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Konflikte lösen: 4 Konfliktarten & 7 Tipps zur Konfliktbewältigung

Wo viele Menschen zusammen sind, kann schnell ein Konflikt entstehen. Mit den richtigen Methoden und Tipps und einem guten Konfliktmanagement lässt sich dieser jedoch ebenso zügig wieder beseitigen. Wir erklären dir, wie du Konflikte schnellstmöglich löst.

Egal ob privat oder beruflich – Konflikte können überall auftreten, wo mehrere Menschen aufeinander treffen. Entscheidend ist jedoch nicht, dass überhaupt Konflikte entstehen, denn das ist völlig normal, sondern wie du sie schnellstmöglich löst. Wir stellen die besten Methoden vor.

Konflikte erkennen

So erkennst du Konflikte

Konflikte können in jeder Lebenssituation auftreten. Es gibt sie sowohl privat als auch beruflich, in der Erziehung und sogar mit dir selbst kannst du im Konflikt stehen. Bei Meinungsverschiedenheiten, Missverständnissen und Fehlverhalten entstehen sie und können jahrelange Freundschaften, Bekanntschaften und Liebesbeziehungen zerstören. Um das zu vermeiden solltest du ernsthafte Konflikte frühzeitig erkennen und beseitigen, damit ein harmonisches Zusammenleben möglich ist.

Konflikte entstehen meist unterschwellig, ohne dass sie gezielt ausgesprochen werden. Sie beginnen in vielen Fällen mit einem Gefühl, dass etwas nicht stimmen könnte – einer unterschwelligen Spannung, die zwar zu spüren ist, aber unausgesprochen bleibt. Allerdings gibt es auch gewisse Merkmale, an denen du einen Konflikt in deinem Umfeld erkennen kannst.

Konflikte drücken sich oft in einer bestimmten Kommunikationsweise aus. Die konfliktbelasteten Parteien können sich dabei entweder ignorieren oder hinter vorgehaltener Hand übereinander reden. Auch zunehmendes Desinteresse oder ein fehlender Informationsfluss kann Konflikte signalisieren. Wenn die Konfliktparteien sich nicht mehr unterstützen und nur noch kommunizieren, wenn es unumgänglich ist, liegt wahrscheinlich ein Konflikt vor.

Eskalationsstufen von Konflikten

Konflikte können in verschiedenen Lebenssituationen auftreten und zahlreiche Gründe haben, dennoch verlaufen sie oft sehr ähnlich. Allgemein werden Konflikte in neun Eskalationsstufen eingeteilt. Besonders bekannt ist das Phasenmodell der Eskalation nach Friedrich Glasl, das dabei hilft Konflikte näher zu analysieren. Obwohl vor allem private und berufliche Konflikte oft bereits in niedrigen Eskalationsstufen beigelegt werden können, kommt es auf weltpolitischer Ebene immer wieder zur totalen Eskalation, die sich beispielsweise in brutalen Kriegen äußert.

