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Upcycling: 4 Tipps für Anfänger & 5 einfache Ideen

Upcycling gilt als der neue Trend, wenn es um Nachhaltigkeit und Heimwerken geht. Mit ein wenig Geschick lassen sich aus alten oder kaputten Gegenständen neue Produkte gestalten. Wir geben Tipps zum Start und einfache Anleitungen für deine eigenen Upcycling-Projekte.

Einkaufstaschen aus kaputten Shirts, Kerzenständer aus Weinflaschen oder Zeitungs-Geschenktüten: Upcycling sind keine Grenzen gesetzt. Mit ein paar Tricks kannst auch du aus scheinbar unbrauchbaren Dingen neue Blickfänge kreieren. Was Upcycling genau ist, erfährst du im Folgenden.

Was Upcycling eigentlich ist

Was Upcycling eigentlich ist

Aus alt mach neu – das ist die Devise von Upcycling. Während beim klassischen Recycling alte Produkte nur wiederverwertet werden, zielt Upcycling auf eine Aufwertung alter Gegenstände. Kein Wunder, dass der Trend immer beliebter wird: Die westliche Lebensweise – unsere Wegwerfgesellschaft – wandelt sich allmählich hin zu mehr Nachhaltigkeit und Konsumbewusstsein. In ärmeren Ländern ist Upcycling dagegen kein Trend, sondern eine alltägliche Praxis. Die Menschen sind dort darauf angewiesen, das Beste aus alten Materialien herauszuholen – schließlich spart das Geld und einiges an Ressourcen.

Upcycling macht nicht nur enorm viel Spaß – es schont auch die Umwelt, das Portemonnaie und kann eine tolle Möglichkeit sein, sich kreativ zu entfalten. Beim Upcycling kannst du schließlich nicht viel falsch machen, kaputt sind die meisten Materialien ja ohnehin schon. Im Folgenden haben wir einige Tipps für dich, damit du erfolgreich als Hobby-Heimwerker durchstartest.

Aus alt mach neu: Tipps zum Start

Grundsätzlich sind deiner Fantasie und Kreativität beim Upcycling keine Grenzen gesetzt. Wenn du nachhaltig gestalten möchtest und gleichzeitig möglichst sparsam sein willst, haben wir einige Tipps für dich, die dir einen reibungslosen Start ermöglichen.

Keine neuen Produkte kaufen

Keine neuen Produkte kaufen

Das wichtigste am Upcycling ist, wirklich keine neuen Produkte zu verwenden. Sinn der Sache ist es nicht, extra für ein Projekt neue Produkte zu kaufen. Wenn du dir eine Anleitung herausgesucht hast, für die du nicht alle Materialien zusammen hast, solltest du im Rahmen deiner Möglichkeiten bleiben. Versuche kreativ zu sein und zum Beispiel das benötigte Material durch ein anderes zu ersetzen. Oder suche dir eine andere Anleitung heraus.

Das Gleiche gilt für kleines Material wie Farbe, Pinsel oder Werkzeug: Wenn du diese nur einmalig benutzt, um etwa ein spannendes Projekt umzusetzen, ist auch das wenig zweckgemäß. Suche dir lieber Ideen heraus, die mit wenig Aufwand auskommen und für die du nicht unnötig teures oder im Nachhinein unnützes Material besorgen musst.

Kaputte Dinge reparieren

Bevor du altes Material zerschneidest, aufreißt oder anmalst, solltest du dir überlegen: Ist es wirklich nicht mehr reparierbar? Am nachhaltigsten ist es, wenn alte Gegenstände repariert werden und so keine neuen Produkte gekauft werden müssen. Upcycling sollte der letzte Schritt sein, wenn wirklich nichts mehr zu retten ist. Scheinbar kaputte Kleidung lässt sich manchmal sogar ganz einfach selbst wieder flicken oder zusammennähen.

