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Erziehung: 8 Erziehungsstile & 10 Tipps für die Kindererziehung

Über Erziehung lässt sich streiten, meinen oft nicht nur Elternpaare. Auch Pädagogen, Erziehungswissenschaftler und Psychologen sind sich nicht immer ganz einig. Wir stellen acht Erziehungsstile vor und geben Tipps für die Kindererziehung.

Wissenschaftler beschäftigen sich seit mehr als 90 Jahren mit Erziehungsstilen und ihrer Auswirkung auf Heranwachsende. Inzwischen wurden acht Erziehungsstile definiert, die in der Praxis jedoch meistens als Mischformen existieren. Wir stellen sie dir näher vor und geben zehn probate Tipps für die Erziehung deines Kindes.

Was Erziehung ist – Eine Definition

Was Erziehung ist

Im Allgemeinen wird der Begriff Erziehung als eine Sammelbezeichnung für soziale Handlungen verwendet, mit denen Erwachsene das Verhalten von Kindern beeinflussen. Das vornehmliche Ziel ist die Förderung erwünschten und die Unterdrückung unerwünschten Verhaltens.

Erziehung beschränkt sich nicht nur auf Menschen. Ethologinnen und Ethologen konnten in Vergleichsstudien die Steuerung des Verhaltens von Jungaffen durch die Alten beobachten.

Erziehung wird nicht nur als Aufgabe innerhalb von Familien verstanden, sondern erstreckt sich auf eine Gesellschaft im Ganzen. Im deutschen Grundgesetz, Artikel 6, wird Erziehung neben der Pflege als "das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht" benannt.

Darüber hinaus nimmt der Staat seinen gesellschaftlichen Erziehungsauftrag laut Artikel 7 des Grundgesetzes über das Schulwesen und die gesetzliche Schulpflicht wahr.

Die Bezeichnung Erziehung geht auf das althochdeutsche Wort irziohan zurück, das 'herausziehen' bedeutet. Mit der Erziehung als Wissenschaft beschäftigen sich insbesondere die Pädagogik, die Erziehungswissenschaft, die Psychologie und die Soziologie.

Die komplexen Herausforderungen, die die Erziehung mit sich bringt, werden durch Forschende oft kontrovers diskutiert. Erziehung muss zudem im gesellschaftlichen Kontext gesehen werden. Häufig wird sie durch Religion und Weltanschauung geprägt. Die Erziehungsziele können daher ebenso wie Erziehungsmethoden und Erziehungskonzepte variieren.

Acht Erziehungsstile

Acht Erziehungsstile

Als Erziehungsstil werden in den Wissenschaften grundlegende Handlungen von Erziehenden bezeichnet. Erziehungsstile sind daher weniger Handlungsanweisungen, sondern Beobachtungen der Erziehungsstilforschung.

Die Erziehungsstilforschung geht auf Kurt Tsadel Lewin zurück, der nach seiner Emigration in die USA unter anderem an der Cornell University in Ithaca lehrte. Zusammen mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern führte Lewin ab Ende der 1930er Jahre Untersuchungen zu den Auswirkungen unterschiedlicher Erziehungsstile auf Heranwachsende durch. Er unterschied hierbei zwischen dem autoritären, dem demokratischen und dem Laissez-faire Erziehungsstil.

Der Pädagoge und Psychologe Eduard Spranger, die Entwicklungspsychologin Diana Baumrind und der Pädagoge Christian Caselmann ergänzten Lewins Klassifizierungen um den autokratischen Erziehungsstil. Vier weitere Erziehungsstile wurden durch den Soziologen und Psychologen Glen H. Elder geprägt. In der Praxis wird ein reiner Erziehungsstil kaum durchgesetzt. Meistens beobachtet man Mischformen.

