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9 Tipps & Warnungen für eine gute Hundeerziehung

Fachredakteur
Aktualisiert:

Hundeerziehung

Deutschland ist eine Hundenation. Zurzeit leben hierzulande ungefähr fünf Millionen Tiere aus den unterschiedlichsten Rassen. Laut VDH, dem Verband für das Deutsche Hundewesen, kommen jedes Jahr schätzungsweise 500.000 Welpen aller Arten und Mischformen dazu.

Alles Tiere, die erzogen werden wollen. Und genau hier scheiden sich die Geister, nicht nur zwischen Hundebesitzern und Menschen, die keine Hunde haben, sondern auch unter den Tierbesitzern selbst.


Die Einen schwören auf Leckerlies und viel Lob, die Anderen auf eine harte Hand. Meistens jedoch liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen und natürlich hängen einzelne Vorlieben beim Erziehungsstil des Vierbeiners auch in der Persönlichkeit des jeweiligen Frauchens oder Herrchens.

Hier nun einige Tipps, die allen Ansichten und Meinungen zum Trotz in der Regel funktionieren und die für eine gute Hundeerziehung obligatorisch sind – und dazu, was Hundehalter lieber bleiben lassen sollten.

Beginn der Hundeerziehung

Gut: Schnell mit der Erziehung beginnen. Hunde müssen schon im frühen Welpenalter die ersten Regeln beigebracht bekommen. Regeln, die schon im Kleintieralter eingeübt werden, sind wesentlich fester im Bewusstsein des Hundes verankert als Dinge, die später erst antrainiert werden oder sogar wieder abtrainiert werden müssen.

Schlecht: Zu lange mit der Erziehung warten. Auf gar keinen Fall sollten die Besitzer bei ihrem Vierbeiner bis ins Erwachsenenalter warten, bevor sie mit der Erziehung beginnen. Einem älteren Tier etwas beizubringen, ist immer mit viel mehr Aufwand verbunden als Welpen etwas zu lehren.

Tipp 1: Online-Ratgeber wie dieser können immer nur eine erste Anlaufquelle auf dem Weg zur gelungenen Hundeerziehung sein. Tiefergehende Informationen findest du in Fachbüchern, die sich sowohl zum stringenden Durchlesen als auch zum regelmäßigen Nachschlagen eignen.

Besonders empfehlenswert ist eine Kombination aus konkreten Tipps zur Hundeerziehung sowie einem Ratgeber zur Hundegesundheit. Die tausendfach gelauften und weiterempfohlenen Bücher Mensch-Hund-Bindung gestalten und Die Hunde Gesundheits Bibel ergänzen sich hier ideal und sollten in keinem Regal eines Hundehalters fehlen.

Tipp 2: Der Beginn der Hundeerziehung ist der ideale Zeitpunkt, sich mit finanziellen Risiken und deren Absicherung zu beschäftigen. Absolute Pflicht und in einigen Bundesländern sogar gesetzlich vorgeschrieben ist eine Hundehaftpflichtversicherung. Sie springt etwa ein, wenn sich dein Hund im Straßenverkehr losreißt und einen folgenschweren Unfall verursacht. Kommen dabei Personen zu schaden, können Schadensersatzforderungen im siebenstelligen Bereich die Folge sein.

Nahezu jede namhafte Versicherung hat eine Hundehaftpflicht-Police im Programm. Die Leistungen variieren dabei ebenso wie die Versicherungskosten, entsprechend lohnt ein Vergleich. Der Hundehaftpflicht-Tarifrechner von Tarifcheck offenbart Preisunterschiede von mehr als 50 Prozent.

Sozialisierung der Hunde

Gut: Hunde immer mit anderen Hunden in Berührung bringen. Außerdem sollten die Besitzer auch selbstgenug Zeit mit den Tieren verbringen. Jeder Hund braucht, ähnlich wie Menschen, soziale Kontakte zu anderen Hunden.

