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Kalligraphie lernen: 3 wichtige Materialien & 8 Tipps für Anfänger

Fachredakteurin
Aktualisiert:

Kalligraphie ist eine besonders schöne Methode, um selbstgemalte Bilder, selbstgebastelte Karten oder einfach einen handgeschriebenen Brief aufzuwerten. Wie du Kalligraphie lernen kannst und was du dabei beachten musst, erklären wir dir im Folgenden.

Kalligraphie bezeichnet die Kunst des Schönschreibens – und das mithilfe verschiedener Schreibwerkzeuge. Welche sich dazu besonders eignen und wie du mit ihnen besonders schön schreiben kannst, erfährst du im Folgenden.

Das ist Kalligraphie

Das ist Kalligraphie

Kalligraphie (auch Kalligrafie) ist kein neuer Trend. Schon seit jeher nutzen Menschen Schönschrift, um wichtige Texte schriftlich festzuhalten.

Denn schön geschrieben sind sie am leichtesten entzifferbar. Neben der Sprache ist Schrift ein besonders wichtiges Mittel der Kommunikation.

Die Schönschrift und somit auch die Kalligraphie ist also die Kunst der Kommunikation. Lange Zeit war Kalligraphie ein angesehener und wichtiger Beruf für Männer, die bedeutende Schriften wie die Bibel oder den Koran in kunstvoller Form abschrieben und so dafür sorgten, dass diese bis heute überliefert sind.

Heutzutage, in Zeiten von Computern und Smartphones, verliert die Schönschrift immer weiter an Bedeutung. Wurde sie zuerst vom Buchdruck abgelöst, kommen nun auch digitale Schriften hinzu, die Texte besonders einheitlich darstellen.

Als Hobby ist Kalligraphie aber weiterhin beliebt. Willst du eine besonders persönliche Nachricht verfassen, einen schönen Brief schreiben oder eine eigene Karte erstellen, bietet sich dazu Kalligraphie an.

Die Schönschrift gibt deinem Text eine ganz besondere Note und macht ihn noch eine Spur persönlicher. Du verwendest viel mehr Zeit, um deinen Text zu verfassen. In deinem Text steckt also viel mehr Mühe, wenn du ihn handschriftlich und in Schönschrift erstellst.

Unterschied zwischen Handlettering und Kalligraphie-Schrift

Unterschied zu Handlettering

Kalligraphie und Handlettering werden oft gleichgesetzt.

Dabei handelt es sich um zwei verschiedene Kunstformen, die zwar Ähnlichkeiten besitzen, aber dennoch einige Unterschiede aufweisen.

Während Kalligraphie das Schönschreiben beziehungsweise kunstvolle Schreiben bezeichnet, handelt es sich beim Handlettering um das Zeichnen beziehungsweise Malen von Buchstaben und Wörtern.

Es ist also noch um einiges kunstvoller und kreativer als Kalligraphie, bei der die genaue Technik zumeist vorgegeben ist.

Moderne versus traditionelle Kalligraphie

Traditionell gibt es bei der Kalligraphie viele Leitlinien und Regeln. Ästhetik spielt hier eine essentielle Rolle. Das Ergebnis muss ordentlich und einheitlich sein. Auch wie die einzelnen Buchstaben aussehen sollen, ist zumeist festgelegt. Heutzutage sind die Vorgaben lockerer und es herrscht mehr Freiraum und Individualität.

Deine Schrift muss nicht perfekt sein, damit du sie Kalligraphie nennen darfst. Kleine Macken verleihen ihr sogar mehr Persönlichkeit und du hast mehr Möglichkeiten, deine Kreativität auszuleben.

Kalligraphie-Set: Die nötigen Materialien

Kalligraphie-Set: Die nötigen Materialien

Um Kalligraphie auszuüben, brauchst du verschiedene Materialien, die es dir ermöglichen, besonders elegante Buchstaben zu schreiben.

Dazu gehört Kalligraphie-Papier, ein spezieller Kalligraphie-Stift und natürlich Tinte. Du kannst alles zusammen in einem Set erhalten oder die Materialien einzeln kaufen.