  1. Verhärtung: Ein Konflikt bahnt sich langsam an, indem es immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Regelmäßig kommt es zu Ärgernissen und Gereiztheiten.
  2. Debatte: Die Konfliktparteien tauschen sich gegenseitig aus und versuchen sich gegenseitig von ihrer Meinung zu überzeugen. Häufig entsteht dabei Streit.
  3. Taten statt Worte: In dieser Phase verschärft sich der Konflikt bereits erheblich. Die Konfliktparteien brechen die Gespräche ab. Die eigene Meinung soll um jeden Preis durchgesetzt werden und auf den Konfliktpartner wird keine Rücksicht mehr genommen.
  4. Koalitionen: Die Parteien suchen sich in dieser Phase Verbündete und stellen den Konfliktpartner negativ dar, um andere von ihrer Meinung zu überzeugen. Oft geht es in dieser Phase schon nicht mehr um die Meinungsverschiedenheit an sich, sondern nur noch um den Gewinn des Konflikts.
  5. Gesichtsverlust: Die Konfliktparteien unterstellen sich gegenseitig ein konstantes Fehlverhalten, um die eigene Position zu stärken. Die Parteien misstrauen sich grundsätzlich.
  6. Drohstrategien: Diese Phase zeichnet sich durch konkrete Drohungen aus, um der anderen Partei Macht zu demonstrieren. Radikale Forderungen lassen dem Konfliktpartner kaum Handlungsoptionen, da mit ernsthaften Konsequenzen gedroht wird.
  7. Begrenzte Vernichtung: Die Konfliktparteien versuchen sich ernsthaft zu schaden. Der Mensch wird nicht mehr als ein fühlendes Wesen angesehen, sondern ausschließlich als Gegner. Auch wenn nicht nur der Gegner, sondern auch die eigene Partei zu schaden kommt, wird dies schon als Erfolg angesehen, vorausgesetzt der eigene Schaden ist kleiner als der des Gegners.
  8. Zersplitterung: Der Gegner soll in dieser Phase mit allen Mitteln zerstört werden.
  9. Gemeinsam in den Abgrund: Der Sieg über den Gegner hat oberste Priorität, auch wenn die eigene Vernichtung unweigerlich darauf folgt.

Konfliktarten

Konfliktarten

Nicht jeder Konflikt ist gleich. Es können ganz unterschiedliche Aspekte im Fokus eines Konflikts stehen. Es kann verschiedene Gründe und Themen geben, die einen Konflikt auslösen. Auch die Konfliktparteien können sich erheblich voneinander unterscheiden. So kannst du beispielsweise Konflikte mit deinem Lebenspartner, deinem Chef, einem Kollegen und sogar mit dir selbst haben. So verschieden die Konflikte sind, so unterschiedlich müssen sie auch gelöst werden.

Beziehungskonflikte

Beziehungskonflikte treten ganz besonders oft auf. Manchmal triffst du auf Menschen, die dir einfach nicht sympathisch sind und dich mit ihrer Art reizen. Es kann unzählige Gründe für deine Abneigung geben, beispielsweise wenn dir die Wortwahl eines Mitmenschen nicht gefällt.

Zielkonflikte

Zielkonflikte entstehen, wenn zwei Parteien, die eigentlich auf das selbe Ziel hinarbeiten sollten, unterschiedliche Ziele verfolgen. Dies trifft oftmals am Arbeitsplatz zu, wenn dein Chef beispielsweise eine produktive Arbeitsweise fordert, die Mitarbeiter jedoch für weniger Stress plädieren. Auch in Beziehungen können unterschiedliche Ziele die Partnerschaft belasten. Wenn dein Partner beispielsweise bald eine Familie gründen möchte, du aber für diesen Schritt noch nicht bereit bist, kann das zu einem Grundsatzkonflikt führen.

Verteilungskonflikte

Verteilungskonflikte gehen häufig mit Neid einher. Eine Konfliktpartei fühlt sich dabei von der anderen ungerecht behandelt. Meist spielt hier noch eine dritte Partei mit in den Konflikt, die scheinbar bevorzugt behandelt wird. Ein typischer Verteilungskonflikt am Arbeitsplatz entsteht beispielsweise, wenn ein Kollege eine Gehaltserhöhung erhält, du jedoch nicht. In diesen Fällen kommt es oft zu Neid und Eifersucht.

Sach- oder Beurteilungskonflikt

Hier arbeiten die Konfliktparteien zwar auf dasselbe Ziel hin, wollen dies jedoch mit unterschiedlichen Mitteln erreichen. Die Parteien vertreten unterschiedliche Meinungen und müssen den Konflikt ausdiskutieren. Diese Art von Konflikt kann sogar vorteilhaft sein, da die Parteien gezwungen werden, sich mit neuen Standpunkten auseinander zu setzen. Diese Konfliktart lässt sich zudem oft schnell lösen.

