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Arabisch lernen: Das 1×1 für die ersten Schritte

Arabisch lernen

Den arabischen Kulturraum mögen viele erstmals aus den Märchen aus „Tausendundeine Nacht“ kennengelernt haben. Das Arabische hat die Überlieferung dieses weltliterarischen Werkes ermöglicht. Doch die in 27 Ländern gesprochene Sprache ist nicht nur deswegen bedeutend. Es gibt eine riesige Anzahl von Sprechern auf der arabischen Halbinsel, im Mittleren Osten und in Nordafrika. Zudem gibt es in Zentralasien Sprachinseln, wo Arabisch gesprochen wird. 380.000.000 Sprecher gibt es insgesamt weltweit- davon 60.000.000 Zweitsprecher. Außerdem erfüllt das Klassische Arabisch eine wichtige sakrale Funktion innerhalb des Islam, der an Mitgliedern zweitstärksten Religion der Welt. Das Arabische ist eine der sechs Sprachen der Vereinten Nationen.

Arabisch zu lernen kann aus verschiedenen Gründen von Interesse sein. Wenn man sich für den Islam interessiert, ist das Beherrschen des Arabischen unumgänglich. Die heilige Schrift des Islam, der Koran, ist auf Arabisch verfasst. Rituelle Gebete und die Lesung des Koran finden auf Arabisch statt, da Muslime daran glauben, dass dies die Sprache ist, auf der dem Propheten Mohammed der Koran überliefert wurde. Koranausgaben in anderen Sprachen werden nur als „ungefähre Übersetzung“ angesehen. Es gibt sogar die Ansicht, dass das Verhältnis eines Moslem zu seinem Glauben negativ beeinflusst werden kann, wenn er die Sprache nicht beherrscht.

Durch die politischen Umbrüche und Konflikte in vielen arabischen Ländern in den letzten Jahren haben sich viele Menschen gezwungen gesehen, nach Deutschland zu fliehen. Für Deutsche, die geflüchtete arabischsprachige Menschen unterstützen wollen, können Kenntnisse deren Sprache hilfreich sein.

Europa ist zwar weitestgehend christlich geprägt, doch das ist nicht alles. Ein großer Teil der Iberischen Halbinsel beispielsweise war bis 1492 arabisch regiertes Gebiet. Das kulturelle Erbe der arabischen Welt kann man vor allem im Süden Spaniens in architektonischer Form bewundern. Da anstatt Bildern Ornamente und kunstvolle Schriftzüge diese Bauten schmücken, können Arabischkenntnisse den Besuch der maurischen Paläste wie der Alhambra einen Zusatz an Informationen liefern.

Arabisch in der Welt – Verbreitung und Unterschiede

Das Arabische gehört den semitischen Sprachen an, einem Zweig der afroasiatischen Sprachfamilie. Zu den semitischen Sprachen gehören auch das Hebräische und das Aramäische. Das Arabische gibt es einerseits als überregionale Sprache. Diese Form wird Modernes Standard Arabisch genannt und ist eher förmlich und wird als Schriftsprache oder in überregionalen Medien verwendet. Sie entspricht weitestgehend der Rezitationsaussprache des Koran, die auch Klassisches Arabisch genannt wird.

Eine Übereinstimmung des modernen Standard und des klassischen Arabisch streben viele arabischsprachige Länder an, denn das klassische Arabisch besitzt hohes Prestige. Diese zu erreichen ist jedoch schwierig, da die Überlieferung des klassischen Arabisch die Aussprache nicht eindeutig festlegt.

Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche regionale Varianten, die aber nur gesprochen werden, also nicht schriftlich festgehalten sind. Die Sprecher der Varianten verstehen einander teilweise nicht, dennoch werden sie nicht als eigene Sprachen, sondern als Dialekte bezeichnet. Man unterscheidet allgemein zwischen den Dialekten, die in Ägypten, der arabischen Halbinsel, im westlichen Nordafrika, dem Irak und Syrien gesprochen wird. Auch auf Malta wird ein Dialekt des Arabischen gesprochen, der mit vielen Einflüssen aus dem Italienischen angereichert ist.

Arabisch sprechen – Aussprache und Besonderheiten

Im Arabischen spielen die Konsonanten eine wichtige Rolle in Aussprache und Schreibung. Gegenüber den Vokalen überwiegen die 28 Konsonanten im Lautsystem der Sprache. Im Alphabet, das dem Arabischen zugehört, werden Vokale nur bedingt gekennzeichnet.

Man findet vor allem Laute, die uvular gebildet werden, das heißt, am Zäpfchen am Ende des Gaumens. Aber auch pharyngale und laryngale Konsonanten findet man oft im arabischen Lautinventar. Die pharyngalen Konsonanten bildet man noch weiter hinten im Rachenraum und die laryngalen direkt am Kehlkopf. Dadurch mag einem die arabische Sprache kehlig und rau erscheinen. Doch auch das Deutsche kennt einen laryngalen Laut, der an der Kehle gebildet wird. Dieser nennt sich auch „Glottisschlag“ und findet sich immer vor Vokalen am Anfang eines Wortes. Hier gibt es also schon einmal eine Ähnlichkeit, auf der man beim Erlernen der Aussprache aufbauen kann.

Eine Besonderheit, die für Lernende des Arabischen eine Überlegung wert ist, ist das arabische Alphabet. Es entstand aus dem Aramäischen. Eine eckigere und eine Kursivschrift bilden die Varianten, in denen es geschrieben werden kann. Die erste nennt man Kufi, die kursive findet man häufiger und heißt Nasḫī.

Eine weitere Besonderheit liegt in der Wortstellung, bei der das Verb den Satz eröffnet. Dann folgen erst Subjekt und Objekt. In Dialekten kann das Subjekt aber auch am Anfang des Satzes stehen.

