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Portugiesisch lernen: Das 1×1 für die ersten Schritte

Portugiesisch lernen: Das 1×1 für die ersten Schritte

Portugiesisch zu sprechen öffnet zahlreiche Türen. Du kannst dich mit Hunderten Millionen Menschen auf der ganzen Welt verständigen, längst nicht nur in Portugal und Brasilien. Was die Sprache ausmacht und wie du portugiesisch am besten lernst, erfährst du im Folgenden.

Neben der kulturellen und landschaftlichen Vielfalt der portugiesischsprachigen Länder gibt die Sprache vielfältige Möglichkeiten zur Kommunikation. Wenn du portugiesisch sprichst, verstehst du auch die spanische Sprache und umgekehrt. Das liegt daran, dass portugiesisch neben dem Italienischen, Spanischen sowie Französischen zur Familie der romanischen Sprachen gehört. Hat man also bereits eine romanische Sprache erlernt, fällt es einem aufgrund der Verwandtschaft bei der Zweiten deutlich leichter. Dadurch ebnet sich dir auch der Weg zu weiteren romanischen Sprachen.

Portugiesisch wird rund um den Globus gesprochen

Portugiesisch wird rund um den Globus gesprochen

Nach dem Spanischen ist Portugiesisch die am weitesten Verbreitete der romanischen Sprachen. Wenn du portugiesisch spricht, ist es dir wegen der Geographie Lateinamerikas ein leichtes, dich auch in den Nachbarländern verständigen zu können. Begeisterst du dich für Lateinamerika, ist es nur verständlich, portugiesisch zu lernen, denn Brasilien ist mit über 200 Millionen Einwohnern das größte Land. Daraus ergeben sich natürlich auch berufliche Perspektiven, denn die portugiesische Sprache wird rund um den Globus gesprochen. Wie es dazu gekommen ist und welche Möglichkeiten es gibt, portugiesisch zu lernen, erfährst du im Folgenden.

Portugiesisch: Der 6. Platz auf der Weltrangliste

Portugiesisch belegt den sechsten Platz der meistgesprochenen Sprachen der Welt. Allein 240 Millionen Menschen sind  portugiesische Muttersprachler – kein Wunder, dass sich das Portugiesische bei Sprachlernern immer größerer Beliebtheit erfreut. Portugiesisch ist nicht nur Amtssprache Portugals und Brasiliens, auch in vielen spanischsprachigen Ländern und auch im afrikanischen Raum wird portugiesisch gesprochen. So ist portugiesisch ebenfalls Amtssprache Angolas, Mosambiks und der Kapverdischen Inseln.

Portugiesisch ist gerade wegen der Urlaubsziele besonders attraktiv für Sprachlerner: Sei es die allbekannte brasilianische Metropole Rio de Janeiro mit seinem berühmten Karneval und der Copacabana oder Portugals traumhafte Algarve-Küste mit seinen atemberaubenden Stränden – um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Die Faszination für die portugiesischsprachigen Länder und den Sprachklang ist für Viele Anlass, portugiesisch zu lernen und dadurch tiefer in das kulturelle Erbe eintauchen zu können.

Portugiesisch in der Welt – Verbreitung und Unterschiede

Die portugiesische Sprache entspringt wie auch die anderen romanischen Sprachen dem Lateinischen. Ihren Ursprung findet die Sprache im heutigen Galicien (Nordwesten Spaniens) und im Norden Portugals. Daraufhin verbreitete sie sich im 15. und 16. Jahrhundert auf das heutige Portugal über das südamerikanische Brasilien bis hin auf afrikanische und asiatische Gebiete. Dies liegt im Kolonialismus begründet, wodurch die portugiesische Sprache sich nicht nur auf drei Kontinente verbreiten konnte, sondern auch in Asien und Afrika zur lingua franca wurde, sprich zu der Verkehrssprache im Handelsraum schlechthin. Heute ist von der portugiesischen Weltmacht nicht mehr viel übrig geblieben, jedoch ist die Verbreitung der Sprache und Kultur immer geblieben.

