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Chinesisch lernen: 5 Besonderheiten + 7 Möglichkeiten

Chinesisch lernen

Chinesisch gehört zu den meistgesprochenen Sprachen der Welt. Es gibt etwa 1,3 Milliarden Muttersprachler weltweit, das entspricht ungefähr einem Fünftel der Menschheit. Das sind gute Gründe die Sprache zu lernen. Wir geben Tipps für die ersten Schritte.

Chinesisch in der Welt: Mandarin

Chinesisch in der Welt

Die chinesische Sprache wird hauptsächlich in China und Taiwan gesprochen. Hörst du die Bezeichnung “Chinesisch” ist die Standardsprache Hochchinesisch gemeint, die auf Mandarin basiert. Es gibt noch neun weitere chinesische Sprachen, die wiederum viele Einzeldialekte haben. Innerhalb von Mandarin ist eine Verständigung zwischen den verschiedenen Dialekten nicht immer möglich. So haben Sprecher des nordöstlichen Dialekts und des südlichen Dialektes große Probleme sich zu verständigen. Mandarin ist übrigens ein Dialekt aus Peking.

Die chinesische Schrift spielt eine besondere Rolle. Sie vereint die Sprecher der sehr unterschiedlichen Sprachvarianten zu einer kulturellen Gemeinschaft. Die Schriftzeichen der verschiedenen Dialekte sind gleich, nur ihre Aussprache ist verschieden. Jedoch haben manche Dialekte auch eine andere Grammatik als das Hochchinesisch.

In Singapur ist Chinesisch auch eine Amtssprache, in Indonesien, Malaysia, Thailand, im Vietnam und auf den Philippinen gibt es chinesische Minderheiten, daher ist die Sprache auch dort verbreitet.

Chinesisch hat mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass die Sprache zu schwierig sei, um sie zu erlernen. Ein Teil davon stimmt: Das Erlernen der Schriftzeichen ist keinesfalls leicht und auch die Aussprache bereitet am Anfang große Schwierigkeiten. Beherrschst du aber einmal die Basics, hast du das Gröbste überstanden. Aussprache und Schriftzeichen sind zwar kompliziert, doch danach wird es leichter.

Besonderheiten der chinesischen Sprache

Mandarin, das Hochchinesisch, gilt als eine der schwierigsten Sprachen der Welt. Willst du Chinesisch lernen, musst du auf verschiedene Dinge achten, denn die Sprache hat einige Besonderheiten. Der schwierigste Teil beim Chinesisch lernen sind die zahlreichen Schriftzeichen. Kennst du da die Grundlagen, fällt dir das Lernen mit der Zeit immer leichter. Folgendes solltest du über die Besonderheiten der chinesischen Sprache wissen:

Chinesische Schrift

Chinesisch sprechen

Willst du Chinesisch lernen, brauchst du Geduld und Selbstdisziplin. Die Sprache ist nämlich nicht leicht. Das liegt insbesondere an den chinesischen Schriftzeichen, die nichts mit den lateinischen Buchstaben zu tun haben.

In der chinesischen Sprache hat jede kleinste Spracheinheit ein eigenes Zeichen, solange sie eine konstante Bedeutung oder eine grammatikalische Funktion hat. Es gibt im Chinesischen um die 100.000 Zeichen. allerdings wird seit der Schriftreform in den 1950er Jahren ein Großteil davon nicht mehr genutzt. Willst du eine Zeitung lesen, musst du um die 2.000 Zeichen kennen. 3.000 Zeichen reichen aus, um bis zu 95 Prozent aller Texte zu verstehen.

Chinesische Aussprache

Chinesische Aussprache

Die Zeichen sind die Grundlage der chinesischen Sprache, ohne die du nicht in die tiefere Grammatik eintauchen kannst. Eine weitere Herausforderung zu Beginn ist die Aussprache. Chinesisch ist eine Silbensprache, es gibt knapp 400 Silben. Die Aussprache ist zwar zunächst schwierig, du wirst aber trotzdem schneller Sprechen als Schreiben lernen. Tipps zum Lernen lernen gibt es hier.

Jede Silbe hat viele unterschiedliche Schriftzeichen. Durch ein- und zweisilbige Wörter gibt es verschiedene Wortkombinationen. Kombinierst du beispielsweise das Schriftzeichen für “Elektrizität” mit dem für “Gehirn”, entsteht das neue Wort “Computer”. Kombinierst du “Elektrizität” mit “sehen”, ist das neue Wort “Fernseher”.

