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Hypnose lernen: 5 Anwendungsgebiete + 5 Übungen zur Selbsthypnose

Wohl jeder hat sich schon einmal über die Wirkung von Hypnose gewundert, doch nur wenige trauen sich wirklich an sie heran. Wir informieren dich über ihre Anwendungsgebiete und stellen Übungen zur Selbsthypnose vor.


Wie Hypnose funktioniert

Wie Hypnose funktioniert

Hypnose gibt es schon seit Tausenden Jahren. Sie sorgt immer wieder für Verwunderung und Erstaunen. Die meisten Menschen kennen Showhypnosen aus dem Fernseher. Aufgrund der dort dargebotenen Tricks fürchten sich viele Menschen vor den Effekten der Hypnose. Sie haben Angst vor Manipulation. Bei medizinischen Hypnosen ist die Sorge allerdings völlig unbegründet. Hier wird der Wille des Patienten nicht beeinträchtigt.

Neuerdings erfreuen sich medizinische Hypnosen an immer mehr Beliebtheit. Diese können allerlei Schmerzen und Beschwerden lindern und diese in manchen Fällen sogar komplett heilen. Wie die Hypnose genau funktioniert, ist bisher noch nicht komplett erschlossen. Allerdings werden einige Regionen im Gehirn heruntergefahren und entkoppelt. Dazu zählt beispielsweise der präfrontale Kortex, der die Vernunft kontrolliert, und der Precuneus, der die Selbstwahrnehmung steuert. So kann man Ängste und Sorgen beeinflussen.

Hypnose kann sich sogar auf das autonome Nervensystem auswirken. Stresshormone sinken, das Herz schlägt langsamer und der Körper entspannt. Allerdings ist die Wirkungsweise nicht bei allen Menschen gleich. Manche Menschen schlagen weniger gut auf Hypnose an als andere. Traumatisierte Menschen lassen sich gegebenenfalls besonders gut in Trance versetzen. Im Trauma spaltet der Körper oft schon ganz von selbst negative Emotionen ab, um sich zu schützen. Ähnlich verfährt die Hypnose beispielsweise bei Schmerzerkrankungen. Auch hier wird mithilfe der Hypnose der Schmerz abgespalten.

Hypnosetherapie: Die verschiedenen Anwendungsgebiete

Hypnosetherapie: Die verschiedenen Anwendungsgebiete

Die Hypnosetherapie – oder auch Hypnotherapie genannt – kann auf viele verschiedene Bereiche angewendet werden. Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich belegt. Zudem berichten viele Patienten von positiven Erfahrungen mit der Hypnose. Vor allem bei Schmerzerkrankungen und zur Raucherentwöhnung gibt es viele positive Erfahrungsberichte. Sogar bei Krebserkrankungen konnten die Symptome der Betroffenen mithilfe der Hypnose teilweise gelindert werden. Die Hypnose wird ebenfalls zur Behandlung von Depressionen, zum Stressabbau, bei Schlafstörungen und zur Steigerung des Selbstwertgefühls angewendet.

Ausbildung zum Hypnotherapeut: Professionelle Hypnoseausbildungen laufen in der Regel in verschiedenen Stufen ab. Je nach Wunsch kann die Ausbildung wenige Tage für Einsteiger bis hin zu mehreren Wochen für eine Komplettausbildung betragen. Die Ausbildungen sind sehr vielfältig und variieren erheblich von Angebot zu Angebot. So ergeben sich sehr individuelle Methoden, die es den Interessierten ermöglichen, das perfekte Angebot für sie auszuwählen. Dennoch gibt es einige Pflichtbereiche, die in qualitativ hochwertige Ausbildungen integriert werden, um ein verantwortungsvolles Verhalten der Absolventen zu gewährleisten. Schon in der Ausbildung wird in der Regel zwischen medizinischer Hypnose, Hypnosecoaching und therapeutischer Hypnose unterschieden. Nach der Ausbildung kann man unter anderem in der Hypnotherapie, Heilhypnose und der medizinischen Hypnose tätig sein.

Hypnose zur Raucherentwöhnung

Einige Menschen greifen bei Nikotinabhängigkeit auf Hypnosen zurück. Wichtig ist hier die Eigenmotivation. Wenn du nur deinen Angehörigen zuliebe eine Nichtraucher Hypnose in Anspruch nimmst, ist es wahrscheinlich, dass die Therapie nicht anschlägt. Du musst wirklich mit dem Rauchen aufhören wollen. Während der Hypnose nimmt der Therapeut Verbindung zum Unterbewusstsein auf. So können die Ursachen des Rauchens ergründet und behandelt werden. Weitere Methoden zur Raucherentwöhnung findest du hier.

