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Pilze sammeln: 6 Dos & 4 Don’ts + heimische Speisepilze

Anders als viele andere Lebensmittel, die wir tagtäglich verzehren, kannst du Pilze noch immer wild sammeln. Sie wachsen in heimischen Wäldern und liefern dazu noch zahlreiche wichtige Nährstoffe. Tipps rund ums Pilze sammeln und heimische essbare Pilze findest du hier.

Ob Pfifferling, Champignon oder Steinpilz – viele Pilze wachsen auch in den heimischen Wäldern. Dort kannst du sie frisch sammeln und in der Küche zu leckeren Gerichten verarbeiten. Allerdings musst du beim Sammeln auch einiges beachten, denn einige Pilze besitzen giftige Doppelgänger. Wir erklären dir alles, was du bei der Pilzsuche beachten musst.

Heimische Pilze sammeln

Heimische Pilze sammeln

In der Pilzsaison wuchern zahlreiche Pilze in den Wäldern. Viele von ihnen kannst du wunderbar zum Kochen verwenden. Andere sind dagegen weniger zum Essen geeignet und können sogar giftig für Mensch und Tier sein. Es ist darum enorm wichtig, dass du Pilze erkennen und unterscheiden kannst.

Für gewerbliche Zwecke darfst du Pilze im Wald ebenfalls nicht sammeln. Zwar gibt es in Deutschland in der Regel keine Gewichtsgrenze, allerdings solltest du trotzdem nur für den Eigenbedarf sammeln. Einige Pilze stehen unter Naturschutz und dürfen nur in kleinsten Mengen oder gar nicht gesammelt werden.

Vorwissen beim Pilze sammeln ist nicht nur hilfreich, sondern enorm wichtig. Denn bei der Pilzbestimmung kommt es mitunter nur auf kleinste Details an. Darum solltest du dir beim ersten Mal unbedingt eine Begleitperson mitnehmen, die sich mit Pilzen auskennt und dich anleiten kann. Alternativ kannst du auch einen Ratgeber mitnehmen, in dem verschiedene Pilze gekennzeichnet sind. Dieser sollte möglichst auf dem neuesten Stand und auf deine Gegend spezialisiert sein, damit du nicht zwischen hunderten Pilzen unterscheiden musst. Die wichtigsten Pilzsorten stellen wir dir hier bereits vor, damit du mit einem guten Grundwissen auf die Pilzsuche gehen kannst.

Noch immer sind im Süden Deutschlands einige Wälder aufgrund der Tschernobyl-Katastrophe in den 80ern verstrahlt. In diesen Wäldern solltest du das Pilze sammeln lieber vermeiden. Schwermetalle können ebenfalls in Waldpilzen enthalten sein. Diese nehmen die Giftstoffe über den Boden auf und reichern sie an. Oft haben Waldpilze darum einen höheren Gehalt an Schwermetallen wie Quecksilber als Kulturpilze. Nimm daher nicht mehr als 250 Gramm Pilze in der Woche zu dir.

Das solltest du bei der Pilzsuche beachten

Das solltest du bei der Pilzsuche beachten

Pilze sammeln kann ganz schön kompliziert sein. Damit dir keine Fehler unterlaufen und du mit den richtigen Pilzen nach Hause gehst, kannst du folgende Tipps beachten.

Nach bestimmten Bäumen suchen

Viele Pilze wachsen in der Nähe von bestimmten Baumarten. Pilze gehen nämlich oft Symbiosen mit bestimmten Bäumen ein. Sowohl Bäume als auch Pilze profitieren von dieser Abhängigkeit. Können Bäume alle wichtigen Nährstoffe selbst aus dem Boden ziehen, wachsen Pilze an diesen Stellen eher weniger. Du solltest dir als Pilzsammler also sowohl über die Bodenbeschaffenheit als auch über die Symbiose-Partner im Klaren sein. Besonders Fichten und Kiefern sind bei Pilzen beliebt. Kannst du diese Bäume identifizieren, wirst du auch bei der Pilzsuche eher fündig.

