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Trauer: Wie du dir und anderen helfen kannst, Abschied zu nehmen

Heutzutage ist der Tod ein Tabuthema. Niemand möchte sich näher mit dem eigenen Ableben und dem Tod eines geliebten Menschen auseinandersetzen. Stirbt dann doch einmal eine Person aus unserem näheren Umfeld, trifft es uns meist völlig unvorbereitet.  Daher ist es wichtig zu wissen, wie du mit deiner Trauer umgehen und Anderen in ihrer Trauer beistehen kannst.


Abschied nehmen

Abschied nehmen

Wahrscheinlich hat jeder Mensch schon einmal um eine geliebte Person getrauert oder jemanden nach dem Verlust eines geliebten Menschen unterstützt. Besonders das Abschied nehmen spielt bei der Trauerbewältigung eine große Rolle. Nach dem Tod einer geliebten Person ist es wichtig sich einige Tage intensiv mit dem Tod auseinanderzusetzen. Oft verbringen die Angehörigen noch einige Tage mit dem Toten auf dem Sterbebett, bevor sie sich komplett von ihm lösen können.

Auch die Trauerfeier spielt eine wichtige Rolle. Für die Angehörigen ist es wichtig den Leichnam noch einmal zu sehen, bevor dieser bestattet wird. Dazu wird der Leichnam gewaschen, angemessen gekleidet und manchmal sogar geschminkt. Trauerfeiern sind auch der Anlass, um mit Freunden und Familie gemeinsam dem Toten zu gedenken und zu trauern. Außerdem hat man die Möglichkeit Erinnerungen auszutauschen und letzte Worte an den Toten zu richten. Das Gemeinschaftsgefühl ist bei einer Trauerfeier essentiell und hilft den Angehörigen nicht allein mit ihrem Schmerz zu sein.

Obwohl Trauerfeiern vor allem ein Ort der Trauer sind, möchten viele Menschen, dass ihre Bestattung fröhlich ist, damit die Verstorbenen positiv in Erinnerung bleiben. In Ghana dauert eine Trauerfeier meist mehrere Tage und wird wie ein Fest ausgerichtet. Oft kommen mehrere Hundert Gäste und das Leben des Verstorbenen wird noch einmal richtig gefeiert. Die Organisation der Trauerfeier kann für manche Menschen schon ein Teil der Trauerbewältigung sein, da sie so die letzten Wünsche des Verstorbenen realisieren können.

Es ist wichtig sich in der Zeit des Abschieds Hilfe zu holen. Diese Aufgabe können sowohl Freunde, Familienmitglieder als auch Beratungsstellen übernehmen. Der Trauernde sollte mit dem Verlust eines geliebten Menschen nicht allein sein, sondern über seine Gefühle reden und jemanden haben, der zuhört. Außerdem sollte sich der Trauernde Zeit nehmen mit dem Verlust fertig zu werden und den Tod nicht zu verdrängen. Auch hier können Angehörige und Beratungsstellen helfen.

Phasen der Trauer

Wenn jemand trauert, fühlt er sich seinen Gefühlen oft komplett ausgeliefert. Es ist als ob die Welt aus ihren Fugen geraten wäre. Die eigenen Gefühle können sich übermächtig anfühlen und es ist schwer zu glauben jemals wieder froh zu sein. Die Intensität der Gefühle ist ungewohnt und überfordert. Oft ist es ein langer Weg bis sich die Gefühlswelt wieder normalisiert hat. Trotzdem wird in unserer Gesellschaft verlangt nach kurzer Zeit wieder den normalen Alltag aufzunehmen. Es bleibt meist nicht viel Zeit, um sich ausreichend mit seiner Trauer zu beschäftigen. Dabei kann die Trauerbewältigung bis zu fünf Jahre andauern. Jeder Mensch trauert auf unterschiedliche Weise, jedoch kann man die Zeit der Trauer allgemein in vier unterschiedliche Phasen (Trauerphasen nach Verena Kast) einteilen. Diese Phasen können sich überschneiden und bei jedem Menschen unterschiedlich lang sein.

Phase 1: Verleugnung

Die ersten Phasen der Trauerbewältigung sind wahrscheinlich die Härtesten und Emotionalsten. In der ersten Phase will der Trauernde den Tod der verstorbenen Person nicht wahrhaben und versucht die Realität auszublenden. Dies ist meist eine unmittelbare Reaktion auf die Nachricht des Todes eines geliebten Menschen. Der trauernde Mensch gelangt in eine Art Schockzustand, in dem ihm der Tod unwirklich erscheint. Oft äußert sich dies auch in körperlichen Anzeichen wie Übelkeit, Schwitzen und einem erhöhten Pulsschlag. Er erwartet, dass der Verstorbene jeden Moment wieder in sein Leben tritt. Um sich vor der Heftigkeit seiner Gefühle zu schützen, belügt er sich selbst. Doch nach weniger Zeit erkennt er, dass er die Realität nicht länger ausblenden und der Wahrheit nicht mehr ausweichen kann. Diese Phase kann nur ein paar Stunden oder Tage dauern oder sich über Wochen hinziehen.