Derzeit wird zwischen neun Erziehungsstilen unterschieden:

  • Laissez-faire Erziehungsstil
  • Autoritärer Erziehungsstil
  • Autoritativer Erziehungsstil
  • Permissiver Erziehungsstil
  • Demokratischer Erziehungsstil
  • Autokratischer Erziehungsstil
  • Negierender Erziehungsstil
  • Egalitärer Erziehungsstil

Der Laissez-faire Erziehungsstil

Der Laissez-faire-Erziehungsstil

Mit Laissez-faire bezeichnete Kurt Tsadek Lewin erstmals einen Erziehungsstil, der sich durch das Unterlassen von zielgerichteten Maßnahmen zur Erziehung von Kindern auszeichnet, sodass sich diese hauptsächlich selbst überlassen bleiben. Der Begriff stammt aus der französischen Sprache und bedeutet so viel wie "Lass es laufen".

Der Laissez-faire Erziehungsstil unterscheidet sich von der antiautoritären Erziehung, denn die Eltern verzichten hier nicht auf ihre Autorität. Sie verhalten sich aber weitestgehend neutral und passiv. Regeln des Zusammenlebens werden nicht konsequent eingefordert und es besteht keine Erwartungshaltung gegenüber dem Kind hinsichtlich des Verhaltens.

Viele Pädagoginnen und Pädagogen stehen dem Laissez-faire Erziehungsstil skeptisch gegenüber. Ihrer Meinung nach kann die fehlende Verantwortungsübernahme durch die Eltern zu einer Orientierungslosigkeit bei den Kindern führen.

Hinzu kommt, dass eventuelle Verhaltungsauffälligkeiten erst zu spät erkannt werden und das Kind kaum soziale Werte sowie Normen erlernt. Im schlimmsten Fall kann es dadurch zum sozialen Außenseiter werden oder später unter Bindungsschwierigkeiten leiden.

Der autoritäre Erziehungsstil

Der autoritäre Erziehungsstil

Der autoritäre Erziehungsstil wird auch als herrschender Erziehungsstil bezeichnet. Er zielt auf absoluten Gehorsam und stellt außerdem die Leistung in den Vordergrund. Zum Erreichen der Ziele dienen Bestrafungen und Belohnungen als Erziehungsmittel. Die Erziehenden legen als Autorität die Regeln fest und setzen sie mit Härte und Strenge durch. Widerspruch oder Mitrede sind nicht erwünscht.

Misshandlungen oder körperliche Züchtigungen sind nicht zwangsläufig Mittel des autoritären Erziehungsstils. Mit Lob wird zur Durchsetzung der Erziehungsziele aber gearbeitet. Im Unterschied zu anderen Erziehungsstilen begründen Erziehende Anweisungen oder Verbote beim autoritären Erziehungsstil nicht.

Das heißt, dass die Kinder diese ohne Erklärung befolgen müssen und wenig Möglichkeiten der Selbstentfaltung erhalten. Außerdem erlernen sie nicht das Treffen eigener Entscheidungen sowie das Austragen von lösungsorientierten Konflikten.

Bereits die Forschenden um Kurt Tsadek Lewin beobachteten in ihren Untersuchungen zum autoritären Erziehungsstil, dass sich die Heranwachsenden gegenüber der Autoritätsperson entweder duckmäuserisch oder aggressiv verhielten. Gegenüber anderen Personen benahmen sie sich entweder gereizt oder dominant.

Andere Wissenschaftler zogen das Fazit, dass dieser Erziehungsstil zu einem geringen Selbstvertrauen, einem anhaltenden aggressiven Verhalten, geringen sozialen Kompetenzen und einem verminderten Selbstbewusstsein führen kann. Außerdem soll das Risiko von Essstörungen größer sein als bei anderen Erziehungsstilen.

Eine Studie aus dem Jahr 2014 kommt zu dem Schluss, dass das Risiko von Selbsttötungen durch den autoritären Erziehungsstil steigt.

Der autoritative Erziehungsstil

Der autoritative Erziehungsstil

Der Begriff des autoritativen Erziehungsstils geht auf die US-amerikanische Psychologin Diana Baumrind zurück. Ab der 1960er Jahre untersuchte Baumrind den Einfluss von Erziehungsstilen auf die Entwicklung von Kindern. In ihren Veröffentlichungen spricht sie vom "Authoritative Parenting".

Sie ordnet den autoritativen Erziehungsstil zwischen dem autoritären und dem permissiven ein. Auch andere Psychologen und Soziologen siedeln ihn zwischen diesen beiden Erziehungsstilen an, wenngleich der Begriff in der Fachliteratur strittig ist.

