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Schnitzen lernen: 6 Tipps & 3 häufige Fehler

Schnitzen ist ein tolles Hobby, das du gut zuhause durchführen kannst. Alles, was du benötigst, ist passendes Holz und das richtige Schnitzwerkzeug. Worauf es dabei ankommt und wie du schnitzen lernst, erklären wir dir hier.

Suchst du ein technisches und gleichzeitig kreatives Hobby, ist Schnitzen das Richtige für dich. Dabei bearbeitest du mithilfe spezieller Werkzeuge verschiedene Hölzer und kreierst auf diese Weise ansehnliche Gebrauchsgegenstände oder Dekoartikel. Schon mit wenigen Mitteln kannst du beeindruckende Kreationen schaffen.

Was Schnitzen ist

Schnitzen lernen können auch schon Kinder

Schnitzen meint das Bearbeiten verschiedener Materialien, aber vorrangig Holz. Dazu benötigst du verschiedene Werkzeuge, die es dir ermöglichen, das Material in Form zu bringen. So kannst du Verzierungen, Skulpturen, aber auch nützliche Alltagsgegenstände herstellen. Schon in jungen Jahren kannst du mit dem Schnitzen anfangen. Am besten suchst du dir dann jedoch Hilfe von einem Erwachsenen. Bist du schon älter, kann es mit dem Schnitzen gleich losgehen.

Denn beim Schnitzen schaffst du allein durch deine Hände einen Gegenstand, der aus deiner Vorstellung entspringt. Du bist kreativ und gleichzeitig handwerklich tätig. So kannst du eine entspannte Auszeit vom stressigen Bürojob nehmen. Du kannst deinen Gedanken freien Lauf lassen und siehst hinterher, was du geschaffen hast. Deine Kreation kannst du verschenken oder selbst nutzen. In jedem Fall kannst du stolz auf das sein, was du selbst angefertigt hast.

Du musst jedoch nicht nur handwerklich geschickt und kreativ sein, um schöne Schnitzergebnisse zu erzielen. Geduld, ein Gefühl für Details und präzises Arbeiten sind ebenfalls förderlich beim Schnitzen. Zudem ist es empfehlenswert, ein gewisses Sicherheitsbewusstsein zu haben. Du arbeitest schließlich mit Messern und anderen scharfen Gegenständen. Da ist das Verletzungsrisiko hoch. Gibst du jedoch acht und hältst dich an Sicherheitsregeln, kannst du dieses Risiko erheblich minimieren.

Welches Schnitzwerkzeug du benötigst

Das richtige Schnitzwerkzeug ist enorm wichtig

Je nach Projekt brauchst du verschiedene Schnitzwerkzeuge, die dir bei der Umsetzung behilflich sind. Während früher schon ein einfaches Messer reichte, um daraus Schnitzfiguren herzustellen, hast du heutzutage eine Auswahl an unzähligen Materialien. Diese ermöglichen dir ein ganz besonders präzises Arbeiten und eine leichte Handhabung.

Schnitzmesser oder Schnitzeisen

Das wichtigste Werkzeug beim Schnitzen ist das Schnitzmesser beziehungsweise Schnitzeisen. Dieses gibt es in zahlreichen Variationen für unterschiedliche Hölzer und Ergebnisse. Schon am Anfang lohnt es sich, mit mehreren Schnitzmessern zu arbeiten. Auch um mehr Variation in deine Arbeiten zu bringen. Denn so macht das Schnitzen gleich viel mehr Spaß.

Unterscheiden kannst du zwischen verschieden großen Schnittkanten und unterschiedlichen Formen. Je nach Werkzeug kannst du Ecken, Wellen oder sogar ganz komplexe Motive herstellen. Die Breite des Werkzeugs kann zwischen 0,5 Millimeter bis acht Zentimeter variieren. Die Schneidenformen (oder Stiche) sind entweder flach, rund, v- oder u-förmig. Sie können gerade, gebogen oder gekröpft sein.