Konfliktbewältigung mit diesen Tipps

Konfliktbewältigung mit diesen Tipps

Hast du erst einmal einen Konflikt identifiziert, gilt es ihn so schnell wie möglich aus der Welt zu schaffen. Bist du selbst am Konflikt beteiligt, solltest du versuchen, sachlich an die Sache heranzugehen. Wenn du den Konflikt jedoch als Außenstehender schlichten möchtest, kannst du als Mediator fungieren, der zwischen den Parteien vermittelt.

Konfliktgespräch führen

Der erste Schritt zur Konfliktbewältigung ist das Führen eines Konfliktgesprächs. Keinesfalls solltest du den Streit auf sich beruhen lassen. Du musst deine Emotionen aussprechen, damit du mit dem Konflikt abschließen kannst. Auch wenn du deine Gefühle durchaus äußern kannst, solltest du der Konfliktpartei immer respektvoll gegenüber treten. Lasse den anderen ausreden, auch wenn du nicht seiner Meinung bist und ihm am liebsten widersprechen würdest. Werde keinesfalls beleidigend oder persönlich. Statt dich auf die Unterschiede in den Standpunkten zu fokussieren, solltest du lieber Gemeinsamkeiten herausstellen, so dass ihr eine Lösung findet, die für alle Konfliktparteien zufriedenstellend ist.

Miteinander kommunizieren

Kommunikation ist der Schlüssel zur Lösung eines Konflikts. Nur wenn du mit der Konfliktpartei redest, könnt ihr den Konflikt aus der Welt schaffen. Für eine gelungene Kommunikation sollten die Konfliktpartner jedoch ein paar Gesprächsregeln festlegen, damit das Konfliktgespräch nicht in einem Streit endet. Die wichtigsten Regeln sind:

  • Den anderen ausreden lassen
  • Beleidigungen vermeiden
  • Keine ungebetenen Ratschläge geben
  • Rücksicht nehmen

Diese Regeln können helfen, ein respektvolles Konfliktgespräch zu führen, das zu einer Konfliktlösung führt und alle Betroffenen gleichermaßen fair behandelt.

Die Meinung des Gegenübers respektieren

Genauso wie du eine gewisse Meinung vertrittst, hat auch dein Gegenüber das Recht eine bestimmte Position zu vertreten, auch wenn sie dir widerstrebt. Du solltest Verständnis zeigen und die Beweggründe erfragen, damit du die Haltung deines Gegenübers vielleicht sogar nachvollziehen kannst. So könnt ihr euch einander annähern, obwohl ihr unterschiedliche Standpunkte vertretet.

Beschuldige die andere Konfliktpartei keinesfalls Auslöser für den Konflikt zu sein. Meist trifft beide Parteien dieselbe Schuld. Wenn du die Absichten des Anderen kennst, kannst du Gefühle wie Neid, Missgunst und Abneigung vielleicht besser überwinden, so dass sich der Konflikt verflüchtigt.

Konfliktpunkte erkennen

Bevor es zu einer Konfliktlösung kommt, müssen erst einmal die Konfliktpunkte identifiziert werden. Versuche die Ursachen ausfindig zu machen. Frage dich, warum dieser Konflikt entstanden ist und welche Rolle du dabei gespielt hast. Wo liegen die Unterschiede in eurer Position? Was sorgt für Konfliktpotenzial? Um die Ursachen zu finden, musst du die Meinung deines Gegenübers genauestens anhören und mit deiner Position vergleichen. Erst wenn die Ursachen geklärt sind, kann es zu einer Konfliktlösung kommen.

Verantwortung übernehmen

Verantwortung übernehmen

Dabei solltest auch du Verantwortung übernehmen. Frage dich, wo du Fehler gemacht und sogar zur Konfliktbildung beigetragen hast. Gleichzeitig solltest du auch deine eigene Position infrage stellen. Sind deine Ansichten gerechtfertigt? Nachdem du die Meinung deines Gegenübers und seine Beweggründe gehört hast, rückst du vielleicht sogar von deiner Position ab und kannst seine Meinung eher nachvollziehen. Wichtig ist, dass du dir in diesem Fall dein Fehlverhalten eingestehst.