Eltern, die autoritativ erziehen, übertragen den Kindern Eigenverantwortung und räumen einen großen Handlungsspielraum ein. Dennoch geben sie die Richtung vor und setzen klar definierte Grenzen. Regeln werden klar kommuniziert.

Die Kinder werden gefördert, aber nicht überfordert. Als Erziehungsmittel dienen Wertevermittlung und Lob. Ein Beispiel: Während Eltern mangelhafte schulische Leistungen beim autoritären Erziehungsstil mit Verboten oder Strafen quittieren, versuchen autoritativ erziehende Eltern ihren Kindern die Notwendigkeit und den Sinn einer guten schulischen Ausbildung zu erklären.

Beim autoritativen Erziehungsstil wenden sich Eltern ihren Kindern liebevoll zu und schenken ihnen viel Aufmerksamkeit. Sie stellen zwar klare Regeln auf, hinterfragen diese aber regelmäßig und passen sie dem Entwicklungsstand des Kindes an.

Immerhin gelten für Kleinkinder andere Regeln und Grenzen als für Schulkinder oder Jugendliche. Statt Bestrafungen wird mit Verständnis, Erklärungen und Lob gearbeitet. Kinder werden nicht in der Entwicklung behindert, sondern durch das Einräumen von Entscheidungsfreiheit zu mehr Selbständigkeit erzogen.

Nach Meinung von Soziologen und Psychologen fördert der autoritative Erziehungsstil die Eigenständigkeit, das Selbstwertgefühl sowie soziale Kompetenzen. In verschiedenen Untersuchungen zeigte sich zudem, dass autoritativ erzogene Kinder später kaum durch Verhaltungsprobleme, psychische Störungen oder Drogenmissbrauch auffielen.

Der permissive Erziehungsstil

Der permissive Erziehungsstil

Der Begriff des permissiven Erziehungsstils wurde wie der des autoritativen erstmals durch Diana Baumrind im Rahmen von Forschungen genutzt. Beim permissiven Erziehungsstil spielen feste Regeln und Kontrollen kaum eine Rolle.

Die Eltern sind dem Kind zwar in Zuneigung verbunden, legen aber keine Richtlinien als Orientierung fest. Durch den Verzicht der Eltern auf Einmischung in die Entwicklung soll sich das Kind frei entwickeln können. Dieses ist durch die passive Haltung der Erziehenden allerdings stark gefordert, muss einen eigenen Standpunkt entwickeln und selbst aktiv werden.

Den Untersuchungen von Diana Baumrind nach führt ein permissiver Erziehungsstil zu vermindertem Selbstvertrauen und geringer Selbstkontrolle bei Kindern. Das Kind wird gefordert, aber nicht gefördert, sofern es Hilfe nicht selbst einfordert. Permissiv erziehende Eltern kontrollieren nicht und halten sich mit Lob zurück.

Der demokratische Erziehungsstil

Der demokratische Erziehungsstil

Dem Soziologen und Psychologen Glen H. Elder nach zeichnet sich der demokratische Erziehungsstil dadurch aus, dass die Kinder zu einem eigenverantwortlichen und selbständigen Handeln angehalten werden.

Sie werden als gleichwertige Partner wahrgenommen und durch die Erziehenden lediglich beraten. Beim demokratischen Erziehungsstil werden wichtige Entscheidungen zudem gemeinsam getroffen beziehungsweise diskutiert.

Während die Erziehung in Deutschland bis in die 1970er Jahre meistens autoritär war, tendieren moderne Eltern heute zum demokratischen Erziehungsstil. Nicht immer geschieht diese Entscheidung bewusst. Die Eltern geben in der Erziehung die grobe Richtung vor, unterstützen ihre Kinder aber eher in der Entwicklung als dass sie sie drängen.

