Skip to main content

Türkisch lernen

Zwischen 75.000.000 und 80.000.000 Menschen sprechen Türkisch als Muttersprache. 15.000.000 Zweitsprachler beherrschen die Sprache ebenfalls. Sie ist die am meisten gesprochene Turksprache und gehört zu deren orghusischem Zweig. Wer türkischstämmige Freunde hat oder im Alltag des öfteren Türkisch hört, mag Interesse für das Erlernen der Sprache verspüren, denn aufgrund der Vokalharmonien handelt es sich um eine sehr wohlklingende Sprache.

Allgemein gibt es lautlich viele Übereinstimmungen mit dem Deutschen. Die Aussprache ist daher einfach zu erlernen. Circa 2.000.000 Menschen in Deutschland sprechen Türkisch. Wer seine Türkisch-„Kenntnisse“ also über das Niveau von „einmal Döner mit allem und scharf“ hebt, wird also nicht nur beim Gastronom des Vertrauens freudige Reaktionen hervorrufen.

Türkisch in der Welt – Verbreitung und Unterschiede

Die Turksprachen stammen ursprünglich aus dem Gebiet zwischen Altai- und Khangai-Gebirge in Asien. Seit 1923 ist das Türkische Staatssprache der Türkei. 80 Prozent der in der Türkei lebenden Menschen sprechen Türkisch als Muttersprache. Amtssprache ist das Türkische in der nicht anerkannten „Türkischen Republik Zypern“, neben dem Griechischen in der Republik Zypern. Als lokale Amtssprache ist die türkische Sprache in Rumänien, Mazedonien und im Kosovo auch über das Landesgebiet hinaus vertreten.

Weitere wichtige Gruppen von Türkischsprechern sind in Bulgarien, Aserbaidschan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan zu finden. Um die Sprache aller Türkischsprecher im ehemaligen osmanischen Reich zu bezeichnen, verwendet man auch den Begriff „Türkeitürkisch“.
Als Hochsprache des Türkischen wurde der Istanbuler Dialekt herangezogen. Weitere dialektale Gruppen werden geographisch unterteilt. So ordnet man der Schwarzmeerregion, der Ägäis, dem Osten, dem Südosten und dem mittleren Teil Anatoliens jeweils eine gesonderte dialektale Gruppe zu.

Türkisch sprechen: Aussprache und Besonderheiten

Ein Besonderheit prägt das Türkische vor allem in der Aussprache: Innerhalb eines Wortes besteht eine „Vokalharmonie“. Die Vokale des Türkischen kann man in zwei Klassen teilen: Dunkle (a, o, u, ı) und helle (e, i, ö, ü). In einem Wort kommen nur Vokale einer dieser beiden Klassen vor. Ausnahmen sind Wörter, die aus dem Arabischen in den türkischen Wortschatz eingeflossen sind. Ein Mangel an Vokalharmonie kann also auf eine Entlehnung aus einer anderen Sprache hinweisen.

Die Vokale des Türkischen ähneln denen des Deutschen sehr. Ausnahme ist das „ı“. Es wird weit hinten im Mund gebildet und klingt sehr dumpf. Man kann es entfernt mit dem unbetonten „e“ in „haben“ vergleichen.
Im Türkischen gibt es keine Diphthonge wie das deutsche „ei“ oder „au“. Aufeinander treffende Vokale werden jeder für sich ausgesprochen.

Einige Konsonantenbuchstaben werden im Türkischen anders realisiert als im Deutschen. So äußert man beispielsweise bei einem „c“ ein „j“ wie in „joggen“, sieht man ein „h“, wird es am Wortende zu „ch“ wie im deutschen Wort „ich“. Das Türkische besitzt außerdem das gerollte „Zungenspitzen-r“, das im Deutschen nur dialektal auftritt. Außerdem zu beachten ist das „ğ“, welches kaum ausgesprochen wird.

Türkische Vokabeln

Das Türkische ist eine agglutinierende Sprache. Diese Form von Sprachen reihen bedeutungstragende Wortelemente aneinander. Das bedeutet einerseits, dass ein Wort oft schon ein ganzer Satz ist. Andererseits heißt das, dass das Türkische sehr lange Wörter bilden kann. „Evdeyim“ heißt „Ich bin zu Hause“, wobei „ev“ für „ich“ steht, „de“ ist die Ortsbezeichnung und „yim“ ist das Suffix, das die Person anzeigt. Die Ordnung ist bei der Aneinanderreihung dieser bedeutungstragenden Silben festgelegt.

Wie im Arabischen können aus einem Wortstamm verschiedene Begriffe gebildet werden – bei sonst unbekannten Wörtern kann man den Sinn ableiten, wenn der Stamm bekannt ist.