Portugiesisch in Portugal ist nicht portugiesisch in Brasilien

Heute ist Portugiesisch nicht nur die Landessprache Portugals, sondern auch des in Südamerika liegenden Brasiliens. Da sie eine der meistverbreitetsten Sprache Südamerikas ist, ist ihr Einfluss auf andere südamerikanische Nachbarländer wie Argentinien, Uruguay und Paraguay unverkennbar. Fast 80 Prozent der Menschen, die Portugiesisch sprechen, sind Brasilianer. Hier ist allerdings zu beachten, dass das brasilianische Portugiesisch eher einem Dialekt vergleichbar ist, ähnlich wie es zwischen dem britischen Englisch und dem amerikanischen Englisch der Fall ist. Unterschiede zeigen sich in Wortschatz, Syntax und auch in der Aussprache und Prosodie.

Portugiesisch wird auch in Asien und Afrika gesprochen

Auch in der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau, das bis 1999 portugiesische Kolonie war, ist das Portugiesische neben dem Chinesischen bis heute Amtssprache. Insgesamt ist Portugiesisch in neun Ländern Amtssprache. Zu den bereits genannten Ländern Portugal, Brasilien und Macau gehören auch Osttimor (Inselstaat in Südostasien) und fünf Länder Afrikas: Angola, Äquatorialguinea, Guinea-Bissau, Kap Verde, Mosambik und der Inselstaat São Tomé und Príncipe.

Aus dem Portugiesischen entwickelten sich in Folge der Kolonialisierung 20 Kreolsprachen heraus. Unter der Bezeichnung Kreolsprache wird im Allgemeinen die Veränderung der Ursprungssprache durch Sprachkontakt verstanden. In den Ländern Andorra, Luxemburg und Indien zählt Portugiesisch außerdem zur Minderheitssprache.

Kulturelle Vielfalt durch Expansion und Varietät

Nicht nur die sprachliche Expansion hat zu Unterschieden in Wortschatz, Syntax und Aussprache geführt, auch innerhalb des Ursprungslandes Portugal gibt es dialektale Verschiedenheiten. Hierbei wird in fünf Regionen unterschieden unterschieden: Nordportugal, Zentralportugal, Südportugal  Dialekte der Inseln (dazu gehören auch Madeiras und der Azoren) und zu guter Letzt der brasilianische Dialekt. Durch die Verbreitung der Sprache auf den ganzen Globus ist die portugiesische Sprache von einer enormen Varietät gekennzeichnet, wodurch die Sprache für Lerner umso spannender wird – denn in der Varietät der Sprache spiegelt sich auch die kulturelle Vielfalt wider.

Portugiesisch sprechen: Aussprache und Besonderheiten

Portugiesisch sprechen: Aussprache und Besonderheiten

Die größte Ähnlichkeit besitzt Portugiesisch mit dem Spanischen, aber auch die Verwandtschaft zum Französischen, Katalanischen, Italienischen und anderen romanischen Sprachen ist aufgrund der gemeinsamen indogermanischen Sprachfamilie unverkennbar. In der Grammatik und der Syntax sind viele Parallelen zum Spanischen zu erkennen. Auch wenn sich beide Sprachen enorm in ihrer Aussprache unterscheiden, können viele Wörter von einander abgeleitet werden, einige sind sogar identisch in ihrer Schreibweise.

Das portugiesische Alphabet: dem Deutschen ähnlich und doch so fremd

Vergleicht man das Alphabet mit dem Deutschen, wird deutlich, dass alle Buchstaben auch uns bekannt sind. Darüber hinaus verfügt das Portugiesische über diakritische Zeichen: ´ (acento agudo); `(acento grave); ^ (acento circunflexo); ~ (til). Daraus ergeben sich zusätzliche sprachliche Besonderheiten in der Aussprache: á, â, ã, à, ç, é, ê, í, ó, ô, õ, ú. Durch die Akzentuierung erben sich unterschiedliche Nuancen in der Aussprach der Buchstaben. Wenn das Zirkumflex beispielsweise auf dem „â“ steht, wird die Betonung bei der Aussprache auf das „a“ gelegt und es wird geschlossen ausgesprochen, also mit einer geringen Mundöffnung. Ein Beispiel ist das Wort „Lancôme“. Bekommt das „a“ einen der Akzente (acento), wird es offen ausgesprochen, also mit einer größeren Öffnung des Mundes. Ein Beispiel dafür ist „olá“. Als sprachliches Pendant könnten unsere Umlaute gelten, wodurch auch bei uns eine Veränderung der Artikulation hervorgerufen wird.