Wenn du zuerst verschiedene Optionen ausprobieren möchtest, empfiehlt es sich, diese einzeln zu erwerben.

Willst du Kalligraphie jedoch einfach ausprobieren und schauen, ob die Schreibkunst etwas für dich ist, empfiehlt es sich, ein günstiges Set zu kaufen. So erhältst du alles, was du am Anfang brauchst, mit einem Kauf. Im Nachhinein kannst du dir immer noch anderes Zubehör dazu kaufen.

Kalligraphie-Papier

Obwohl du auch durchaus auf normalem Papier schön schreiben könntest, macht sich die Schönschrift doch besonders gut auf qualitativ hochwertigen Exemplaren. Spezielles Kalligraphie-Papier besitzt speziell auf die Technik angepasste Eigenschaften. So wellt sich das Papier nicht, wenn du mit etwas mehr Tinte arbeitest.

Darüber hinaus ist es besonders glatt, so dass der Stift effektiv über das Papier rutschen kann und nicht verläuft. Sogenanntes Layoutpapier ist zudem leicht durchsichtig, so dass du Hilfslinien nicht auf dem Papier an sich, sondern auf einem darunterliegenden Papier einzeichnen kannst.

Für Kalligraphie sind allgemein besonders heißgepresste Papiere geeignet, da kaltgepresste eine eher raue Oberfläche besitzen.

Kalligraphie-Stift: Rundspitze versus Keilspitze

Kalligraphie-Stift: Rundspitze versus Keilspitze

Welches Schreibgerät du für die Kalligraphie verwendest, hängt ganz von deinen Vorlieben ab.

Du kannst sowohl einen Pinsel als auch einen Füllfederhalter verwenden oder einen speziellen Kalligraphie-Stift. Unterscheiden kannst du dabei zwischen einer Keilspitze und einer Rundspitze.

Stifte mit Rundspitze gibt es zahlreiche, da es sich hier um die allgemein gebräuchliche Schreibspitze handelt, wie du sie beispielsweise bei Kugelschreibern oder Finelinern findest.

Je nach Stift ist die Rundspitze jedoch in unterschiedlichen Strichstärken vorzufinden. Vor allem für Anfänger ist die Rundspitze empfehlenswert, da gleichmäßiges Schreiben mit ihr leichter fällt.

Mit der Keilspitze sieht Kalligraphie jedoch besonders schön aus, da sie der Schönschrift eine elegante Note verleiht. Das Ergebnis sieht so besonders gut aus, allerdings bedarf der Umgang mit der Keilspitze einiger Übung.

Ihren Namen hat die Keilspitze aufgrund ihrer Keilform, sie hat also eine breite und eine schmale Seite. Mit der Stifthaltung kannst du die Dicke des Strichs maßgeblich beeinflussen. Wendest du die Keilspitze einige Zeit lang an und probierst dich aus, erhältst du ein Gefühl für die Eigenschaften des Werkzeugs.

Tipp: Besonders beliebt sind Kalligraphie-Füller. Diese eignen sich insbesondere zur Beschriftung von Geburtstagskarten oder Einladungen.

Tinte und Tusche

Ob du nun mit Tinte oder Tusche schreibst, ist ganz dir überlassen und hängt mit der Wahl des Schreibwerkzeugs zusammen. Traditionell wird für die Kalligraphie tiefschwarze Tusche verwendet. Diese besitzt eine besonders hohe Deckkraft und hat somit einen besonders schönen Effekt.

Du kannst für die Kalligraphie allerdings auch normale Schreibtinte verwenden, die weniger pigmentiert und dünnflüssiger ist. Diese nutzt du am besten zusammen mit einem Füllfederhalter.

Kalligraphie lernen: So geht’s

Kalligraphie lernen: So geht’s

Wenn du dir die passenden Materialien angeschafft hast, steht den ersten Schreibübungen nichts mehr im Weg.

Natürlich musst du dich zuerst an die vielleicht ungewohnten Stifte gewöhnen, aber mit ein bisschen Übung klappt das gewiss.