Konfliktlösung suchen

Wenn du dir den Standpunkt der Konfliktpartei angehört und deine eigene Meinung vertreten hast, konntet ihr wahrscheinlich schon die Konfliktpunkte ausmachen. Dann geht es an die Konfliktlösung. Versucht dabei über verschiedene Lösungsansätze nachzudenken. Vielleicht könnt ihr verschiedene Lösungsvorschläge miteinander verbinden und einen Kompromiss finden, so dass jeder mit der Lösung zufrieden ist. In manchen Fällen musst du dabei mehr auf den anderen zugehen, als dein Konfliktpartner auf dich, beispielsweise wenn es sich um deinen Chef handelt, der hierarchisch über dir steht. Bestenfalls findet ihr jedoch eine Lösung, mit der beide Parteien zufrieden sind.

Sich für Neues öffnen

In manchen Fällen kann es schwerfallen, von der eigenen Position abzurücken und über die bisherigen Überlegungen hinaus nach Lösungsansätzen zu suchen. Vielleicht hast du Vorurteile gegenüber einem bestimmten Konzept und bist voreingenommen, so dass du einer bestimmten Position von Anfang an skeptisch gegenüber stehst. Trifft dies zu, solltest du dem unbedingt entgegen wirken. So ist es nicht nur schwieriger, den Konflikt zu lösen, du wirst es auch schwerer haben, im Leben voran zu kommen. Versuche dich deshalb für Neues zu öffnen, Neuerungen und anderen Meinungen weniger skeptisch gegenüber zu stehen und dir die Positionen neutral anzuhören, bevor du dir eine Meinung bildest.

Konfliktmanagement am Arbeitsplatz

Konfliktmanagement am Arbeitsplatz

Vor allem am Arbeitsplatz treten immer wieder Meinungsverschiedenheiten und damit einhergehend Konflikte auf. Um das Konfliktpotenzial niedrig zu halten, werden beim Konfliktmanagement die Auslöser dieser Konflikte beleuchtet und zukünftig vermieden. Meist gibt es bei Konflikten einen speziellen Ansprechpartner, der in Konfliktbewältigung geschult ist und zur Lösung des Konflikts beiträgt. So kann eine Eskalation vermieden werden und Konflikte können schnell beigelegt werden.

Allgemein eignen sich zur Konfliktlösung speziell zwei Methoden: die Mediation und die Supervision. Während sich die Mediation vor allem für einen akuten Konflikt eignet, hilft die Supervision dabei, möglichen Konflikten vorzubeugen.

Mediation

Bei der Mediation wird mithilfe eines Mediators zwischen den Konfliktparteien vermittelt. Dies funktioniert jedoch nur, wenn die Konfliktpartner sich freiwillig dazu bereit erklären, den Konflikt zu lösen. Die Parteien kommen unter diesen Umständen zusammen und verhandeln das Problem. Der Mediator spricht sich dabei für keine konkrete Position aus, sondern bleibt neutral und sorgt für eine respektvolle Gesprächsatmosphäre. Die Konfliktpartner müssen von allein aufeinander zugehen und zusammen eine Lösung für den Konflikt finden.

Supervision

Die Supervision beruht auf einer Beratung, die dabei hilft, strukturelle Probleme zu beseitigen, um Konflikten vorzubeugen. Dabei geht der Supervisor auf die einzelnen Mitarbeiter ein und analysiert das Verhalten der Gruppe. So kann er erkennen, welche Situationen und Verhaltensmuster Konfliktpotential haben und mit den Betroffenen an einer Umstrukturierung arbeiten. Wichtig ist, dass zu Beginn genau festgelegt wird, wie der Prozess ablaufen soll, damit sowohl der Supervisor als auch die potenziellen Konfliktparteien mit dem Ablauf einverstanden sind.

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