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Einsamkeit: 3 Gründe + 6 hilfreiche Tipps, wie du sie überwindest

Immer mehr Menschen fühlen sich einsam. Einsamkeit wirkt sich extrem negativ auf die Lebensqualität aus und kann sogar gesundheitliche Folgen mit sich bringen. Wir helfen dir Einsamkeit zu erkennen und sie zu überwinden.

Alleinsein ist nicht gleich Einsamkeit

Alleinsein ist nicht gleich Einsamkeit

Einsamkeit ist in der heutigen Gesellschaft ein immer größeres Problem. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Lebensstil vieler Menschen gewandelt und der Fokus wird vor allem auf das Individuum und weniger auf die Gemeinschaft gerichtet. Obwohl Eigenständigkeit auch viel Gutes mit sich bringt, erhöht sich dadurch das Risiko zu vereinsamen. Unter Einsamkeit versteht man hauptsächlich einen schmerzlichen Mangel an Nähe, der über einen längeren Zeitraum besteht. Dadurch unterscheidet sich die Einsamkeit auch von dem Alleinsein, denn das Alleinsein ist eher eine räumliche Trennung von anderen Menschen, während Einsamkeit ein innerer Schmerz ist. Trotzdem wird Alleinsein oft mit Einsamkeit verwechselt.

Alleinsein ist für viele Menschen unumgänglich um neue Kraft zu schöpfen. Hast du immer andere Menschen um dich, raubt dir das sehr viel Energie, die du erst dann wieder auftankst, wenn du dir etwas Ruhe gönnst und Zeit für dich selbst nimmst. Dafür nimmst du wahrscheinlich räumlichen Abstand zu deinen Mitmenschen. Bist du dagegen einsam, ist der Abstand zu Anderen nicht räumlich sondern seelisch. Du fühlst dich nicht zugehörig und von deinen Mitmenschen unverstanden. Ist dieses Gefühl dauerhaft, kann das krank machen, denn der Mensch ist eigentlich ein soziales Wesen. Diese Belastung kann sogar physische Schmerzen bereiten und zu verschiedenen psychischen Erkrankungen wie Depression führen.

Warum Menschen einsam sind

Aber warum sind heutzutage so viele Menschen einsam? Es gibt zahlreiche Möglichkeiten mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Social Media, Dating-Apps und Smartphones ermöglichen dir rund um die Uhr erreichbar zu sein, online neue Menschen kennenzulernen und ständig mit ihnen kommunizieren zu können. Doch Millionen Menschen in Deutschland fühlen sich häufig bis ständig einsam. In Großbritannien kümmert sich jetzt sogar ein ganzes Ministerium darum die Einsamkeit der Bevölkerung zu minimieren.

Einsamkeit ist vor allem ein innerliches Empfinden, dass in egal welcher Lebenssituation auftreten kann. Egal ob du jung oder verheiratet bist, arbeitest und Familie hast, einsam kannst du dich auch fühlen, wenn du immer von anderen Menschen umgeben bist. Allerdings tritt Einsamkeit vor allem bei Menschen auf, die zum Alleinsein gezwungen werden. Der Lebensstil vieler Menschen heutzutage birgt viele Risiken, die zu Einsamkeit führen können. Häufiger Wohnortwechsel, Großstadtleben und die Distanz zu Familie und Verwandten können dazu führen, dass wir nur wenig soziale Kontakte haben und es uns zunehmend schwerfällt, neue Kontakte zu knüpfen.

Vor allem ältere Menschen sind von Einsamkeit betroffen. Noch vor 100 Jahren lebten die meisten älteren Menschen zusammen mit ihren Familien. Dies ist heute weniger der Fall. Die Single-Haushalte in Großstädten steigen dagegen von Jahr zu Jahr. Zudem engagieren sich immer weniger Menschen in Vereinen, gemeinnützigen Organisationen und politischen Verbindungen. Viele Menschen verbringen ihre Freizeit allein vor dem Laptop in einer virtuellen Welt und vereinsamen über kurz oder lang.

Phasen der Einsamkeit

Allgemein kann man Einsamkeit in verschiedene Phasen oder Schweregrade einteilen. Nicht jedes Gefühl von Einsamkeit ist dauerhaft und schädlich, denn wohl jeder fühlt sich von Zeit zu Zeit einmal einsam.

