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Stricken lernen: 4 Tipps für die ersten Schritte

Stricken ist nicht nur wieder hipp und in Mode, sondern ist auch ein sehr relaxtes Hobby für kalte und nasse Herbsttage. Außerdem ist es immer toll, etwas Selbstgemachtes zu tragen oder zu verschenken. Wir haben eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für alle, die noch nicht stricken können, es aber lernen wollen.

Stricken lernen: Das Material

Die wichtigsten Materialien für die ersten Strick-Schnitte sind natürlich die richtigen Stricknadel und gute Wolle, denn mit dem richtigen Material lernst du Stricken wesentlich leichter. Aber auch andere nützliche Utensilien wie Stoffschere, Maßband und bei Bedarf eine stumpfe Nähnadel oder auch Sticknadel kannst du immer gut gebrauchen. Worauf du bei deinem Material achten solltest und was wie funktioniert erfährst du in den nächsten Absätzen.

Stricknadeln

Stricknadeln: Worauf zu achten ist

Stricknadel gibt es viele, doch welche sind die Richtigen und für was für Teile verwendest du welche Größen? Grundsätzlich solltest du bei deinen ersten Strickversuchen gerade und lange Nadeln auswählen, weil damit ein Einstieg wesentlich leichter gelingt. Stricknadeln gibt es in den unterschiedlichsten Materialien, wie Holz, Metall, Bambus oder Kunststoff. Dabei kannst du dich frei entscheiden, welches Material dir am besten liegt und sich für dich am schönsten anfühlt. Was die Nadelstärken betrifft, gelten generell folgende Einheiten zur Orientierung:

  •     1,5-2 mm für Spitzengarn
  •     2,5-3 mm für extra feines Garn
  •     3,5-4 mm für feines garn
  •     4-4,5 mm für dünnes Garn
  •     4,5-5,5 mm für mittleres Garn
  •     5,5-8 mm für dickes Garn
  •     8 und größer für  extra dickes Garn

Falls du dir nicht sicher bist, welches Maß die Nadel hat kannst du dir auch ein Stricknadelmaß zulegen, da die Nadelstärke nicht immer auf den Stricknadeln aufgedruckt ist. Ein Stricknadelmaß ist so etwas wie ein Lineal, mit dem du die Dicke einer Stricknadel messen kannst. Ein Stricknadelmaß bekommst du in jedem gut sortierten Fachhandel. Grundsätzlich gilt aber, dass die Nadel zur Dicke des Garns passen muss. Was du beim Garn beachten musst, erfährst du im nächsten Absatz.

Wolle

Strickwolle unterscheidet sich nicht nur farblich

Bei der Wolle zum Stricken lernen solltest du darauf achten, dass du das Garn am Anfang nicht zu dünn wählst. Mit Wolle, die ein wenig dicker ist, lässt sich wesentlich leichter stricken als mit dünnen Garn. Der beste Effekt von etwas dickerer Wolle ist aber auch, dass du schneller deine eigenen Erfolge bei deinem gewählten Muster sieht, da die einzelnen Reihen besser zur Geltung kommen. Am Anfang sollte deine Wolle außerdem möglichst glatt sein, da glatte Wolle etwas leichter zu verarbeiten ist als raueres Garn.

Wie bereits gesagt solltest du immer darauf achten, dass die Stärke deines Strickgarns auch zu der Stärke deiner Stricknadeln passt. Allerdings ist dies relativ einfach zu beachten, da auf dem Umband eines jeden Wollknäuels die Nadelstärke vermerkt ist mit der du stricken solltest. Mit steigender Erfahrung wirst du aber auch schnell selbst sehen, welche Wolle für welche Nadeln gut geeignet ist. Am Anfang solltest du zum Lernen von Stricken immer die größte Nadelstärke wählen, die du auf der Wollpackung findest. Das ist deswegen nützlich, weil du als Anfänger oft dazu neigen wirst dein Muster verkrampft zu halten. Je dicker die Nadelstärke ist, desto leichter wird es dir fallen, locker zu bleiben und die einzelnen Maschen nicht zu klein zu stricken.

Folgende Wollstärken findest du eigentlich in jedem Wollladen. Jede Stärke wird für ein anderes Endprodukt verwendet. Die verschiedenen Garnstärken haben natürlich Einfluss auf das Endprodukt und auf die Anzahl der Maschen, die du strickst. Die Stärken sind mit den Zahlen von 0-6 durchnummeriert (leichte Unterschiede sind je nach Garnart und Hersteller des Garns immer einzukalkulieren)

  •     Symbol 0: Spitzengarn (Produkte aus Spitze)
  •     Symbol 1: Extra feines Garn (Strümpfe, Babykleidung und kleine Decken)
  •     Symbol 2: Feines Garn (dünne Pullover und Strümpfe)
  •     Symbol 3: Dünnes Garn (alle Arten von Strickarbeiten)
  •     Symbol 4: Mittleres Garn (dicke Pullover, Schals, Mützen und Handschuhe)
  •     Symbol 5: Dickes Garn (Jacken und Decken)
  •     Symbol 6: Extra dickes Garn (Teppiche)

Für den Anfang ist es also besser, Wolle mit dem Symbol 4, also „Mittleres Garn“ zu kaufen. Wenn du dann ein wenig fortgeschritten bist, kannst du auf Garn mit dem Symbol 3 umsteigen. Generell sollte du aber die Garndicke davon abhängig machen, was du stricken möchtest.