Pilze säubern

Direkt nach dem du die Pilze aufgesammelt hast, solltest du sie mit einer speziellen Pilzbürste vom gröbsten Schmutz befreien. Vor allem Schnecken und Würmer solltest du von deinen Pilzen entfernen. Diese fressen die Pilze nämlich an, so dass du sie später wahrscheinlich nicht mehr selbst essen möchtest. Sollte dein Pilz schon beim Sammeln angefressen sein, kannst du die Stelle einfach großzügig abschneiden. Auch zuhause solltest du die Pilze noch einmal mit einem Tuch säubern und genau absuchen. Mit Wasser solltest du die Pilze allerdings nicht waschen. Dann saugen sich die Pilze nämlich voll und schmecken wässrig.

Pilze aus der Erde drehen

Die meisten Pilze schneidest du besser nicht mit dem Messer ab

Obwohl es empfehlenswert ist, beim Pilze sammeln immer ein Messer dabei zu haben, solltest du die meisten Pilze lieber aus der Erde drehen, anstatt sie abzuschneiden. Das ist gerade deshalb wichtig, weil viele Bestimmungsmerkmale der Pilze in der Knolle liegen, die normalerweise unter der Erde wächst. Manche Pilze besitzen gar keine Knolle. Auch daran kannst du sie erkennen. Es ist also wichtig, den gesamten Pilz bei der Bestimmung zu betrachten.

Pilze im Korb transportieren

Zum Pilze sammeln nimmst du am besten einen Flechtkorb mit, den du mit Papier- oder Baumwolltüchern leicht polsterst. So kannst du die Pilze unbeschadet mit nach Hause nehmen, ohne dass sie Druckstellen bekommen oder gar faulen. Wichtig ist dafür, dass sie genügend Luft abbekommen.

Auf wenige Arten fokussieren

Als Anfänger fokussierst du dich bei der Bestimmung am besten erst einmal auf wenige Arten, die du sehr gut studierst. Mit der Zeit kannst du immer noch nach weiteren Pilzarten Ausschau halten. So vermeidest du, dass du Pilze verwechselst und mitunter sogar Giftpilze in deinem Pilzkorb landen. Fange doch anfangs mit der Bestimmung von Pfifferlingen und Steinpilzen an. Diese wachsen in vielen heimischen Wäldern und du wirst sicher fündig. Lerne alle Merkmale auswendig, damit du auch sicher nur die richtigen Pilze mit nach Hause nimmst. Informiere dich aber auch unbedingt über mögliche giftige Doppelgänger und ihre Unterscheidungsmerkmale, um auf Nummer Sicher zu gehen.

Pilzseminare besuchen

Wenn du gerade erst mit dem Sammeln beginnst, lohnt es sich für dich, ein Pilzseminar zu besuchen. Solche werden beispielsweise an Volkshochschulen angeboten. Dabei gehen Experten mit dir in den Wald und geben Tipps zur Pilzbestimmung und allgemein zum Sammeln. So kannst du sicher gehen, dass du die Pilze auch später gut voneinander unterscheiden kannst und alles richtig machst. Alternativ kann dir natürlich auch ein Buch über Pilze weiterhelfen. Allerdings ist die Gefahr dann größer, dass du trotzdem Pilze verwechselst.

Fallstricke beim Pilze sammeln

Fallstricke beim Pilze sammeln

Damit das Pilze sammeln auch ein Erfolg wird, solltest du einiges vermeiden. Denn schon Kleinigkeiten können dazu führen, dass du Pilze verwechselst oder beschädigst. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann sogar gefährlich werden. Folgendes solltest du beim Pilze sammeln vermeiden.

Junge Pilze sammeln

Sammeln solltest du nur die Pilze, die schon vollständig ausgereift sind. Das ist nicht nur besser für die Pilze, sondern auch für dich sicherer. Denn junge Pilze sind oft schwerer zu bestimmen. Du kannst nicht mit voller Sicherheit sagen, um welchen Pilz es sich handelt. Die Verwechselungsgefahr ist also groß.

