt mit Wasser, Obst, Kräutern und Eiswürfeln macht garantiert Lust aufs Trinken.

Vor dem Essen trinken

Vor dem Essen trinken

Wenn dir der Magen knurrt, solltest du erstmal ein Glas Wasser trinken. Eventuell hast du das Hungergefühl auch nur mit Durst verwechselt und bist jetzt “satt”. Zudem ist ein Glas Wasser vor jeder Mahlzeit ein gutes Ritual und erinnert dich ans Trinken. Wenn dein Magen nach dem Essen voll ist, hast du garantiert keine Lust mehr auf ein großes Glas. Wenn du gesund abnehmen möchtest, eignet sich diese Methode ebenfalls, um den Appetit zu zügeln und den Magen schon etwas zu füllen.

Lass dich ans Trinken erinnern

Dein Smartphone hast du sicher häufiger in der Hand, als eine Wasserflasche und auch sonst sowieso immer griffbereit. Wieso solltest du dir dies nicht zu Nutze machen und es auch als Trink-Coach nutzen? Mittlerweile gibt es unzählige Apps, die dich darin erinnern, genug zu trinken. Mache Apps greifen sogar auf deine Health-Daten zurück, sofern du diese im Smartphone pflegst und berechnen deinen genauen Bedarf entsprechend des Aktivitäsniveau. Wenn du eher verspielt bist, helfen dir vielleicht ein Trink-Tamagotchi oder ein Aquarium, dass du jedes Mal per App virtuell gießt beziehungsweise füllst, wenn du selbst etwas trinkst.

Irrtümer rund ums Trinken

Irrtümer rund ums Trinken

Auch beim Thema „richtig Trinken“ hat natürlich jeder eine Meinung und gut gemeinte Ratschläge. Mittlerweile gibt es so viele verschiedene Richtwerte, an die man sich angeblich halte soll, dass es gar nicht so einfach ist, den Überblick zu behalten. Wir räumen mit den größten Irrtümern auf.

Täglich 3 Liter

Der Irrlaube, dass jeder Mensch jeden Tag drei Liter Flüssigkeit aufnehmen muss, ist weit verbreitet. Die goldene 3-Liter-Regel taucht immer wieder auf, ist aber falsch. Wie bereits erwähnt, ist die richtige Flüssigkeitsaufnahme sehr individuell und hängt von verschiedenen Umständen ab. Zudem nimmst du etwa ein Drittel der benötigten Flüssigkeit über feste Nahrung wie Obst und Gemüse zu dir.

Man kann nicht zu viel trinken

Wenn du innerhalb kürzester Zeit zu viel trinkst, gerät das Verhältnis von Salzen und Wasser aus dem Gleichgewicht. Herzrhythmusstörungen und eine Beeinträchtigung der Nieren können die Folgen sein. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einer tödlichen Wasservergiftung kommen. Kurzfristig kann der Körper etwa einen Liter pro Stunde ausscheiden. Wenn du zu viel trinkst, können die Nieren die Flüssigkeit aber nicht mehr verarbeiten, wodurch der Salzhaushalt durcheinander gerät und dein Körper überschwemmt wird. Durch unnötig viel Wasser werden wichtige Mineralien und Nährstoffe ausgespült.

Infolgedessen kommt es zu körperlichen Beschwerden wie Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, verstärktes Schwitzen, Atemprobleme und Konzentrationsschwäche, in besonders schlimmen Fällen auch Muskelschwäche, Herzversagen oder Hirnödemen. Denn durch das Aufschwemmen der Zellen wird die Bildung von Ödemen begünstigt. Dies ist vor allem für das Gehirn gefährlich, da es sich nicht über die Schädeldecke ausbreiten kann. Gefährdet sind vor allem Marathonläufer, die einen extremen Flüssigkeitsverlust wieder ausgleichen wollen. Allerdings kommt es im Alltag selten vor, dass ein gesunder Mensch zu viel trinkt. Wenn du Bedenken und ein ungewöhnlich großes Durstgefühl hast, solltest du darauf achten, dass du nicht mehr als einen Liter Flüssigkeit pro Stunde zu dir nimmst und mit einem Arzt sprechen.

Auf das Durstgefühl verlassen

Durst ist der erste und natürlich Indikator dafür, dass dir Flüssigkeit fehlt. Gleichzeitig aber auch schon ein Symptom für einen leichten Flüssigkeitsmangel. Zudem kann das Durstgefühl bei manchen Menschen gestört sein und ist somit kein verlässlicher Hinweis dafür, wann es Zeit wird, etwas zu trinken. Wenn du zu wenig trinkst und du deinen Flüssigkeitshaushalt nicht gedeckt bekommst, solltest du zwischendurch auch ohne Durstgefühl immer wieder einen Schluck zu dir nehmen. Trinkst du zu viel, solltest du mal darauf achten, ob du wirklich ständig durstig bist oder ob es vielleicht eine Angewohnheit ist.

