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Französisch lernen: Das 1×1 für die ersten Schritte

Französisch lernen

Ob für eine bessere Verständigung im Urlaub, als Kommunikationsbasis für Geschäftsverhandlungen oder einfach wegen der wohlklingenden Sprachmelodie – es gibt viele Gründe, Französisch zu lernen. Denn es ist nicht nur eine Landessprache in einigen unserer Nachbarländer, sondern darüberhinaus auch eine Weltsprache, mit der man auf allen Kontinenten weiter kommt: Über 270 Millionen Menschen Weltweit sprechen Französisch, davon sind rund 80 Millionen Muttersprachler. Wer ebenfalls Französisch lernen möchte, kann sowohl im Internet als auch in der Stadt oftmals auf ein breites Angebot an Kursen und Lernmöglichkeiten zurückgreifen.

Französisch in der Welt – Verbreitung und Unterschiede

Französisch ist nicht nur in Frankreich, sondern auch in vielen weiteren Ländern der Welt Amtssprache: in Europa gehören dazu Belgien, Schweiz, Luxemburg, Monaco, das frankoprovenzialische Aostatal in Italien sowie die Inseln Jersey und Guernsey. Darüber hinaus ist Französisch in Kanada (vor allem in Québec), Teilen der Vereinigten Staaten von Amerika (im Bundesstaat Maine) sowie in acht Ländern Westafrikas (Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Guinea, Mali, Niger, Senegal und Togo), in sieben Ländern Zentralafrikas (Äquatorialguinea, Gabun, Kamerun, Demokratische Republik Kongo, Republik Kongo, Tschad und Zentralafrikanische Republik) und in acht Ländern Ostafrikas (Burundi, Komoren, Dschibuti, Madagaskar, Mayotte, Réunion, Ruanda und Seychellen) Amtssprache. In der Karibik ist Französisch eine offizielle Sprache in Französisch-Guayana, Guadeloupe, Haiti, Martinique, Saint-Barthélemy und Saint-Martin. In Ozeanien gehört Französisch zu den Amtssprachen in Französisch-Polynesien, Neukaledonien, Vanuatu, Wallis und Futuna. Außerdem kann man sich auch in den Maghreb-Staaten Algerien, Marokko, Mauretanien und Tunesien fast überall mit Französisch verständigen.
Dabei gibt es je nach Land und Region große Unterschiede, wie dort Französisch gesprochen wird. In Frankreich selbst unterscheidet man zwischen Dialekten und den Sprachrichtungen „Langues d’oïl“, die im Norden (und auch in Belgien) verbreitet sind sowie den „Langues d’oc“ im Süden Frankreichs. Große Unterschiede gibt es aber auch zwischen den französischsprachigen Ländern. So verwenden französischsprachige Kanadier häufig andere Begriffe als Franzosen, und in ihrer Umgangssprache sind auch grammatikalische Unterschiede zu bemerken. In manchen karibischen Staaten haben sich darüber hinaus französisch-basierte eigenständige Sprachen wie zum Beispiel das Haitianische entwickelt.

Französisch sprechen: Aussprache und Besonderheiten

Die Aussprache ist sehr fließend-melodiös, und unterscheidet sich in vielen Aspekten vom Deutschen. Endungen werden häufig verschluckt, und ein „h“ am Wortanfang wird nie ausgesprochen. Der auffälligste Unterschied und besonders charakteristisch für das Französische sind die Nasalvokale „on“, „an“, „en“, „in“ und „un“: Bei der Aussprache senkt sich der Gaumen ab, und die Luft wird beim Sprechen gleichzeitig durch Nase und Mund ausgestoßen. Hinzu kommt der Gebrauch sogenannter Diakritika, die eine bestimmte Aussprache signalisieren: Dazu gehört der „accent aigu“, einem von links unten nach rechts oben verlaufenden Strich, z.B. wie im Wort „café“, der auf eine geschlossene Aussprache des Vokals hindeutet. Das Gegenstück dazu ist der „accent grave“, ein Strich, der von links oben nach rechts unten verläuft, z.B. wie im Wort „chère“, bei dem das „è“ kurz ausgesprochen wird; ähnlich wie im Deutschen das „ä“. Darüber hinaus gibt es noch den „accent circonflexe“, ein Dach, wie z.B. im Wort „hôtel“, der aber weniger Bedeutung für die Aussprache hat, sondern vor allem in der Schriftsprache Unterschiede zwischen ähnlich klingenden Worten anzeigt oder signalisiert, dass im Vergleich zur altfranzösischen Version des Wortes ein „s“ weggelassen wird.