Das „h“ am Wortanfang wird wie im Spanischen auch im Portugiesischen verschluckt und nicht ausgesprochen. Charakteristisch ist die Verwendung von nasalen Vokalen, die auf Vokale folgen wie beispielsweise „sim“ (ja) oder „bem“ (gut). Außerdem ist die überwiegende Betonung der vorletzten Silbe charakteristisch für die Sprachmelodie. Da Portugiesisch zu den romanischen Sprachen gehört, ähneln viele Vokabeln anderen indogermanischen Sprachen wie dem Lateinischen, Spanischen, Italienischen oder Französischen. Manche Worte sind sogar identisch, wie das Beispiel „vida“, das sowohl im Spanischen als auch im Portugiesischen „Leben“ bedeutet, zeigt – übrigens bedeutet es „vita“ im Lateinischen.

Substantive und ihre Artikel im Portugiesischen: Vorsicht ist beim Lernen geboten

Das Portugiesische verfügt anders als das Deutsche über zwei bestimmte Artikel, einen männlichen „o sol“ (die Sonne) und einem weiblichen „a casa“ (das Haus). Achtung ist geboten, da die Artikel des Deutschen nicht immer übertragbar sind, wie das Beispiel „o sol“ zeigt, was der weiblichen Sonne im Deutschen entspricht. Wie im Deutschen zeigen sich zwar Regelhaftigkeiten, die erlernt werden können, aber genauso gibt es Ausnahmen, weshalb es sowohl für den Deutschlerner als auch den Portugiesischlerner von Bedeutung ist, das Substantiv in Kombination mit dem passenden Artikel zu lernen. Im Regelfall kann man aber davon ausgehen, dass Worte, die auf -a enden, einen weiblichen und Worte, die auf -o enden, einen männlichen Artikel zur Seite haben.

Das portugiesische Pendant zu unseren unbestimmten Artikeln (ein/eine) lautet „um“ und „uma“. Anders als im Deutschen gibt es zusätzlich die passenden Pluralformen „uns/umas“, wie beispielsweise „umas árvores“ (einige Häuser). Ein Beispiel für eine Ausnahme für die Übertragbarkeit aus dem Deutschen ist „um gato“ (die Katze). Es wird deutlich, dass man sich als Lerner auf die neue Sprache mit ihren Eigenarten einlassen muss, um ein ganz neues Sprachgefühl zu entwickeln. Die Katze, die im Deutschen als Femininum gekennzeichnet ist, ist im Portugiesischen ein Neutrum.

Portugiesische Grammatik

Das Portugiesische gehört ebenso wie das Deutsche zu den flektierenden Sprachen. Dadurch kann die morphologische Struktur der Wörter oder Wortformen verändert werden. Je nachdem, in welchem Kasus (Flexionskategorie) ein ein bestimmtes Wort steht, ist es veränderbar. Das Substantiv Auto zum Beispiel bekommt eine andere Endung, wenn es im Genitiv steht: Der Fahrer des Auto-s. Genauso verhält es sich auch im Portugiesischen. Eine weitere Parallele ist beim Adjektiv zu erkennen: In beiden Sprachen wird das Adjektiv dem Substantiv in Genus, Kasus und Numerus angeglichen. Weder im Deutschen noch im Portugiesischen werden Konjunktionen und Adverbien flektiert.

Es gibt aber auch zahlreiche Unterschiede. Ein Beispiel ist der Unterschied im Genus. Betrachtet man das grammatische Geschlecht, so kann in der Regel gesagt werden, dass alle Substantive die auf -a enden, weiblich („a“) sind und alle Substantive, die auf -o enden, männlich „o“ sind. Es gibt aber auch Ausnahmen, die auswendig gelernt werden müssen, wie „a foto“, das zwar auf -o endet, aber feminin ist.