Eine Silbe kann auf vier unterschiedliche Weisen ausgesprochen werden. Es gibt nämlich vier verschiedene Töne:

1. Beim ersten Ton ist die Tonhöhe konstant hoch. Es klingt, als würdest du den Ton eher singen als sprechen. Um den Ton als solchen zu markieren, ist über dem Vokal ein Balken gezeichnet.

2. Beim zweiten Ton steigt die Tonhöhe von der unteren bis mittleren in eine hohe Tonlage. Das hört sich an, als würdest du auf Deutsch eine Frage stellen und dafür deine Stimme am Ende des Satzes anheben. Den zweiten Ton erkennst du daran, dass auf dem Vokal ein Akut ist, ein Akzent, der eine Gerade von links unten nach rechts oben beschreibt.

3. Beim dritten Ton ist die Tonhöhe zu Beginn auf mittlerem Niveau, fällt dann nach unten und steigt wieder auf mittleres Niveau an. Du erkennst diesen Ton daran, dass auf dem Vokal ein umgedrehtes Dach steht.

4. Beim letzten Ton fällt die Tonhöhe schnell nach unten. Die Silbe sprichst du kurz und bestimmt aus. Ähnlich, als würdest du jemandem einen Befehl erteilen. Der Ton wird durch den Akzent “Gravis” dargestellt, der aussieht wie der Akzent bei Ton zwei, nur gespiegelt.

Es gibt noch einen fünften Ton, der aber eher als neutraler Ton gezählt wird. Er wird nur kurz und leicht ausgesprochen. Manchmal ist der neutrale Ton durch eine Null gekennzeichnet, in der Regel aber gibt es keinen Hinweis auf dem Vokal.

Pinyin

Pinyin

Um die Aussprache besser zu erfassen und zu strukturieren wurde nach der Schriftreform das “Pinyin-System” eingeführt. Es ist im lateinischen Alphabet verfasst. Jedem Schriftzeichen ist ein Pinyin, also eine Silbe und ein Ton zugeordnet. Der Mythos, wie Chinesen Online kommunizieren, ist somit auch gelöst: Sie tippen ein Pinyin ein, das entsprechende Schriftzeichen kann dann ausgewählt werden.

Pinyin ist also ein chinesisches Lautsystem, das auf dem lateinischen Alphabet aufgebaut ist. Die Einführung von Pinyin hat das Erlernen der Sprache für Nicht-Muttersprachler erheblich erleichtert. Pinyin hat den gleichen Zweck, wie die internationalen phonetischen Symbole, mit denen die Aussprache englischer Wörter in Wörterbüchern dargestellt wird.

Pinyin wurde erst Mitte des 20. Jahrhunderts in der Volksrepublik China entwickelt. Mittlerweile gilt es als internationaler Standard und kommt überall auf der Welt zum Einsatz.

Chinesische Vokabeln

Die Schriftzeichen musst du lernen wie Vokabeln. Das ist mit Abstand der größte Aufwand beim Chinesisch lernen. Dafür brauchst du in jedem Fall ein gutes Zeitmanagement.

Das chinesische Zahlensystem ist dem Französischen etwas ähnlich. Die Ziffern von eins bis zehn sind festgelegt. Willst du 15 sagen, so heißt das übersetzt zehn plus fünf. Bei 30 sagst du dreimal zehn und bei 95 beispielsweise neunmal zehn plus fünf. Genauso gilt diese Regel auch für die höhere Zahlen. Das klingt vielleicht zunächst kompliziert, du gewöhnst dich aber schnell daran.

Chinesische Grammatik

Im Vergleich zu den Schriftzeichen ist die chinesische Grammatik sehr einfach. Es gibt nur wenige grammatikalische Ausnahmen. Verben werden weder nach Personen noch nach Zeiten konjugiert. Adjektive und Substantive werden nicht dekliniert. Es gibt auch keine Artikel, Geschlechter, Fälle oder Pluralformen, die du lernen musst. Um deutlich zu machen, dass etwas in der Vergangenheit passiert ist, steht nach dem Verb ein entsprechendes Funktionswort aus dem hervorgeht, um welche Zeitangabe es sich handelt.

Sprachen wie Englisch oder Spanisch sind zu Beginn sehr leicht zu lernen. Mit der Zeit wird es aber immer schwieriger, da neue Zeiten und Regeln sowie viele Ausnahmen hinzukommen. Im Chinesischen ist es genau umgekehrt. Am Anfang ist alles sehr schwer, da Aussprache und Schriftzeichen neu sind und auswendig gelernt werden müssen. Kannst du aber einmal die Basics, hast du es sehr einfach. Du musst nur noch die Partikel lernen. Ausnahmen gibt es kaum.

