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Genealogie: 9 Tipps & 7 Fallstricke bei der Ahnenforschung

Viele Menschen interessieren sich für ihre Vorfahren. Die Frage nach der Herkunft hat eine gewisse Faszination und birgt scheinbar unendlich viele Möglichkeiten. Wo kamen unsere Vorfahren her, was taten sie beruflich und wo lebten sie? Wir zeigen dir, was du bei deiner Ahnenforschung beachten musst.

Ahnenforschung: Was Genealogie ist und warum sie uns fasziniert

Ahnenforschung: Was Genealogie ist und warum sie uns fasziniert

Ahnenforschung oder wissenschaftlich auch Genealogie ist ein Teil der Geschichtswissenschaft und dient dazu historische Quellen zu finden und einzuordnen. Das Wort Genealogie stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den beiden Wörtern geneá (Abstammung) und lógos (Lehre) zusammen. Die Genealogie und somit auch die Ahnenforschung ist also die Lehre von der Abstammung.

Vor allem Wissenschaftler beschäftigen sich mit der Ahnenforschung. Es gibt zahlreiche Organisationen, die genealogische Forschung für Privatpersonen anbieten. Aber es spricht auch nichts dagegen selbst Ahnenforschung zu betreiben. In vielen Fällen haben Verwandte es sogar leichter bestimmte Sachverhalte über ihre Ahnen herauszufinden, da Außenstehenden Informationen eher vorenthalten werden.

Oft quälen uns viele Fragen über unsere Herkunft. Welchen Beruf hatte der Urgroßvater? Wo wohnten die Vorfahren vor einem Jahrhundert? Waren manche der Ahnen vielleicht sogar berühmt? Meist kannst du diese Fragen mit ein bisschen Zeitaufwand und Feingefühl klären und schon bald hast du viele Informationen über einen Großteil deiner Vorfahren zusammen. Willst du jedoch noch tiefer in die Materie und die Vergangenheit eindringen, musst du ein bisschen mehr Zeit und Aufwand einplanen. Hast du dann endlich genug Fakten gesammelt, kannst du die Ergebnisse in einem Stammbaum oder einer Ahnentafel verarbeiten.

9 Tipps bei der Erforschung deiner Ahnen

Befrage deine Verwandten

Am besten startest du mit deinen Nachforschungen in deinem näheren Umfeld. Meistens kannst du dir schon wichtige Dokumente und Informationen bei deinen lebenden Verwandten beschaffen. Ein großer Vorteil ist dabei, wenn du viele ältere Verwandte hast. Wenn zum Beispiel deine Urgroßmutter noch lebt, kann sie bestimmt noch viel aus dem letzten Jahrhundert erzählen und sich an viele Verwandte erinnern. Auch von deinen Großeltern kannst du mit Sicherheit viele nützliche Informationen und Dokumente erhalten, wie zum Beispiel Fotos oder Stammbäume.

Mache sorgfältige Notizen

Mache sorgfältig Notizen deiner Recherchen

Wichtig ist außerdem, dass du deine Verwandten systematisch interviewst und dir alles ausführlich dokumentierst. Vor allem wichtige Daten wie Geburtsdatum, Hochzeitsdatum und Sterbedatum solltest du in Erinnerung behalten. Aber auch Geschichten, die deine Verwandten erzählen, können für die spätere Recherche von Vorteil sein. Außerdem kannst du versuchen die Personen von den Fotos, die du von deinen Verwandten erhalten hast, zu identifizieren. Bestimmt können sich einige deiner Verwandten noch an die Namen und den Verwandtschaftsgrad erinnern. Auch hier ist es wiederum wichtig, alles sorgfältig zu notieren.

Sammle auch scheinbar unwichtige Dokumente

Auch Dokumente, die dir im ersten Moment unwichtig erscheinen, können dir dabei helfen, mehr über deine Vorfahren zu erfahren. Liebesbriefe, alte Lokalzeitungen, Notizen und Familienbibeln können einige wichtige Informationen enthalten. Oft stehen in diesen Dokumenten relevante Informationen nur als Randbemerkung, aber dennoch können sie deine Recherche voranbringen. Umso mehr Informationen du am Anfang zusammengetragen hast, desto mehr wirst du am Ende über deine Vorfahren wissen.

Werte die gesammelten Informationen aus

Hast du alle Informationen und Dokumente von deinen Verwandten gesammelt, kannst du nun beginnen die Unterlagen auszuwerten. Lies dir alle Schriftstücke genau durch und notiere dir die Zusammenhänge. Eine Person wird wahrscheinlich in verschiedenen unzusammenhängenden Dokumenten erwähnt. Deine Aufgabe ist es nun diese Zusammenhänge zu erkennen. Auch deine Gesprächsaufzeichnungen und Fotos solltest du hinzuziehen, um ganzheitliche Informationen über deine Vorfahren zu erhalten.

