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Camping: 4×4 Anfängertipps + 5 Ziele fürs Wildcamping

Camping ist beliebt. Der Trend lockt jedes Jahr zahlreiche Naturliebhaber, die nach Flexibilität und Unabhängigkeit beim Reisen suchen. Unsere Tipps zeigen dir ganz genau, auf welche Faktoren du vor dem Urlaub achten solltest. So wird der Urlaub mit Camper, Caravan oder Zelt bestimmt ein Erfolg.

Erprobter Camper oder Neuling? Unsere Camping-Tipps sind nicht nur für Einsteiger interessant, sondern können auch erfahreneren Camper alternative Möglichkeiten zeigen. Besonders unsere Reiseziele fürs Wildcamping eröffnen spannende neue Erfahrungen.

Camping-Tipps für Anfänger

Die Idee ist da, jetzt fehlt nur noch die Umsetzung? Unsere Tipps helfen dir dabei, deinen Campingurlaub von Anfang an gut zu planen, damit der Trip ein Erfolg wird. Weitere allgemeine Reisetipps findest du hier.

Die richtige Camping-Unterkunft

Die richtige Camping-Unterkunft

Bevor du deinen Campingurlaub planst, solltest du dich entscheiden, ob du mit Auto und Zelt, einem Wohnmobil (Camper) oder einem Wohnwagen (Caravan) reisen willst.

Natürlich entscheiden besonders der Urlaubsort und die Reiseroute über die Wahl der richtigen Unterkunft. Planst du mehrere kurze Stopps und willst viel entdecken, ist wahrscheinlich ein Wohnmobil oder Wohnwagen die richtige Wahl. Willst du nur an einen Ort reisen und von dort Ausflüge machen, kommt für dich eher ein Zelt oder sogar ein Mobile-Home in Frage.

Hier stellen wir dir alle Möglichkeiten ausführlich vor. So kannst du selbst die beste Entscheidung für deinen Campingurlaub treffen.

Campingzelt

Zelte gibt es in verschiedenen Größen und Ausführungen. Wenn du noch nie gezeltet hast, lass dich am besten in einem Fachgeschäft beraten und guck dir einige aufgebaute Zelte an. So bekommst du ein besseres Gefühl für das richtige Zelt.

Mach dir vorher genau bewusst, was du alles in deinem Zelt unterbringen willst. Ausreichend Platz zum Schlafen ist sehr wichtig und für Koffer und Gepäck benötigst du viel Stauraum.

Die Höhe deines Zeltes entscheidet über den Wohnkomfort. Willst du in deinem Zelt stehen können oder nicht? Falls es anfängt zu regnen, ist auch ein Vorraum mit genügend Platz für Tisch und Stühle sehr praktisch.

Wohnmobil

Das Wohnmobil

Mit einem Wohnmobil reist du sehr komfortabel. Du kannst in einem Wohnmobil schlafen, essen und kochen. Meistens gibt es auch eine Toilette und eine Dusche.

Allerdings bist du mit dem Wohnmobil nicht so flexibel unterwegs. Das Wohnmobil ist dein einziges Fahrzeug, von daher musst du immer alles einpacken und mitnehmen, wenn du einen Ausflug machst.

Am besten leihst du dir daher ein Fahrrad oder bringst eins von zu Hause mit. So kannst du flexibel die Gegend erkunden und dein Wohnmobil stehen lassen.

Wenn du kein eigenes Wohnmobil hast, kannst du dir bei vielen Anbietern eins leihen. Das ist immer noch günstiger, als dir ein eigenes zu kaufen. Mit einem geliehenen Wohnmobil zahlst du allerdings doppelt. Platzkosten und Wohnmobil-Miete solltest du einkalkulieren.

Wohnwagen oder Caravan

Einen Wohnwagen befestigst du an der Kupplung deines Autos. Wenn du auf dem Campingplatz ankommst, kannst du die Kupplung ganz einfach lösen. Du bist mit einem Wohnwagen sehr flexibel, da du dein Auto weiterhin ohne Anhänger benutzen kannst.

Der zusätzliche Stauraum im PKW ist ein weiterer Pluspunkt für den Wohnwagen. Ein Caravan ist zudem meistens günstiger als ein Wohnmobil. Das gilt für die Miete und die Anschaffung. Die Preise variieren hier aber stark nach Ausstattung und Komfort.

