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Schluckauf: 12 Ursachen und 14 wirksame Maßnahmen gegen das Hicksen

Er ist lästig, aber meist ungefährlich: Schluckauf. Doch woher kommt das nervtötende Hicksen eigentlich? Hier erfährst du 12 mögliche Ursachen und 14 wirksame Tricks, mit denen du den Schluckauf schnell wieder loswirst.

Ursprung des Schluckaufs ist das Zwerchfell, ein flacher, kräftiger Muskel, der Bauch- und Brusthöhe voneinander trennt und an der Atmung beteiligt ist. Wenn es sich plötzlich verkrampft, entsteht das lästige Hicksen.

Das passiert beim Schluckauf – und darum haben ihn Babys

Das passiert beim Schluckauf – und darum haben ihn Babys

Aus unterschiedlichen Gründen kann es dazu kommen, dass sich das Zwerchfell plötzlich zusammenzieht. Dadurch schließt sich die Stimmritze zwischen den Stimmbändern sehr plötzlich. Die Luft aus deiner Lunge kann nicht entweichen und die Luft, die du einatmest, drückt von außen gegen die Stimmbänder. Diese geben schließlich unter dem Druck nach und öffnen sich ruckartig wieder. Das Ergebnis ist das bekannte Hicksen.

Der Ursprung des Schluckaufs liegt übrigens im Gehirn, im sogenannten „Schluckaufzentrum“. Es sendet Nervensignale an Stimmbänder und Zwerchfell, die den Schluckauf auslösen. Warum es diesen Mechanismus überhaupt gibt, ist nicht ganz klar. Man vermutet, dass es sich um ein Überbleibsel aus unserer Zeit im Mutterleib handelt.

Ungeborene Babys haben sehr häufig Schluckauf und trainieren damit möglicherweise ihre Atemmuskulatur und/oder drücken Fruchtwasser aus ihrer Speiseröhre. Nach der Geburt brauchen wir den Schluckauf eigentlich gar nicht mehr. Geblieben ist er trotzdem, als Relikt unserer Zeit vor der Geburt.

Chronischer Schluckauf – eher die Ausnahme

Chronischer Schluckauf – eher die Ausnahme

Normalerweise taucht der Schluckauf plötzlich auf und verschwindet nach einigen Minuten wieder, spätestens innerhalb der nächsten Stunde. Solche gelegentlichen Hickser sind völlig harmlos und kein Grund zur Beunruhigung. Anders sieht es in den seltenen Fällen aus, in denen der Schluckauf nicht so schnell wieder verschwindet. Von chronischem Schluckauf spricht man, wenn dieser länger als zwei Tage anhält. Es soll Fälle gegeben haben, in denen Betroffene über Jahrzehnte hinweg Schluckauf hatten.

Chronischer Schluckauf wird für die Betroffenen oft zu einer großen psychischen Belastung, die bis hin zum Suizid führen kann. Möglich sind außerdem depressive Symptome, Schlafstörungen und Einschränkungen bei der Sauerstoffversorgung des Körpers. Zur Behandlung setzt man meist Verhaltens- und Atemtherapien ein, um den lästigen Begleiter loszuwerden. Nützt dies nichts, gibt es unterschiedliche Medikamente, die den Schluckaufreiz beenden sollen. Liegt eine andere Erkrankung zugrunde (siehe unten bei den möglichen Ursachen), verschwindet der Schluckauf in vielen Fällen, wenn die ursächliche Krankheit behandelt wird.

12 Ursachen für akuten und chronischen Schluckauf

Bei akutem Schluckauf ist fast immer der sogenannte Phrenicus-Nerv beteiligt. Er verläuft vom Gehirn bis zum Zwerchfell und löst den Schluckauf aus, wenn er durch verschiedene Reize angeregt wird. Beim chronischen Schluckauf wird die Sache komplizierter: Hierbei können eine ganze Reihe von körperlichen und seelischen Faktoren die Ursache sein. Das sind die häufigsten Auslöser für akuten und chronischen Schluckauf:

Schluckauf beim Essen und Trinken

Schluckauf beim Essen und Trinken

Ein kurzzeitig überdehnter Magen kann den Schluckaufreiz verursachen. Das geschieht zum Beispiel nach einem üppigen oder zu hastigen Essen oder durch Getränke mit großen Mengen Kohlensäure. Auch sehr kalte oder heiße Speisen und Getränke können das Hicksen verursachen, vor allem bei Wechseln zwischen Heiß und Kalt. Manche Menschen reagieren auf scharfes Essen mit Schluckauf. Wenn du weißt, dass du zum Beispiel auf kalte Speisen häufig Schluckauf bekommst, solltest du beim Verzehr möglichst aufrecht sitzen und ruhig und tief atmen. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit für das Hicksen.