Sprechern des Französischen haben beim Vokabellernen einen Vorteil: Fast fünftausend Entlehnungen wie „kuaför“ (Friseur) oder „sürpriz“ (Überraschung) können einem das Lernen erleichtern.

Türkische Grammatik

Die Grammatik des Türkischen ist sehr komplex. Zunächst ist das agglutinierende Prinzip auch das, mit dem grammatische Funktionen ausgedrückt werden. Das kann zu langen Wörtern führen, die gebildet oder verstanden werden müssen. Neben den im Deutschen existierenden Fällen, durch die das Nomen dekliniert werden kann, gibt es im Türkischen noch zwei weitere: den Vokativ für Ortsangaben und den Ablativ als Antwort auf die Fragen „von wo?“, „woher?“ oder „wohin?“.

Auch die Verben haben eine Vielzahl von Formen. Neben dem Passiv gibt es auch noch andere sogenannte „Genera Verbi“. Durch das Hinzufügen einer Silbe wird zum Beispiel angezeigt, ob ein Verb „zur Welt kommen“ (doğmak) oder „gebären“ (doğ-ur-mak) heißt. Diese Veränderung heißt „kausativ“.

Als Zeitformen gibt es neben solchen, die im Deutschen bekannt sind, auch den „Aorist“, „Optativ“, oder „Nezessitativ“, die in Verbindung mit weiteren Suffixen das Verb in seiner zeitlichen Dimension nuancieren kann. Was die Grammatik anbelangt, sollte man also Geduld und Freude am Lernen mitbringen.

Türkisch lernen auf Sprachreisen

Zahlreiche Veranstalter ermöglichen das Erlernen der Sprache in der Türkei. Da die politische Lage angespannt ist, sollte man sich in jedem Fall an die Hinweise des Auswärtigen Amtes halten und die aktuelle Situation im Auge behalten. Es besteht überdies die Gefahr, dass man am Flughafen an der Einreise gehindert wird.

Wer diese potenziellen Hindernisse nicht scheut, kann neben den herkömmlichen Kursen eine Methode des Sprachenlernens ausprobieren, bei der man im Haus der Lehrperson lebt. Zwischen fünfzehn und dreißig Unterrichtsstunden pro Woche sind bei dieser Option buchbar.
Ein beliebtes Reiseziel für Sprachreisen ist Istanbul. Auch Sprachschulen in Antalya und Izmir bieten Kurse an.

Türkisch lernen an Hochschulen und Akademien

Neben Kursen an Hochschulen, zu denen auch Studierende anderer Fakultäten kommen können, bieten auch Fernkurse-Anbieter Türkischkurse an. In bekannten Sprachschulen und Erwachsenenbildungs-Institutionen wird oft Türkisch als Kurs vor Ort gelehrt. Neben verschiedenen Kursstufen können Türkischlernende überdies Prüfungen ablegen, um ein Fremdsprachenzertifikat zu erlangen, oder einen Türkischkurs belegen, der als Bildungsurlaub konzipiert ist.

Türkisch online lernen

Neben Wörterbüchern haben einige Verlage Apps herausgegeben, die Sprachkenntnisse für die Reise vermitteln sollen. Grammatik und Wortschatz werden auf einigen Internetseiten probeweise kostenfrei, danach kostenpflichtig vermittelt. Möglich sind auch Kombinationen aus Online- und App-Angeboten. Hier muss man entscheiden, welche Art der Vermittlung einem eher liegt, wie beispielsweise eine stärkere Gewichtung des Hörverständnisses, das Trainieren von Vokabeln oder Grammatikübungen.

Türkisch kostenlos lernen: Diese Möglichkeiten gibt es

Einige Apps, die auch Türkisch in ihrem Repertoire zum Sprachenlernen anbieten, lassen sich gratis herunterladen. Um in eine Sprache einzusteigen, sind auch Videokurse hilfreich, die auf entsprechenden Portalen frei zur Verfügung stehen. In Sprachlernforen im Internet ist es möglich, Sprachfreundschaften zu gründen, bei denn man das Türkische mit Muttersprachlern üben kann. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich im Freundeskreis zu erkundigen, ob nicht jemand bereit wäre, einem die Grundzüge seiner Sprache näherzubringen.

Das Türkische ist in Deutschland neben dem Russischen die häufigste eingewanderte Muttersprache. Eine Sprache, die so viele Bedeutungsnuancen in ihrem Sprachsystem hat, hilft einem außerdem, die eigene Sicht auf die Dinge zu erweitern. Es ist also in jedem Fall eine Bereicherung, sich die Mühe zu machen und Türkisch zu lernen.