Arabische Vokabeln

Der Wortschatz des Arabischen ist eng mit der Form der Schreibung verbunden, da er ausgehend von Wortstämmen gebildet wird. Daher sollte man als Lernender von Anfang an das Alphabet lernen, auch wenn dies zunächst eine Hürde darstellen mag. Das Arabische Alphabet bildet nur die Wurzeln von Wörtern ab. Diese stehen für meist drei Konsonanten. Die dazugehörigen Vokale muss der Leser gemäß bestimmter Regeln selbst ableiten.

Aus diesem Grund ist das Erlernen der Schriftsprache des Modernen Standard-Arabischen (MSA) erst einmal sehr zeitintensiv. Anhand der Wurzelzusätze werden auch verschiedene Wortformen aus den Wortstämmen gebildet. Ein Beispiel: Die Wurzel k-t-b (dt.: „schreib“) kann zu kitāb (Buch), kataba (er schrieb), yaktubu (er schreibt), kattab (Schreiber) und maktab (Schule) werden. Für das Leseverständnis muss man also auch erst einmal die Wurzel aus dem Wort filtern, denn arabische Wörterbücher sind nach Wurzeln und nicht nach Anfangsbuchstaben sortiert.

Der Wortschatz ist reich, doch überlagern sich darin historische Konzepte oft mit modernen Begriffen in einem Wort: „Umma“ wird für „Nation“ gebraucht, aber auch für „Gemeinschaft der Gläubigen“, womit die Gemeinschaft der Muslime gemeint ist.

Arabische Grammatik

Die Verbalformen sind sehr komplex. Aus diesen werden auch andere Wortarten gebildet, wie zum Beispiel die Verbalsubstantive. Es gibt pro Verb zwei Grundformen. Darüber hinaus werden fünfzehn verschiedene Stämme aus den Wurzelkonsonanten abgeleitet, die verschiedene Bedeutungsaspekte transportieren. Die Ableitung geschieht durch bestimmte lautliche Veränderungen, wobei aber die Konsonanten der Wurzel und deren Reihenfolge immer bestehen bleiben.

Im Imperfekt gibt es neben den Modi Indikativ und Konjunktiv auch „Apokopat“ (Verneinung der Vergangenheit) und „Energikus“ (etwas sollen oder müssen). Doch angesichts dieser Vielzahl an Verbformen sollte man nicht verzweifeln! Im modernen Arabisch werden nur neun davon regelmäßig verwendet. Außerdem helfen bei der Übersetzung Regeln: Bestimmte Verbformen bezeichnen oft zuordbare Bedeutungsaspekte. Die Verbalsubstantive mancher Stämme werden etwa überwiegend mit den gleichen Wortelementen, gebildet, man kann sich also an ihnen orientieren.

Arabisch lernen auf Sprachreisen

Reisen, auf denen man Arabisch lernen und seine Kenntnisse in Alltagssituationen an den Mann bringen kann, bieten verschiedene Organisationen an. Als Reiseziele werden Ägypten, Tunesien, Jordanien, Marokko und Dubai angeboten. Die Ausrichtung der Kurse richtet sich nach den jeweiligen im Land gesprochenen Dialekten des Arabischen. Daneben werden Kurse zum Erlernen des überregionalen modernen Standard-Arabisch angeboten. Weiter gibt es kombinierte Kurse, die beide Formen anbieten oder auch Praktika ins Angebot einbeziehen.

Arabisch lernen an Hochschulen und Akademien

An zahlreichen Universitäten werden Studiengänge angeboten, die den islamischen Kulturraum zum Gegenstand haben, wie etwa „Arabistik“ oder „Islamwissenschaften“. Hier finden oft auch Sprachkurse für Studierende anderer Fächer statt. Auch die Sprachzentren an Hochschulen bieten solche Kurse an. Erwachsenenbildungszentren haben auch Arabisch in ihrem Repertoire. Hier sollte man herausfinden, welche Angebote in der Nähe des Wohnortes oder Arbeitsplatzes bestehen.

Arabisch online lernen

Wem ein regelmäßiger Kurs zu umständlich ist, kann auch online Arabisch lernen. Einige Anbieter stellen über Online-Portale kostenlose Einführungskurse zur Verfügung, die bei Interesse über die Anfängerkenntnisse hinaus kostenpflichtig abonniert werden können. Regelmäßiges Üben ist beim Arabischen zu empfehlen, damit man wirklich Fortschritte macht. Daher ist es von Vorteil, sich mit anderen Arabischlernenden zusammenzutun, um motiviert zu bleiben.

Arabisch kostenlos lernen – Diese Möglichkeiten gibt es

Gerade in Großstädten kann man als Interessent an der arabischen Sprache zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Mit einem Mitbewohner aus einem arabischen Land kann man wunderbar die Grundkenntnisse des betreffenden arabischen Dialekts üben. Außerdem bietet man Wohnraum an, der für Neuankommende nicht unbedingt leicht zu finden ist.

Darüber hinaus oder wenn man gerade kein Zimmer frei hat, kann man das Gespräch mit arabischsprachigen Menschen suchen, die einem im alltäglichen Leben begegnen – sollten sich diese nicht finden, kann man den Kontakt über Sprach- und Hochschulen oder Integrationskurs-Veranstalter in der Nähe herstellen. Des weiteren offerieren Lehrer über Videoportale gratis Kurse, über die man sich online Grundkenntnisse aneignen kann.

Das Arabische ist der Schlüssel zu einem vielseitigen, faszinierenden Kulturraum, dessen Geschichte eng mit der Europas verwoben ist. Noch dazu erlernt man mit ein bisschen Geduld eine wunderschöne Schrift, deren Kalligraphie auch eine Kunstform ist.

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