Schluckauf durch Alkohol und Nikotin

Ein Betrunkener, der ständig hicksen muss, ist fast ein Klischee. Trotzdem hat es einen wahren Hintergrund: Alkohol löst den Schluckaufreiz leicht aus, vor allem, wenn er im Übermaß getrunken wird. Auch starkes Rauchen erhöht die Wahrscheinlichkeit von Schluckauf.

Schluckauf durch Wechsel der Umgebungstemperatur

Manche Menschen reagieren mit Schluckauf, wenn sie aus einer kalten in eine warme Umgebung kommen oder umgekehrt. Der plötzliche Temperaturwechsel reizt den Phrenicus-Nerv und schon geht das Hicksen los.

Schluckauf durch Stress und Aufregung

Nicht nur körperliche, auch psychische Ursachen können einen Schluckauf hervorrufen. Stress, Anspannung, Angst, Aufregung oder Lampenfieber lösen bei manchen Menschen Schluckauf aus. Das Problem: Das Hicksen verstärkt die Anspannung unter Umständen noch. Da hilft nur: Ruhe und Humor bewahren.

Schluckauf in der Schwangerschaft

Schwangere Frauen leiden besonders häufig unter Schluckauf. Der Grund: Das Baby drückt auf das Zwerchfell und reizt es auf diese Weise. Als Trost bleibt nur zu sagen: Die werdende Mama befindet sich in guter Gesellschaft, immerhin hat auch das Baby sehr häufig Schluckauf.

Schluckauf durch Medikamente

Schluckauf durch Medikamente

Manche Medikamente erhöhen als Nebenwirkung die Schluckaufneigung. Dazu gehören zum Beispiel bestimmte Schlaf- und Beruhigungsmittel, Antiepileptika, Narkosemittel, Medikamente gegen Parkinson, Kortisonpräparate, einige Psychopharmaka und Chemotherapeutika. Wichtig: Wenn du häufigen Schluckauf bei dir feststellst und ein Medikament für den Grund hältst, solltest du deinen Arzt darüber in Kenntnis setzen. Möglicherweise lässt sich ein alternatives Medikament finden, das die lästige Nebenwirkung nicht mitbringt. Auf keinen Fall solltest du ein verordnetes Medikament auf eigene Faust absetzen oder reduzieren.

Chronischer oder häufig wiederkehrender Schluckauf durch Störungen am Zwerchfell und dem Verdauungssystem

Bei chronischem Schluckauf sind die möglichen Ursachen sehr vielfältig. Möglicherweise liegt am Zwerchfell oder im Verdauungssystem ein Problem vor. Dazu gehören zum Beispiel Magenschleimhautentzündungen, Magen-Darm-Entzündungen, Entzündungen in der Speiseröhre, Rachen- und Kehlkopfentzündungen, die Refluxkrankheit (dabei fließt immer wieder Mageninhalt in die Speiseröhre zurück) oder ein Zwerchfellbruch.

Chronischer oder häufig wiederkehrender Schluckauf durch Nervenstörungen

Nervenkrankheiten können auch den Nervus phrenicus betreffen und damit den Schluckauf auslösen. Mögliche Erkrankungen als Ursache sind Neuromyelitis optica (eine seltene Autoimmunkrankheit mit Entzündungen im Rückenmark) oder Multiple Sklerose.

Chronischer oder häufig wiederkehrender Schluckauf durch Stoffwechselprobleme

Bei Störungen im Stoffwechsel oder Hormonhaushalt kann es ebenfalls zu häufigem oder anhaltendem Schluckauf kommen. Dazu gehören zum Beispiel Nierenstörungen, Kalzium-, Natrium- oder Kaliummangel, Schilddrüsenüberfunktionen, Diabetes mellitus (die „Zuckerkrankheit“) oder auch Erkrankungen der Leber und der Gallenwege.