Französische Vokabeln

Da Französisch eine romanische Sprache ist, sind viele Worte ähnlich wie im Lateinischen, Spanischen oder Italienischen – wer eine dieser Sprachen kann, wird es deshalb leichter haben, sich die französischen Begriffe herzuleiten und zu merken.
Im Französischen gibt es, anders als im Deutschen, nur zwei Artikel: „la“ (weiblich) und „le“ (männlich). Diese lernt man am besten gleich zusammen mit jedem jeweiligen Substantiv, denn obwohl es Faustregeln gibt (zum Beispiel die, dass Substantive mit weiblichen Artikel häufig mit einem „e“ enden), gibt es auch genug Ausnahmen. Manche Sachbegriffe, die im Deutschen einen weiblichen Artikel haben, werden im Französischen mit männlichem Artikel gebraucht (Beispiel: die Sonne = le soleil) und umgekehrt (Beispiel: der Schuh = la chaussure), weshalb man sich hier nicht auf die Intuition verlassen kann.
Da gerade die Franzosen sehr stolz auf ihre Sprache sind, nutzen sie nur wenige Anglizismen. Das sind vor allem Neologismen; zum Beispiel aus dem digitalen Bereich (Beispiele: internet, e-mail, etc.). Dagegen sind in Québec englische Wortanlehnungen weiter verbreitet (Beispiele: absagen = „canceller“ statt „annuler“, Arbeit = „job“ statt „travail“).
Eine Besonderheit stellen auch die französischen Zahlen dar, die manchmal ganz anders gebildet werden als im Deutschen, und sich wie kleine Multiplikations- und Additions-Aufgaben anhören: So heißt „achtzig“ etwa „quatre-vingts“, was wörtlich übersetzt so viel wie „vier Zwanziger“ bedeutet, und „neunundneunzig“ heißt „quatre-vingt-dix-neuf“, was sich ungefähr mit „vier(-mal) zwanzig, zehn (plus) neun“ übersetzen bzw. herleiten lässt.

Französische Grammatik

In der Regel folgt der Satzaufbau der Reihenfolge Subjekt – Verb – Objekt. Bei Fragestellungen kann der Satz umgestellt werden, doch gibt es auch die Option, die Wortreihenfolge so zu belassen und sich allein durch Betonung oder das Fragezeichen am Satzende zu erkennen geben.
Die Anwendung der Zeitformen entspricht häufig der im Deutschen: ist eine Handlung abgeschlossen, nutzt man zum Beispiel die Perfekt-Form, die dem französischen passé composé entspricht. Hinz kommen Zeiten, die nur in der Schriftform verwendet werden.
Die Konjugation der Verben folgt zwar häufig einer Regel, doch gibt es auch sehr viele wichtige unregelmäßige Verben (etwa „être“, dt. „sein“, oder „avoir“, dt. „haben“), deren Zeitformen und Konjugationen wie Vokabeln auswendig gelernt werden sollten.

