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Tandem: 4 Vorteile & 8 Tipps für die Sprachlernmethode

Im Tandem lernst du neue Sprachen und Kulturen kennen und verbindest dabei das Praktische mit dem Angenehmen. Wir erklären, wie du deinen Tandempartner findest und haben Tipps für dich, die dir das Tandem erleichtern.

Tandem ist eine Sprachlernmethode, bei der du in Gesprächen deine Kenntnisse aufbesserst und gleichzeitig neue Leute kennenlernst. Diese Art des Sprachenlernens macht Spaß, ist kostenlos und bietet dir weitere Vorteile gegenüber einem klassischen Sprachlernkurs.

Was Tandem ist

Wissenswertes über das Sprachelernen im Tandem

Tandem ist eine Methode zum Sprachenlernen. Dabei kommunizieren meist zwei Menschen miteinander, die die Sprache perfekt beherrschen, die der jeweils andere lernen oder aufbessern möchte. Im Tandem gibt es keine starren Regeln, die du befolgen musst.

Stattdessen könnt ihr euch selbst aussuchen, ob ihr euch persönlich trefft, am Telefon miteinander sprecht oder über E-Mail oder Chat miteinander kommuniziert. Ihr könnt euch abwechselnd oder einmal pro Treffen auf einer der beiden Sprachen unterhalten. Die Regeln stellt ihr selbst auf.

Der Muttersprachler gibt seinem Tandempartner Tipps, verbessert ihn und erzählt von der eigenen Kultur. Ihr könnt außerdem an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen oder euch mithilfe von Lehrbüchern die fremde Sprache beibringen.

Nicht zu verwechseln ist die Sprachlernmethode mit dem Tandem-Fahrrad, auf dem ihr zu zweit auf einem Fahrrad unterwegs seid. Die Gemeinsamkeiten liegen allerdings auf der Hand: Ihr helft einander, voranzukommen. Der eine ist auf den anderen angewiesen und ihr bewegt euch gemeinsam auf euer Ziel zu.

Vorteile der Tandem-Sprachlernmethode

In erster Linie hilft euch Tandem dabei, eine fremde Sprache zu erlernen. Daneben bietet euch die Sprachlernmethode aber noch weitere Vorteile, die ihr für euch nutzen könnt. Welche das sind, erfährst du im Folgenden.

Mit Muttersprachlern kommunizieren

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Im Tandem kommunizierst du mit Muttersprachlern

Zunächst einmal habt ihr mit Tandem die Chance, euch mit einem Muttersprachler zu unterhalten und Tipps aus erster Hand zu bekommen. Sowohl Aussprache als auch 'Slang' und Alltagssprache werden euch vertraut gemacht und ihr könnt je nach Wunsch mehr über die fremde Kultur erfahren.

Außerdem wirst du aktiv darin bestärkt, die neue Sprache zu sprechen und wirst dadurch schneller selbstsicher und vertraut mit ihr.

Neue Freundschaften

In der Regel treffen sich zwei Tandempartner, die sich gegenseitig austauschen. Häufig spricht man auch über Erfahrungen und persönliche Sichtweisen, sodass die Chance besteht, im Tandem neue Freundschaften zu schließen.

Flexibilität

Im Tandem seid ihr, im Gegensatz zu einer klassischen Sprachschule, in der Regel an keine festen Termine gebunden. Insbesondere wenn ihr über E-Mail oder Chat in Kontakt bleibt, ist es euch überlassen, wann ihr die fremde Sprache aktiv lernt.

Zu zweit ist es außerdem einfacher, gemeinsame Termine zu vereinbaren oder sich auch mal spontan zu treffen. Ihr könnt das Sprachenlernen also prima neben Universität, Schule oder Beruf in euren Alltag einbinden. Haltet euch jedoch unbedingt an eure Termine und sagt nicht ständig ab oder verschiebt das Treffen. Dadurch schafft ihr Misstrauen und womöglich springt euer Tandempartner nach einiger Zeit ab.