Vorübergehende Einsamkeit

Dieses Gefühl der Einsamkeit ist meist eine Folge einer einschneidenden Veränderung im Leben. Dies kann eine Trennung von einem langjährigen Partner, der Auszug der Kinder oder auch ein großer Umzug sein. Durch diese Ereignisse wirst du meist in eine komplett neue Situation geworfen und musst dich erst an die neuen Umstände gewöhnen. Dadurch kannst du dich eine Zeit lang von anderen Menschen entfremdet und unsicher fühlen.

Andauernde Einsamkeit

Verschwindet dieses Gefühl der anfänglichen Einsamkeit auch nach einigen Wochen nicht, kann das schon einige Folgen mit sich bringen. Versinkst du nämlich langsam in diesem Gefühl, nehmen deine sozialen Kompetenzen ab. Du hast Probleme mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen und eine gute Unterhaltung oder gar Smalltalk zu führen. Es kann vorkommen, dass du die Freude an deinen Hobbies verlierst und es dir schwer fällt zu lächeln.

Chronische Einsamkeit

In dieser Phase hast du dich schon komplett in deiner Einsamkeit verloren. Du brichst Beziehungen und soziale Kontakte ab. Es fällt dir schwer Komplimente anderer Menschen anzunehmen und dich selbst wertzuschätzen. Auch deine Mitmenschen sind dir zunehmend egal. Dein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein sinkt. Im schlimmsten Fall bist du verbittert und gereizt. Professionelle Hilfe kann dich dabei unterstützen, aus diesem Zustand herauszufinden und dich besser zu fühlen.

3 Gründe für Einsamkeit

Gründe für Einsamkeit

Einsame Menschen isolieren sich oft in ihren negativen Gefühlen. Sie machen sich selbst, ihre Mitmenschen und ihre Lebenssituation schlecht, auch wenn dies auf viele Außenstehende unverständlich wirkt. Schuld daran ist meist eine tiefgehende innere Unsicherheit und eine negative Selbsteinschätzung.

Wenig Selbstwertgefühl

Vor allem ein geringes Selbstwertgefühl kann dazu führen, dass Menschen vereinsamen. Durch die Einsamkeit sinkt das Selbstwertgefühl dazu noch einmal mehr bis du ein extrem negatives Selbstbild hast. Das führt dazu, dass du dich von deinen Mitmenschen isolierst, weil du dich anders und unverstanden fühlst. Wenn andere Menschen negativ auf dich reagieren, fühlst du dich in dieser Denkweise noch einmal bestätigt.

Negative Lebenseinstellung

Diese Einstellung überträgst du auf alle Lebensbereiche. Du glaubst, dass du anderen nichts zu bieten hast und dadurch gleichgültig für deine Mitmenschen bist. Dir fällt es außerdem schwer deinen Körper und deine Persönlichkeit zu akzeptieren. Ein einsamer Mensch konzentriert sich auf die negativen Dinge im Leben und hält sich diese immer vor Augen, anstatt die positiven Dinge des Lebens zu schätzen.

Angst vor Zurückweisung

Zudem machen einsame Menschen ihr Selbstbild stark von anderen abhängig. Reagieren andere negativ auf dich, hältst du dies für eine Bestätigung deiner negativen Gefühle und isolierst dich noch mehr. Schüchterne Menschen haben vor allem Probleme damit auf andere Menschen zuzugehen und neigen daher dazu einsam zu sein. Häufig trauen sich einsame Menschen durch ihre Angst vor Ablehnung nicht andere Menschen anzusprechen und erwarten, dass sie angesprochen werden, da sie eine Zurückweisung nicht verkraften würden.

6 Tipps, wie du deine Einsamkeit überwindest

Treffen die zuvor genannten Merkmale auf dich zu, heißt das nicht, dass du mit deiner Einsamkeit leben musst. Änderst du dein Verhalten und arbeitest an deiner Persönlichkeit, kannst du deiner Einsamkeit entkommen und positiver von dir und anderen denken. Wir haben Tipps für dich zusammengestellt, die dir helfen deine Einsamkeit zu überwinden.