Mobile-Home

Das Mobile-Home

Mobile-Homes gibt es mittlerweile fast auf jedem Campingplatz. Die Unterkünfte ähneln kleinen Häusern auf Rädern und sind ähnlich ausgestattet wie Wohnmobile oder Wohnwagen.

Du musst für den Urlaub im Mobile-Home meistens nichts weiter als deine Kleidung und Kosmetik mitbringen. Besonders für Camping-Neulinge ist das Mobile-Home eine gute Entscheidung. Wenn du dich für komfortables Camping interessierst, kann auch Glamping eine Möglichkeit für dich sein.

Der richtige Campingplatz

Nachdem du dich für eine Unterkunft entschieden hast, darf natürlich der richtige Campingplatz nicht fehlen. Bei der großen Auswahl an Campingplätzen gibt es aber einiges zu beachten. Besonders die Lage sollte im Vordergrund stehen. Lange Autostrecken zum nächsten Strand oder See sind unnötig anstrengend.

Einige Campingplätze bieten auch so viele Aktivitäten und Programme an, dass du den Platz theoretisch nicht verlassen müsstest. Welche Wahl die richtige für dich ist, musst du schlussendlich selbst entscheiden.

Sterne-Campingplätze in Europa

Sterne-Campingplätze werden nach vielen Kriterien beurteilt

Viele Campingplätze werben mit ihren Sternen. Doch nicht in allen Ländern sagen die Sterne auch etwas über die Lage und Schönheit des Platzes aus.

Die Sternevergabe erfolgt meistens nach Kriterien, die sich auf die Ausstattung und Qualität des Campingplatzes beziehen. Die Grundausstattung eines jeden Campingplatzes umfasst aber in der Regel eine Rezeption, Stromanschlüsse, Sanitäranlagen und Entsorgungsmöglichkeiten.

Hier haben wir die Kriterien für die Sternevergabe in Deutschland, Frankreich, Italien, Kroatien und Dänemark für dich zusammengefasst. So bekommst du eine Vorstellung davon, wie die Sternevergabe auf Campingplätzen funktioniert.

In Deutschland erfolgt die Sternevergabe nach Kriterien, die vom Bundesverband der Campingwirtschaft (BVCD) und dem deutschen Tourismusverband (DTV) festgelegt wurden. Wichtig ist hier besonders die Größe der Plätze, die Erreichbarkeit des Platzes mit dem Auto und die Ausstattung und Sauberkeit der Sanitäranlagen.

Campingplätze sind deutschlandweit nicht verpflichtet eine Inspektion und Sternevergabe durchführen zu lassen. Bei Teilnahme erfolgt alle drei Jahre eine Inspektion.

In Frankreich bezeichnet die Anzahl der Sterne nur die Art und die dazugehörige Anzahl der Ausstattungen und Dienstleistungen. Dies bezieht sich auf die Größe der Stellplätze, die Ausstattung der Sanitäranlagen und auf Pools und Kinderspielplätze. Eine gute Lage und Naturnähe werden dabei nicht berücksichtigt.

Die Qualifizierung der Campingplätze wird in Frankreich staatlich überprüft.

In Italien war die Sternevergabe lange Zeit regionalabhängig. Daher gehen bis heute die Anforderungen innerhalb des Landes weit auseinander. Auch hier gilt, dass die Ausstattung des Campingplatzes entscheidend ist.

Lage, Naturnähe und Erreichbarkeit spielen keine Rolle. Auch die Qualität und das Alter der Ausstattung sind meistens zweitrangig. Hauptsächlich beurteilt wird, wie viel Platz und wie viele Sanitäreinrichtungen pro Gast zur Verfügung stehen.

In Kroatien erfolgt die Sternevergabe über das Tourismusministerium. Kein Campingplatz ab einer bestimmten Größe darf ohne die Klassifizierung des Tourismusministeriums betrieben werden. Neben der Anzahl der Sanitäranlagen und der Platzgröße pro Stellplatz, wird hier auch die Qualität und der Zustand berücksichtigt.
In Dänemark entscheidet die Camping-Vereinigung und der Verband der Campingplatzbetreiber über die Anzahl und die Kriterien der Sterne. An einer grünen Fahne kannst du erkennen, ob der jeweilige Campingplatz Mitglied im Verband ist oder nicht.