Allgemein kannst du zwischen vier verschiedenen Schnitzeisen unterscheiden:

  • Balleisen: Hierbei handelt es sich um Eisen mit einer flachen, geraden Schneide. Vor allem Rundungen können sehr gut mit dem Balleisen geschnitzt werden.
  • Flacheisen: Dieses Werkzeug hat eine leichte Höhlung und eignet sich besonders gut für flache Arbeiten.
  • Hohleisen: Dieses Eisen hat eine ausgeprägtere Höhlung und ist darum besonders für Vertiefungen geeignet.
  • Bohrer: Hier besteht eine u-förmige, starke Höhlung, mit der du besonders viel Holz wegnehmen und tiefe Löcher schnitzen kannst.

Darüber hinaus gibt es noch andere Schnitzwerkzeuge, die sich für spezielle Effekte eignen. Neben U-Formen und V-Formen gibt es auch Kanal-, Blumen- oder Macaroni-Eisen, mit denen du kleinste Details schnitzen kannst.

Schnitzeisen sind extrem scharf. Darum solltest du stets vorsichtig mit ihnen umgehen. Um das Verletzungsrisiko zu minimieren, gibt es für Kinder spezielle Schnitzmesser mit weniger scharfen Kanten. Welches Werkzeug sich genau für deine Zwecke eignet, hängt nicht nur von dir und vom gewünschten Effekt ab, sondern auch vom Schnitzholz. Weiche Hölzer benötigen nämlich einen anderen Schneidenwinkel als harte Hölzer.

Um verschiedene Hölzer und Effekte auszuprobieren, benötigst du also eine Vielzahl an Werkzeugen. Bereits als Anfänger lohnt es sich, verschiedene Schnitzmesser zu besitzen. Denn nur so kannst du umfassend experimentieren. Und das macht beim Schnitzen besonders Spaß. Oft bekommst du Schnitzwerkzeuge im Set, so dass du direkt eine kleine Sammlung an Schnitzeisen erwerben kannst und dich nicht für einzelne Schnitzmesser entscheiden musst.

Holz zum Schnitzen

Wähle das richtige Holz zum Schnitzen

Neben den Werkzeugen spielt auch das richtige Holz eine entscheidende Rolle beim Schnitzen. Denn mit einigen Hölzern kannst du besser arbeiten als mit anderen. Und nicht jedes Holz eignet sich gleich gut für verschiedene Arbeiten. Unterscheiden kannst du zwischen weichen und harten Hölzern.

Linde und Zirbelholz sind besonders für Anfänger geeignet, aber auch erfahrene Holzschnitzer greifen gerne zu diesen Hölzern. Bei Linde und Zirbel handelt es sich nämlich um weiche Hölzer, die du sehr gut bearbeiten kannst. Während Lindenholz eine eher helle Färbung hat, besitzt Zirbelholz eine rötliche Farbe, die nach dem Schnitzen stark nachdunkelt. Hier musst du nach deinen eigenen Präferenzen entscheiden, welches Holz du schöner findest.

Das helle Ahornholz ist ebenfalls ein beliebtes Schnitzholz. Allerdings lässt es sich schwieriger bearbeiten und ist darum weniger für Anfänger geeignet. Es handelt sich um ein hartes und besonders wertvolles Edellaubholz.

Neben diesen beliebten Schnitzhölzern eignen sich aber auch viele andere Hölzer zum Schnitzen. Wenn Schnitzen schon seit Jahren zu deinen Hobbies zählt, weißt du sicherlich Bescheid, welche Hölzer du für bestimmte Projekte nutzen kannst. Verwenden kannst du unter anderem:

  • Kastanienholz
  • Eichenholz
  • Birkenholz
  • Olivenholz
  • Pappelholz
  • Ulmenholz
  • Mandelholz
  • Birnenholz

Hammer

Ein Hammer kann das Schnitzen erleichtern

Für manche Arbeiten ist es empfehlenswert, einen Hammer zu verwenden. Diesen schlägst du jedoch nicht direkt auf das Holz. Du nutzt ihn, um das Schnitzmesser durch das Holz zu bewegen. Meist besitzt der Hammer einen runden Kopf aus Hartholz, Bronze oder Polyurethan, ein elastischer Kunststoff.