Pilze in Plastik packen

Deine gesammelten Pilze solltest du keinesfalls in Plastik packen. So sind sie nämlich bereits faul, wenn du zuhause ankommst. Plastiktüten sind nämlich nicht luftdurchlässig, wodurch die Eiweißzersetzung der Pilze beschleunigt wird. Deine Sammelaktion wäre damit umsonst. Nimm lieber ein luftdurchlässiges Körbchen mit, indem du die Pilze unbeschadet mit nach Hause nehmen kannst.

Unbekannte Pilze mitnehmen

Beim Pilze sammeln ist es unbedingt notwendig, die Pilze sicher bestimmen zu können. Nur wenn du dir komplett sicher bist, dass es sich um einen ungiftigen Speisepilz handelt, sollte dieser in deinem Körbchen landen. Du musst die Pilze also schon vor Ort einwandfrei bestimmen können. Legst du dir einen unbekannten Pilz in deinen Korb und willst ihn erst zuhause bestimmen, können sich Bruchstücke des Pilzes mit denen anderer Pilze vermischen. Das ist besonders dann gefährlich, wenn es sich um einen Giftpilz handelt. Du kannst diese Stücke dann nämlich nicht mehr unterscheiden und musst letztendlich alles entsorgen.

Alle vorhandenen Pilze sammeln

Wenn du eine Stelle findest, an der mehrere Pilze wachsen, solltest du diese keinesfalls komplett ernten. Lasse einige Pilze zurück. Das ist nachhaltiger und sorgt dafür, dass auch weiterhin Pilze an der Stelle wachsen. In einigen Wochen kannst du dort dann neue Pilze sammeln. Auch alte Pilze, die mitunter schon von Maden zerfressen sind, solltest du keinesfalls zerstören. Diese können immer noch dafür sorgen, dass sich die Pilze vermehren.

Heimische essbare Pilze

Heimische essbare Pilze

Es gibt tausende Pilzarten. Nicht wenige davon sind essbar und wachsen auch in den heimischen Wäldern. Allerdings sind rund ein Drittel aller Pilzarten gefährdet. Nachhaltigkeit ist also auch beim Sammeln besonders wichtig, damit die Pilze noch lange erhalten bleiben und sich nachfolgende Generationen an ihnen erfreuen können.

Allerdings spielt das Pilze sammeln als Ursache nur eine untergeordnete Rolle. Flächenmäßige Abholzung und Altersklassenwälder setzen den Pilzen viel mehr zu. Dennoch gibt es auch genug Giftpilze, die in heimischen Wäldern wachsen. Findest du also Pilze, solltest du dich nicht zu früh freuen, sondern sie erst eindeutig bestimmen. Merkmale heimischer essbarer Pilze und ihre möglichen Doppelgänger findest du im Folgenden.

Hast du die Vermutung einen Giftpilz gegessen zu haben, solltest du schnellstmöglich das nächste Krankenhaus aufsuchen. Informiere darüber hinaus die Giftinformationszentrale, die auch über einen Giftnotruf verfügt. Bedenke bei der Zubereitung der Pilze zudem, dass einige Pilze erst nach dem Kochen verzehrt werden können. Manche Pilze sind roh nämlich noch giftig.