Einmal im Jahr findet eine Inspektion statt, die alle Anforderungen des Verbandes überprüft.

Kriterien für einen 5-Sterne-Campingplatz in Deutschland
Um eine Vorstellung davon zu bekommen, welche Kriterien ein 5-Sterne-Campingplatz in Deutschland erfüllen muss, haben wir hier einige wichtige Punkte aufgeführt. Die Kriterien sind der Verordnung des BVC und DTV entnommen.

  • Ein großer Empfangsbereich mit ausreichend Sitzmöglichkeiten, Info-Material, Theke, Restaurant und umfangreichen Einkaufsmöglichkeiten muss zur Verfügung stehen.
  • Die Rezeption muss mindestens 12 Stunden am Tag besetzt sein.
  • Der Einlass muss mit einer Schranke gesichert sein, die sich nur durch eine Karte oder einen Schlüssel öffnen lässt.
  • Der Campingplatz muss über eine Nachtwache verfügen, die zwei Kontrollgänge pro Nacht durchführt.
  • Der Campingplatz muss über eine mehrsprachige Website gebucht werden können.
  • WLAN muss flächendeckend über den Zeltplatz verfügbar sein.
  • Informationsmaterial muss in mehreren Fremdsprachen zur Verfügung stehen.
  • An der Rezeption muss eine Fremdsprache gesprochen werden.
  • Abfallentsorgung und Trennung muss gut ausgewiesen sein und abgeschirmt vom Campingplatz stehen.
  • Alle Gebäude müssen einen guten und neuwertigen baulichen Zustand aufweisen.
  • Alle Sanitäranlagen müssen eine Stromversorgung haben.
  • Die Sanitäranlagen müssen mit Folgendem ausgestattet sein: Handtuchhalter, Spiegel, große Waschbecken, Kleiderhaken, Shampoo und Duschregale, Ablagemöglichkeiten, gute Beleuchtung, Papierhandtücher, Toilettenpapier, Desinfektionsmittel.
  • In und um die einzelnen Kabinen muss ausreichend Platz vorhanden sein.
  • Mikrowellen und Backöfen müssen zur Verfügung stehen.
  • Der Campingplatz muss eigene Ausflugs- und Animationsprogramme anbieten.
  • Damit das Raumgefühl in den Sanitäranlagen stimmt, darf es keine defekten Gegenstände und keine Beschädigungen geben. Dazu müssen die Wandfliesen exklusiv sein und zu den Bodenfliesen passen.

Einfache Camping-Stellplätze

Einfache Stellplätze sind meistens sehr sporadisch ausgestattet und verfügen über keine Rezeption. Sie dienen hauptsächlich dazu, Wohnmobilen für ein oder zwei Nächte einen Abstellplatz zu ermöglichen.

Im Durchschnitt kostet ein einfacher Stellplatz in Deutschland unter 20 Euro. Einige einfache Stellplätze sind sogar kostenlos. Ein Vorzeltaufbau ist in der Regel nicht möglich. Manche Stellplätze bieten Sanitäranlagen an, andere bestehen nur aus einer freien Fläche ohne jegliche Ausstattung. Zelten ist auf diesen Plätzen nicht erlaubt.

Naturcampingplätze

Naturcampingplätze kommen ohne Parzellen aus

Wenn du keine Lust auf einen Campingplatz mit Parzellen hast, kann ein naturnaher Campingplatz genau das Richtige sein. Abgetrennte Parzellen gibt es hier nicht. Oft erhältst du nur eine ungefähre Angabe dazu, zwischen welchen Bäumen oder Steinen du dein Zelt aufbauen kannst.

Viele naturnahe Campingplätze liegen direkt im Wald, in den Dünen, am Strand oder in den Bergen. Meistens sind diese Campingplätze nicht so komfortabel ausgestattet, dafür hast du hier mehr Privatsphäre und Ruhe. Auch diese Campingplätze können Sterne erhalten.

Biwak- und Trekkingplätze

Wenn du so naturnah wie möglich campen willst und keine Angst vor wilden Tieren hast, probier gerne einen Biwak- oder Trekkingplatz aus. Da Wildcamping in Deutschland verboten ist, sind die Plätze eine gute Alternative dazu.