Kaffee zählt nicht zu den Flüssigkeitslieferanten

Immer wieder hört man, dass Kaffee dem Körper Flüssigkeit entzieht. Tatsächlich hat Kaffee eine harntreibende Wirkung. Wie stark diese ist, ist aber auch wieder sehr individuell und in der Regel gering. Kaffee ist als Durstlöscher zwar wenig geeignet, zählt in Maßen aber auch zu den Flüssigkeitslieferanten.

Viel trinken hält die Haut jung

Wenn du viel trinkst, sorgst du dafür, dass deine Haut nicht austrocknet und elastisch bleibt. Den natürlichen Alterungsprozess kann Wasser aber auch nicht aufhalten. Allerdings regt die Wasseraufnahme die Durchblutung an, beugt so kleinen Fältchen und Augenringen vor und bringt den Stoffwechsel in Schwung.

Zu viel trinken verursacht Inkontinenz

Wer viel trinkt, muss in der Regel zwar auch häufiger auf die Toilette. Allerdings ist es sehr unwahrscheinlich, dass dadurch eine Inkontinenz verursacht wird. Wer zu wenig trinkt, riskiert dagegen einen Infekt der Harnwege, weil die Blase und Nieren zu wenig durchgespült werden.

Nicht beim Essen trinken

Der Körper braucht Wasser, um die Nährstoffe aus dem Essen im Körper einlagern zu können. Damit ein Gramm Kohlenhydrate in die Glykogenspeicher der Muskel gelagert werden kann, braucht dein Körper die dreifache Menge an Wasser. Auch die Verdauungssäfte werden bei einer angemessenen Flüssigkeitszufuhr nicht so stark verdünnt, dass sie nicht mehr richtig wirken können. Außerdem zügelt Wasser den Appetit und hilft somit beim Abnehmen.

Leitungswasser ist ungesund

In Deutschland gibt es eine Trinkwasserverordnung, die höchste Anforderungen an das Leitungswasser beziehungsweise die Filteranlagen stellt. Immer wieder ergeben Studien, dass Leitungswasser teilweise sogar bessere Qualität besitzt, als abgefülltes Mineralwasser. Wer kein stilles Leitungswasser trinken möchte, kann mit einem entsprechenden Aufbereiter aus selbst für Sprudel sorgen. Allerdings kann das Leitungswasser durch alte Blei- und Kupferrohre verunreinigt werden. Schuld sind aber nicht die Wasserwerke, die penible die Qualität des Wassers kontrollieren, sondern das hauseigene Trinkwassersystem. Kalkhaltiges Wasser ist zwar für Wasserkocher und Waschmaschinen schädlich, verursacht aber keine Krankheiten wie Demenz oder Arteriosklerose.

Trinken für Sportler

Trinken für Sportler

Wer Sport treibt, muss dies natürlich bei seinem Flüssigkeitsbedarf beachten und entsprechend mehr trinken. Das Flüssigkeitsdefizit muss ausgeglichen werden, um Muskelkrämpfen, Konzentrationsproblemen oder einer Dehydration vorzubeugen. Als Faustregel gilt, dass du etwa einen halben bis einen Liter Flüssigkeit pro Trainingsstunde zu dir nehmen sollst. Wenn du länger als 45 Minuten trainierst, solltest du etwa alle halbe Stunde 250 Milliliter Flüssigkeit zu dir nehmen.

Doch auch beim Sport ist der Flüssigkeitsbedarf sehr individuell und hängt von Faktoren wie Körpergröße und -gewicht, Trainingsintensität, Luftfeuchtigkeit, Umgebungstemperatur und sogar der Sportkleidung ab. Um deinen individuellen Flüssigkeitsverlust herauszufinden, kannst du dich vor und nach dem Training mal auf die Waage stellen. Anhand der Differenz erkennst du, wie viel Flüssigkeit du verloren hast.

Elektrolyte zuführen

Wenn du beim Sport viel schwitzt, verlierst du nicht nur Flüssigkeit, sondern auch größere Mengen an Magnesium, Kochsalz und weiteren Elektrolyten. Aus diesem Grund eignen sich während des Sports isotone und leicht hypotone Getränke, bei denen der Gehalt der Elektrolyte dem des Blutes ähnlich ist. In der Regel reicht Mineralwasser schon aus, um sowohl den Flüssigkeits- als auch Elektrolytebedarf zu decken. Wichtig ist, dass das Wasser genügend Natrium enthält, damit das Wasser besser gebunden und aufgenommen werden kann. Etwa 200 Milligramm pro Liter Flüssigkeit sind optimal.

Wer besonders intensiv trainiert und viel schwitzt, kann auch auf Mineralwasser mit Magnesium und Calcium im Verhältnis von 1:2 und Fruchtschorlen aus natriumhaltigem Mineralwasser im Verhältnis von 1:1-1:3 zurückgreifen. Schnell verfügbare Kohlenhydrate wie Dextrose (Glucose) oder Zucker gelangen schneller in den Blutkreislauf. Pro 100 Liter Flüssigkeit sollten acht Gramm Kohlenhydrate enthalten sein. Auf vermeintlich gesunde Sportgetränke solltest du verzichten, da dort meist viel mehr Zucker und unnötig viele leere Kalorien drin stecken. Auch pure Fruchtsäfte und Softdrinks eigenen sich nicht als Durstlöscher während des Trainings.

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