Die Grundtechnik beim Stricken

Fingerhaltung

Damit du schnell Stricken lernst, ist eine gute Grundhaltung sehr wichtig. Um die Grundhandlung einzunehmen nimm den Fadenanfang vom Wollknäuel und wickle ihn von links unten nach rechts oben um den Zeigefinger deiner linken Hand. Danach bindest du den Faden außerdem von links unten nach rechts oben um den Daumen deiner linken Hand. Jetzt kommen die Stricknadeln ins Spiel. Nimm dafür eine der beiden Nadeln und steche von unten durch die Daumenschlingen. Danach nimmst du den Arbeitsfaden mit der Nadel auf und ziehst ihn durch deine Daumenschlinge. Jetzt nur noch den Daumen aus der Schlinge ziehen.

Jetzt musst du noch am Fadenenden ziehen, so dass die erste Maschen fest um die Stricknadel gebunden ist. Passe dabei auf, dass du nicht zu fest ziehst, da du die Masche dann später nicht mehr gut von der Nadel herunter bekommst. Jetzt musst du deine Nadel in der rechten Hand halten und den Faden der vom Knäuel kommt um den Zeigefinder der linken Hand wickeln. Das machst du, um die Fadenspannung zu kontrollieren. Wenn du den Faden mehrmals um Zeigefinger wickelst, erhöht sich die Fadenspannung und der Faden gleitet nicht mehr so gut durch die Finger.

Die Maschen

Auch beim Stricken lernen ist aller Anfang schwer

Im Prinzip besteht dein gestricktes Stück aus rechten und linken Maschen. Eine Masche ist eine Fadenschlinge, die in eine andere Fadenschlinge eingehängt wird. So entsteht dann im Verbund ein bestimmtes Muster, je nachdem, wie diese Maschen miteinander verbunden sind. Bei rechts gestrickten Maschen entsteht dann auf der Rückseite automatisch eine linke Masche und logischerweise bei links gestrickten Maschen entstehen auf der Rückseite immer rechte Maschen.

Rechte Maschen

Rechte Maschen sehen optisch sehr glatt aus und haben die Form einer halben acht. Wenn du eine rechten Masche strickst hast du den Arbeitsfaden immer hinter deinem gestrickten Stück. Der Arbeitsfaden ist der Faden, der vom Wollknäuel kommt und wird mit der linken Hand gehalten.

Mit der rechten Nadel fädelst du von vorne nach hinten durch die Masche ein, die auf der linken Nadel liegt. Dann erfasst du den Arbeitsfaden und ziehst ihn durch die Masche. Die Masche die du davor gestrickt hast kannst du nun von der linken Nadel gleiten lassen. Jetzt hast du eine neue rechte Masche gestrickt, die sich jetzt auf der rechten Nadel befindet. Auf der Rückseite deines Strickarbeit ist diese Masche als die linke Masche zu sehen.

Linke Maschen

Wenn du eine linke Masche stricken willst, legst du den Arbeitsfaden, der wie immer vom Wollknäuel kommt, vor die nächste Masche auf die linke Nadel. Nun musst du mit der rechten Nadel durch die Masche auf der linken Nadel gehen, um danach den Arbeitsfaden durch die Masche zu ziehen. Jetzt befindet sich deine neue Masche auf der rechten Nadel. Jetzt nur noch die Masche, die du davor gestrickt hast von der linken Nadel runter lassen. Auf der anderen Seite siehts du deine Masche jetzt als rechte Masche.

Das erste Strickmuster

Als erstes Stück eignet sich ein Schal oder eine kleine Decke. Du solltest auf keinen Fall mit einem allzu schwierigen Muster beginnen. Zum Beispiel eine Decke aus dicker Wolle hast du in relativ kurzer Zeit gestrickt. Am besten sind Stücke, die eine klare Form haben und nicht aus mehreren Teilen bestehen, wie ein Pullover. Als nächstes könntest du dann versuchen eine Mütze zu stricken. Schritt für Schritt wirst du besser und kannst so dein neues Hobby entdecken und schnell den Spaß daran entwickeln. Denn mit den ersten Erfolgen macht es natürlich auch Freude, und du lernst schneller Stricken.

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