Halterung

Da du beim Schnitzen mit scharfen Werkzeugen arbeitest, solltest du stets Vorsicht walten lassen. Bei Unaufmerksamkeit kannst du dich nämlich leicht verletzen. Damit das Schnitzholz beim Bearbeiten nicht wegrutscht, solltest du es in einer Halterung fixieren. Das ist nicht nur sicherer, sondern auch um einiges handlicher. Häufig kommt dazu ein Schnitzgalgen zum Einsatz, der in eine Hobelbank eingespannt wird. Der Schnitzgalgen besteht aus zwei Hölzern, die durch ein bewegliches Gelenk verbunden sind. Dein Werkstück schraubst du dann mit einer Figurenschraube an deinem Schnitzgalgen fest, meist indem du ein Loch in den Boden des Stücks bohrst.

Kleinere Arbeiten kannst du zur Fixierung entweder auf ein Holzbrett leimen und später mit einem Spachtel lösen oder du nimmst das Werkstück einfach in die Hand. Dabei solltest du allerdings besonders vorsichtig sein. Rutschst du ab, kannst du dir gefährliche Schnittwunden zulegen.

Schnitzen lernen mit diesen Tipps

Diese Tipps helfen beim Schnitzen lernen

Schnitzen kannst du egal in welchem Alter lernen. Allerdings solltest du immer aufpassen, da du mit scharfen und spitzen Werkzeugen arbeitest und das Verletzungsrisiko dementsprechend hoch ist. Damit du auf der sicheren Seite bist und schnell kleine Schnitzereien fertigstellen kannst, geben wir ein paar Tipps für Schnitzanfänger.

Arbeite immer vom Körper weg

Um deine Sicherheit zu gewährleisten, solltest du immer vom Körper wegarbeiten. So leitest du die scharfen Kanten des Messers von dir weg und hast ein geringeres Verletzungsrisiko, solltest du einmal abrutschen. Bewege lieber das Werkstück, statt deine Schnitzrichtung zu ändern. Das ist zwar aufwändiger, kann dir aber eine schwere Verletzung ersparen.

Plane die nächsten Schritte

Bevor du mit dem Schnitzen loslegst, solltest du immer planen, wie du genau vorgehen möchtest. Hast du das Holz nämlich einmal von deinem Werkstück entfernt, kannst du diesen Schritt nicht mehr rückgängig machen. Überlege dir also vorher gründlich, in welchem Winkel du dein Schnitzmesser ansetzen musst und welches Werkzeug sich am besten für deine Zwecke eignet.

Mache Trockenübungen

Bist du dir unsicher, solltest du besser Trockenübungen durchführen. Probiere in der Luft aus, wie du das Messer drehen musst, um einen bestimmten Winkel zu erreichen. Führe die entsprechenden Bewegungen zur Übung aus, bevor du am Holz ansetzt. So gehst du sicher, dass du auch wirklich das Richtige tust.

Wasche dir regelmäßig die Hände

Beim Schnitzen solltest du dir regelmäßig die Hände waschen

Regelmäßiges Händewaschen ist für saubere Schnitzarbeiten besonders wichtig. Denn mit deinen Händen überträgst du Fette und Schmutz auf dein Werkstück, was unschöne Flecken erzeugt. Staub und Holzspäne solltest du darum nicht mit den Händen entfernen, sondern besser einen Pinsel benutzen. Mit diesem kannst du die Partikel von deinem Werkstück streichen. Leichte Verschmutzungen kannst du einfach wegpusten.

Beginne mit einfachen Projekten

Anfangs solltest du dir nicht zu viel zumuten. Detailreiche Arbeiten sind gerade für Anfänger ungeeignet und sorgen nur für Frust. Kommst du nicht voran oder machst Fehler, kannst du schnell die Lust am Schnitzen verlieren. Wähle darum ein Erstlingswerk ohne besondere Details. So bekommst du erst einmal ein Gefühl für das Holz und die Werkzeuge. Besonders geeignet sind Teller, Schalen oder einfache Holztiere. Leichter und schneller bearbeiten kannst du übrigens weiche Hölzer. Wähle darum am besten Linden- oder Zirbelholz für den Anfang.

Schärfe deine Schnitzwerkzeuge

Damit deine Projekte auch gelingen, solltest du deine Schnitzwerkzeuge regelmäßig schärfen. Denn nur mit scharfen Schnitzmessern kannst du das Holz einwandfrei bearbeiten und die Klinge leicht durch das Holz ziehen. Mit jedem Schnitt wird deine Klinge jedoch stumpfer und das Bearbeiten des Holzes schwerer.

