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Kräutergarten anlegen: 5 Dos & 3 Don’ts für das Kräuterbeet

Ob im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon: Ein eigenes Kräuterbeet zu besitzen macht viel Freude. Gleichzeitig hast du das ganze Jahr über Heilpflanzen und Gewürze, die du in der Küche verwenden kannst. Wie du einen Kräutergarten am besten anlegst und welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest, erfährst du bei uns.

Du brauchst nicht unbedingt einen Garten, um deine eigenen Kräuter und Heilpflanzen heranzuzüchten. Balkone und Terrassen eignen sich ebenso gut. Wenn du fast das ganze Jahr über von Salbei, Petersilie oder Basilikum profitieren möchtest, haben wir hier die richtigen Tipps für dich.

Kräutergarten anlegen: Diese Möglichkeiten gibt es

Kräutergarten anlegen: Diese Möglichkeiten gibt es

Hast du genügend Platz, um ein vielseitiges und großes Kräuterbeet anzulegen, musst du dir im Vorfeld einige Gedanken über die Umsetzung machen. Du kannst Kräuter auf dem Balkon, der Terrasse und im Garten anbauen. Im Garten hast du wiederum verschiedene Möglichkeiten, wie das Beet aussehen soll. Neben klassischen Kübeln und Töpfen gibt es auch sogenannte Kräuterräder und Kräuterspiralen. Im Folgenden stellen wir die beliebtesten Arten vor.

Kräuterspirale

Die Kräuterspirale ist eine beliebte Art, um Pflanzen platzsparend anzubauen. Es reichen bereits wenige Quadratmeter aus, um dieses dreidimensionale Beet zu kreieren. Die Kräuterspirale ist deshalb so beliebt, weil sie auf wenig Raum viele Kräuter mit ganz unterschiedlichen Bedingungen beherbergen kann. Mithilfe der Kräuterspirale kannst du so zum Beispiel wärmeliebende, mediterrane Kräuter zusammen mit heimischen, kälteresistenten anbauen. Wie der Name schon verrät, ist das Beet in diesem Fall wie eine Spirale, die nach oben hin zuläuft, angeordnet. Dadurch entstehen vier verschiedene Klimazonen: Wasserzone, Feuchtzone, Normalzone und Mittelmeerzone.

Kräuterrad

Soll das Beet gleichmäßig von allen Seiten zugänglich sein, dann wäre das sogenannte Kräuterrad etwas für dich. Das Kräuterrad ist etwas platzsparender als die Kräuterspirale und ist, wie der Name schon verrät, wie die Speichen eines Rads aufgebaut. Du kannst es ganz individuell gestalten und beispielsweise mit einer kleinen Stützmauer umgeben.

Hochbeet

Hochbeet für den Anbau von Kräutern

Das klassische Hochbeet ist vor allem für mediterrane Kräuter geeignet. Seine Erde ist in der Regel etwas trockener und wärmer als die eines normalen Beets. Auch das Hochbeet bietet einige Vorteile: Du kannst die Kräuter im Stehen ernten. Außerdem haben es Schnecken nicht einfach, in das Beet zu gelangen. Es eignet sich hervorragend für Kräuter, die ihre langen Ranken nach unten hängen lassen – wie die Kapuzinerkresse. Ein Hochbeet kannst du mit wenigen Materialien auch selbst bauen.

Beet intuitiv anlegen

Ein intuitiv angelegtes Beet kannst du deinen Vorstellungen und Vorlieben nach gestalten. Du kannst es beispielsweise nach optischen Gesichtspunkten anlegen: Etwa nach Farben oder Aussehen der Kräuter. Achte dennoch immer darauf, welche Kräuter sich in direkter Nachbarschaft vertragen und welche nicht. Tipps dazu findest du weiter unten.

Kräuterbeet auf dem Balkon

Im Gegensatz zu vielen Gemüse-Arten brauchen Kräuter nicht besonders viel Platz zum Wachsen. Daher sind sie nicht nur für den Garten, sondern auch für Terrasse und Balkon hervorragend geeignet. Praktisch ist hier, dass du die Kräuter in Kübeln und Töpfen anpflanzen kannst. Das hat den Vorteil, dass du auf die individuellen Bedürfnisse jeder Pflanze eingehen kannst. Schließlich besitzt jedes Kraut seine eigenen Ansprüche an Bodennährstoffen, Bewässerung und Platz. In Kübeln kommen sich konkurrierende Kräuter nicht in die Quere. Wähle den Platz des Krauts immer danach aus, wie viel Sonne es braucht.