Wie du helfen kannst:

Phase 2: Aufbrechende Emotionen

Setzt er sich dann mit der Realität auseinander, muss er sich auch mit seinen Gefühlen auseinandersetzen. Da diese am Anfang unterdrückt und zurückgestellt wurden, stürzt nun ein Schwall von Gefühlen auf ihn ein. Zudem breitet sich das Gefühl des Kontrollverlusts aus, denn es wird immer schwerer die Gefühle zu kontrollieren. Die Gefühle übermannen den Trauernden plötzlich und in unerwarteten Situationen. Die unterschiedlichsten Dinge können ihn an die verstorbene Person erinnern und einen überwältigenden Gefühlsausbruch auslösen. Verschiedene Gefühle, angefangen von Wut über Neid bis Angst, können kurz hintereinander auftreten. Aber auch Freude kann sich in die Gefühlswelt des Trauernden mischen. Oftmals ist der Trauernde in dieser Phase auch von Schlafstörungen und Appetitlosigkeit geplagt.

Die Intensität dieser Phase hängt dabei von dem Verhältnis ab, das der Trauernde zu dem Verstorbenen hatte. Die Phase ist besonders ausgeprägt, wenn bestehende Probleme zwischen dem Trauernden und dem Verstorbenen vor dem Tod nicht gelöst werden konnten. Oft spielen Schuldgefühle eine Rolle und können dazu führen, dass der Trauernde überdurchschnittlich lange in dieser Phase verweilt.

Die zweite Phase ist besonders wichtig, um Trauer zu bewältigen. Allerdings ist diese Phase auch die Schwierigste. Viele Menschen haben Probleme offen mit ihren Gefühlen umzugehen und ihre Gefühle zuzulassen, besonders wenn sie in dieser Stärke auftreten. Deshalb unterdrücken sie ihre Gefühle. Dies kann schwerwiegende Folgen haben und sogar zu Depressionen führen. Der Trauernde kann jedoch nur die nächste Trauerphase erreichen, wenn er sich mit seinen Gefühlen auseinandersetzt und diese zulässt.

Wie du helfen kannst:

  • Zuhören
  • Nicht von negativen Gefühlen ablenken, sondern dem Trauernden helfen diese Gefühle zuzulassen

Phase 3: Neuorientierung

In dieser Phase findet der Trauernde langsam in seinen Alltag zurück. Die Trauer überschattet nicht mehr den Alltag und schmerzt weniger als zuvor. Es ist wieder möglich positive Seiten im Leben zu entdecken. Dennoch ist die Trauer dauerhaft präsent und der Verstorbene ist immer noch ein Teil des Lebens des Trauernden. Dieser versucht die Erinnerungen an den Verstorbenen aufrechtzuerhalten. Er sucht Orte auf, die er mit dem Verstorbenen verbindet, und übernimmt dessen Gewohnheiten. Der Trauernde versucht dem Verstorbenen dadurch noch einmal näherzukommen. Entdeckt der Trauernde viele Dinge, die ihn noch mit dem Verstorbenen verbinden, kann er leichter mit dessen Tod umgehen. Andererseits kann diese ständige Begegnung mit dem Toten auch zu einer tiefliegenden Verzweiflung führen. Selbstmordgedanken sind in dieser Phase nicht selten. Der Trauernde muss eine Entscheidung treffen, ob er sein Leben fortführen oder weiter trauern möchte.

Wie du helfen kannst:

  • Geduld haben und den Trauernden nicht Drängen mit dem Verlust abzuschließen
  • Die Gefühle des Trauernden ernst nehmen
  • Dem Trauernden bei der Neuorientierung zur Seite stehen

Phase 4: Akzeptanz

Nachdem der Trauernde in den anderen Phasen seinem Schmerz freien Lauf gelassen hat, kommt jetzt das innerliche Gleichgewicht zurück. Der Trauernde schmiedet wieder Pläne für die Zukunft und übernimmt Verantwortung für sein Leben. Der Verstorbene ist unvergessen, aber nicht mehr allgegenwertig. Durch die verschiedenen Trauerphasen hat der Trauernde eine andere Einstellung zum Leben mitgenommen und sein Leben vielleicht sogar ein Stück weit verändert.