Produkte im Kreislauf lassen

Es ist auch nicht ganz so sinnvoll, Produkte aus ihrem Recycling-Kreislauf herauszunehmen. Mehrweg-Plastikflaschen sollten produktgerecht entsorgt und so ihrem Kreislauf wieder zugeführt werden. Sie zu zerschneiden wäre also nicht zweckmäßig – und eine Entsorgung im Nachhinein teilweise schwieriger oder nicht mehr nachhaltig.

Bleib kreativ und geduldig

Bleibe kreativ und geduldig

Der letzte und auch wichtigste Tipp zum Upcycling: Lasse deiner Kreativität freien Lauf. Es gibt unzählige Möglichkeiten, einen Gegenstand aufzuwerten. Ein altes T-Shirt kannst du zum Beispiel zu Putzlappen, Mundschutz oder zu einem Smartphone-Armband weiterverarbeiten – um nur drei Möglichkeiten zu nennen. Du kannst nicht viel falsch machen, wenn du selbst etwas herumexperimentierst – solange du nicht zusätzliches Material dafür kaufst.

Traue dir selbst etwas mehr zu. Manchmal hilft es auch, wie ein Kind zu denken: Nicht viel überlegen, sondern los. Und wenn es mal nicht klappt, nicht verzweifeln. Versuche den Gegenstand in seinen ursprünglichen Zustand zurückzubringen und starte nochmal neu. Die nachfolgenden Ideen und Anleitungen kannst du so übernehmen, oder können dich vielleicht zu anderen Kreationen inspirieren.

Upcycling-Ideen ganz einfach umsetzen

Upcycling umfasst so ziemlich alles an Materialien, Produkten und Gegenständen. Du kannst Kleidung wie Jeans oder T-Shirts aufwerten, oder aus alten Möbelstücken neue Kreationen schaffen. Mehr Bastelideen findest du hier.

Upcycling für Möbel

Alte Glasflaschen und kaputte Weingläser sind nicht so unbrauchbar, wie du vielleicht denkst. Schmeiße alte Möbelstücke und Gegenstände nicht weg, sondern suche dir Inspirationen zum Upcycling. Schon ein neuer Anstrich kann einen alten Gegenstand enorm aufwerten. Im Folgenden haben einige Upcycling-Ideen für dich, mit denen du neue Möbelstücke kreieren kannst.

Makramee-Vasen aus Altglas

Makramee-Vasen aus Altglas

Makramee ist nicht nur ein entspannendes und schönes Hobby, du kannst damit auch alte Gegenstände optisch aufwerten. Hast du alte Glasflaschen, kannst du mithilfe der einfachen Knotentechnik daraus hängende Vasen zaubern. Für die Anleitung brauchst du Glasflaschen, ganz egal welcher Größe. Wichtig ist nur, dass sie einen engen Flaschenhals besitzen, damit die Knoten nicht hinunterrutschen.

Du brauchst:

  • Alte Flaschen
  • Feste Schnur, zum Beispiel gewachste Baumwollschnur
  • Schere und Lineal

Folgendermaßen gehst du vor:

  1. Für eine 0,5 bis 0,75 Liter-Flasche benötigst du circa 90 bis 130 Zentimeter Schnur. Dazu kommt noch ein kürzeres Stück Schnur von circa 40 Zentimeter, das du für den Anfang benötigst. Zusätzlich dazu brauchst du noch zwei Schnüre, um die Flaschen aufzuhängen. Hast du dich für die Längen entschieden, schneidest du die Schnüre zurecht.
  2. Beginne mit der Schnur, die für den Anfang gedacht ist. Wickle sie einige Male um den engen Flaschenhals und befestige die Schnur zum Schluss mit einem Knoten.
  3. Nun nimmst du eine der langen Schnüre und legst sie doppelt. Du solltest eine Schlaufe haben, welche du unter der ersten Schnur hindurch schiebst. Ziehe die verbleibenden Enden durch die Schlaufe. Das Gleiche machst du mit den anderen fünf Schnüren in einem regelmäßigen Abstand voneinander. Tipp: Eine der Schnüre kannst du über den Knoten schieben, sodass du diesen dadurch verdeckst.
  4. Nun kannst du mit dem Knoten starten. Dabei gehst du vor, wie bei normalem Makramee auch: Jede Schnur teilt sich in zwei Fäden auf. Du knotest einen Kreuzknoten, bei dem du zwei Trägerfäden hast, die sich in der Mitte befinden. Links und rechts hast du je einen Arbeitsfaden. Verknote immer jeweils vier Fäden und nimm dabei abwechselnd je zwei Fäden links und rechts. Dabei hast du immer vier Fäden in der Hand.
  5. So gehst du vor, bis du am Flaschenboden ankommst. Knote hier die nächste Reihe eng unter den Boden, damit das Netz schön straff auf der Flasche aufliegt. Nimm alle Schnüre am Boden zusammen und suche die zwei längsten heraus. Die eine legst du in eine Schlaufe und mit der anderen umwickelst du schließlich alle anderen Schnur-Enden, auch die Schlaufe. Umwickle das Ganze mindestens fünfmal und stecke den Faden dann durch die Schlaufe. Ziehe alles fest und knote die Schnüre zusammen. Abstehendes kannst du mit einer Schere abtrennen.

In diesem Video siehst du nochmal eine ähnliche Anleitung:

Schlitten-Regal

Hast auch du noch Schlitten im Keller oder auf dem Dachboden, die mittlerweile dem Staub überlassen wurden? Kein Grund sie wegzuschmeißen – mit ein bisschen Geschick kannst du daraus ein hübsches Regal zaubern. Wie das funktioniert, erfährst du im Folgenden.

Du brauchst folgendes Material:

  • Schlitten
  • vier kleine Bretter (in passender Länge)
  • Spax-Schrauben (in passender Länge)
  • Akkuschrauber und Schleifmaschine
  • Nach Belieben noch Holz- oder Sprühlack, wenn du das Regal färben möchtest

Und so gehst du vor:

  1. Im ersten Schritt schleifst du den Schlitten gründlich ab und lackierst ihn neu, wenn du möchtest. Auch die Bretter sollten im gleichen Ton sein. Du kannst das Regal auch erst zusammenschrauben und im Nachhinein noch überstreichen.
  2. Stelle den Schlitten hochkant auf, so dass du die zwei kleinen Bretter einsetzen kannst. Mit den Spax-Schrauben fixierst du die Bretter, bis sie richtig fest sind. Achte darauf, dass die Schrauben haargenau passen und nicht durch die Bretter durchgehen. Fertig ist dein Regal.

Wandregal aus Obstkisten

Wandregal aus Obstkisten

Alte Obstkisten lassen sich mit ein paar einfachen Handgriffen zu rustikalen Wandregalen verwandeln. Für deine eigenen Obstkisten-Wandregale brauchst du folgendes Material:

  • vier lange Schrauben
  • Dazu passende Dübel
  • Unterlegscheibe aus Metall
  • Nach Belieben Holzlack oder Lackspray
  • Bohrer
  • Akkuschrauber

Folgendermaßen gehst du vor:

  1. Wenn du möchtest, lackierst du zuerst die Obstkisten in einer Farbe deiner Wahl.
  2. Die vier Schrauben sollen später an den Ecken der Kisten sitzen. Messe dafür den Abstand zwischen den Schrauben aus und markiere die Punkte sowohl an Wand als auch Kiste.
  3. Bohre an den richtigen Stellen vier Löcher in die Wand und stecke die Dübel hinein.
  4. Nun musst du die Unterlegscheibe auf die Schrauben stecken. Halte im nächsten Schritt die Kiste an die Wand und bohre die Schrauben in die Markierungen. Die Kiste müsste nun festsitzen – und fertig ist das Regal.