Suche Standesämter auf

Anhand deiner ausgewerteten Informationen kannst du dein weiteres Vorgehen planen. Nun solltest du öffentliche Stellen hinzuziehen. Wahrscheinlich weißt du mittlerweile schon einiges über deine Vorfahren. Die wichtigsten Informationen sind Namen und Wohnort, denn so kannst du das jeweilige Standesamt aufsuchen und Informationen aus dem Personenstandsregister erhalten. Allerdings bekommt nicht jeder Einsicht in solch ein Register. Nur direkte Verwandte oder Personen mit einem rechtlichen Interesse bekommen Zugang. Für die Suche der Dokumente bekommen die Standesämter zudem eine Aufwandsentschädigung. Das Personenstandsregister unterteilt sich in drei spezifische Register:

  • Das Ehe- und Lebenspartnerschaftsregister

Aus diesem Register kannst du den Tag und den Ort der Eheschließung einer Person erfahren. Du kannst außerdem den Namen, das Geburtsdatum und den Geburtsort des Ehegatten in Erfahrung bringen. Des Weiteren stehen in diesem Register auch die Religionszugehörigkeit und der Familienname, der nach der Eheschließung von den Ehepartnern geführt wird. Es kann bis zu 80 Jahre nach der Eheschließung eingesehen werden. Heutzutage werden hier auch Lebenspartnerschaften eingetragen.

  • Das Geburtenregister

Im Geburtenregister kannst du den vollständigen Namen und das Geschlecht des Kindes, den Ort, das Datum und die Uhrzeit der Geburt herausfinden. Zudem stehen hier auch die Namen der beiden Elternteile und auf Nachfrage auch die Religionszugehörigkeit. Das Geburtenregister kannst du bis zu 110 Jahre nach der Geburt einsehen.

  • Das Sterberegister

Hier steht der vollständige Name des Verstorbenen. Zudem findest du auch nähere Informationen zur Geburt (Ort und Datum) und zum Todeszeitpunkt (Ort, Datum und Uhrzeit). Außerdem wird auch hier die Religionszugehörigkeit des Verstorbenen erwähnt. Das Sterberegister kannst du allerdings nur bis zu 30 Jahre nach dem Todeszeitpunkt einsehen.

Ziehe Archivarbeit in Erwägung

Archiv-Recherche zur Ahnenforschung

Sollten dir die gesammelten Informationen nicht ausreichen und möchtest du noch weiter in der Vergangenheit forschen, wirst du um Archivarbeit nicht herumkommen. Diese teilt sich in kirchliche und staatliche Archive auf. Bis 1876 hatten Kirchen ein Monopol auf die Führung von Tauf-, Toten- und Traubüchern. Willst du also Einblick in diese Dokumente erhalten, musst du zum zuständigen Kirchenarchiv gehen.

Oftmals ist Archivarbeit sehr mühselig, denn es gibt allerhand Dokumente, durch die du dich hindurchwühlen musst. Schwierig ist Archivarbeit auch, wenn deine Vorfahren sehr oft den Wohnort gewechselt haben, denn dann musst du dich durch viele Archive durcharbeiten, um ganzheitliche Informationen zu erhalten. Je älter die Dokumente werden, umso schwieriger sind sie außerdem für Laien zu verstehen. Es kann sogar sein, dass die Dokumente auf Latein verfasst oder allgemein nur noch schwer leserlich sind. Allerdings kannst du dir Abhilfe verschaffen, indem du die wichtigsten Begriffe des Kirchenlateins aus dem Internet heraussuchst.

Zudem findest du in jedem Bundesland verschiedene Staatsarchive. Darüber hinaus gibt es auch Archive zu Spezialthemen wie Militärarchive oder Archive, die sich speziell mit Familiengeschichte befassen. Im Bundesarchiv kannst du Einsicht in einen Großteil personenbezogener Unterlagen erhalten. Hier findest du Näheres über den Verbleib bestimmter Personen während der NS-Zeit oder auch Gefangenenakten der DDR.

Kenne die Regionalgeschichte

Um genauere Informationen zu erhalten, solltest du dich außerdem ein bisschen mit der Regionalgeschichte befassen. So kannst du eher nachvollziehen, wie deine Vorfahren gelebt haben und in welches Archiv du gehen musst. In der Vergangenheit haben sich die Grenzen eines Landes und das Herrschaftsgebiet immer wieder verändert. Außerdem sind in der Vergangenheit viele Menschen in neu entdeckte Kontinente Amerika oder Australien ausgewandert. Auch deine Vorfahren können migriert sein. Durch die Ahnenforschung kannst du herausfinden, ob vielleicht auch Verwandte von dir in anderen Ländern leben.

Erstelle einen Stammbaum

Wenn du mit deinen Forschungsergebnissen zufrieden bist, kannst du einen Stammbaum erstellen. Hier kannst du die Verwandtschaftsverhältnisse der einzelnen Familienmitglieder visuell darstellen. Die jüngsten Nachkommen stehen in der Regel ganz oben. Ganz unten stehen die ältesten Vorfahren, die du ausfindig machen konntest. Ehepartner werden oft durch sich überkreuzende Ringe gekennzeichnet. Bei jeder Person wird das Geburts- und Sterbedatum eingetragen. In den Stammbaum gehören alle verwandten Personen, also auch Geschwister, Vetter, Cousinen, Tanten, etc. Der Stammbaum wird normalerweise nach unten hin immer schmaler, da zu vielen älteren Vorfahren Informationen fehlen. Das Symbol des Baums eignet sich gerade deshalb so gut zur Darstellung, da die viel verzweigten Verwandtschaftsverhältnisse sich besonders gut in den Ästen eines Baumes veranschaulichen lassen.