Das solltest du beim Kräutergarten beachten

Kräuterbeet anlegen: Dos und Don’ts

Damit dir auch als Anfänger im Gärtnern ein Kräuterbeet gelingt, haben wir einige Dos and Don’ts für dich zusammengesellt.

Passende Kräuter auswählen

Einer der wichtigsten Faktoren für das Gelingen deines Kräuterbeets ist die Komposition der Kräuter. Nicht alle Pflanzen passen gleich gut nebeneinander. Bärlauch und Thymian verstehen sich etwa nicht besonders gut miteinander. Teilweise vertragen sich die Pflanzen sogar überhaupt nicht und sorgen dafür, dass eine der beiden benachteiligt wird. Wichtig ist deshalb, dass du dir überlegst, welche Kräuter du anpflanzen möchtest und dich dementsprechend darüber informierst, welche Kräuter harmonisieren und welche nicht. Pflanzt du die Kräuter in Kübeln an, ist die Nachbarschaft egal.

Einem Kräuterbeet muss also eine sorgfältige Planung vorausgehen, um einen langfristigen Erfolg zu garantieren. Kräuter passen zueinander, wenn sie ähnliche Standortansprüche und Bodenbedingungen haben. Welche Pflanzen gut harmonisieren, erfährst du weiter unten.

Einjährige und mehrjährige Kräuter trennen

Achte im Idealfall darauf, einjährige und mehrjährige Pflanzen nicht nebeneinander zu setzen. Das hat den Vorteil, dass du dein Kräuterbeet nicht jedes Neujahr neu bewirtschaften musst. Bei einjährigen Kräutern ist es sinnvoll, den Standort zu wechseln – sie weisen in der Regel eine stärkere Bodenbeanspruchung auf als mehrjährige Kräuter.

Richtigen Standort wählen

Wähle den richtigen Standort für das Kraut

Jede Pflanze hat ihre ganz individuellen Ansprüche und Vorlieben. Während einige Kräuter bei der Standortwahl tolerant sind, vertragen einige zu viel Sonne oder Schatten gar nicht gut. Wählst du einen unpassenden Platz für dein Kraut, musst du mit Einschränkungen in der Qualität, dem Aroma oder dem Wuchs rechnen. Besonders mediterrane Kräuter sind oft auf viel Sonne angewiesen, um ihr typisches Aroma ausbilden zu können. Eine Tabelle mit den Standortansprüchen ausgewählter Kräuter findest du weiter unten.

Bodenansprüche beachten

Kräuter mit ähnlichen Bodenansprüchen harmonisieren gut miteinander. Vermeiden solltest du dementsprechend, Pflanzen mit unterschiedlichen Ansprüchen in das gleiche Beet einzusetzen. Schließlich kann es bei ungünstigen Bodenverhältnissen passieren, dass deine Kräuter nicht ausreichend Nährstoffe oder Wasser aufnehmen. Kräuter wie Oregano, Thymian und Majoran konkurrieren beispielsweise untereinander. Sie nebeneinander einzupflanzen ergibt also wenig Sinn.

Tipp: Generell zählen Kräuter zu den Schwachzehrern. Sie kommen also mit relativ wenigen Nährstoffen aus – ganz im Gegensatz zu Gemüse-Pflanzen.

Auf Insekten achten

Bestimmte Kräuter locken Insekten an

Hast du Angst vor Bienen oder Hummeln, solltest du bestimmte Kräuter nicht in unmittelbarer Nähe zu Haus oder Terrasse anpflanzen. Die Blüten von Salbei und Schnittlauch locken diese Insekten beispielsweise an.

Das solltest du beim Kräuterbeet vermeiden

Es gibt einige Fallstricke, die deine Kräuter-Ernte verhindern oder verringern können. Damit dir das nicht passiert, haben wir die wichtigsten Don’ts für dich zusammengestellt.

Monokulturen anbauen

Es ist generell nie empfehlenswert, nur Monokulturen anzubauen. Als solche bezeichnet man den Anbau von einer einzigen Pflanzenart auf derselben Fläche über mehrere Jahre hinweg. Dabei zieht das Kraut immer die gleichen Nährstoffe aus dem Boden und gibt die gleichen Substanzen wieder ab, was der Erde nicht besonders guttut. Außerdem sind Monokulturen anfälliger für bestimmte Schädlinge. Wenn es möglich ist, solltest du also immer Mischkulturen bevorzugen.