Französisch lernen auf Sprachreisen

Sprachreisen und Auslandsaufenthalte sind der vielleicht angenehmste und effizienteste Weg, um eine Sprache zu lernen: Neben gebündelten Lerneinheiten haben Teilnehmer zusammen mit Gleichgesinnten die Chance, die Kultur vor Ort kennenzulernen, ihren Alltag vom Einkauf über die Bestellung in einem Café bis hin zum Museumsbesuch auf Französisch zu meistern. Dies bietet nicht nur viel mehr Berührungspunkte mit Französisch als es sie in Deutschland gäbe, sondern zeigt auch, welchen praktischen Nutzen Französisch für die Lernwilligen hat, was sehr motivierend wirken kann.
Eine kostengünstige Alternative zur Sprachreise kann ein Arbeitsaufenthalt in französisch-sprachigen Ländern sein. So kann man im Alltag die Sprache lernen und sich die Reisekosten und Lebenshaltungskosten zum Beispiel bei der Arbeit als Reiseführer, Au-Pair oder durch andere Jobs, die oft über Online-Portale oder Agenturen zu finden sind, erarbeiten.

Französisch lernen an Hochschulen und Akademien

Die meisten Hochschulen und Akademien bieten für ihre Studierenden kostenlose oder vergünstigte Französischkurse an, und lassen häufig auch gegen eine geringe Gebühr externe Teilnehmer zu den Kursen zu. Doch da diese Kurse sehr beliebt sind, die Teilnehmerzahlen – erst recht für Externe – stark begrenzt sind und häufig auch zur Einstufung der Vorkenntnisse an einem Sprachkurs sollten Interessierte sich rechtzeitig vor Semesterbeginn bereits informieren, um sich eine Chance auf einen der begehrten Plätze zu wahren.

Französisch online lernen

Es gibt zahlreiche Lern-Apps und Plattformen, mit denen Französisch gelernt werden kann. Vor allem Verlage bieten häufig ganzheitliche Kurse an, die Erläuterungen und Übungen zu Grammatik, Schreib-, Hör- und Leseverstehen enthalten. Diese Kurse sind meistens kostenpflichtig, doch gibt es in einigen Fällen zumindest kostenlose Gratis-Proben, anhand derer interessierte Nutzer einschätzen können, ob ihnen Aufbau und Konzept des Kurses gefallen könnten.
Um den französischen Sprachschatz zu erweitern, sind Vokabeltrainer-Apps eine sehr gute Option. In kleinen Einheiten lassen sich damit unterwegs bequem zwischendurch Vokabeln lernen.

Französisch kostenlos lernen – diese Möglichkeiten gibt es

Wer bei Null anfängt, Französisch zu lernen, findet online dazu auch unterschiedliche Gratis-Angebote für Apps, Lernportale, Wörterbücher etc. – meistens sind diese besonders praxisorientiert ausgerichtet und vermitteln in kleinen Übungen portionsweise alltagsrelevante Sätze und Vokabeln, anstatt sich zum Beispiel auf die schrittweise Vermittlung der Grammatik zu konzentrieren. Wer langfristiger und tiefgründiger Französisch lernen möchte, hat es deshalb mit kostenfreien Angeboten etwas schwieriger.
Wer bereits ein wenig Französisch spricht und gerne andere Menschen kennenlernt, sollte sich nach Sprachtandem-Programmen in seiner Nähe erkundigen, nach Online-Börsen für Sprachaustausch suchen oder sich in sozialen Netzwerken bei einer entsprechenden Gruppe anmelden: Gerade in größeren Städten gibt es häufig französische Muttersprachler, die ihr Deutsch verbessern möchten und im Gegenzug gerne auch ihre eigene Sprache vermitteln.
Um kostenlos das französische Leseverstehen zu üben, bietet es sich an, regelmäßig die Webseiten französischer Tages- und Wochenzeitungen zu besuchen und sich dort die Artikel durchzulesen. Dabei empfiehlt es sich, in einem weiteren Browserfenster eins der kostenlosen Online-Wörterbücher zu öffnen, um unbekannte Vokabeln gleich nachschlagen zu können.

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