Chinesisch für Anfänger: Möglichkeiten zum Lernen

Chinesisch lernen auf einer Sprachreise

Genau wie alle anderen Sprachen, kannst du auch Chinesisch auf unterschiedlichste Art und Weise lernen. Welche für dich am besten geeignet ist, musst du selbst entscheiden. Musst du Geld sparen, hast du nicht so viele Möglichkeiten, wie jemand dem ein großes Budget zur Verfügung steht. Es kommt auch darauf an, wie viel Zeit du investieren möchtest und ob du in Deutschland lernst oder dafür nach China reist. Folgende Möglichkeiten hast du, um Chinesisch zu lernen:

Sprachreisen

Gerade im Chinesischen ist es wichtig, dass du die Aussprache so früh wie möglich lernst. Bei einer Sprachreise nach China lernst du nicht nur die Sprache, sondern auch das Land kennen. Außerdem kannst du deine neu erworbenen Kenntnisse gleich anwenden und dich mit den Einheimischen unterhalten.

In China gibt es viele Möglichkeiten, die Sprache zu erlernen. Eine Sprachreise dauert meist zwei bis vier Wochen. Während einer Sprachreise wohnst du in der Regel in einer Gastfamilie. Auch das ist eine gute Möglichkeit, um die Kultur und den Alltag der Chinesen kennenzulernen. Anfangs mag das für dich vielleicht ein Kulturschock sein, da die Kultur nicht mit den deutschen Gepflogenheiten zu vergleichen ist.

Nicht nur in der Gastfamilie, sondern auch im Alltag kannst du deine Sprachkenntnisse dann direkt anwenden. Beispielsweise durch einen Besuch im Museum, durch Bestellungen in Restaurants oder Bars und durch den Kontakt zu Einheimischen. Chinesen sind sehr freundlich und die Gastfamilien nehmen sich am Wochenende Zeit, ihren Gästen die Umgebung zu zeigen.

Natürlich sind Sprachreisen sehr teuer. Im Vergleich zu dem, was du lernst, ist das aber meist ein gerechtfertigter Preis. Hast du nicht so viel Geld zur Verfügung, kannst auch als Au-Pair nach China gehen. Gegen Kosten und Logis wohnst du dann bei einer Gastfamilie, übernimmst die Kinderbetreuung und erhältst meist noch ein Taschengeld. Ansonsten kannst du ein Auslandssemester absolvieren und dir den Lebensunterhalt durch ein Stipendium verdienen. Eine weitere Möglichkeit ist, einen Freiwilligendienst in China zu machen. So erlebst du Menschen und Kultur hautnah.

Chinesischkurs an Hochschulen und Akademien

Chinesisch lernen an Hochschulen

Der klassische Weg zum Chinesisch führt meist über einen Kurs in der Sprachschule. Chinesisch wird auch an vielen Universitäten als Sprachkurs angeboten. Vor allem an größeren Universitäten ist es kein Problem, einen Sprachkurs zu finden. Diese sind nach Niveau sortiert. Willst du einen Kurs für Fortgeschrittene belegen, musst du einen Einstufungstest absolvieren. Die Sprachkurse an Universitäten belegen vor allem Studierende, die Sinologie oder Asienwissenschaften studieren. Fachfremde Studenten können auch einen Kurs belegen. Erkundige dich auch, ob du dir den Kurs auf dein Studium anrechnen lassen kannst.

Normalerweise gibt es ausreichend Platz für externe Teilnehmer. Auch aus Kostengründen entscheiden sich viele Leute für einen Sprachkurs an der Universität. Du musst allerdings zeitlich flexibel sein. Der Unterricht findet nämlich meistens vormittags oder am frühen Nachmittag statt. An Universitäten musst du zudem genaue Fristen beachten. Informiere dich rechtzeitig und melde dich früh genug an. Sonst musst du womöglich ein ganzes Semester auf einen freien Platz warten.

Sinologie und Asienwissenschaften kannst du auch im Fernstudium studieren. Das bietet dir räumlich und zeitlich viel mehr Freiraum als ein Präsenzstudium. Weil du in deinem Tempo lernen kannst, hast du so auch viel weniger Stress. Nur für einige wenige Prüfungen musst du persönlich anwesend sein.