Der demokratische Erziehungsstil wird in der Regel durch einen freundlichen und freundschaftlichen Umgang zwischen den Erziehenden und den Kindern bestimmt. Untersuchungen nach führt dieser Erziehungsstil zu einem gesunden Selbstbewusstsein und einem hohen Selbstwertgefühl, einer großen mentalen Stärke beim Austragen von Konflikten und zur Achtung vor anderen Personen ohne Obrigkeitshörigkeit. Kinder, die demokratisch erzogen werden, sollen zudem sehr konstruktiv und kreativ sein.

Der autokratische Erziehungsstil

Der autokratische Erziehungsstil

Das Wort autokratisch steht laut Duden als Synonym für selbstherrlich. Dadurch erklärt sich der autokratische Erziehungsstil fast von selbst. Er gilt als eine gesteigerte Form des autoritären Erziehungsstils. Der Begriff wurde durch den Psychologen Glen H. Elder im Jahr 1962 geprägt.

Beim autokratischen Erziehungsstil stellen die Erziehenden als Autoritätspersonen die Regeln allein auf und kontrollieren deren Haltung streng. Sie fordern Gehorsam und unwidersprochene Akzeptanz. Kinder gelten nicht als gleichberechtigte Partner. Sie haben bei Entscheidungen und beim Aufstellen der Regeln kein Mitspracherecht. Zur Durchsetzung ihrer Ziele setzen die Erziehenden Einschüchterung, Drohungen und Bestrafungen ein.

Ein autokratischer Erziehungsstil ruft nach Meinung von Soziologen, Psychologen und Pädagogen kein gesundes Selbstwertgefühl hervor. Stattdessen kann er zu einem aggressiven Verhalten gegenüber sich selbst oder anderen, insbesondere Schwächeren, führen.

In der Praxis kommt ein rein autokratischer Erziehungsstil in unserem Kulturkreis kaum noch vor, da die Erziehung von Kindern in der Regel nicht nur den Eltern obliegt, sondern auch Großeltern, Lehrer, Erzieher und Freunde Einfluss ausüben.

Der negierende Erziehungsstil

Der negierende Erziehungsstil

Der Begriff des negierenden Erziehungsstils ist einer von sieben, die zu Beginn der 1960er Jahre durch Glen H. Elder geprägt wurden. Streng genommen handelt es sich eigentlich um keinen Erziehungsstil, denn es findet keine Erziehung im eigentlichen Sinne statt.

Das Kind muss Entscheidungen selbst treffen. Es bleibt sich bei seiner Entwicklung selbst überlassen. Die Eltern zeigen kein Interesse an den Bedürfnissen des Kindes und keine Zuneigung. Sie legen keine Regeln fest und leiten das Kind nicht an.

Die Vernachlässigung beim negierenden Erziehungsstil kann zu einer Verwahrlosung des Kindes führen. Eine emotionale Bindung zwischen Eltern und Kind besteht oft nicht. Die Folgen dieses Erziehungsstils können ein geringes Selbstwertgefühl, ein mangelndes Selbstbewusstsein und Beziehungsunfähigkeit sein. Auch der Missbrauch von Drogen und Alkohol in späteren Jahren ist nicht ausgeschlossen.

Der egalitäre Erziehungsstil

Ein entscheidendes Merkmal für den egalitären Erziehungsstil ist es, dass die Erziehenden und die Kinder die gleichen Rechte, aber auch die gleichen Pflichten haben. Es gibt keine starren Regeln und keine Hierarchien. Der Begriff geht auf die Untersuchungen von Glen H. Elder zurück.

Eltern und Kinder stehen beim egalitären Erziehungsstil auf der gleichen Ebene. Regeln und Situationen werden gemeinsam ausdiskutiert. Allerdings können die Erziehenden Lösungsvorschläge unterbreiten und die Kinder ermutigen sowie unterstützen. Alle Familienmitglieder begegnen sich achtungsvoll und mit Respekt.

Der egalitäre Erziehungsstil erfordert Zeit und Ausdauer, da alle Entscheidungen erst nach gemeinschaftlicher Diskussion gefällt werden. Außerdem können kleine Kinder überfordert werden, da sie die emotionale Reife zum Fällen von sinnvollen Entscheidungen noch nicht haben.