Wie du helfen kannst:

  • Veränderungen unterstützen, die der Trauernde in seinem Leben vornimmt
  • Sensibel bleiben für Rückfälle
Das Modell nach Kübler-Ross
Neben der Aufteilung der Trauerphasen nach Verena Kast, gibt es ein weiteres bekanntes Modell, dass die Trauer in Phasen einzuteilen versucht. Dieses Modell geht auf die Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross zurück, die den Trauerprozess in fünf Phasen einteilt. Ihr Modell bezieht sich hauptsächlich auf die Erfahrungen von Sterbenden, die beispielsweise nach der Diagnose einer tödlichen Krankheit versuchen mit ihrem eigenen Tod umzugehen. Deshalb beschreibt dieses Modell vor allem die fünf Phasen des Sterbens.

1. Verleugnung

Nachdem der Patient von seiner Krankheit erfahren hat, verleugnet er diese oder stellt sie als Fehldiagnose dar. In dieser Phase sucht der Patient oft mehrere Ärzte auf und hofft auf ein gegenteiliges Untersuchungsergebnis.

2. Wut

Der Sterbende setzt sich nun mit seiner Diagnose auseinander, reagiert aber vor allem mit negativen Gefühlen. Er empfindet Wut und Neid gegenüber allen, die weiterleben dürfen.

3. Verhandeln

Diese Phase ist meist sehr kurz. Der Patient versucht durch das Verhandeln mit Gott oder Ärzten Aufschub zu erhalten und zeigt sich kooperativ.

4. Depression

Der Sterbende möchte meistens keine neue Therapie mehr beginnen, sondern sinnt über das Leben und den Tod nach. Oft überkommt ihn eine tiefe Verzweiflung.

5. Akzeptanz

Der Sterbende akzeptiert sein Schicksal und reagiert abweisend auf seine Umwelt. Nicht jeder Sterbende erreicht diese Phase.

Trauerbewältigung bei Kindern

Trauer bewältigen bei Kindern

Trauer äußert sich auch bei Kindern in vier verschiedenen Phasen. Auch kleine Kinder können schon Trauer empfinden, die sich in verschiedenen Verhaltensweisen äußert. Die Trauerphasen können ähnlich wie die oben beschriebenen ablaufen oder sich in mehreren Punkten unterscheiden. Vor allem bei Kindern verlaufen die Phasen oft durcheinander und es gibt immer wieder Rückschritte.

  1. Die Schockphase
  2. Kontrollierte Phase
  3. Regression
  4. Adaption

Dabei wird zwischen den verschiedenen Altersstufen der Kinder unterschieden. Kleinkinder können die Endgültigkeit des Todes noch nicht erfassen. Er wird als ein übergangsweises Wegbleiben der Person verstanden. Der eigene Tod oder der Tod des unmittelbaren Umfelds ist für kleine Kinder noch unvorstellbar. Sollte das Kind trotzdem Fragen über den Tod haben, ist es wichtig offen über dieses Thema zu reden. Erst mit circa sechs Jahren bekommt das Kind eine nähere Vorstellung vom Tod. Es beschäftigt sich jetzt vermehrt mit dem Thema und erst jetzt zeigen sich die ersten Gefühlsregungen bei dem Gedanken an den Verlust eines geliebten Menschen. Nun tritt auch eine vermehrte Beschäftigung mit Todesursachen auf. Mit circa neun Jahren nimmt bei dem Kind das Bewusstsein zu, dass es selbst einmal sterben könnte. Mit zwölf ist das Verständnis vom Tod dem eines Erwachsenen ähnlich. Das Kind erkennt die Endgültigkeit und Bedeutung des Todes und hat meist die vollständige emotionale Reichweite verstanden.

Wie du helfen kannst:

  • Erinnerungsstücke wertschätzen
  • Etwas für den Verstorbenen basteln und auf das Grab legen
  • Ein Album mit Erinnerungen anfertigen
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Kommentare


Mia 26. Juni 2018 um 10:44

Dieser Artikel hat vermutlich schon einigen Menschen beim Abschied nehmen und im Speziellen zur Beerdigung geholfen. Die Trauerbewältigung bei Kindern hab eich einer Bekannten empfohlen. Da bei ihr die Mutter bald sterben wird und die Enkelin sehr an ihr hängt hoffe ich so die Trauer etwas leichter zu machen.

Antworten

Bernhard Sommerfeld 28. Oktober 2018 um 14:21

Der Artikel beruht auf einem reichen Erfahrungsschatz. Er soll vor allem ein persönlicher Ratgeber sein. Ich habe ihn mit Interesse gelesen. Dabei ist mir aufgefallen, dass es wünschenswert wäre, ihn aufgrund der orthografischen Fehler und einem extremen Mangel in der Zeichensetzung zu korrigieren. Mit solch einer Überarbeitung würde der Beitrag noch ansprechender sein.

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