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Malen lernen: 5 Tipps für die ersten Schritte

Malen kann ja angeblich jeder. Doch ist das wirklich so einfach? Zu Beginn stellen sich zumindest viele Fragen. Wie mische ich die Farben richtig? Mit was möchte ich malen lernen? Worauf kann ich und vor allem, was möchte ich überhaupt malen? Mit den folgenden 5 praktischen Tipps kommst du schnell ans Ziel.

Die Farbenlehre und wie Farben wirken

Der Farbkreis

Der Schweizer Maler und Kunsttheoretiker Johannes Itten hat die bekannteste Darstellung von Primär- und Sekundärfarben entworfen. Darin bildet er ab, welche Farbtöne entstehen, wenn man die drei Primärfarben Gelb, Rot und Blau in unterschiedlichen Verhältnissen miteinander mischt. Diese Art Farben zu mischen heißt Subtraktive Farbmischung.

Primärfarben

Im Inneren des Farbkreises stehen die drei Primärfarben Gelb, Rot (beziehungsweise Magenta) und Blau (beziehungsweise Cyan). Die Farben heißen Primärfarben oder auch Grundfarben, weil sie nicht durch das Mischen von anderen Farben hergestellt werden können. Umgekehrt können aus diesen Farben aber alle anderen Töne erzeugt werden.

Sekundärfarben

Mischst du zwei der jeweils nebeneinander stehenden Primärfarben zusammen, entstehen die Sekundärfarben. Aus Blau und Rot mischst du Violett, aus Gelb und Blau machst du Grün und aus Rot und Gelb wird Orange. Der äußere Kreis des Farbenkreises, zeigt die unterschiedlichen Abstufungen der Sekundärfarben. Die Abstufungen bildest du dadurch, dass du mehr oder weniger Anteile einer Primärfarbe beimischst.

Tertiärfarben

Als Tertiärfarben werden die Farbmischungen bezeichnet, die du aus der Kombination aller drei Primärfarben mischen kannst. Diese ergeben immer unterschiedliche Abstufungen des Farbtons Braun. Brauntöne sind Töne, die in der Natur besonders häufig vorkommen und eignen sich deswegen besonders für Landschaftsmalerei.

Die Wirkung von Farben

Gelb

Die Farbe Gelb wird in der Farbenlehre als anregend, heiter, stimulierend und hell beschrieben. Im Farbenkreis ist Gelb die hellste und freundlichste Farbe. Gelb fällt dem Betrachter sofort ins Auge.

Rot

Rot steht in der Farblehre für Energie, Liebe, Leidenschaft, Aktivität und Sinnlichkeit. Die Farbe belebt und regt an. Die eigentliche Wirkung von Rot hängt jedoch davon ab, wie sie von dir gemischt wird.

Blau

Blau wird in der Farbenlehre vor allem Eigenschaften wie Tiefe, Kühle, Ruhe und Transzendenz zugeschrieben. Ein kühles Blau sorgt für ein entspannendes Gefühl. Je nachdem wie du Blau mischst, kannst du diese Stimmung verstärken oder abschwächen. Je wärmer das Blau wird, desto dominanter wirkt es.

Mit welchen Farben möchte ich malen lernen?

Bei dieser Frage geht es nicht darum welchen Farbton du verwenden möchtest, sondern mit welcher Art von Farbe du gerne malen möchtest. Die bekanntesten und gängigsten Arten zu malen sind die Ölmalerei, das Malen mit Acryl, die Aquarellmalerei und das Malen mit Wasserfarben. Im Folgenden lernst du, mit welcher Methode du bestimmte Bilder malst und welche Effekte du damit erreichst.

Ölmalerei

Ölmalerei

Die Ölmalerei ist so etwas wie die Königsdisziplin des Malens. Sie kommt vor allem bei Portrait- und Landschaftsmalerei sowie bei Stillleben zum Einsatz. Viele Künstler schätzen die Ölmalerei, weil die Eigenschaften der Farben besonders gut sind. Die Haltbarkeit und die Farbbrillianz sind bei Ölfarben im Gegensatz zu anderen Farben unschlagbar. Der Name von Ölfarben leitet sich daraus ab, dass Öl als Hauptbestandteil der Farbe gilt und dabei als Bindemittel für die Pigmente benutzt wird. Das Mischen der Farben bedarf viel Übung und die Anschaffung ist sehr teuer, da du viele verschiedene Komponenten benötigst.

Acrylmalerei

Acrylmalerei

Acrylfarben sind die billigere Alternative für Ölfarben. Wenn du also Bilder in den oben genannten Genres malen willst, die einen ähnlichen Look haben, solltest du dich für die Acrylmalerei entscheiden. Acrylfarben gibt es von vielen verschiedenen Herstellern. Sie sind meistens in Tuben, aber auch in kleinen Farbtöpfen erhältlich. Achte beim Kauf von Acrylfarben darauf, dass du etwas teurere und bessere Farben nimmst. Diese machen dir im Endeffekt mehr Freude als günstigere Alternativen,  denn die haben meistens eine schlechtere Qualität. Günstige Acrylfarben sind oft nicht so stark eingefärbt und man benötigt mehrere Farbschichten, um das richtige Ergebnis hinzubekommen.