So erstellst du eine Ahnentafel:

Neben einem Stammbaum kannst du auch eine Ahnentafel erstellen. Bei der Ahnentafel gehst du normalerweise von einer bestimmten Person aus und listest die direkten Vorfahren diagrammatisch auf. Geschwister sind für eine Ahnentafel irrelevant. Wichtig sind die Eltern der Person und dann wiederum deren Eltern. Die ältesten Vorfahren stehen bei der Ahnentafel ganz oben, die Person im Zentrum der Forschung ganz unten. Hat diese Person Kinder können diese jedoch noch darunter eingetragen werden.

Betreibe Ahnenforschung online

Viele wichtige Dokumente, die bei der Ahnenforschung behilflich sein können, findest du auch online. So findest du zum Beispiel eine große Sammlung historischer Adressbücher aus den letzten Jahrhunderten, aber auch Programme, die dich bei der Organisation deiner Dokumente unterstützen und dir helfen, die Daten grafisch darzustellen. Des Weiteren bleiben auch Daten von sozialen Medien über Jahre gespeichert. Die wohl größte Datenbank in Sachen Ahnenforschung mit einer digitalen Bibliothek, die auch interessante Dokumente für Deutsche enthält, besitzen die Mormonen.

7 Fallstricke bei der Ahnenforschung

Du notierst Informationen nur sporadisch

Vor allem wenn du eine mündliche Auskunft erhältst, ist es wichtig dir alles ganz genau zu notieren, damit dir keine Information entfällt. Aber auch wenn du längere Dokumente durchliest, solltest du dir Notizen machen, damit du dich später noch daran erinnerst. Wenn du immer wieder neu recherchieren musst, wird deine Forschung überdurchschnittlich lange dauern.

Du vergisst deine Quellen zu dokumentieren

Ebenso wichtig ist, dass du dir notierst, wo du deine Information herhast. So kannst du dich bei näherer Nachfrage wieder an diese Quelle wenden und musst nicht erneut recherchieren, wo du die Information herbekommst. Des Weiteren werden es auch Außenstehende leichter haben deine Forschung nachzuvollziehen.

Du ignorierst die verschiedenen Schreibweisen des Familiennamens

Manche Namen wurden in der Vergangenheit anders geschrieben als heutzutage. Nachnamen mit ß können auch mit ss geschrieben werden. Der Laut ei beispielsweise, wie in Meier, kann auch als ai oder ey geschrieben sein. Aber auch das tt kann in der Vergangenheit schnell zu nur noch einem t werden. Diese Variationen solltest du bei deiner Recherche beachten, um bestimmte Vorfahren nicht zu übersehen.

Du vergisst die Familiengeschichte auf einer Seite zu verfolgen

Die meisten Frauen nehmen nach der Hochzeit den Familiennamen ihres Mannes an und legen ihren Mädchennamen ab. Bei deiner Recherche solltest du dennoch nicht vergessen die Familiengeschichte auf beiden Seiten zu verfolgen. Wahrscheinlich musst du so über Jahrhunderte nach vielen verschiedenen Familiennamen recherchieren. Doch um ein vollständiges Ergebnis zu erhalten, solltest du diese Seite deiner Vorfahren nicht ignorieren.

Du interpretierst deine Quellen falsch

Bei der Ahnenforschung ist es ganz besonders wichtig, dass du alles ausreichend belegen kannst. Ziehst du falsche Schlüsse, kannst du schnell in die Irre geleitet werden und zu einer falschen Erkenntnis gelangen. So kann es schnell dazu kommen, dass du falsche Verwandtschaftsverhältnisse aufzeigst oder gar die falsche Familie erforschst. Wenn du vermutest, dass zwei Personen in einer bestimmten Beziehung zueinanderstehen, kannst du dies jedoch erst mit aller Sicherheit sagen, wenn du genug Beweise gesammelt hast, um deine Vermutung zu belegen.

Du verlässt dich auf mündliche Quellen

Wenn du ältere Familienmitglieder befragst, kann dies oft interessante Informationen über deine Familie offenbaren. Nichtsdestotrotz reichen diese Aussagen als einzige Quelle nicht aus. Du solltest die Informationen durch Dokumente belegen können, so dass du dir sicher sein kannst, dass du nicht in die falsche Richtung forschst.

Du willst deine Forschung schnell beenden

Wenn du schnell die Geduld verlierst und deinen Stammbaum zu Ende bringen möchtest, kannst du wichtige Informationen übersehen. Vielleicht vergisst du bestimmte Archive aufzusuchen und relevante Dokumente hinzuzuziehen. So können schnell Fehler passieren. Du solltest am Ende stolz auf deinen Stammbaum sein und nicht das Gefühl haben falsche Informationen verarbeitet zu haben.

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