So können sie lernen, sich zu behaupten oder unterzuordnen. Für soziale Kontakte empfiehlt sich eine Hundeschule.

Schlecht: Hund ohne Kontakt zu anderen Hunde und zu lange alleine in der Wohnung halten. Hunde, die wenig bis gar keine sozialen Kontakte mit Artgenossen oder anderen Menschen haben, zeigen nach einer bestimmten Zeit Verhaltensauffälligkeiten.

Deswegen sollten die Tiere auf gar keinen Fall ständig in der Wohnung gehalten werden. Menschen, die den ganzen Tag arbeiten und erst Abends sich mit dem Hund beschäftigen können, sollten darüber nachdenken, ob ein Hund das richtige Haustier ist.

Rangordnung

Gut: Die Rangordnung klar festlegen. Der Hund muss wissen, wer den Ton angibt und über ihm steht.  Hier sollten ganz klare Regeln und Grenzen gesetzt werden. Eine gute Methode ist das sogenannte Vortrittsrecht. Der Besitzer sollte sich bei Interaktionen immer sehr deutlich an die erste Stelle stellen, so zum Beispiel beim Essen.

Der Hund sollte erst sein Fressen bekommen, wenn Herrchen und Frauchen aufgegessen haben. Außerdem sollte der Besitzer immer vor dem Tier durch Türen oder aus dem Haus gehen. Auch der persönliche Lieblingsplatz oder das Bett soll ganz klar für das Tier tabu sein.

Schlecht: Den Hund zu dominant werden lassen. Auf gar keinen Fall sollte das Tier den Tagesablauf und zum Beispiel die Mahlzeiten bestimmen. Provokationen und betteln dürfen nicht akzeptiert werden.

Orte die tabu sind, wie Betten und Sofas, bleiben das auch. Niemals sind dabei Ausnahmen zu dulden, da sich der Hund sonst daran gewöhnt.

Konsequenz bei der Erziehung

Gut: Immer konsequent bleiben. Jede Erziehung, egal welcher Erziehungsmethode, funktioniert nur durch Konsequenz und Beständigkeit. Damit das Tier das Gelernte nicht verlernt, sollten die eingeübten Muster immer beibehalten werden.

Schlecht: Inkonsequent werden und zu häufig belohnen. Häufig ist es der Fall, dass Frauchen und Herrchen am Anfang sehr konsequent einen Plan verfolgen. Mit zunehmendem Alter des Tieres nimmt auch die Beständigkeit in der Erziehung ab.

Hunde sind allerdings wie Menschen, sie verlernen Dinge auch wieder. So wird der Hund auch irgendwann etwas nicht mehr machen, was er bereits konnte, wenn er nicht regelmäßig weiter trainiert wird. Das Gleiche passiert, wenn das Tier zu häufig belohnt wird. Die Folge ist, dass dann ohne Belohnung fast gar nichts mehr passiert.

Häufigkeit von Kommandos

Gut: Ein deutliches Kommando reicht für den Hund aus. Bei jeder guten Hundeerziehung kommt es auf die Häufigkeit der Kommandos an. Wenn der Hund ein bestimmtes Kommando wie "Platz", "Sitz" oder "Komm" bereits kennt, reicht in der Regel ein deutlicher Ausruf aus, und der Hund reagiert. 

Außerdem immer darauf achten, dass der Hund auch Zeit benötigt auf den Befehl zu reagieren. Bei Kommandos, die zu schnell hintereinander erfolgen, reagiert das Tier womöglich gar nicht.

Schlecht: Mehrfaches Rufen oder Aussprechen der unterschiedlichen Befehle führt entweder zu Desorientierung oder Desinteresse. Der Hund kann zum einen nicht unterscheiden, was genau gemeint ist, oder er hat beispielsweise gar kein Interesse mehr zum Besitzer zu kommen, weil er immer in hörbarer Nähe ist.