Chronischer oder häufig wiederkehrender Schluckauf durch Erkrankungen des Gehirns

Bei Störungen im Gehirn sind auch die Nerven betroffen, unter Umständen auch der Nervus phrenicus. Deshalb können Erkrankungen des Gehirns auch Schluckauf (und viele weitere Symptome) hervorrufen. Mögliche Auslöser für lang anhaltenden Schluckauf sind Hirnhautentzündungen, Hirndrucksteigerungen (zum Beispiel durch Entzündungen, Blutungen oder Verletzungen) oder Schlaganfälle.

Chronischer Schluckauf nach operativen Eingriffen

Bei vielen Operationen oder auch bei Untersuchungsmethoden wie der Magenspiegelung muss eine Röhre durch den Mund in den Kehlkopf geführt werden, um die Atmung zu sichern oder (zum Beispiel bei einer Magenspiegelung) eine Sonde einzuführen. In seltenen Fällen kann ein solcher Eingriff den Phrenicus-Nerv reizen und so akuten oder im schlimmsten Fall chronischen Schluckauf verursachen.

Schluckauf ohne erkennbare Ursache

Tritt Schluckauf immer wieder auf oder bleibt er lange Zeit bestehen, untersucht ein Arzt alle möglichen Ursachen, um schwere Erkrankungen auszuschließen oder im Zweifelsfall behandeln zu können. In den meisten Fällen liegt jedoch keine gefährliche Krankheit vor, sehr häufig ist gar keine Ursache zu erkennen. Du brauchst dir also keine unnötigen Sorgen zu machen, vor allem dann nicht, wenn dein Schluckauf ohne weitere Symptome auftritt. Alle genannten Erkrankungen gehen normalerweise mit starken Symptomen einher, Schluckauf ist dann eher eine Begleiterscheinung.

Übrigens: Auch der Aberglaube kennt einen angeblichen Grund für Schluckauf. Er soll bedeuten, dass in diesem Moment jemand an dich denkt. Wer könnte das sein?

Schluckauf loswerden:14 hilfreiche Maßnahmen

Schluckauf loswerden:14 hilfreiche Maßnahmen

Bei akutem Schluckauf gibt es jede Menge Hausmittel, die dabei helfen sollen, ihn wieder loszuwerden. Viele davon funktionieren tatsächlich, jedenfalls bei einigen Menschen. Nicht jedes Mittel hilft bei jedem gleich gut, probiere also aus, was bei dir gut funktioniert. Das sind die 14 besten Tipps, um Schluckauf schnell wieder loszuwerden:

Lass dich erschrecken

Wenn wir erschrecken, saugen wir plötzlich die Luft ein oder halten den Atem an. Beides kann genügen, um den Schluckaufreiz zu beenden. Gleichzeitig sind wir durch den Schreck abgelenkt, und auch das hilft gegen das Hicksen. Allerdings ist es gar nicht so einfach, sich erschrecken zu lassen. Alleine funktioniert das schon gar nicht, aber auch auf Anweisung („Los, erschreck mich mal!“) klappt Erschrecken kaum. Wenn du häufiger Schluckauf hast, kannst du aber mit einem Familienmitglied vereinbaren, dass es dich erschrecken darf. Dann kommt es im passenden Moment hoffentlich überraschend.

Denke an etwas Lustiges

Denke an etwas Lustiges

Beim Lachen wird das Zwerchfell angespannt und wir atmen automatisch tiefer. Dadurch kann sich das Zwerchfell entspannen. Versuche also, an etwas Lustiges zu denken und dich so zum Lachen zu bringen. Natürlich können dir auch hierbei Freunde und Familienmitglieder helfen. Eine Möglichkeit ist der Humor über die Situation: Wenn du über dich selbst und dein Hicksen herzhaft lachen kannst, bist du den Schluckauf wahrscheinlich schnell wieder los.

Trinke eiskaltes Wasser

Sehr kaltes Wasser kann den Phrenicus-Nerv reizen und so den Schluckauf beenden. Trinke ein Glas eiskaltes Wasser in kleinen, schnellen Schlucken. Übertreiben musst du es mit diesem Tipp aber nicht: Wenn es beim ersten Glas nicht geklappt hat, ist es unnötig, ein zweites oder drittes Glas zu trinken. Versuche dann lieber einen der anderen Tipps.