Portugiesisch lernen auf Sprachreisen

Portugiesisch lernen auf Sprachreisen

Zwar ist das Angebot im Internet für Sprachlerner extrem groß, doch nichts ist so effektiv beim Sprachen lernen wie im Land der Zielsprache in das Sprachbad einzutauchen und und alles aufzusaugen: die Sprache, das Land, die Kultur, das Essen und die Emotionen. Im Alltag bei einer Sprachreise ergibt sich die perfekte Chance, bereits Gelerntes anzuwenden und mit dem Wortschatz zu spielen, sich auf die Probe zu stellen und sich etwas zu beweisen. Gleichzeitig überwindet man seine Ängste und bekommt ein Gefühl dafür, woran man noch arbeiten muss. Ein Smalltalk am Strand, ein paar Fragen im Supermarkt und Bestellungen in Cafés und Restaurants motivieren nicht nur, sie festigen auch das Wissen und machen sicher im Sprachgebrauch. Denn immerhin lernt man eine Sprache, um auch sprachlich handeln zu können und seine interkulturelle Kompetenz auszubauen.

Portugiesisch lernen an Hochschulen und Akademien

Auch wenn Portugiesisch nicht zu den Spitzenreitern der Sprachkurse gehört, wird es an zahlreichen Hochschulen und Akademien angeboten. Falls man sich eher für das brasilianische Portugiesisch interessiert, sollte man sich in jedem Fall erkundigen, wie der Sprachkurs aufgebaut ist und in welchem Maße er darauf ausgelegt ist, vergleichend vorzugehen. Außerdem kann es in diesem Fall auch helfen, sich nach einem Kurs unter Leitung eines brasilianischen Muttersprachlers zu erkundigen.

Portugiesisch online lernen

Es gibt für angehende Portugiesischlerner ein vielfältiges Angebot an Lern-Apps und unterschiedlichen Plattformen. Es ist wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, welcher Lerntyp man ist, um in der Fülle von Angeboten, die richtige Lernmethode und damit das passende Material herauszufiltern. Ist man eher ein auditiver Lerner, bieten sich Angebote an, die über umfangreiche Hör-Materialien verfügen. Ist man eher analytisch veranlagt, helfen Angebote, die sich auf die Grammatik spezialisieren. Lernt man, um sich im Urlaub verständigen zu können, sollte man schauen, das der Schwerpunkt auf Interkulturelles Lernen gelegt wird. Hier wird einem neben der kommunikativen Kompetenz, die eher auf die Verständigung im Alltag ausgerichtet ist, auch ein tieferer Einblick in die Kultur gegeben und länderspezifisches Wissen vermittelt.

In den meisten Fällen ist das Angebot kostenpflichtig. Häufig gibt es aber Gratis-Proben, in denen man sich einen Einblick von der Methodik und der Konzeption verschaffen kann. Zusätzlich lösen Vokabeltrainer als App und in Form von Plattformen das altbekannte Karteikartensystem ab. So ist man flexibler und hat immer sein Lernmaterial dabei.

Portugiesisch kostenlos lernen – diese Möglichkeiten gibt es

Für den ersten Überblick hilft es oft, sich das Gratis-Angebot anzuschauen. Lernvideos, -portale, -apps und -plattformen geben einem die Möglichkeit, in die neue Sprache einzutauchen und helfen bei der Entscheidung, welches Angebot zu einem passt. Denn ist man wirklich interessiert daran, die Sprache richtig zu beherrschen und tiefgründig zu lernen, reicht das kostenlose Angebot in der Regel nicht aus. Das Geld für ein vernünftig aufgebautes Produkt zu investieren, lohnt sich.

Das Internet: Möglichkeiten des Eintauchens in die Sprache

Darüber hinaus gibt es aber auch viele weiterführende Angebote, die man in Anspruch nehmen kann: Online-Zeitschriften und Filme in der Zielsprache, Musik, Communities für Gleichgesinnte, Tandem-Programme und andere Formen des Sprachaustauschs sind in der Zeit der globalen Kommunikation tolle Möglichkeiten, den Horizont zu erweitern und auch um Kontakt zu Muttersprachlern aufzubauen. „Zu viel lernen“ kann es nicht geben, ganz nach dem Motto: je mehr Sprachbad und Kommunikation in der Zielsprache, umso besser und effektiver.