Wichtig ist, dass du regelmäßig übst und mit Spaß bei der Sache bist.

Auch wenn es nicht gleich zu Anfang perfekt klappt, ist das noch lange kein Grund, den Mut zu verlieren. Wie bei jeder Kunst macht erst Übung den Meister. Bleibst du dran und probierst dich immer wieder aus, kannst du in Zukunft Karten, Bilder und Texte mit Kalligraphie verzieren.

Kalligraphie-Buchstaben: Zeichne Hilfslinien ein

Besonders am Anfang ist es absolut empfehlenswert, Hilfslinien einzuzeichnen. Diese helfen dir bei der Orientierung und deine Buchstaben einheitlich zu halten.

Damit deine Buchstaben und Wörter besonders gleichmäßig erscheinen, kannst du sechs Hilfslinien einzeichnen. Mit der Zeit kannst du einige Linien weglassen, doch gerade am Anfang können Hilfslinien deine Schönschrift ästhetischer erscheinen lassen.

Hilfreich sind besonders folgende Linien:

1. Basislinie: Eine Basislinie findest du in jedem Schulheft. Sie sorgt dafür, dass deine Schrift gerade auf dem Papier verläuft. Auf dieser Basislinie liegen die Buchstaben sozusagen auf.
2. Oberlinie: An der Oberlinie kannst du festmachen, wie hoch aufsteigende Buchstaben wie ein "h" oder "l" gehen sollen.
3. Oberlinie für Großbuchstaben: Bei der Kalligraphie sind Großbuchstaben ein Stück größer als andere aufsteigende Buchstaben. Kurz über der Oberlinie liegt darum eine spezielle Oberlinie für Großbuchstaben.
4. x-Linie: Die x-Linie liegt zwischen der Basis- und Oberlinie und beschreibt die Höhe eines kleingeschriebenen "x". Meist liegt sie genau in der Mitte zwischen den zwei beschriebenen Linien. Kleinbuchstaben liegen oftmals zwischen der Basislinie und der x-Linie.
5. Neigungslinie: An der Neigungslinie kannst du dich orientieren, wenn es um die Schräge der Buchstaben geht. Denn besonders diese hat großen Einfluss auf die Einheitlichkeit deiner Schrift.
6. Unterlinie: Die Unterlinie zeigt an, wie lang ein Buchstabe sein soll, der unter die Basislinie geht wie ein "g". Sie sollte etwa den gleichen Abstand zur Basislinie haben wie die Oberlinie.

Übe einzelne Buchstaben des Kalligraphie-Alphabets

Das ABC der Kalligraphie

Wenn du die beschriebenen Hilfslinien eingezeichnet hast, geht es daran, einzelne Buchstaben zu üben.

Am besten übst du einen Buchstaben solange, bis du mit dem Ergebnis zufrieden bist.

Dafür schreibst du eine Zeile lang immer denselben Buchstaben. Der letzte Buchstabe ist mit Sicherheit schon weitaus besser als dein erster Versuch.

Gehe das Alphabet nacheinander durch, bis du jeden Buchstaben in Klein- und Großschreibung geschrieben hast und damit zufrieden bist.

Mache regelmäßig Wiederholungen

Wie bei jeder Kunst ist regelmäßiges Üben die Grundlage für Erfolg. Probierst du Kalligraphie einmal aus und gehst dann nach einigen Wochen davon aus, dass du immer noch auf dem gleichen Level bist, ist das wahrscheinlich mit einer Enttäuschung für dich verbunden.

Zwar kannst du die Technik dann schneller wieder neu lernen, musst aber trotzdem vermehrt üben, um wieder auf dem selben Niveau zu sein wie zuvor.

Besser ist es, konstant dranzubleiben und täglich nur wenige Minuten zu üben, anstatt alle paar Wochen mehrere Stunden für das Schönschreiben aufzubringen. Hast du es dann vollständig gelernt, kannst du deine Übungseinheiten reduzieren. Wichtig ist dennoch, regelmäßig dranzubleiben, um dein Level zu halten.