Unter Umständen fällt es ihnen zudem außerhalb der Familie schwer, bestehende Regeln zu akzeptieren. Auf der anderen Seite führt dieser Erziehungsstil oft dazu, dass die Kinder ihren Standpunkt vertreten und sich gut ausdrücken können. Außerdem entwickeln sie ein gesundes Selbstvertrauen.

Eine Erziehungsphilosophie: Die antiautoritäre Erziehung

Die antiautoritäre Erziehung

Im Unterschied zu den Erziehungsstilen liegt der antiautoritären Erziehung kein einzelnes Konzept zugrunde, sondern es handelt sich um eine Erziehungsphilosophie, die sich in Folge der Studentenproteste gegen Ender der 1960er Jahre entwickelte.

Im Gegensatz zur empfundenen Scheinmoral der Wirtschaftswunderjahre und zur Obrigkeitshörigkeit im Nazideutschland sollte eine antiautoritäre Erziehung zu einem gesunden Selbstbewusstsein, Kreativität, sozialen Kompetenzen und Eigenverantwortlichkeit bei Kindern führen.

Die antiautoritäre Erziehung ist dadurch geprägt, dass die Erziehenden den Kindern so viel Freiraum wie möglich einräumen und keine starren Regeln aufstellen. Das bedeutet nicht, dass sich die Kinder komplett selbst überlassen bleiben und vernachlässigt werden.

Erziehende oder Eltern können Vorschläge unterbreiten und in bestimmten Fällen Grenzen setzen. Die Kinder sind hingegen gefordert, die Verantwortung für ihr Verhalten oder dessen Folgen zu übernehmen.

Die antiautoritäre Erziehung setzt einen respektvollen und freundschaftlichen Umgang aller Beteiligten miteinander voraus. Manche ihrer Standpunkte werden heute nicht mehr vertreten, während andere Teil moderner Erziehungsstile geworden sind. Insbesondere im autoritativen und im demokratischen Erziehungsstil sind Elemente der antiautoritären Erziehung zu finden.

Die schwedische Autorin Astrid Lindgren, weltweit als Schöpferin der Geschichten um Pippi Langstrumpf bekannt, war eine Befürworterin einer nicht autoritären Erziehung. Als sie im Jahr 1978 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt, forderte sie in ihrer Dankesrede eine gewaltfreie und durch Liebe geprägte Erziehung – so wie es die Pippi in ihren Büchern vorgelebt hat.

10 Erziehungstipps für mental starke und selbstbewusste Kinder

Zehn Erziehungstipps

Erziehungsstile sind die Theorie, aber wie sieht es in der Praxis aus? Tatsächlich werden sich die meisten Erziehungsstile in ihrer reinen Form innerhalb einer Familie kaum umsetzen lassen. Die meisten Eltern unserer Zeit wünschen sich für ihr Kind, dass sich dieses frei entfalten und ein selbstbestimmtes Leben führen kann.

Am ehesten entspricht noch der autoritative Erziehungsstil diesem Wunsch, der durch einen liebevollen und aufmerksamen Umgang von Eltern und Kindern geprägt wird, aber keinen Regelverzicht bedeutet. Abgeleitet vom autoritativen Erziehungsstil sollen die folgenden zehn Erziehungstipps abschließend eine Orientierung bieten.

1. Trete deinem Kind mit Liebe und Respekt entgegen.
2. Stell klare Regeln auf und erkläre diese, damit sie für dein Kind überschaubar und einleuchtend sind.
3. Überprüfe deine Regeln regelmäßig, damit sie zur Entwicklung deines Kindes, seinem Alter und den Umständen passen.
4. Berücksichtige beim Festlegen der Regeln die Meinung deines Kindes.
5. Achte auf die Einhaltung der aufgestellten Regeln.
6. Bespricht mit deinem Kind, welche Folgen ein Regelverstoß hat.
7. Vergiss nicht, dein Kind für Erfolge zu loben und arbeite mehr mit Lob anstatt mit Bestrafungen.
8. Leite dein Kind an und fördere seine Talente und Fähigkeiten.
9. Gib deinem Kind Sicherheit: Zeige Verlässlichkeit in jeder Situation.
10. Fördere die Selbständigkeit und die Entwicklung deines Kindes, indem du Entscheidungsfreiheit einräumst.

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