Akzeptiere dich so wie du bist

Um dein Verhalten zu ändern, musst du zuallererst an deinem Selbstbild arbeiten. Damit du positiv auf Andere wirkst, musst du zuerst selbst positiv von dir denken. Konzentriere dich auf deine guten Eigenschaften, auf die Dinge, die du an dir magst. Rufe dir in Erinnerung, dass niemand perfekt ist und akzeptiere auch deine Schwächen. Meditation und Affirmationen können dir dabei helfen, dich selbst zu lieben. Anstatt dich von negativen Sätzen leiten zu lassen, versuche es mit selbstbejahenden Aussagen wie „Ich akzeptiere mich so wie ich bin“, „Ich bin wertvoll“ oder „Ich verdiene es, gut behandelt zu werden“.

Mache dich nicht von anderen abhängig

Mache dich nicht von anderen abhängig

Im nächsten Schritt solltest du versuchen, weniger Wert darauf zu legen, was Andere von dir denken. Habe keine Angst davor, dass andere Menschen eine schlechte Meinung von dir haben könnten. Wenn du immer vermeidest, dass jemand schlecht von dir denkt, wirst du niemals in Kontakt mit deinen Mitmenschen kommen. Du kannst es niemals allen recht machen, deshalb versuche es gar nicht erst. Es genügt, wenn du einige Menschen um dich hast, die dich mögen und akzeptieren. Erwarte aber auch nicht zu viel von deinen Mitmenschen. Auch sie sind nicht perfekt und eine Person kann niemals all deine Bedürfnisse befriedigen. Warte nicht darauf, dass sie auf dich zukommen, sondern gehe selbst den ersten Schritt, auch wenn ein Risiko besteht zurückgewiesen zu werden.

Suche den Kontakt zu deinen Mitmenschen

Versuche mit deinen Mitmenschen in Kontakt zu kommen. Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, wo du andere Menschen treffen kannst. Fange ein Hobby an, bei dem du neue Leute triffst. Wie wäre es mit einem Sportverein, einem Kurs an einer Volkshochschule oder einem Chor? Auch eine ehrenamtliche Tätigkeit bringt dich mit anderen Menschen zusammen. Wenn das schon zu gewagt ist, kannst du es erst einmal mit einem alltäglichen Gespräch mit deinem Nachbarn oder der Verkäuferin im Supermarkt versuchen. Tipps wie du am besten Smalltalk betreibst, erfährst du in unserem Ratgeber.

Interessiere dich für das Leben anderer

Du hast viel, was du anderen geben kannst. Egal ob es nur ein Lächeln, ein offenes Ohr oder deine Zeit ist, signalisiere deinen Mitmenschen, dass du dich für sie interessierst. Dadurch gibst du den Anderen ein gutes Gefühl und sie werden positiver auf dich reagieren. Höre aufmerksam zu und stelle gegebenenfalls Nachfragen. Nimm Teil am Leben der Anderen und erzähle auch etwas von dir. Du wirst dich gleich zugehöriger fühlen.

Sei aktiv

Gib deinem Leben etwas, was ihm Sinn verleiht. Ob es nun eine Arbeitsstelle ist, die dir viel bedeutet, ein Hobby, ein ehrenamtliches Engagement oder eine gewisse Routine, durch diese Dinge erfährst du Wertschätzung und wirst dich weniger einsam fühlen. Zudem helfen sie dir dabei, deine Zeit sinnvoll zu nutzen. Du lernst andere Menschen kennen, die dein Interesse teilen. Dadurch habt ihr gleich eine gemeinsame Verbindung.

Kümmere dich um dein Wohlbefinden

Konzentriere dich jedoch nicht nur auf andere, sondern kümmere dich auch um dich selbst. Sei dir selbst ein guter Freund. Habe keine Angst Zeit mit dir allein zu verbringen, sondern gestalte diese Zeit so schön wie möglich. Bringe mehr Freude in dein Leben. Gönne dir etwas und mache Unternehmungen, die dir Spaß machen. Unternehme ausgiebige Spaziergänge, verbringe viel Zeit in der Natur oder richte deine Wohnung nach deinem Geschmack ein. Das sorgt dafür, dass du sich wohler mit dir selbst fühlst. Im Gegenzug solltest du alle Gründe für deine Einsamkeit aus deinem Leben verbannen. Wenn du das Gefühl hast, dass deine Liebesbeziehung im Alltag untergeht, solltest du deinen Partner darauf ansprechen und das Problem lösen.

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