Fremde Sprache mit Spaß verknüpfen

Vorteile von Tandem: Das Praktische mit dem Angenehmen verknüpfen

In einer klassischen Sprachschule trefft ihr euch zum Lernen meist in immer der gleichen Räumlichkeit. Im Tandem könnt ihr den Ort eures Treffens selbst bestimmen und euch immer wieder etwas Neues einfallen lassen. Zum Beispiel trefft ihr euch in deinem Lieblingscafé, im Kino, zu einer Veranstaltung oder im Museum.

Damit verbindest du also das Sprachenlernen direkt mit etwas, das euch beiden wirklich Spaß macht. Außerdem habt ihr auf diese Weise immer wieder neue Themen, über die ihr euch unterhalten könnt.

Sprachschule versus Tandem

Im Prinzip ist es schwierig, Sprachschule und Tandem miteinander zu vergleichen. Denn in einer Sprachschule lernt ihr auch als Neulinge die Basics der Sprache, geht die Grammatik Schritt für Schritt durch und macht euch mit Lehrbüchern und Vokabeln vertraut. Hausaufgaben helfen euch dabei, auch zuhause aktiv zu werden und täglich zu üben.

Tandem solltest du eher als eine Erweiterung betrachten, in der du deine Fähigkeiten unter Beweis stellst. Denn hast du noch keine Berührungspunkte mit der Sprache gehabt, wirst du dich auch nicht in ihr unterhalten können. Ein gewisses Maß an Kenntnissen musst du also für ein Tandem mitbringen.

Tipps für dein Tandem

Wir haben sieben Tipps für dich, damit dein Tandem ein voller Erfolg wird. Dazu gehört auch, den richtigen Tandempartner zu finden und gemeinsame Regeln aufzustellen.

Hab erste Sprach-Kenntnisse

Seid auf einem Sprach-Niveau und habt erste Kenntnisse

Um mit deinem Tandempartner von Anfang an kommunizieren zu können, solltest du die Grundlage der Fremdsprache bereits beherrschen. Je mehr Vokabeln du kennst und je besser du mit der Grammatik vertraut bist, umso mehr Spaß macht dir später das Tandem.

Schließlich ist dein Tandempartner nicht dafür da, dir die Sprache von Grund auf beizubringen. Außerdem sollte euer Sprach-Niveau ähnlich sein. Ansonsten lauft ihr schnell Gefahr, euch vorzugsweise in der Sprache zu unterhalten, die ihr beide besser beherrscht. Dann macht das Tandem keinen Sinn für den einen Partner.

So findest du einen Tandempartner

Einen passenden Tandempartner zu finden, ist gar nicht so schwer. Schließlich hast du mehrere und kostenlose Möglichkeiten. Deinen Tandempartner findest du beispielsweise, indem du einen Aushang machst mit Eckdaten über dich, deiner Muttersprache, die Sprache, die du gerne lernen möchtest und gibst deine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse an.

Diesen Aushang kannst du an Schwarzen Brettern von Universitäten, Sprachschulen oder Bibliotheken befestigen. Daneben kannst du dein Gesuch in Facebook-Gruppen oder andere passende Online-Foren posten, eine App für Tandem benutzen oder bei speziellen Tandem-Programmen mitmachen.

Stellt gemeinsame Regeln auf

Stellt gemeinsame Regeln auf

Wenn ihr euch das erste Mal trefft beziehungsweise Kontakt via Mail oder Chat aufnehmt, könnt ihr gemeinsame Regeln vereinbaren. Damit stellt ihr von Anfang klar, wie ihr euch das Lernen vorstellt und was ihr von dem Tandem erwartet.

An dieser Stelle könnt ihr beispielsweise festlegen, wie lang ein Treffen ungefähr gehen soll und Sprechzeiten vereinbaren. Beispielsweise sprecht ihr einmal pro Treffen eine Sprache. Alternativ könnt ihr bei einem etwa einstündigen Treffen jeweils eine halbe Stunde in einer Sprache sprechen.

Du kannst deinem Tandempartner auch klar kommunizieren, über welche Themen du gerne mehr sprechen möchtest und zu welchem Zweck (falls es einen speziellen Grund gibt) du die Sprache lernst.

Das Wichtigste ist, dass ihr klar kommuniziert und aussprecht, was ihr euch vorstellt. Auf diese Weise ist hinterher niemand enttäuscht oder lernt an seinem Ziel vorbei.