Hypnose zum Abnehmen

Hypnose zum Abnehmen

Nicht immer ist eine Diät das richtige Mittel um abzunehmen. Oftmals ist Übergewicht nur eine Folge psychischer Probleme, die der Körper durch Essen zu kompensieren versucht. Eine Hypnose eignet sich, um Probleme wie mangelndes Selbstwertgefühl anzugehen. Die Hypnose gibt gewissermaßen Hilfe zur Selbsthilfe. Während der Sitzung versucht der Therapeut, Suggestionen im Unterbewusstsein zu verankern, sodass negative Verhaltensweisen aufgegeben werden können. So kannst du plötzlich davon überzeugt sein, dass du viel lieber Gemüse als fettige Speisen ist.

Hypnose bei Schlafstörungen

Der Trancezustand ist dem des Einschlafens sehr ähnlich. Körper und Geist sind entspannt und fahren langsam herunter. Vor allem Einschlafstörungen können schnell – schon oft mithilfe nur einer Therapiesitzung – geheilt werden. Durchschlafstörungen sind dagegen schwieriger zu therapieren. Vor dem Zubettgehen empfiehlt sich eine Selbsthypnose, die es dem Betroffenen ermöglicht, sich selbst in einen Trancezustand zu versetzen.

Hypnose bei Schmerzerkrankungen

Egal ob chronische Schmerzen oder zur Betäubung – die Hypnose eignet sich hervorragend um Schmerzen vorzubeugen und abzumildern. Teilweise können sogar Operationen unter Hypnose durchgeführt werden, bei denen komplett auf ein Betäubungsmittel verzichtet wird. Die Patienten sind durch die Hypnose komplett von ihren Schmerzen befreit. Auch als Betäubung beim Zahnarzt können geringfügige Trancezustände schon ein Schmerzmittel ersetzen. Chronische Schmerzen müssen meist in mehreren Sitzungen behandelt werden.

Hypnose bei Angsterkrankungen

Angsterkrankungen können ebenfalls mithilfe der Hypnose gelindert und sogar geheilt werden. Vor allem Panikattacken und Phobien lassen sich gut mit Hypnosen therapieren. Wenn beispielsweise eine Angst vor dem Zahnarzt besteht, kann sich der Betroffene vor einem Eingriff hypnotisieren lassen und so seiner Angst entgegenwirken. Die Hypnose kann gleichzeitig das Schmerzmittel ersetzen. Bei spezifischen Ängsten wie Prüfungsangst eignet sich Hypnose ebenfalls.

Selbsthypnose: Sich selbst in Trance versetzen

Selbsthypnose: Sich selbst in Trance versetzen

Selbsthypnose kann bei unterschiedlichen Leiden eingesetzt werden. Egal ob du dein Selbstbewusstsein verbessern möchtest, glücklicher sein willst oder Schmerzerkrankungen lindern möchtest – Selbsthypnose kannst du ganz leicht bei dir selbst anwenden. Obwohl sie grundsätzlich nicht schwieriger auszuüben ist als eine Hypnose mit Fremdeinwirkung, braucht sie doch etwas Übung, damit der Trancezustand stabil und tief ist. Dabei ist das Erlernen der Technik völlig ungefährlich. Sie eignet sich daher besonders zur Selbsthilfe.

Eine bekannte Methode zur Selbsthypnose ist das Autogene Training. Diese Entspannungstechnik leitet sich aus der Selbsthypnose ab. Dabei wird der Körper in einen hypnotischen Zustand versetzt. So versucht man das Unterbewusstsein zu beeinflussen. Die Wirksamkeit des Autogenen Trainings ist nachgewiesen. Andere Techniken der Selbsthypnose ähneln der Meditation. Allerdings unterscheidet sich der Ansatz dieser beiden Techniken erheblich. Während es bei der Meditation um Ruhe und inneren Einklang geht, arbeitet die Hypnose mit Fokussierung und kann so alte Muster aufbrechen und das Unterbewusstsein neu programmieren.

Übung zur Selbsthypnose

Suche dir einen ungestörten Ort, an dem du dich wohlfühlst. Schließe deine Augen und atme bewusst ein und wieder aus. Deine Atemzüge sollten tief sein und langsam aufeinander folgen. Entspanne. Stelle dir vor, dass alle negativen Emotionen beim Ausatmen deinen Körper verlassen. Mit jedem Einatmen wirst du ruhiger und gelassener.