Kräuter spritzen

Im eigenen Kräutergarten brauchen deine Pflanzen weder synthetische Herbizide noch Insektizide oder Fungizide. Verzichte also möglichst darauf, deine Kräuter mit unnötigen Mitteln anzureichern. Sinnvoll ist dagegen Bio-Dünger oder Kompost für die Pflanzen.

Versuche möglichst nicht in der Nähe viel befahrener Straßen anzupflanzen. Es könnte sein, dass deine Pflanzen die Schadstoffe der Abgase aus der Luft aufnehmen.

In der Mittagszeit gießen

Bei direkter Sonneneinstrahlung solltest du nicht gießen

Damit deine Kräuter schön wachsen, musst du auf eine ausreichende Wasserzufuhr achten. Deine Pflanzen müssen regelmäßig gegossen werden, wobei meistens normales Leitungswasser ausreicht. Einige Pflanzen lieben gar leicht kalkhaltiges Wasser. Richtiges Gießen ist hier das A und O: Am besten bewässerst du deine Pflanzen früh am Morgen oder am späten Nachmittag. Bevor du die Kräuter bewässerst, sollte die Erde leicht angetrocknet sein.

Auf keinen Fall solltest du deine Kräuter in der prallen Mittagssonne gießen. Das kann dazu führen, dass die Pflanze beziehungsweise ihre Blätter verbrennen. Gieße möglichst nur über die Wurzeln und nicht über die gesamte Pflanze.

Kräuter richtig pflanzen

Vielleicht weißt du schon ganz genau, welche Pflanzen du in deinem Kräutergarten anbauen möchtest. Prinzipiell kannst du all die Kräuter wählen, deren Standortbedingungen du erfüllen kannst. Hast du lediglich Kübel und Töpfe zur Verfügung, kannst du darin anpflanzen, was du möchtest. Anders sieht das im Beet aus: Nicht alle Kräuter verstehen sich gleich gut untereinander. Im schlimmsten Fall konkurrieren sie um Nährstoffe oder Platz und eine deiner Pflanzen geht ein. Damit das nicht passiert, haben wir im Folgenden Tipps für dich, wie du passende Kräuter auswählst.

Diese Kräuter passen zusammen

Diese Kräuter passen zusammen

Ob Pflanzen sich in direkter Nachbarschaft vertragen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen etwa die Bodenverhältnisse, ob die Kräuter einjährig oder mehrjährig sind und welche Lichtverhältnisse sie brauchen. Besonders gut harmonisieren die folgenden Kräuter:

  • Borretsch, Dill, Kerbel, Petersilie, Majoran und Gartenkresse
  • Oregano, Salbei und Winter-Bohnenkraut
  • Estragon, Melisse, Salbei, Schnittlauch und Thymian
  • Kamille und Dill, Schnittlauch oder Majoran
  • Ysop, Lavendel und Bohnenkraut
Tipp: Zitronenmelisse ist eines der tolerantesten Kräuter. Du kannst sie mit so ziemlich jedem anderen Kraut in direkter Nachbarschaft setzen. Das kann sogar vorteilig sein: Die Melisse fördert das Wachstum ihrer Nachbarn. Einzig Basilikum solltest du nicht neben die Melisse setzen.

Diese Kräuter passen nicht zusammen

Generell solltest du nicht einjährige Pflanzen neben mehrjährige setzen. Dadurch ersparst du dir eine jährliche Neubewirtschaftung deines Kräuterbeets. Auch wenn die Pflanzen gänzlich unterschiedliche Ansprüche in Boden und Standort haben, passen sie nicht gut zueinander. Folgende Kräuter solltest du keinesfalls nebeneinandersetzen:

  • Dill und Estragon
  • Fenchel und Koriander oder Majoran
  • Kamille und Pfefferminze
  • Thymian und Majoran
  • Basilikum und Melisse

Diese Kräuter sind Einzelgänger

Neben harmonisierenden und nicht zusammenpassenden Kräutern gibt es wiederum welche, die überhaupt keine Nachbarschaft mögen. Diese Pflanzen sind Einzelgänger und brauchen viel Platz um sich herum. Dementsprechend solltest du sie nicht mit anderen Pflanzen zusammensetzen und am besten in Töpfen oder Kübeln halten. Folgende Kräuter sind Einzelgänger:

Winterharte Kräuter

Salbei ist zum Großteil winterhart

Es kann sehr praktisch sein, winterharte Kräuter anzupflanzen. Auf diese Weise hast du das ganze Jahr über etwas von deinem Kräutergarten. Regionale Pflanzen sind meistens auf Frost und Kälte vorbereitet und überstehen den Winter problemlos. Wichtig ist, dass du die Kräuter in dieser Zeit nicht zurückschneidest. Möglicherweise überlebt die Pflanze dann starkes Frösteln nicht. Besonders winterharte Kräuter sind folgende:

  • Thymian: Ursprünglich stammt das Kraut zwar aus dem mediterranen Mittelmeerraum. Allerdings überstehen einige ihrer Sorten hierzulande problemlos den Winter.
  • Salbei: Die meisten Salbei-Sorten können den Winter überstehen. Tropische Arten wie der Honigmelonen-Salbei sind allerdings nicht auf solch kalte Winter ausgelegt. Entscheide dich lieber für Sorten wie Aurea.
  • Rosmarin: Auch der wärmeliebende Rosmarin kann kalte Winter gut überstehen. Besonders winterhart sind die Sorten "Veitshöchheimer Rosmarin" oder "Blue Winter".
  • Lavendel: Lavendel ist ein weiteres winterhartes Gewächs. Der Echte Lavendel – eine enorm robuste Sorte – verträgt gar kurzzeitig Temperaturen um die -15 Grad Celsius. Schließlich findet sich die Pflanzen auch im Mittelmeerraum auf teils frostigen hohen Lagen.
  • Bergbohnenkraut: Auch das Bergbohnenkraut ist winterhart und kann problemlos die kalte Jahreszeit im Kräutergarten überstehen.

Neben den klassischen winterharten Kräutern gibt es auch welche, die zum Winter hin einziehen. In diesem Fall bleiben keine oberirdischen Pflanzenteile zurück, die du verwenden könntest. Du kannst sie also nicht ganzjährig abernten. Dennoch überstehen sie den Winter im Freien und gedeihen im Neujahr aufs Neue. Dazu zählen die folgenden Pflanzen:

Übersichtstabelle: Kräuter und ihre Ansprüche

Du kannst dir natürlich auch selbst eine Kombination aus Kräutern zusammenstellen, die miteinander harmonisieren. Dafür findest du im Folgenden eine Übersicht, in der ausgewählte Kräuter sowie ihre Licht- und Bodenansprüche dargestellt sind.

kraut Lebensdauer Standortanspruch Bodenverhältnis
Bärlauch mehrjährig schattig bis halbschattig nährstoffreich und feucht
Basilikum einjährig sonnig nährstoffreich und durchlässig
Beinwell mehrjährig sonnig bis halbschattig nährstoffreich und locker
Borretsch einjährig sonnig nährstoffreich, locker und leicht feucht
Bohnenkraut einjährig sonnig nährstoffarm, trocken und kalkhaltig
Dill einjährig sonnig und windgeschützt nährstoffreich und durchlässig
Kapuzinerkresse einjährig sonnig bis halbschattig nährstoffarm, trocken, sandig und kalkhaltig
Kerbel einjährig halbschattig bis sonnig humos und durchlässig
Kresse einjährig sonnig bis halbschattig keine besonderen Ansprüche
Kümmel zweijährig halbschattig bis sonnig nährstoffreich
Lavendel mehrjährig sonnig nährstoffarm und eher trocken
Majoran ein- bis mehrjährig sonnig locker und sandig
Oregano mehrjährig sonnig eher nährstoffarm und trocken
Petersilie zweijährig sonnig bis halbschattig nährstoffreich und locker
Pfefferminze mehrjährig sonnig bis halbschattig leicht feucht und nährstoffreich
Ringelblume einjährig sonnig nährstoffreich und locker, nicht zu feucht
Rosmarin mehrjährig sonnig nicht zu nährstoffreich und trocken
Salbei mehrjährig sonnig leicht sandig und nährstoffarm
Schnittlauch mehrjährig sonnig bis halbschattig sandig, etwas feucht
Thymian mehrjährig sonnig trocken, eher nährstoffarm
Zitronenmelisse mehrjährig sonnig leicht nährstoffreich und locker
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