Worte und Gesten

Gut: Kommandos und Befehle immer auf Gesten abstimmen. Befehle und Gesten müssen immer aufeinander abgestimmt sein. Hunde sind genaue Beobachter und merken sehr schnell, wenn etwas nicht stimmig ist.

Schlecht: Keine gegensätzlichen Signale geben. Wenn Frauchen oder Herrchen mit erhobener und lauter Stimme etwas befehlen, dabei ihren Hund aber lobend tätscheln und möglicherweise noch eine Leckerei hinterher schieben, versteht das Tier unter Umständen das Kommando falsch und ist verwirrt.

Auf Dauer verknüpft der Hund dann die beiden unterschiedlichen Signale miteinander und denkt beispielsweise, dass er gelobt wird, obwohl er gerade etwas falsch gemacht hat.

Lob und Tadel

Gut: Konsequent und immer mit dem richtigen Timing loben: Lob ist ein ganz wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Hundeerziehung. Nur sollte das Lob auch mit einer gewissen Konsequenz und vor allem mit dem richtigen Timing erfolgen.

Wenn der Hund es zum Beispiel gewohnt ist, bei einer erbrachten Leistung eine Belohnung in Form eines Leckerlies zu bekommen, sollte Herrchen beziehungsweise Frauchen die Belohnung immer bereit haben. Läuft der Akt immer nach einem bestimmte Muster ab (Aktion folgt eine direkte Belohnung), so ist der Lerneffekt und der spätere Erfolg viel deutlicher spürbar.

Schlecht: Mit der Belohnung nicht zu lange warten. Nach einer guten Aktion und nach getaner Arbeit nicht noch lange in der Tasche kramen und den Hund mit seiner Belohnung warten lassen. Das Tier muss merken, wofür es gelobt wird.

Der Negativ-Effekt einer zu langen Pause zwischen Aktion und Belohnung ist, dass das Tier immer nach der Belohnung bettelt und das auch in Zukunft immer so machen wird.

Timing von Kommandos

Gut: Das Kommando immer zur richtigen Zeit und am richtigen Ort geben. Soll der Hund zum Beispiel über einen Graben oder auf einen Baumstumpf springen, reicht es nicht aus, einfach den Befehl zu einem beliebigen Moment zu geben.

Das jeweilige Kommando sollte immer kurz vor der Aktion stattfinden und für den Hund mit der Aktion verknüpfbar sein. Noch besser ist es, wenn es noch eine körperliche Komponente, sprich eine Geste zum Befehl, gibt.

Schlecht: Zum falschen Zeitpunkt einen Befehl geben. Wenn der Hund neben dem Frauchen oder Herrchen Platz machen soll, sollte das Kommando niemals zu früh erfolgen, zum Beispiel, wenn der Hund noch viel zu weit vom Besitzer entfernt ist.

So kann der Hund nicht erkennen, wo genau er Platz machen soll und verknüpft Kommando und den Willen des Halters nicht richtig.

Umgebungen

Gut: In jedem Lebensbereich die gleichen Erziehungsmuster anwenden. Wichtig ist, dass der Vierbeiner in allen Umgebungen und Lebenssituationen immer die gleiche Erziehung erfährt. Deswegen sollte immer auf eine klare Linie und Konstanz geachtet werden, die wenig Unterschiede zwischen den verschiedenen Lebenssituationen zulassen. Das schafft Struktur auf beiden Seiten.

Schlecht: Unterschiedliche Erziehungsstiel in den verschiedenen Lebensbereichen. Wenn Frauchen oder Herrchen den Hund auf dem Übungsplatz viel konsequenter behandelt als in den eigene vier Wänden oder beim Spaziergang im Park, ist es wahrscheinlich, dass sich die Verhaltensweisen des Tiers in den unterschiedlichen Lebensbereichen stark unterscheiden.

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