Meistens kannst du hier auf speziellen Holzplattformen mit oder ohne Zelt übernachten. Oft ist sogar ein Plumpsklo vorhanden. Viele der Plätze verfügen jedoch nur über eine freie Fläche und haben keinerlei Sanitäranlagen.

Plane die Reise und Anfahrt

Mit der Fahrt beginnt auch der Urlaub. Reiseproviant ist eingepackt, der Wagen vollgetankt und los gehts. Unsere vier Tipps helfen dir dabei, sicher unterwegs zu sein und an alles zu denken. Welche gesunden Snacks sich für lange Autofahrten eignen, erfährst du hier. 

Nicht zu lange Strecken fahren

Achte bei der Anreise mit dem Auto darauf, dass du dir nicht zu viel vornimmst. Bist du mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs, musst du dich an die vorgegebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Das bedeutet, dass du im Durchschnitt länger brauchst als mit dem Auto. Manchmal lohnt es sich für ein oder zwei Tage einen Zwischenstopp einzulegen.

Auch solltest du planen, wie lange du an welchem Ort bleiben willst. Mit dem Wohnmobil oder Caravan sind Tagesetappen kein Problem. Wenn du einen Roadtrip mit Zelt planst, überlege dir gut, ob du dein Zelt jeden Tag ab- und aufbauen willst. Oft lohnt sich das längere Verweilen an einem Ort.

Wohnmobil und -wagen richtig packen

Das Wohnmobil muss richtig gepackt sein

Ein Wohnmobil verkehrstüchtig zu packen, fordert einiges an Können und Erfahrung. Informiere dich vor dem Urlaub darüber, wie schwer dein Wohnmobil beladen werden darf. Das ist sehr wichtig, denn eine überladene Achse führt schnell zu einer Geldstrafe.

Die Achslast setzt sich aus dem Eigengewicht und dem Gewicht der Ladung zusammen. Die Grenze für die meisten Wohnmobile liegt bei 3,5 Tonnen für das vollbepackte Wohnmobil. Wird diese Grenze überschritten, ist ein spezieller Fahrausweis nötig.

Die richtigen Dokumente und Ersatzteile einpacken

Informiere dich vor der Reise, welche Dokumente für das jeweilige Reiseland wichtig sind. Der Zulassungsschein fürs Wohnmobil ist hierbei unerlässlich. Zudem sollten Personalausweis oder Reisepass, dein Führerschein und eventuelle Reservierungsbestätigungen immer dabei sein. Alles Wissenswerte zum Thema Reiseversicherung kannst du hier nachlesen.

Nimm unbedingt die Betriebs- und Bedienungsanleitung für deinen Caravan oder dein Wohnmobil mit. Falls du dein Zelt das erste Mal aufbaust, vergiss auch hier die Anleitung nicht.
Eine Packliste für das richtige Campingzubehör findest du hier.

Reparaturen an Caravan und Wohnmobil
Eine Lampe geht kaputt, die Wohnmobiltür klemmt und ein Kleiderhaken ist abgebrochen? Damit kleine Defekte auf der Reise kein Problem sind, sollten folgende Gegenstände in deinem Wohnmobil oder Wohnwagen nicht fehlen.

  • Taschenlampe, Stirnlampe + Batterien
  • Werkzeug, Abschleppseil, Zündkerzen, Starthilfekabel, Schmierfett
  • Sicherungen und Ersatzglühlampen
  • Gutes Klebeband und Panzertape, Kabelbinder
  • Feuerzeug, Schere, Taschenmesser, Draht Maßband, Nähzeug
  • Motoröl und Reservekanister
  • Eventuell Ersatzwasserpumpe

Camping und Reisen mit Haustier

Informiere dich vor dem Urlaub auf jeden Fall, ob Haustiere auf deinem Campingplatz gestattet sind. Viele Campingplätze haben eigene Bestimmungen für die Mitnahme von Haustieren.

Zusätzlich solltest du dich auch darüber informieren, wie es in der näheren Umgebung mit Verboten aussieht. Unerwartete Regeln, wie ein Hundeverbot am Strand, können ganz schön ärgerlich sein.

Denk auch daran, alle Dokumente für dein Haustier einzupacken. Dazu gehört der Impfpass mit dem Nachweis einer Tollwutimpfung, eine Mikrochip-Kennzeichnung und ein Heimtierausweis.