Wenn deine Schnitte unsauber oder gar rissig werden, solltest du dein Werkzeug nachschärfen. Es kann gut sein, dass du dein Werkzeug unzählige Male nachschärfen musst, bevor du ein Projekt fertigstellst. Auch wenn dies mühevoll ist, solltest du keinesfalls mit stumpfen Schnitzeisen arbeiten. Sonst kann es sogar passieren, dass beim Schnitzen Holzstücke herausbrechen und dein Werkstück zerstört ist.

Wie du Schnitzwerkzeuge schärfst

Deine Schnitzmesser solltest du regelmäßig schärfen

Obwohl du deine Schnitzmesser regelmäßig schärfen solltest, kannst du es auch übertreiben. Schärfst du dein Schnitzwerkzeug zu oft, wird die Klinge immer dünner und du musst öfter Werkzeug nachkaufen. Es reicht, wenn du dein Werkzeug mit einem Lederlappen und etwas Polierpaste abreibst. Das kann deinem Schnitzeisen schon ein wenig mehr Schärfe verleihen.

Stellst du mit dieser Methode keine Verbesserung mehr fest, solltest du dein Schnitzwerkzeug mit einem Schleifsystem schärfen. Zwar kannst du deine Werkzeuge auch von Hand bearbeiten, einfacher geht es jedoch mit einem Maschinensystem. Unterscheiden kannst du hier zwischen Trocken- und Nassschleifkombinationen. Nach dem Schärfen musst du die Messer noch abziehen. Das funktioniert mit speziellen Maschinen, die über Abziehscheiben aus verschiedenen Materialien wie Gummi oder Leder verfügen. Die Drehrichtung sollte aus Sicherheitsgründen immer vom Körper weg erfolgen. Genau wie das Schnitzen musst du auch das Schärfen ein wenig üben, bis du den Dreh raushast.

Das solltest du bei deiner Holzschnitzerei vermeiden

Das Messer sollte kontrolliert durch die Holzschnitzerei gleiten

Willst du eine schöne Holzschnitzerei herstellen, solltest du einige Dinge vermeiden, die das Schnitzen erschweren und das Ergebnis beeinträchtigen. Damit bist du auf der sicheren Seite und hältst dein erstes selbst gemachtes Schnitzprojekt schneller in deinen Händen.

Hebeln und Brechen

Beim Schnitzen solltest du niemals mit roher Gewalt vorgehen, sondern das Messer kontrolliert durch das Holz gleiten lassen. Brichst du Holzstücke heraus, geht dir ein Stück weit Kontrolle verloren. Mitunter brichst du zu viel Holz ab und du musst von vorne beginnen. Hebeln und Brechen wird unter Schnitzern nicht gerne gesehen und auch du solltest es vermeiden, wenn du sauber arbeiten willst.

Schleifpapier nutzen

Während des Schnitzens solltest du die Finger von Schleifpapier lassen. Schleifst du das Holz zwischendurch ab, bleiben Schleifpartikel auf dem Holz zurück. Diese können dein Schnitzwerkzeug stumpf werden lassen. Du musst es also öfter nachschärfen und nutzt es schneller ab. Greife darum erst zu Schleifpapier, wenn du mit dem Schnitzen komplett fertig bist. Dann kann Schleifpapier durchaus sinnvoll sein, um deinem Projekt den letzten Feinschliff zu verleihen.

Billige Schnitzwerkzeuge wählen

Auch wenn es verlockend ist, als Anfänger zu billigen Schnitzwerkzeugen zu greifen, wirst du damit vermutlich eine Enttäuschung erleben. Denn billige Schnitzmesser sind oft schwerer zu handhaben und gleiten weniger gut durch das Holz. Zwar bekommst du eine Vielzahl schon zu günstigen Preisen, allerdings sind die Schnitzeisen dann kurzlebig und du musst schnell Werkzeug nachkaufen. Besser kaufst du gleich ein hochwertiges Schnitzmesser, mit dem deine ersten Schnitzversuche besser gelingen. Willst du trotzdem Geld sparen, kannst du zu gebrauchten aber hochwertigen Schnitzeisen greifen. Online gibt es zahlreiche Angebote.

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