Plane die Wörter genau

Gerade am Anfang kann es hilfreich sein, wenn du deine Wörter mithilfe deiner Hilfslinien genau planst. Gehe jedes Wort und jeden Buchstaben gedanklich durch und markiere dir eventuell einige Punkte, bevor du mit dem Schreiben beginnst.

Auf welcher Höhe soll dein Buchstabe aufhören? Wo fängt er an? Wie viel Abstand soll zwischen den einzelnen Buchstaben und Wörtern bestehen? Wenn du diese Punkte bedacht und entsprechende Markierungen vorgenommen hast, kannst du mit dem Schreiben beginnen. Beim nächsten Wort solltest du in ähnlicher Weise vorgehen.

Entwickle ein Gefühl für den Stift

Gefühl für den Stift entwickeln

Anfangs ist es besonders wichtig, dass du ein Gefühl für den Stift entwickelst.

Besonders wenn du eine Keilspitze verwendest, ist das Schreibwerkzeug bestimmt ungewohnt für dich.

Du musst dich an die Haltung und Eigenschaften des Stiftes gewöhnen, um hinterher ein schönes Ergebnis zu erhalten.

Mache daher anfangs leichte Übungen, indem du Striche und Linien in verschiedener Dicke malst. Auch Wellenlinien sind gut geeignet, um die Linienführung des Stiftes zu verstehen. Übe unterschiedlich viel Druck aus und schaue, wie der Stift sich verhält.

Der Schreibrhythmus spielt ebenfalls eine erhebliche Rolle bei der Kalligraphie. Versuche denselben Rhythmus beizubehalten, während du den Stift im Zickzack oder in Schlangenlinien führst. Das hilft dir auch später beim Schreiben, denn der Rhythmus spiegelt sich auch in deinem Schriftbild wider.

Experimentiere

Kalligraphie ist Kunst und damit auch kreativ. Auch wenn es bei der Kalligraphie viele technische Vorgaben gibt, damit das Ergebnis einheitlich aussieht, kannst du doch mit verschiedenen Farben, Schriftarten und Schreibwerkzeugen experimentieren.

Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Du könntest beispielsweise jeden Buchstaben, jedes Wort oder jede Zeile in einer anderen Farbe schreiben.

Bedenke jedoch, dass das Ergebnis ein bisschen verworren aussehen kann, wenn du zu viele unterschiedliche Materialien verwendest. Dennoch hilft dir das Experimentieren auch dabei, ein Gefühl für verschiedene Werkzeuge zu entwickeln und deine Lieblingswerkzeuge auszumachen.

Entwickle deinen eigenen Stil

Lerne verschiedene Kalligraphie-Schriften und entwickle deinen eigenen Stil

Ebenso wie jeder Mensch eine eigene Handschrift hat, gibt es auch verschiedene Kalligraphie-Schriften.

Es gibt verschiedene Stile, die du ähnlich einer Programmiersprache erst lernen musst. Natürlich kannst du dich auch damit zufrieden geben, nur einen Stil zu beherrschen.

Für mehr Vielfalt bietet sich jedoch das Erlernen verschiedener Kalligraphie-Schriften an. Diese kannst du dann noch individualisieren und ihnen einen persönlichen Touch verleihen, um einen eigenen, persönlicheren Stil zu entwickeln.

Genieße die entspannende Wirkung

Zu guter Letzt sollte natürlich der Spaß an der Sache nicht verloren gehen. Kalligraphie kann eine meditative Wirkung haben. Du betätigst dich handwerklich und kannst deinen Kopf einen Moment ausschalten und dich voll und ganz auf das Schreiben konzentrieren.

Das hilft dabei, Stress abzubauen und nach einem langen Tag herunterzukommen. Somit kann es auch zur Entspannung im Alltag beitragen. Wenn du dich voll und ganz auf die Kalligraphie einlässt, hast du hinterher nicht nur einen schön geschriebenen Text, sondern auch eine entspanntere Lebenshaltung.

Mehr Entspannungstechniken findest du hier.

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