Camping mit Kindern leicht gemacht

Camping mit Kindern

Schon bei der Planung solltest du über diese vier Punkte nachdenken. So gelingt der Familienurlaub auf dem Campingplatz garantiert.

Meer und Strand in Fußnähe

Lange Fußwege sind für Kinder eine Tortur und auch für die zuständigen Eltern eine echte Nervenangelegenheit. Achte bei deiner Buchung am besten darauf, dass der Strand nicht zu weit von eurem Campingplatz entfernt ist. Auch wenn ihr etwas auf dem Zeltplatz vergessen habt oder eine Toilette benötigt, ist es praktisch, wenn der Zeltplatz schnell erreichbar ist.

Sicherheit auf dem Campingplatz

Damit auf dem Campingplatz nichts passiert und du dich ganz entspannt zurücklehnen kannst, achte darauf, dass ihr einen eingezäunten Campingplatz bucht. Eine geregelte Schranke oder ein Pförtnerhaus verhindern das ungehinderte Rein- und Rausgehen. So kannst du sichergehen, dass deinem Kind beim Spielen und Erkunden nichts passiert.

Nähe der Sanitäranlagen

Wähle bei der Buchung einen Stellplatz aus, der nicht zu weit von den Sanitäreinrichtungen entfernt ist. Nächtliche Toilettengänge über den Campingplatz sind so viel schneller erledigt.

Gleichzeitig solltest du aber auch keinen Platz auswählen, der direkt neben den Sanitäranlagen liegt. Die Waschhäuser sind nachts beleuchtet und in regelmäßiger Benutzung. Das bedeutet viel Lärm.

Spielsachen für Regentage

Denk unbedingt daran, genügend Spiele und Beschäftigungen für Regentage einzupacken. Ein verregneter Tag im Zelt kann ganz schön die Stimmung drücken. Hier findest du Kinderspiele, die sich auch bei schlechtem Wetter eignen.

Alternative zum Camping: Wildcampen in Europa

Alternative zum Camping: Wildcamping

Wildcamping ist in Deutschland verboten. In Schweden, Norwegen und Finnland hingegen ist Wildcamping erlaubt. Hier gilt das "Jedermannsrecht". Mit diesem Recht darf sich praktisch jeder frei auf Wald und Wiesengebieten aufhalten, auch wenn die Orte in Privatbesitz sind.

Camping ist überall für eine oder zwei Nächte erlaubt. Ein paar Regeln musst du aber trotzdem beachten.

Damit du einen guten Überblick zu den landesspezifischen Verordnungen bekommst, haben wir die Regeln für Schweden, Norwegen und Finnland für dich zusammengefasst. Für Schottland und die Schweiz existieren ähnliche Regeln, die wir dir ebenfalls vorstellen.

Schweden

Das Jedermannsrecht wird in Schweden "allemansrät" genannt. Diese Regel erlaubt jedem Menschen freie Bewegung und freien Zugang zur Natur. Jegliche Art von Freizeitaktivität darf in der Natur ausgeübt werden. Als schwedische Faustregel gilt hier: Nichts und niemanden stören und nichts zerstören.

Bis zu zwei Nächten darfst du dein Zelt an jedem beliebigen Ort in der Natur aufstellen, solange du niemanden störst. Größere Gruppen müssen sich allerdings vorher beim jeweiligen Grundbesitzer anmelden.

Campieren auf Sportplätzen, in Naturschutzgebieten und Nationalparks ist meistens nicht gestattet. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Schau dir am besten immer die jeweiligen Informationen und Verhaltensweisen vor Ort an.

In Schweden kannst du überall Beeren und Pilze sammeln. Angeln hingegen darfst du nur in extra ausgewiesenen Gebieten.

Norwegen

In Norwegen ist Camping in der Wildnis erlaubt

In Norwegen existiert das "Gesetz über das Leben im Freien", in welchem die Regeln fürs Wildcamping festgehalten sind. Die Norweger benutzen den Begriff mark für alles, was sich außerhalb von Städten und besiedelten Gebieten befindet. Mit der innmark werden Landschaften bezeichnet, die wirtschaftlichen Nutzen haben, Wälder und Felder, aber auch Parks zählen zur innmark. Die utmark bezeichnet Gebiete, die weitestgehend unberührt sind.