Verbessert einander

Gebt euch ein konstruktives Feedback

Am besten sagst du deinem Tandempartner, dass er dich gerne verbessern und korrigieren darf. Schließlich hast du die Möglichkeit, mit einem Muttersprachler die Sprache einzuüben und Tipps aus erster Hand zu bekommen.

Andersherum gilt dies natürlich genauso: Mache deinen Partner auf grammatikalische Fehler oder Aussprachefehler aufmerksam. Lass ihn jedoch ausreden und unterbrich ihn nicht ständig bei kleineren Fehlern. Das könnte dazu führen, dass er sich entmutigt fühlt. Übe dabei konstruktive Kritik.

Das Selbstbewusstsein deines Gegenübers kannst du auch dadurch stärken, indem du ihn zwischendurch lobst. Sei an dieser Stelle jedoch unbedingt ehrlich.

Macht gemeinsame Aktivitäten

Um eure Treffen spannender zu gestalten und eine breite Themenvielfalt in euren Sprachgebrauch einzubauen, könnt ihr gemeinsame Unternehmungen machen. Auf diese Weise wird das Tandem garantiert nicht langweilig.

Beispiele und Inspirationen zu spannenden Aktivitäten haben wir hier für dich:

  • Museums- oder Theaterbesuch
  • Zusammen Filme in Originalfassung schauen
  • Landestypische Gerichte kochen
  • Gesellschaftsspiele spielen
  • Sportliche Aktivitäten (zum Beispiel Klettern, Tischtennis, Rudern)
  • Gemeinsam Bücher lesen
  • Zusammen zu einem Pub Quiz gehen

Sprecht über verschiedene Themenfelder

Sprecht über verschiedene Themen

Wenn sich zwei Menschen auf Anhieb gut verstehen, ist es oftmals schwierig, sie aus ihrem Redefluss zu bringen. Doch gerade wenn man sich unbekannt ist, können die Gespräche schnell ins Stocken kommen. Mach dir zunächst keine Sorgen darüber. Das ist vollkommen normal, besonders, wenn man die Sprache seines Gegenübers nicht perfekt beherrscht.

Falls dir Schweigepausen zwischen euch unangenehm sind und du sie von Vorhinein vermeiden möchtest, haben wir hier eine Auswahl an Themen für dich, über die ihr sprechen könnt:

  • Eure Biographie (Studium, Familie, Heimat, Erlebnisse)
  • Hobbys
  • Lieblingsfilme, -Bücher, -Speisen, -Tiere, etc.
  • Kultur (landestypische Märchen, Geschichten, Legenden)
  • Redewendungen und Sprüche
  • Welche Orte ihr schon bereist habt
  • Städte aus eurem Land
  • Orte, die ihr gerne bereist/ bereisen möchtest
  • Persönliche Eigenschaften und Fähigkeiten

Gebt euch Hausaufgaben auf

Es kann hilfreich sein, wenn ihr euch pro Treffen eine Aufgabe stellt, die ihr bis zum nächsten Mal erledigen müsst. Beispielsweise könnt ihr kurze Texte formulieren über ein bestimmtes Thema. Oder ihr lest einen Artikel, eine Geschichte, ein Gedicht oder ein Märchen, über das ihr beim nächsten Treffen dann sprecht. Damit übt ihr zuhause aktiv weiter und habt direkt ein Gesprächsthema für das nächste Treffen.

Sei geduldig und respektvoll

Seid geduldig und respektvoll zueinander

Ihr seid beide dabei, eine neue Sprache zu lernen und werdet hin und wieder Fehler machen oder euch unsicher fühlen. Bleib dabei aber unbedingt respektvoll und freundlich zu deinem Tandempartner. Das bedeutet: Mach dich nicht über seine Aussprachefehler lustig und falle ihm nicht ständig ins Wort.

Vielleicht wird er langsam sprechen und eine Zeit lang überlegen, ehe er ein Wort oder einen Satz ausspricht. Bleib geduldig und gib ihm die Chance, selbst eine Lösung zu finden. Das bedeutet: Sprich den Satz nicht automatisch zu Ende oder greife ihm die Wörter nicht vorweg.

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