Steinpilz

Steinpilz

Der Steinpilz lockt jährlich zahlreiche Pilzsammler in die Wälder. Er zählt zur Gattung der Dickröhrlinge und wächst von Juli bis November in Nadel- und Mischwäldern. Seinen Namen verdankt der Steinpilz seinem harten Pilzfleisch. Er besitzt einen bis zu 30 Zentimeter großen Hut, der hell- bis dunkelbraun ist. Er schmeckt nussig und versprüht schon beim Sammeln einen intensiven Duft. Verwechseln kannst du den Steinpilz mitunter mit dem Maronenröhrling, den du jedoch ebenfalls ohne Weiteres verzehren kannst. Aufpassen solltest du jedoch, wenn du den Steinpilz mit dem Gemeinen Gallenröhrling verwechselst. Dieser schmeckt nämlich extrem bitter und kann Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

Waldchampignon

Auch der Waldchampignon ist hierzulande häufig und vor allem in Fichtenwäldern, Parks und Gärten zu finden. Er wächst vom Spätsommer bis in den Spätherbst und in größeren Mengen an einer Stelle. Vom Aussehen ähnelt er den bräunlichen Champignons aus dem Supermarkt. Er kann allerdings um einiges größer werden – nämlich einen bis zu zehn Zentimeter großen Hut entwickeln. Unter dem Hut befinden sich Lamellen, die zuerst eine grau-rosa Farbe haben und sich später grau färben. Den Waldchampignon solltest du besonders gut bestimmen, denn er ähnelt dem Knollenblätterpilz, der extrem giftig ist. Fast alle Pilzvergiftungen gehen hierzulande auf eben diese Verwechselung zurück.

Marone

Der Maronenröhrling ist dem Steinpilz zum Verwechseln ähnlich und auch hier handelt es sich um einen leckeren Speisepilz. Er wächst von Juni bis November und ebenso wie der Waldchampignon zumeist in Gruppen. Besondern unter Fichten und Kiefern fühlt der Maronenpilz sich wohl. Er hat einen braunen Hut und weiße bis gelbliche Röhren, die sich auf Druck blau färben. In diesem Punkt kannst du ihn gut vom Steinpilz unterscheiden. Ebenso wie beim Steinpilz besteht auch beim Maronenröhrling die Gefahr, ihn mit dem bitter schmeckenden Gemeinen Gallenröhrling zu verwechseln.

Pfifferling

Pfifferlinge

Pfifferlinge sind hierzulande besonders beliebte Speisepilze. Sie wachsen von Juni bis Oktober und sind vor allem an ihrer hellen bis orangegelben Farbe und ihrer trichterartigen Form erkennbar. Wohl fühlen sie sich sowohl in Laub- als auch in Nadelwäldern und wachsen dort vor allem unter Fichten, Kiefern, Buchen und Eichen. Auch der Pfifferling hat einen Doppelgänger und zwar den Falschen Pfifferling. Unterscheiden kannst du die Sorten jedoch an ihrer Farbe: Der Falsche Pfifferling ist stark orange. Verwechselst du die beiden Pilze doch einmal, musst du dir jedoch nicht allzu große Sorgen machen. Der Falsche Pfifferling ist nicht giftig, kann aber Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

Krause Glucke

Die Krause Glucke ähnelt in ihrer Erscheinung einem Badeschwamm. Sie besitzt einen weißen bis gelblich-braunen Körper, der an ein Geflecht erinnert. Sie wächst von Juli bis November vornehmlich an Kiefernholz und kann bis zu 40 Zentimeter groß werden. Obwohl sie sich äußerlich stark von vielen anderen Speisepilzen unterscheidet, ist sie hervorragend zum Verzehr geeignet. Allerdings lässt sie sich nur sehr schwer säubern.

Speise-Morchel

Die Speise-Morchel wächst nur wenige Monate, nämlich von April bis Mai, und ist außerdem schwer zu finden. Sie bevorzugt feuchte Standorte und wächst besonders gerne unter Eschen. Äußerlich unterscheidet sie sich von vielen anderen Pilzen. Denn ihr Fruchtkörper erinnert an Waben. Die Speise-Morchel kann ein graugelbe bis hellbraune Farbe annehmen und passt sich perfekt ihrer Umgebung an. Beim Sammeln der Speise-Morchel solltest du bei der Bestimmung besonders vorsichtig vorgehen, denn es besteht Verwechselungsgefahr mit der Frühjahrsmorchel, die für den Menschen hochgiftig ist.

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