Neben der Universität bietet die Volkshochschule auch immer eine gute Möglichkeit, eine Sprache zu lernen. Die Kurse finden meist abends statt. Sie sind teurer als an einer Universität. Die Lernmaterialien musst du dir in der Regel selbst kaufen. An einer VHS in einer Kleinstadt werden meist keine Chinesischkurse angeboten, doch in größeren Städten gibt es einige Möglichkeiten, sogar nach Niveau gestaffelt. Du kannst natürlich auch Privatunterricht nehmen. Das ist aber meistens sehr teuer.

Online Chinesisch lernen

Online Chinesisch lernen

Um Chinesisch zu lernen, gibt es online leider nur wenige Möglichkeiten. Von den großen bekannten Sprachlehrverlagen gibt es keine Angebote. Zu den Grundlagen der chinesischen Sprache gibt es zwar Video-Kurse, Podcasts und eBooks, viel vertiefendes Material ist aber nicht dabei. Du kannst dir bei Sprachlehrverlagen Bücher bestellen oder dir Programme zum Lernen installieren lassen. Richtige Online-Kurse sind das aber nicht.

Kannst du dir vorstellen auf Englisch Chinesisch zu lernen, bieten sich deutlich mehr Möglichkeiten. Achte außerdem darauf, dass dein Lernprogramm viele Audio-Beispiele hat und auch deine eigene Aussprache überprüft wird.

Chinesisch lernen mit einer App

Das Angebot an Apps zum Chinesisch lernen ist leider nicht so umfangreich, wie bei vielen anderen Sprachen. Die Sprachlern-App Babbel bietet Chinesisch nicht an. Trotzdem gibt es ein paar kostenlose Angebote, die du dir auf dein Smartphone oder Tablet laden kannst, wenn du erstmal kein Geld ausgeben möchtest. Mit einer App bist du beim Lernen sehr flexibel und kannst auch unterwegs üben. Dann nutzt du die Zeit effektiv, in der du auf deinen Bus oder einen Freund wartest.

Nutze in jedem Fall eine App, die deine Aussprache an Hand einer Aufzeichnung korrigiert. Gewöhnst du dir diese falsch an, musst du mit dem Lernen nämlich noch einmal von vorne anfangen. Egal ob kostenpflichtig oder nicht, die meisten Apps erinnern dich per Benachrichtigung auf dein Smartphone an deine nächste Übungseinheit. Plane jeden Tag fünf bis zehn Minuten zum Üben ein, wenn du schnell Erfolg haben willst.

Chinesisch kostenlos lernen

Willst du kostenlos Chinesisch lernen, ist das auch nicht ganz so einfach wie bei anderen Sprachen. Es gibt zwar kostenlose Apps, bei vielen ist die Lernsprache aber nicht Deutsch, sondern Englisch. Du kannst auch im Internet nach Erklärungen zu Aussprache und Grammatik suchen, allerdings gibt es dort nur wenig Möglichkeiten, auch Übungen zum Sprechen und Hören zu absolvieren.

Willst du also nur kurz etwas nachschauen, hilft dir das Online-Angebot weiter. Deine Sprachkenntnisse vertiefen kannst du dabei aber nicht. Willst du eine Vokabel nachschauen, eignen sich kostenlose Online-Wörterbücher. Auf YouTube gibt es ein paar Einführungsvideos, die allerdings nicht über die Grundlagen hinausgehen.

Chinesisch lernen mit einem Tandempartner

Chinesisch lernen mit einem Tandempartner

Willst du in deiner Freizeit Chinesisch lernen und dabei Spaß haben, eignet sich ein Tandempartner besonders gut. Dazu suchst du dir einen chinesischen Muttersprachler, der in deiner Nähe wohnt und seine Deutschkenntnisse verbessern will. Mit ihm triffst du dich regelmäßig und diskutierst über verschiedene Themen, auf Deutsch und Chinesisch.

Was ihr bei euren Treffen unternehmt, entscheidet ihr gemeinsam. Ihr könnt euch zum Beispiel zu Kaffee und Kuchen treffen, gemeinsam wandern gehen oder worauf ihr sonst noch Lust habt. Dabei verbessert ihr euch gegenseitig und lernt voneinander. Du kannst deine neu erworbenen Sprachkenntnisse sofort anwenden und bekommst gleich ein Feedback. Nebenbei erfährst du auch noch etwas über die Kultur und die Bräuche in China.

Chinesische Kulturveranstaltungen besuchen

Erkundige dich, ob es bei dir in der Nähe chinesische Kulturveranstaltungen gibt. Diese werden meist von chinesischen Kulturvereinen oder Instituten organisiert, um den kulturellen Austausch zu fördern. Außerdem knüpfst du dabei Kontakte und lernst viele interessante Menschen kennen.

 

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