Eine ähnliche Anleitung findest du auch in diesem Video:

Upcycling für Kleidung

Alte T-Shirts, Jeans oder Pullover: Nicht alles, was du nicht mehr haben willst, ist auch kaputt. Manchmal sind Kleidungsstücke einfach ausgetragen und der nächste Schritt wäre der Altkleidercontainer oder direkt der Müll. Diesen Schritt kannst du dir sparen – lasse dich lieber von unseren Ideen für ein Kleidungs-Upcycling inspirieren.

Tasche aus Jeans

Zu klein, zu eng oder Farbe ausgewaschen: Irgendwann sitzt auch die beste Jeans nicht mehr. Anstatt sie wegzuschmeißen, kannst du aus ihr eine individuelle Tasche nähen. Folgendes Material benötigst du:

  • Alter Gürtel
  • Jeans (je breiter das Hosenbein, desto besser)
  • Nähmaschine
  • Schere
  • Nadeln und Faden
  • Textilkleber

Und so gehst du für deine eigene Jeans-Tasche vor:

  1. Schneide ein Hosenbein der Jeans etwa auf Kniehöhe ab (circa 40 Zentimeter vom Fuß-Saum entfernt). Drehe den Abschnitt auf links, sodass die Außenseite nach Innen gedreht ist. Schneide den Gürtel etwa zehn Zentimeter von der Schnalle entfernt ab und schiebe ihn in die Jeans (durch das Jeansbein durch) an den abgeschnittenen Rand.
  2. Nähe den unteren Rand mit der Nähmaschine zu und achte dabei darauf, dass der Gürtel sich nicht verschiebt. Du kannst zwei Nähte machen: Eine gerade, etwa ein Zentimeter vom Rand entfernt und eine zum Versäumen (gerne auch in Zick-Zack-Linien).
  3. Markiere nun etwa vier Zentimeter von der Spitze entfernt eine Linie und steppe diese mit einer gerade Naht ab. Nähe beide Ecken zu.
  4. Drehe die Tasche auf rechts. Nun müsste das untere Ende gut zusammengenäht sein.
  5. Nun muss der Gürtel auf die passende Länge geschnitten werden. Dafür füllst du die Tasche so, dass sie voll ist. Rolle das obere Ende ein (wie du es auch später tun wirst), schließe die Gürtelschnalle und lege das hintere, lose Teil um den Beutel herum. Nun kannst du es auf der Hinterseite an der gewünschten Stelle abschneiden.
  6. Steche mit einem spitzen Gegenstand zwei kleine Löcher in das Gürtelende und nähe es wie einen Knopf an der zuvor ausgemessenen Stelle an.
  7. Noch ist der Gürtel recht lose. Damit er nicht hin und her rutscht, befestigst du ihn mit Textilkleber an der Rückseite der Tasche.
  8. Lasse den Kleber gut trocknen, dann ist deine Tasche fertig.

Schulterfreie Bluse aus altem Hemd

Aus alten, scheinbar unbrauchbaren Hemden kannst du ganz einfach modische schulterfreie Blusen nähen. Du brauchst dafür folgendes Material:

  • Ein altes Hemd
  • Gummiband (18 Millimeter breit und ein Meter lang)
  • Garn in der Blusenfarbe
  • Schere, Nähmaschine und Sicherheitsnadel

Folgendermaßen gehst du vor:

  1. Lege das Hemd auf eine flache Unterlage und schneide den Kragen oberhalb der Schultern ab. Drehe das Hemd nun auf links und klappe den abgeschnitten Rand einmal um.
  2. Die Oberfläche steckst du jetzt mit Stecknadeln ab.
  3. Im nächsten Schritt nähst du mit der Nähmaschine am äußeren Rand entlang und lässt dabei am Ende eine etwa fünf Zentimeter große Öffnung übrig.
  4. Stecke nun die Sicherheitsnadeln vorne an das Gummiband und ziehe das Band durch die Öffnung.
  5. Das Ende des Gummibands nähst du nun zusammen, auch die letzten fünf Zentimeter werden zugenäht.
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