Aquarellmalerei

Aquarellmalerei

Das Aquarell ist sowas wie die Vorstufe zu den bekannten Wasserfarben, denn es wird mit nichtdeckenden Farben auf Wasserbasis gemalt. Aquarellfarben können sehr vielseitig eingesetzt werden. Du kannst zum Beispiel sehr kontrolliert und detailliert Portraits und Landschaften malen. Es ist aber auch möglich, sehr locker, impressionistisch oder abstrakt zu malen. Zu Beginn ist es relativ schwer, mit Aquarellfarben zu malen und du kannst schnell frustriert sein, da es sehr viele unterschiedliche Techniken gibt. Beim Aquarellmalen spielt der Einsatz von Primärfarben eine sehr große Rolle. Die Farben werden in der Regel selbst gemischt, auch wenn du sie schon fertig gemischt im Handel kaufen kannst.

Wasserfarben

Im Gegensatz zu Aquarellfarben sind Wasserfarben deckende Farben, die mit den verschiedenen Farbpigmenten in der Regel auf weißem Papier aufgetragen werden. Indem du die Wassermenge kontrollierst, kannst du sehr unterschiedliche Bilder malen. Häufig werden Landschaften oder Stillleben damit gemalt. Wasserfarben eignen sich sehr gut für den Einstieg in die Malerei und werden deswegen auch oft in der Schule zur künstlerischen Früherziehung verwendet. Außerdem ist die Anschaffung der Farben im Vergleich zu allen anderen Methoden sehr kostengünstig.

Papier versus Leinwand

Die Wahl des Untergrundes auf dem du malen lernen möchtest, hängt sehr davon ab, für welche Art der Malerei du dich entscheiden möchtest. Wenn du gerne Öl oder Acryl malen lernen willst, empfehlen sich in der Regel Leinwände. Bei Aquarellen und dem Malen mit Wasserfarben malst du meistens auf Papier. Allerdings sind hier der Kunst natürlich auch keine Grenzen gesetzt. Aquarelle können natürlich auch auf Leinwänden gemalt werden. Dabei solltest du aber darauf achten, dass du die Leinwand gut mit Aquarellgrundierung versiehst, damit die Farben ihre volle Wirkung entfalten können.

Das Material

Malen lernen -nicht ohne Pinsel

Auch die Wahl des Materials hängt von der Art des Malens ab, das du lernen willst. Nur eines ist sicher: Pinsel benötigst du in jedem Fall. Nachfolgend findest du eine Aufstellung der gängigsten Modelle und eine Erklärung dazu, wofür du die Pinsel bei welcher Methode einsetzen kannst. Außerdem erfährst du, was du sonst noch brauchst.

Der Pinsel für sich besteht aus drei Teilen. Erstens den Pinselhaaren oder auch Besatz genannt, zweitens aus der Metallzwingen, in welcher der Besatz eingesetzt ist, und drittens aus dem Holzstil, der normalerweise lackiert ist. Feine Pinsel eignen sich logischerweise eher für kleine detaillierte Arbeiten und große Pinsel für expressive Ausdrucksweisen. Die Beschaffenheit der Pinselhaare spielt außerdem für die Technik eine große Rolle. An synthetischen Pinselharren bleibt vor allem die Acrylfarbe sehr gut haften, wogegen an Naturhaaren vor allem Öl- und Aquarellfarbe kleben bleiben. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Pinselarten.

Flachpinsel

Der typische Pinsel für Öl- und Acrylmalerei ist der Flachpinsel, da er sehr vielseitig einsetzbar ist. Mit der breiten Seite kannst du gut die Farben auftragen und flächig vermalen. Mit der schmalen Seite kannst du Linien und Einzelheiten malen. Den Flachpinsel solltest du in unterschiedlichen Pinselbreiten haben. Es gibt ihn von klein (0,5 cm) bis extra breit (10 cm) zu kaufen.

Rundpinsel

Mit dem Rundpinsel malst du in der Regel die Details. Oft brauchst du ihn nur in kleinen Größen. Mit der Spitze des Pinsels lässt es sich sehr fein, mit dem breiten Körper auch flächig malen.

Staffelei

Eine Staffelei ist ein Ständer, auf dem du das Bild, welches du zeichnen möchtest, einspannen kannst. So hast du die Möglichkeit, dich vor dein Sujet zu stellen und außerdem im Stehen sehr rückenschonend zu arbeiten.

Pallette

Die Palette ist eine kleine runde Fläche, die du in einer Hand halten kannst und auf der du deine Farben zur direkten Verwendung mischen kannst. Hier gibt es praktische Modelle mit Daumenloch im Handel. Du kannst aber auch aus einem Stück Pappe oder einem Plastikteil selbst eine Palette bauen.

Das Sujet – Was möchte ich malen?

Bevor es jetzt losgeht, kommt der wichtigste Teil. Du solltest dir sehr gut überlegen, was du eigentlich malen möchtest. Es gibt nichts, was deine Lust so sehr schmälert, wie vor einem weißen Blatt zu sitzen und nicht zu wissen, was du eigentlich malen möchtest. Zur Inspiration könntest du dir Werke alter Künstler anschauen oder in alten Kunstbücher stöbern. Die erste Entscheidung, die du treffen solltest ist aber die, ob du gegenständlich malen willst, also Stillleben, Landschaften oder Personen oder aber abstrakte Inhalte.

Wenn du das festgelegt hast und alle weiteren Vorbereitung, wie oben beschrieben, getroffen hast steht einem Malvergnügen nichts mehr im Wege.

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Kommentare


Wilfried 5. August 2017 um 7:29

Zu Beginn des Artikels wird die subtraktive Farbmischung beschrieben, abgebildet ist allerdings eine Graphik zur additiven Farbmischung. Einsteiger in die Farbtheorie, die den Unterschied nicht keinen, dürfte dies verwirren.

Antworten

Kai 7. August 2017 um 13:06

Vielen Dank für die Information. Wir haben die Grafik entfernt.

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