Das Gesetz für die innmark und utmark erlaubt den Menschen den Aufenthalt in der Natur, wenn diese dadurch keinen Schaden erleidet. Spazierengehen und Wandern ist erlaubt, in Naturschutzgebieten gelten aber strengere Regeln für das Verlassen der Wege.

Generell gilt, dass private, eingezäunte Grundstücke nicht zur freien Nutzung zur Verfügung stehen. In der utmark ist Zelten für ein bis zwei Nächte erlaubt. Beachte hierbei aber unbedingt die Distanz von 150 Metern zum nächstgelegenen Privatgrundstück. In der innmark ist das Aufstellen von Zelten zwar nicht untersagt, jedoch nicht gerne gesehen.

Wohnmobile und Anhänger können an Straßenrändern für eine Nacht stehen. Hierfür existiert kein bestimmtes Gesetz. Allerdings ist von dieser Übernachtungsmöglichkeit stark abzuraten, denn den Einheimischen gefallen die Wohnmobile überhaupt nicht.

Feuer machen ist in Norwegen von Mitte April bis Mitte September verboten. Hierfür darfst du nur die gekennzeichneten Stellen verwenden.

Finnland

Wildcamping in Finnland

In Finnland darfst du überall Zelten, Beeren und Pilze sammeln und Angeln, wo es dir gefällt. Nur private Grundstücke solltest du meiden. Informiere dich außerdem immer vorher, ob es spezielle Verhaltensregeln für einen Ort gibt.

In speziellen Hütten im Wald kannst du übernachten, ohne dich vorher anzumelden. Die Hütten findest du überall in der Wildnis. Abgesperrte Gebiete sind aber tabu. Du könntest dich beim Betreten selbst verletzen oder nistende Tiere in Gefahr bringen.

Feuer machen ist in Finnland nur an extra ausgewiesenen Feuerstellen erlaubt. Angeln darfst du in den Fjorden und im Meer. Für alle Süßwassergebiete brauchst du einen Angelschein.

Schottland

In Schottland gibt es zwar nicht das Jedermannsrecht, die regionalen Gesetze und Regeln (Zugangsrecht) sind aber sehr ähnlich und gut mit dem Jedermannsrecht zu vergleichen.

Wildcamping ist in Schottland erlaubt. Du musst dich lediglich über die regionalen Verordnungen dazu informieren. Abgezäunte Felder, Privatgrundstücke, kulturelle und historische Stätten solltest du generell meiden. Ebenso sind Straßenränder kein guter Ort zum Zelten.

Mittlerweile wurde aufgrund von Regelverstößen, die sich hauptsächlich auf die Beschmutzung und Zerstörung der Natur beziehen, das Wildcamping an einigen Orten Schottlands untersagt. Dazu zählen der Loch Lomond und der Trossachs Nationalpark. Mit dem Wohnmobil oder dem Caravan ist es in ganz Schottland nicht gestattet, wild zu campen. Dafür gibt es extra ausgewiesene Stellplätze, an denen Übernachtungen möglich sind.

Schweiz

Wildcamping ist in der Schweiz nur begrenzt erlaubt

Die Regeln zum Wildcamping in der Schweiz werden meistens auf Regional- oder Gemeindeebene bestimmt. Es besteht kein allgemeines Gesetz fürs freie Wildcamping, daher solltest du dich vorher genau informieren, wo Wildcamping erlaubt und möglich ist.

Generell gilt: Auf Privatgrundstücken kannst du mit der Erlaubnis des Besitzers unbedenklich zelten. In ausgewiesenen Gebieten der Natur ist Camping für mehrere Nächte erlaubt, wenn das Zelt tagsüber abgebaut wird. Meistens gilt dies aber nur für Einzelpersonen.

In den meisten Gebieten der Schweiz fängt die Campingerlaubnis oberhalb der Waldgrenze an und nicht darunter. Wildcamping in Gruppen ist untersagt und in Naturschutzgebieten generell verboten. Dasselbe gilt auch für Nationalparks, Jagdgebiete und Wildruhezonen.

Mit dem Wohnmobil oder Camper ist meistens nur das einmalige Übernachten auf öffentlichen Parkplätzen oder Raststätten erlaubt. Ansonsten gibt es aber viele ausgewiesene Stellplätze.

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