Presse den Brustraum zusammen

Indem du dich im Sitzen oder Liegen nach vorne beugst und die Knie zur Brust ziehst, drückst du deinen Brustraum ein klein wenig zusammen. Das kann schon genügen, um den Schluckauf zu beenden. Experimentiere mit unterschiedlichen Körperhaltungen und finde heraus, welche für dich am besten funktioniert.

Halte die Luft an

Die Atmung kann sich beruhigen, wenn du die Luft anhältst. Gib allerdings nicht zu früh auf: 20 bis 30 Sekunden sollten es schon sein, damit eine Wirkung einsetzen kann.

Ziehe an deiner Zunge

Es klingt vielleicht komisch und sieht ein wenig seltsam aus, aber es kann bei Schluckauf funktionieren: Ziehe sanft an deiner Zunge. Ein Taschentuch zwischen Fingern und Zunge hilft, damit sie dir nicht wegrutscht.

Lenke dich ab

Je besser du dich vom Schluckauf ablenkst, umso leichter können sich Zwerchfell und Atmung wieder entspannen. Versuche deshalb, so wenig wie möglich an das Hicksen zu denken und dich konzentriert mit etwas anderem zu beschäftigen. Hilft häufig, ist aber gar nicht so einfach …

Schlucke unter erschwerten Bedingungen

Schlucke unter erschwerten Bedingungen – etwa beim Trinken

Durch erschwertes Schlucken kann der Schluckauf verschwinden. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Nimm einen großen Schluck Wasser in den Mund, senke dein Kinn fest auf die Brust und schlucke das Wasser nun in kleinen Portionen hinunter.
  • Trinke ein Glas Wasser, während du auf dem Kopf stehst. (Vielleicht lenkt dich die Herausforderung auch schon weit genug ab oder bringt dich so sehr zum Lachen, dass der Schluckauf dadurch verschwindet.)
  • Halte die Luft an und schlucke dann mehrfach, ohne etwas im Mund zu haben.

Drücke sanft auf deine Augenlider

Mit leichtem Druck auf die Augenlider kannst du möglicherweise den Phrenicusnerv erreichen und den Schluckauf dadurch beenden. Schließe die Augen und massiere dir ganz sanft deine Augen durch die geschlossenen Lider. Sei dabei wirklich vorsichtig, die Augen sind empfindlich.

Stecke die Finger in die Ohren

Auch in den Ohren befinden sich Nerven, die den Schluckauf stoppen können. Stecke vorsichtig die Zeigefinger in die Ohren und bewege sie leicht hin und her. Sei auch hier sehr sanft, damit du dich nicht in den Ohren kratzt oder womöglich sogar das Trommelfell beschädigst.

Atme in eine Papiertüte

Halte dir eine Papiertüte (keine Plastiktüte!) vor Mund und Nase und atme hinein. Auf diese Weise steigt der Kohlendioxidgehalt in deiner Atemluft, was den Schluckauf vertreiben kann.

Sorge für Gegendruck

Gegen Schluckauf kannst du auf die gleiche Weise vorgehen wie bei einem Druckausgleich: Halte dir mit den Daumen die Ohren zu, während die kleinen Finger die Nase verschließen. Blase nun mit geschlossenen Lippen die Backen auf, bis du einen leichten Druckausgleich in den Ohren spürst. Mit ein wenig Glück ist dein Schluckauf jetzt verschwunden.

Niese

Beim Niesen sind Atmungsorgane und Zwerchfell sehr stark beteiligt. Deshalb kann Niesen dazu führen, dass das Hicksen verschwindet. Den Niesreiz kannst du zum Beispiel auslösen, indem du vorsichtig an Pfeffer riechst.

Habe Geduld

Die Tricks helfen alle nicht? Dann hilft nur noch eines: Abwarten. In den meisten Fällen verschwindet der Schluckauf nach einigen Minuten von selbst wieder.

Du solltest hingegen zum Arzt gehen, wenn

  • dein Schluckauf länger als 24 Stunden anhält oder
  • mit Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Krämpfen, Lähmungserscheinungen oder anderen starken Symptomen auftritt (in einem solchen Fall solltest du sofort einen Arzt aufsuchen oder den Rettungsdienst alarmieren, es könnte sich um einen Schlaganfall oder Herzinfarkt handeln).

Aber keine Sorge: Selbst lang anhaltender Schluckauf ist in den meisten Fällen harmlos.

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