Nun stellst du dir einen Ort vor, an dem du dich vollkommen entspannt fühlst. Das kann ein fiktiver oder ein realer Ort sein:

  • Stelle dir vor, du sitzt an einem Strand und schaust auf das Meer. Hörst du das Meeresrauschen?
  • Stelle dir vor, du sitzt auf einem Berggipfel und schaust in die Ferne. Hörst du den Wind pfeifen?
  • Stelle dir vor, du sitzt in einem dichten Wald und zählst die zahllosen Umrisse der Bäume. Hörst du das Rauschen der Blätter?
  • Stelle dir vor, du betrachtest die Welt von oben. Was siehst du? Was spürst du?

Übung zur Schmerzlinderung

Bei chronischen Schmerzen wird das Leiden oft zum Lebensmittelpunkt. Hier kann die Selbsthypnose helfen, das Bewusstsein umzuprogrammieren und die Schmerzen abzuspalten. Anstatt sich auf die Schmerzen zu fokussieren, wird der Fokus auf positive Wahrnehmungen gelegt.

Schließe die Augen und atme tief und bewusst ein und wieder aus. Stelle dir vor, dass dein Schmerz eine geometrische Form wäre, beispielsweise ein Viereck. Halte dir diese Form genau vor Augen. Nun stellst du dir eine weitere geometrische Form vor, beispielsweise einen Kreis. Dieser Kreis drängt nun das Viereck aus deinen Gedanken. Du siehst ganz genau, wie der Kreis das Viereck ganz langsam beiseite schiebt bis es von der Bildfläche verschwunden ist. Spürst du, wie der Schmerz mit dem Viereck verschwindet?

Hypnose-Anker setzen

Hypnose-Anker setzen

Es gibt verschiedene Sinneseindrücke, die man ganz bewusst mit einem Gefühl verbindet. Dazu zählt beispielsweise der Geruch von Zimt, der an Weihnachten erinnert. Dieses Phänomen kann man nutzen, indem man ein Bild, eine Berührung, einen Geruch oder ein Geräusch ganz bewusst mit einem positiven Gefühl verankert. So kann man sich jederzeit mithilfe dieses Ankers in den gewünschten Zustand versetzen.

Versetze dich in einen entspannten Zustand, indem du die Augen schließt und tief ein- und ausatmest. Nun denkst du an eine Situation, in der du dich besonders gut gefühlt hast. Willst du beispielsweise das Gefühl Mut verankern, denkst du an eine Situation, in der du besonders mutig warst. Versuche das Gefühl so stark wie möglich werden zu lassen. Es hilft, wenn du dich an viele Einzelheiten erinnerst. Wie sah die Umgebung aus? Wonach hat es gerochen? Wenn du denkst, dass das Gefühl nicht mehr stärker werden kann, solltest du einen Anker setzen. Berühre dich beispielsweise an einer bestimmten Stelle oder sagst ein bestimmtes Wort. Wichtig ist, dass dein Anker besonders und nicht leicht zu verwechseln ist. Diesen Anker kannst du nun jederzeit anwenden, wenn du dich in diesen Zustand versetzen möchtest.

Übung für eine schnelle Trance

Setze dich in einer bequemen Haltung auf einen Stuhl oder auf den Boden. Atme tief und gleichmäßig. In der Hand hältst du einen Stift oder einen ähnlichen Gegenstand. Strecke die Hand mit dem Stift gerade vor dir aus, so dass sich der Stift ein bisschen höher als deine Augen befindet. Schaue die Spitze des Stiftes an. Versuche dich zu fokussieren und nicht zu blinzeln. Deine Augen werden relativ schnell ermüden und sich schließen wollen. Gleichzeitig mit deinen Augenlidern lässt du auch deinen Arm und Kopf sinken. Das suggeriert dem Körper das Gefühl, in eine tiefe Trance zu fallen. Ein Zustand der Ruhe sollte unmittelbar eintreten.

Übung zur Stressbewältigung

Schließe die Augen und atme bewusst ein und wieder aus. Stelle dir eine flauschige, weiße Wolke vor, die vor deinem inneren Auge schwebt. Nun lädst du deine Alltagssorgen, Ängste und Probleme auf diese Wolke. Lade all deinen Ballast auf diese Wolke und gib ihr am Ende einen kleinen Stoß, so dass sie langsam aus deinem Bewusstsein verschwindet. Du siehst, wie sie immer kleiner wird und schließlich am Horizont davonzieht. Ein Gefühl von Leichtigkeit und Zufriedenheit breitet sich in dir aus.

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